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NVIDIA GeForce RTX 3080 Ti FE im Test – Fast schon eine RTX 3090, aber mit halbiertem Speicherausbau für Gamer

Temperaturen und Boost-Takt

Die Karte boostet, wenn sie kühl genug ist und die GPU-Last die 50% nicht überschreitet, bis auf 1920 MHz (also etwa 200 MHz weniger als die RTX 3080). Allerdings ist dies eine Art Schönwetter-Boost, der bei meinem sehr extrem fordernden Testspiel dann bei steigender Temperatur von 1710 MHz bis auf ca. 1695 MHz einbricht. Damit liegt er nur noch 30 MHz über dem, was NVIDIA für den Boost auch offiziell angibt. Das lässt aber auch die Frage offen, ob hier NVIDIA nicht zu sehr an der Kühlung gespart hat. Bereits angetestete Custom-Modelle können das nämlich meist deutlich besser.

Den Speicher kann man locker auch auf über 20 Gb/s übertakten, büßt aber bereits vor dem Erreichen der Stabilitätsgrenze an Performance ein, was auf ein thermische Throttling zurückzuführen sein dürfte. Micron hat solche Mechanismen ja von Haus aus implementiert. Wer es wirklich drauf anlegt, sollte also knapp unter den 20 Gb/s bleiben, denn auch die GeForce RTX 3090 FE bleibt in diesem Rahmen. Sicher nicht ohne Grund. Das Power-Limit kann man jedoch voll ausreizen und auf einen maximalen Wert von 400 Watt setzen, also satte 50 Watt mehr. Es bringt nur leider nicht viel.

Nur ob man das wirklich will, sollte man bei diesem Kühler schon zweimal überlegen, denn so erträglich er auch im Normalbetrieb sein mag, mit 50 Watt mehr hat er wirklich echte Überlebenskämpfe zu absolvieren, die man dann auch sehr deutlich hört. Meine hier getestete GPU ließ sich noch nicht einmal mehr als 200 MHz stabil übertakten, was dann aber nach der Erwärmung in ca. 105 bis 120 MHz mehr Takt mündete. Aufwand und Nutzen? Naja – das übliche Hund-Schwanz-Prinzip, denn mehr Abwärme lässt den Boost-Takt ja auch wieder sinken.

Kommen wir nun zu der Aufzeichnung mit der hochauflösenden Infrarot-Kamera. Die PI640 von Optris besitzt ein echtes 640 x 480 Pixel Bolometer und zeichnet mit bis zu 30 FPS auf. Ich nutze hier die Normallinse und kalibrierte Folie mit einem bekannten Transmissionsgrad, damit ich de facto in das geschlossene Gehäuse hineinsehen kann. Die Backplate lasse ich dran, denn auch die kühlt ja zumindest die Spannungswandler ordentlich mit und schützt damit auch indirekt den Speicher. Betrachten wir zunächst die GeForce RTX 3080 Ti FE von heute:

Vergleicht man das Bild oben nun mit der GeForce RTX 3080 vor meinem Pad-Mod (Bild unten), dann sieht man etwas sehr Interessantes! Die Backplate als Kühler der VRM-Bereiche funktioniert nämlich bei der RTX 3080 Ti FE (oben) richtig gut! Zusammen mit den bis zu 200 U/min mehr Lüfterdrehzahlen bleiben auch die Heatpipes ca. 3 Grad kühler, während die Karte im unteren Bild trotz 30 Watt weniger Abwärme ein etwas anderes Gesamtbild zeigt.

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Thy

Urgestein

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Haben! Nur wo?

Edit: Danke für den informativen Artikel, der meine Kaufentscheidung bestärkt.

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Igor Wallossek

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Gute Frage. Frag doch Jensen :D

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R
Rheinfels

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Der Link unter dem Artikel zum Forum führt, zumindestens bei mir, ins leere.
Ansonsten spannende Grafikkarte, nur wenn man mal von den UVPs ausgeht sind es 700€ für die 3080 vs 1200€ für die 3080 Ti für 9,3%+ laut Fazit. Das finde ich schon heftig. Aber wen interessieren heutzutage schon UVPs, das ist ja so 2020...🤪

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gastello

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Sinnlose Karte wie jeder Vollausbau, eine 3080 mit 12GiB VRAM hätte von Anfang an mehr Sinn ergeben. 500 $ mehr für 2GiB VRAM und 5-10fps, sieht wie melken aus. Die direkte Konkurrenz ist die 3080 und da verliert die ti vor allem beim Preis. Ich weiß nicht wie man Karten, die teilweise 400w schlucken noch positiv bewerten soll. Passt absolut nicht mehr in diese Zeit.

