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Nvidia GeForce RTX 3060 Ti – Ampere speckt weiter ab und zeigt auf leisem Wege durchaus seine Krallen

Mit der heute vorgestellten GeForce RTX 3060 Ti FE (Founders Edition) schrumpft NVIDIA den GA104, den wir ja schon von der GeForce RTX 3070 kennen, noch weiter ein. Flächenmäßig ist der Chip natürlich genauso groß bzw. klein, aber eben auch etwas beschnitten. Noch höhere Ausbeute und damit eine besserte Verfügbarkeit, eine ähnlich gute Effizienz wie bei der RTX 3070 und eben auch noch etwas günstiger in der Herstellung. Inwieweit die GeForce RTX 3070 FE sich jetzt fürchten muss, werden wir gleich sehen.

Die Vorzeichen stehen noch nicht einmal schlecht, auch wenn man sich seitens NVIDIA in Kürze wohl mit AMDs Radeon RX 6700 XT messen lassen muss. Doch am Ende zählt ja nur auf dem Platz und der Vorgarten ist mit Software und Features seit der Einführung von Ampere schon recht emsig bepflanzt worden. Ob der Casual-Gamer diese zusätzlichen Features dann überhaupt wertzuschätzen vermag, steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt. Denn der will ja meist nur spielen.

Die NVIDIA GeForce RTX 3060 Ti FE basiert auf GA104-200 und ist in vielen Belangen sogar schneller als eine aktuelle GeForce RTX 2080 Super, wird jedoch mit einer UVP von 399 Euro eingepreist. Für die GeForce RTX 3060 Ti hat NVIDIA insgesamt 38 SM-Einheiten aktiviert, was zu insgesamt 4864 CUDA-Kernen führt. Zusätzlich zu den CUDA-Kernen ist NVIDIAs GeForce RTX 3060 Ti auch mit RT-Kernen der nächsten Generation (Ray-Tracing), Tensor-Kernen und den brandneuen SM- oder Streaming-Multiprozessoreinheiten ausgestattet. Was den Speicher betrifft, so verfügt auch die GeForce RTX 3060 Ti über 8 GB GDDR6-Speicher mit einer Geschwindigkeit von 14 Gbps, der am 256 Bit Interface eine kumulative Bandbreite von 448 Gbps besitzt.

Rechnet man nun die 38 SM hoch, ergeben sich die bereits erwähnten 4864 CUDA-Cores. Im Idealfall wohlgemerkt und auch nur, wenn alle Einheiten mit FP32 werkeln dürfen. Die Lücke zur GeForce RTX 3070 ist plausibel, da passt sicher keine Grafikkarte mehr sinnvoll dazwischen. Als Counterpart für eine, zumindest bei der Rasterization stärker einzuschätzenden Radeon RX 6700 XT, wäre so ein noch weiter abgespeckter GA102 sicher eine Option, aber das ist rein spekulativ und könnte später eher zusammen mit mehr Speicher als aufgesuperte RTX 3070 realisiert werden, in welchem Prozess dann auch immer.

Es ist also wirklich spannend zu sehen, was NVIDIA jetzt als Gesamtpaket anbietet, so dass ich heute (und auch bei den Radeon-Launches), nicht nur das Gaming-Umfeld, sondern auch den Produktivbereich mit abklappern und durchleuchten werde. Denn nur dann kann man einem Produkt auch wirklich gerecht werden. Das betrifft auch die elektrische Umsetzung, die Platine, die Leistungsaufnahme und die Kühlung. Für Lesestoff ist somit also schon einmal gesorgt.

Die GeForce RTX 3060 Ti Founders Edition

Jetzt geht es direkt und schnörkellos ans Eingemachte. Das Gehäuse der Karte ist wie immer, analog zur GeForce RTX 3070, ein ziemlich cleverer Mix aus Leichtmetall, Kunststoff und Eisenwaren, der sich toll und wertig anfasst und zudem auch optisch ordentlich was hermacht, trotzdem aber etwas einfacher gehalten wurde als bei den größeren Schwestern. Das Design mit den 3.5 cm Einbautiefe zuzüglich der 4 mm Backplate macht diese Karte zu einem kleinen und knuffigen Dual-Slot-Design mit allen bekannten Vor- und Nachteilen. Es schaut wirklich gut aus, fasst sich wertig an und man kann die optische Umsetzung wirklich mögen.

Mit den 1021 Gramm ist die Karte fast schon ein Leichtgewicht. Die Länge von 24,5 cm ist schön kurz auch die Einbauhöhe ist mit 10,5 cm ab der Oberkante des PCIe-Slots bei eingebauter Karte bis zur Oberseite der Abdeckung recht niedrig. Der lustige 12-Pin Micro-Fit 3.0 an der Oberseite ist diesmal liegend eingebaut und zeigt nach hinten. Hier darf man dann den mitgelieferten 12-Pin Adapter anschließen, an den die zwei herkömmlichen 6+2-Pin Stecker passen, die man ja schon seit Jahren kennt. Ihr werdet auf der nächsten Seite noch die Platine sehen dass man hier fast schon mit Kanonen auf Spatzen schießt. Zum Kühlerdesign gibt es dort dann gleich auch noch weitere Details. Den NVLINK-Anschluss hat Nvidia logischerweise weggelassen. SLI ist eh tot und auch eher nicht erwünscht.

