Kühlung Redaktion Testberichte Wasserkühlung

10 CPU Wasserblöcke auf Sockel LGA1700 und AM5 im Test – Roundup samt einer nötigen Aufarbeitung

Thermaltake Pacific SW1 Plus

Thermaltake hat uns ihren neuen Pacific SW1 Plus CPU-Block zum Test geschickt. Beim Auspacken könnte man denken, hier ist versehentlich ein USB-Hub mit in der Verpackung gelandet, aber tatsächlich ist das ein inkludierter RGB-Kontroller (graues Kästchen) samt Kabelsalat. Darüber lässt sich dann eben auch die Beleuchtung des eigentlichen Wasserblocks steuern, sowie andere Thermaltake RGB-fähige Komponenten vernetzen, wie z.B. Lüfter. Das RGB-Controller Starterpaket der Marke ist quasi beim Block gleich mit dabei – nett! Dafür zahlt man aber auch, denn der Block kostet 145 Euro.

Auch nett ist die Dreingabe von Flüssigmetall, das man als Wärmeleitmittel auf der IHS verwenden soll. Ja, das geht und performt auch deutlich besser als Paste – habe ich selbst schon mal gemacht – aber leider wird reagiert dabei das Flüssigmetall mit dem IHS der CPU und verfärbt diese permanent. Davor wird in den diversen Anleitungs-Pamphleten leider nicht gewarnt, ebenso wenig wie vor möglichen Kurzschlüssen, falls es Flüssigmetall über den IHS hinaus in den Sockel schaffen sollte. Gerade für eher unerfahrene PC-Bauer könnte der erste Umgang mit dem leicht fließenden Wärmeleitmittel ärgerlich enden. Eine Tube normale Wärmeleitpaste wäre die sicherere Alternative und, falls man Flüssigmetall dennoch beilegen möchte, dann doch bitte mit entsprechenden Warnungen in der Anleitung und auf dem Tütchen.

Montage mit Kunststoff-Backplate und den zugehörigen Schrauben, die sich darin einhaken, wird auf den ersten Blick in Ordnung, auch wenn diese sich natürlich unter dem LGA1700 verbiegen wird. Beim Trocken-Montieren weigern sich aber einige der gefederten Rändelmutter, vermutlich aufgrund eines verschmutzen oder überlackierten Gewindes. Wenn man hier weiterdreht, dreht sich nicht die Mutter auf der Schraube, sondern die Schraube in der Backplate auf der Stelle. Eigentlich rastet der quadratische Schraubenkopf in der Kunstsoff-Aussparung ein, aber praktisch gewinnt irgendwann Metall gegen Plastik.

„Nachschneiden“ des Gewinders mit einem Standoffs für die anderen Sockel und einer Zange half auch nicht wirklich. Andere M3 Muttern und Schrauben ließen sich annehmbar mit der Thermaltake Hardware verschrauben, aber Thermaltake Gewinde + Thermaltake Gewinde funktioniert leider nicht gleichmäßig bis gar nicht. Auch beim Montieren auf dem Board weigerten sich dann 3 von 4 Muttern mit dem mitgelieferten Innensechskannt. Mit einem Schraubendreher ging es dann irgendwie, aber gefühlt bei jeder Schraube mit einem anderen Drehmoment und auch nicht gleich weit.

Irgendwann dreht bei jeder Ecke die Schraube in der Kunststoff-Backplate durch. Einen echten Anschlag der Gewinde gibt es nicht. Für mein deutsches Qualitätsverständnis ist diese Konstruktion und Qualität nicht akzeptabel. Hinzukommen potenzielle Metall-Späne durch die schlecht passenden Gewinde, die man auf keinen Fall irgendwo im PC haben möchte. Die Anleitung enthält nur Bilder, keine Text-Beschreibung oder Drehmomentangaben. Kein Wunder, wenn jedes Gewinde ein Unikat ist und sich die Metallteile nach der zweiten Montage im Kunststoff im Kreis drehen. Auch das bricht dem Block beim zweiten Lauf den Performance-Hals, denn eine Mutter lässt sich dann schon nicht mehr zur Hälfte anziehen. Und natürlich lässt sich der Block dann auch nicht mehr freiwillig demontieren. Eine knappe Stunde lang habe ich eines der Kunststoff-Standoffs mit verschmutztem Messing-Gewindeeinsatz gewaltsam von seiner Schraube lösen müssen, die sich natürlich in der Kunststoff-Backplate im Kreis gedreht hat. Viele Schweißperlen und noch mehr Späne später, war das Z790 Apex dann wieder frei.

Vernünftige Montage-Hardware vorausgesetzt, würde der Block wahrscheinlich noch einige Grad besser performen. Schade, dass man als Hersteller massenhaft RGB-Klimbim und Flüssigmetall beilegt, aber sich keine Metall-Backplate leisten will. Man könnte denken, es handelt sich beim Thermaltake Pacific um eine RGB-Lampe, die sich zufällig auch noch irgendwie als CPU-Kühler nutzen lässt.