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RX480

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83 Kommentare 34 Likes

Aus technischer Sicht ist das Ganze schon interessant., weil die 12GB sparsamer sind als die 24GB.
Schade eigentlich nur, das net der größere Kühler der 3090 für die Ti genommen wurde.

Vermutlich wäre dann der eff.Takt der Ti ca.30-45MHz höher und man würde noch in mehr Games
an der 3090 vorbeiziehen.

In einer idealen Welt hätte Es auch ne 3090 mit nur 16...20GB in Form von 2GB-Modulen gegeben.
Uups, da hätte man ja fast ne 6900 super.

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P
Phoenixxl

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Wenn ich die angeblichen Preise höre, dann kann ich mich nur freuen für eine 6900 XT Ref. 1300 bezahlt zu haben (550 gab es für meine alte 1080 ti).

Bin wirklich gespannt, was amd Treiberseitig noch bringt, wie z.B. die DLSS Alternative.

Raytracing mag interessant klingen, bei CoD Modern warfare habe ich die Kampagne einmal ohne gespielt (1080 ti) und jetzt mit. Ich merke davon exakt NICHTS. Mit Screenshots ist das sicherlich möglich, aber so? Fehlanzeige!

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g
gerTHW84

Veteran

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@gastello: Die Karte wird nicht weniger "sinnvoll", weil die erst jetzt kommt. *) Zudem ist die späte Veröffentlichung für nVidia in jeder Hinsicht ebenso sinnvoll, denn der Chip bewegt sich nahe dem Vollausbau, d. h. der Yield wird hier durchaus zum Thema. Mittlerweile hat man die 3080 als eine Art "Resteverwertung" (etwas überspitzt formuliert), die A6000 und A40 nutzen den Vollausbau und die 3090 und 3080 Ti nahezu den Vollausbau, d. h. hier gibt es durchaus einiges an Produkten zu versorgen und das muss sichergestellt sein und da macht ein gestaffelter Start Sinn. In einer naiven Sichtweise könnte man zwar fordern, dass der Hersteller doch einfach mit viel mehr Vorlauf zu produzieren beginnen wollte, offensichtlich ist das betriebswirtschaftlich aber eher eine schlechte Idee, jedenfalls scheinen AMD und nVidia bspw. nicht allzu viel davon zu halten. ;-)
Die Karte ergänzt das Portfolio und bietet nahezu die Leistung einer 3090 für rund 300 € weniger UVP. Und so wie ich nVidias Product Development einschätze, wird die sich auch gut verkaufen, denn die werden schon sehr genau erarbeitet haben, was der Markt hier abnimmt und was nicht.
Ergänzend ist deine Watt-Betrachtung zwar löblich, nur gibt es auch einen nennenswerten Anteil Gamer, denen das egal ist und die Auflösung und visuelle Qualität über alles stellen und solange es diesen Markt gibt, wird der auch bedient, denn würde nVidia den brachliegen lassen, würde sich AMD den schnappen (oder vielleicht in den nächsten ein, zwei Jahren Intel).

*) Abgesehen davon hat sich am allgemeinen IT-Mantra nichts geändert in den letzten Jahrzehnten. Wer länger wartet bekommt mehr Leistung und zumeist auch noch für weniger Geld.

@RX480: Ich denke die Custom-Designs werden tendenziell interessanter sein und in in wie weit man da die NV-Shop-Lotterie in die Waagschale werfen kann bzgl. des Preises ... hmm. ;-)
Zudem werden hier absehbar vereinzelte Modelle, wie Igor schon skizzierte, die ein oder andere 3090 ggf. gar auch vollends erreichen, insbesondere die FE.

Btw ... eine 3090 mit 256 Bit-Interface würde bandbreitentechnisch verhungern. ;-)

@Phoenixxl: CoD ist glaube ich auch das denkbar schlechteste Beispiel diesbezüglich. Ich habe dazu einige RT-ScreenShots gesehen und war auch mit der Lupe am suchen bzgl. der RT-Effekte. Das sieht dort aus wie nur nachträglich angeflanscht, denn offensichtlich scheint man das Beleuchtungssystem, etc. weitestgehend unverändert beizubehalten und hat lediglich an einigen Stellen RT-Effekte "hinzugenommen", wobei letzteres, wie gesagt, mit anscheinend minimalstem Zugewinn; hätte man sich hier auch sparen können.
Andere Titel könnte da vielmehr von zehren.