NVIDIA verzichtet wieder auf den USB Type C am Slot-Panel, wohl auch deshalb, weil sich der VR-Hype mittlerweile wieder deutlich abgekühlt hat. Interessanterweise hat AMD dieses Feature bei Big-Navi neu aufgenommen, während man hier damit bereits abgeschlossen zu haben scheint. Der neue HDMI-2.1-Anschluss darf nicht fehlen, die drei aktuellen DisplayPorts natürlich auch nicht. Die sehr großen Kühlöffnungen zeigen, woher der Wind weht und damit wären wir mit den Äußerlichkeiten auch schon wieder komplett fertig.

Die Daten der Founders Edition zeigt uns noch einmal der aktuelle GPU-Z Screenshot, den Rest hatte ich ja schon weiter oben aufgeführt. Die 1410 MHz Basis und die 1665 MHz Boost-Takt sind sind ja bereits genauso bekannt, wie die 1750 MHz Speichertakt und der Speicherausbau mit 8 GB am 256-Bit Interface.

Auch hier habe ich noch einmal eine Tabelle für alle Statistiker unter Euch, bevor es dann ab der nächsten Seite wirklich voll losgeht.

Graphics Card RTX 3090 RTX 3080 RTX 3070 RTX 3060 Ti
Architecture GA102 GA102 GA104-300 GA104-200
Transistors Mrd. 28.3 28.3 17.4 17.4
Die Size mm² 628.4 628.4 392.5 392.5
SMs / CUs 82 68 46 38
GPU Cores 10496 8704 5888 4864
Tensor Cores 328 272 184 152
RT Cores 82 68 46 38
Base Clock MHz 1395 1440 1500 1410
Boost Clock MHz 1695 1710 1725 1665
VRAM Speed Gbps 19.5 19 14 14
VRAM GB 24 10 8 8
VRAM Bus Width 384 320 256 256
ROPs 112 96 96 80
TMUs 328 272 184 152
Bandwidth Gbps 936 760 448 448
TBP Watts 350 320 220 200

 

Testsystem und Auswertungssoftware

Das Benchmarksystem ist neu und steht jetzt nicht mehr im Labor, sondern wieder im Redaktionsraum. Ich setze nunmehr auch auf PCIe 4.0, das passende X570 Motherboard in Form eines MSI MEG X570 Godlike und einen selektierten Ryzen 9 3900XT, der wassergekühlt bis auf 4.5 GHz übertaktet wurde. Dazu kommen der passende DDR4 3600 RAM von G.SKILL in Form des TridentZ Neo, sowie mehrere schnelle NVMe SSDs. Für das direkte Loggen während aller Spiele und Anwendungen nutze ich NVIDIAs PCAD, was den Komfort ungemein erhöht.

Die Messung der Leistungsaufnahme und anderer Dinge erfolgt hier im Speziallabor auf einem redundanten und bis ins Detail identischem Testsystem dann zweigleisig mittels hochauflösender Oszillographen-Technik…

…und dem selbst erschaffenen, MCU-basierten Messaufbau für Motherboards Grafikkarten (Bilder unten), wo am Ende im klimatisierten Raum auch die thermografischen Infrarot-Aufnahmen mit einer hochauflösenden Industrie-Kamera erstellt werden. Die Audio-Messungen erfolgen außerhalb in meiner Chamber.

Die einzelnen Komponenten des Testsystems habe ich auch noch einmal tabellarisch zusammengefasst:

 

Test System and Equipment
Hardware:
AMD Ryzen 9 5950X OC
MSI MEG X570 Godlike
2x 16 GB Corsair DDR4 4000 Vengeance RGB Pro
1x 2 TByte Aorus (NVMe System SSD, PCIe Gen. 4)
1x 2 TB Corsair MP400 (Data)
1x Seagate FastSSD Portable USB-C
Be Quiet! Dark Power Pro 12 1200 Watt
Cooling:
Alphacool Eisblock XPX Pro
Alphacool Eiswolf (modified)
Thermal Grizzly Kryonaut
Case:
Raijintek Paean
Monitor: BenQ PD3220U
Power Consumption:
Oscilloscope-based system:
Non-contact direct current measurement on PCIe slot (riser card)
Non-contact direct current measurement at the external PCIe power supply
Direct voltage measurement at the respective connectors and at the power supply unit
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz multichannel oscilloscope with memory function
4x Rohde & Schwarz HZO50, current clamp adapter (1 mA to 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, probe (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, HiRes digital multimeter with memory function

MCU-based shunt measuring (own build, Powenetics software)
Up to 10 channels (max. 100 values per second)
Special riser card with shunts for the PCIe x16 Slot (PEG)

NVIDIA PCAT and FrameView 1.1

Thermal Imager:
1x Optris PI640 + 2x Xi400 Thermal Imagers
Pix Connect Software
Type K Class 1 thermal sensors (up to 4 channels)
Acoustics:
NTI Audio M2211 (with calibration file)
Steinberg UR12 (with phantom power for the microphones)
Creative X7, Smaart v.7
Own anechoic chamber, 3.5 x 1.8 x 2.2 m (LxTxH)
Axial measurements, perpendicular to the centre of the sound source(s), measuring distance 50 cm
Noise emission in dBA (slow) as RTA measurement
Frequency spectrum as graphic
OS: Windows 10 Pro (all updates, current certified or press drivers)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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