Montage auf AM5

Für die Montage auf AM5 müssen nur die Sockelbleche getauscht werden, die von unten mit Kreuzschlitz-Schrauben in Position gehalten werden. Diese werden also gelöst, dann die Bleche getauscht und zuletzt die Schrauben wieder eingesetzt. Am Mainboard wird der Block glücklicherweise über die Standard AM5 Backplate fixiert, was meilenweit besser funktioniert als das Kunststoff-Konstrukt bei LGA 1700. Entsprechende Standoffs mit UNC 6/32 Gewinde unten und M3 Gewinde oben liegen bei und hier lassen sich die Muttern auch problemlos auf- und wieder abschrauben. 

 

Pacific_SW1_Plus_manual

 

Thermaltake Pacific SW1 Plus (CL-W379-CU00SW-A)

PC-KingVersandlager: Lieferzeit 1-2 TageSuperstore Siegburg: nicht lagerndStand: 20.05.24 11:33144,00 €*Stand: 20.05.24 11:36
AlternateAuf Lager145,90 €*Stand: 20.05.24 20:36
e-tec.atVersandlager: ca. 2-3 Werktagen versandbereit, Lieferzeit 3-4 WerktageLinz, Salzburg, Wels: 2-3 WerktageZentrale Timelkam: ca. 2 WerktageDornbirn, Graz Nord, Graz Süd, Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten, Villach, Wien 15, Wien 20, Wr. Neustadt, Wörgl: 1 WocheStand: 20.05.24 20:33147,15 €*Stand: 20.05.24 20:36
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Kommentar

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ipat66

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1,367 Kommentare 1,366 Likes

Sauber !!!
Tolle Arbeit Xaver :)

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s
scotch

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153 Kommentare 103 Likes

Super Arbeit. Ich nutze auf AM5 den Wasserblock von NTech. Qualitativ und von der Montage ist das für mich das beste Gesamtpaket für den Preis. Von der Kühlleistung und vom Flow gibt es auch nichts zu meckern.

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FritzHunter01

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1,159 Kommentare 1,575 Likes

Hey Xaver,

danke für den Einsatz!

Grüße

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ApolloX

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1,687 Kommentare 955 Likes

Endlich Mal einer, der sich in der Lage sieht, den Core 1 auf AMD zu testen.
Ansonsten schaut's auch sehr fundiert und reflektiert aus.
Danke Xaver für den Aufwand!

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F
Falcon

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115 Kommentare 118 Likes

Top Test!
Und nein, dein Qualitätsempfinden ist in Ordnung. (y)

Wen ich soviel Geld für nen Block ausgebe kann ich auch Erwarten das er passt, ich keine Gewinde Nachschneiden muss, sich der Block nicht bis kurz vor die Selbstzerstörung verbiegt und so weiter.

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Opa-Chris

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86 Kommentare 121 Likes

Top Arbeit und Aufarbeitung. Vielen Dank!

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S
S.nase

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1,357 Kommentare 455 Likes

Mir fehlt ja immer noch der Glaube daran, das man nur anhand des Losbrechmoments eines normalen Gewindes, die Kompressionsrate einer Schraubenfeder exakt einstellen kann. Bei meinen Versuchen hat das selbst mit einem feinen Trapezgewinde(Schraube und Mutter aus Edelstahl) nicht wirklich exakt funktioniert. So das am Ende doch wieder die klassische Methode mit dem Nachmessen per Schiebelehre an allen vier Schraubenfedern nötig war.

Kann natürlich auch sein, das es an meinem zu ungenauen Drehmomentschlüssel lag. Daher meine Frage: ob du vorher mal getestet hast, wie genau sich die Anpresskräfte mit der DrehmomentMethode wiederholbar an den Schraubenfedern einstellen lassen. Denn das ist mMn schon sehr wichtig, damit der Kühler gleichmäßig aufliegen kann.

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echolot

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981 Kommentare 755 Likes

Prima Test...ich hoffe die Werte für den Core 1 sind jetzt akkurat :D ...wird dann mein nächster Kühler.

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komatös

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104 Kommentare 78 Likes

Danke schön für die investierte Zeit und das doch ernüchternde Fazit. Für mich zeigt sich einmal mehr, dass der Massenfertigungswahnsinn in Asien, die Qualität der Produkte verschlechtert. Oder wie soll man sonst die Fertigungsmiesere mit zu kleinen Löchern und überstehenden Schraubenköpfen etc. nennen?
Auch wenn das eine oder andere Ergebnis in diesem Test, Soft- und/oder Hardwarebedingt, Tolleranzen hinterläßt, kann man diese als valide ansehen.
Also noch einmal danke schön für die zeitintensive Aufarbeitung und Neubewertung.

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RedF

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4,721 Kommentare 2,596 Likes

Danke für den Test.

Was bei mir allerdings anders aus sah ist die Durchfluss Rate Heatkiller vs Core1.

Bei mir war der Heatkiller 50l/h restriktiver wie der Core1.