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Igor Wallossek

Format©

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Metro Exodus EE ist schon geil. Optisch wirklich ein Unterschied. 😁

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RX480

Mitglied

83 Kommentare 34 Likes

1+

Verstehe Asus net so richtig, mit 360er AiO wärs echt geil! (wird wohl erst mit EVGA kommen)
(genauso wie bei der 6900XTH bleibt Asus bei 240er, ... besser ist die TOXIC mit 360er)

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g
gastello

Veteran

329 Kommentare 107 Likes

Sehe ich absolut nicht so und was für Nvidia dabei heraus springt kann dem Anwender völlig egal sein. Ich kaufe keine Hardware weil ich einem millardenschwerem Unternehmen wohlgesonnen bin. Ich kaufe sie weil ich sie brauche, immer dann dann wenn bspw. neue Anforderungen an mein Hobby gestellt werden (wie Gaming) oder steigen (technische Neuerungen sich durchsetzen und sie als Standards gelten, das die alte Hardware nicht mehr packt oder sie ausgedient hat).

Wie die Vollausbauten in der Vergangenheit hat die 3080ti das gleiche Problem, nahe oder Vollausbau braucht einfach mehr, wobei sich der Leistungszugewinn nur lohnt wenn man das ausklammert. Und was die 3080ti angeht, musste die mit der Brechtstange an der 6900xt vorbei, schon wie die 3080 an der 6800xt vorbei musste. Wenig mehr FPS mit höherer Leistungsaufnahme einzukaufen, ist kein Wunder, dass kann jeder. Wenn das, dass neue Ziel in der Fortentwicklung werden oder sein soll, dann gute Nacht.

Eine Suprim X wird im Gamingloop jetzt 48db laut (hat dazu noch das schlechte Die, weil alles andere in der FE verwurstet wird, oder extrem teuer eingekauft werden muss), AMD hatte man unter Vega bei solchen Werten noch in der Luft zerrissen und in der Vergangenheit ziemlich belächelt und kritisiert. Die 3080ti ist nichts weiter eine melkende Kuh (werden eher für 2500$ aufwärts verkauft), die paar UVP Papiertiger die Interessenten erwerben können, sind doch nur eine Tropfen auf einen heißen Stein. Daran wird sich bis Mitte 2022 auch nichts ändern.

Wie wäre es denn mit einem neuen Stepping für die GA102 ala 3080 gewesen? Gleicher Preis bei 2GiB VRAM mehr (um endlich mal mit dem Klischee des zu wenigen VRAM bei Nvidia aufzuräumen?, die 3070ti kommt ja auch noch und könnte die Lücke schließen), wo UVP doch sowieso keinen interessiert. Nicht mal Nvidia selbst. Für 10% Mehrleistung dann auch noch 40% Preisaufschlag zu verlangen ist, wie du richtig feststellt einfach nur für Nvidia gut, für niemand anderen.

Mantra=wer länger wartet bekommt alten Tant (mittlerweile ein Jahr alt) mit etwas mehr Leistung und zahlt reichlich mehr. Tolle Produktpolitik, die nur der Gewinnmaximierung dient.

Nvidia und auch AMD muss sich also nicht wundern, dass immer mehr in den Konsolenbereich abwandern und Hardware im PC zu einem Art Goldstatus wird, den sich die meisten Normalo-Gamer kaum noch leisten können. Das erfordert dann Modelle wie der Mininghardware um die Kosten für die Entwicklung reinzubekommen, weil immer weniger bereit sind solche Preise noch zu zahlen. Natürlich kann man dann Karten die der Miner aus dem Gamingsegment kauft, auch unter Gaming verrechnen. Den Aktionären geht es dabei sichtlich gut. Eine hohe Anzahl abgesetzter Karten und nur wenige Prozentpunkte mehr in Statistiken wie Steam, decken diese Art Vorgehensweise zu Lasten der Gamer fast zu erbarmungslos auf. Traurig. Also interessieren die Gamer kaum, wenn sie nicht bereit sind Mondpreise für Hardware zu zahlen. Ein Standbein mit dem die gesamte Branche und besonders Nvidia groß geworden ist. Dank NDAs liest man solcherlei Kritik immer weniger.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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