Habe auch den highflow next.

Und jetzt weiß ich auch warum ich beim loggen mit HWInfo unterschiedlich viele Datenpunkte habe ^^.

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skullbringer

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306 Kommentare 329 Likes

Die Länge der Schrauben bzw. Überstand zu Messen setzt ja auch vorraus, dass sich die Schrauben nicht längen bzw. sich alle 4 gleichmäßig längen, oder?

Um es wirklich genau zu machen, müsste man also wirklich die Anpresskraft auf der CPU messen und das notwenige Equipment dafür habe ich stand heute leider nicht.

Also ja, du hast Recht. Wir montieren "blind" nach Vorgaben des Herstellers und vertrauen darauf, dass die Schrauben alle gleich sind bzw. das Drehmoment auch zum gewünschten Anpressdruck führt. So machen es ja auch die allermeisten Endanwender und somit ist es auch im Interesse des Wasserblock-Herstellers, dass die Drehmomente zum korrekten Ergebnis führen.

Angezogen wird zudem über Kreuz, schrittweise und in gleichmäßigen zügen, um "stick and slip" zu vermeiden. An einer einzelnen Schraube mit festem Anschlag habe ich auch mal die Wiederholgenauigkeit meines Amazon-China-Drehmoment-Schlüssels getestet und bis auf 0,02 Nm schien das reproduzierbar zu sein. Aber mit 4 Schrauben kann sich der Block ja auch verkannten, evtl. sind nicht alle Schrauben gleich gefertigt oder die Wärmeleitpaste ist auf einer Seite der CPU dicker aufgetragen, sodass eine Schraube mal mehr Kraft transportieren muss. Alles ziemlich viel Blindflug :D

Ein Test der Schrauben, Anpressdrücke, Wiederholgenauigkeit wäre aber definitiv ein Thema für einen extra Artikel. Danke für den Input! :)

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skullbringer

Veteran

306 Kommentare 329 Likes

auch Heatkiller IV Pro oder ein leicht anderes Modell?

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NilsHG

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87 Kommentare 52 Likes

Großartiger Test, vielen Dank dafür!
Ich habe meine Kühler von AquaComputer und Sockel 1155 auf AM4 umgerüstet. Sollte es kein Umrüstkit für den nächsten Sockel, den ich verwenden werde, geben, kann man sich hier sehr gut orientieren. Die größte Verbesserung meiner Wakü in den vergangenen Jahren war die Erweiterung des Kreislaufs auf einen externen Mora 420. Damit steigen die Wassertemperaturen trotz neuer GPU nicht mehr über 34°C. ;-)

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RedF

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4,721 Kommentare 2,596 Likes

Gerade die Rechnung rausgesucht.
HEATKILLER® IV PRO (AMD, AM4 ready) ACRYL
Bestellt am 5.10.2020

Habe ihm in der ganzen Zeit allerdings nicht gereinigt, vielleicht liegt es daran.

Habe eine laing DDC 1T Plus und eine Grafikkarte vor der CPU im Kreislauf.

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HerrRossi

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6,789 Kommentare 2,246 Likes

Vielen Dank für den Test, super Arbeit und kommt mir gerade recht.

Der Core 1 ist ja wirklich gut und gefällt mir auch vom Design her gut. Aber 20 EUR für 4 Schrauben und 2 Plastikteile (aka Performance Kit) ist echt frech, auch bei dem recht geringen Unterschied.

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Schnuffel

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185 Kommentare 153 Likes

Damals mit 2 oder 4 Kernen konnte man recht einfach unter Last vorsichtig die Verschraubungen lösen bzw fester drehen und dabei die Temperaturen beobachtet. Fingerspitzengefühl vorausgesetzt. Scheint inzwischen kompliziert.
Federn vertraue ich grundsätzlich nicht. Wer schon einmal einen Zylinderkopf eingemessen hat (Ventilfedern) der kennt die Serienstreuung - im kleinen wie im großen halt.
Guter Artikel übrigens @skullbringer 👍

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Megaone

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1,760 Kommentare 1,660 Likes

Was soll man sagen? Du hast einen Top-Job gemacht. Danke für die Arbeit.

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echolot

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981 Kommentare 755 Likes

Ja, sie nehmen es von den Lebenden. Aber bedenke wie lange Du daran hast. I.d.R. mehrfach einsetzbar und immer noch besser als jede Lukü.

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N
NilsHG

Mitglied

87 Kommentare 52 Likes

Sofern es weiterhin Mountingkits für neue Sockel geben wird, ist das absolut richtig. An der Wakü Hardware ist i.d.R. kein Vergang. Ggf. werden Schläuche, Dichtungen, Kühlmittel gewechselt, aber Kühlblöcke/Radiatoren halten ewig. Beim Neukauf orientiere ich mich dann gerne an solchen Tests. Bei dem was eine Wakü zusätzlich zur PC Hardware kostet, spielen 20 € (für mich) auch keine Rolle mehr.

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About the author

Xaver Amberger (skullbringer)

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