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Mehr geht (fast nicht): Zu Besuch bei René Meyer samt der größten privaten Konsolen- und Spielesammlung der Welt

Kleine, alte Spielekonsolen – die wunderbaren Taschenschätze der Vergangenheit! Diese kompakten Wunderwerke der Technik waren viel mehr als nur Spielgeräte; sie waren treue Begleiter auf langen Autofahrten, heimliche Spielgefährten unter der Schulbank und unersetzliche Freunde auf Familienfeiern. Stellt Euch einfach vor vor, Ihr haltet eine dieser Mini-Konsolen in Euren Händen. Deren robustes, manchmal fast klobiges Design ist ein nostalgischer Kontrast zu den schlanken, modernen Geräten von heute. Die Tasten knarzen und klicken unter Ihren Fingern, eine haptische Freude, die heutige Touchscreens einfach nicht bieten können.

Das kleine, oft monochrome Display bringt pixelige Helden zum Leben – von springenden Figuren bis hin zu rätselhaften Labyrinthen. Jedes Spiel war eine Einladung in eine andere Welt, komprimiert auf ein paar Quadratzentimeter.

Diese Konsolen waren wahre Überlebenskünstler. Sie überstanden Stürze, Kratzer und sogar den einen oder anderen verschütteten Saft. Ihre Batterien hielten gefühlt ewig, und wenn sie doch einmal zur Neige gingen, war der Wechsel so einfach, dass man es sogar im Dunkeln schaffen konnte. Diese Beständigkeit machte sie zum perfekten Reisebegleiter, egal ob auf langen Zugfahrten oder verregneten Campingausflügen.

Aber es war nicht nur die Haltbarkeit, die diese kleinen Konsolen so besonders machte. Es war die Freude, die sie brachten. In einer Zeit, in der Online-Multiplayer und High-End-Grafiken noch Science-Fiction waren, boten diese Taschenkonsolen eine unkomplizierte, sofortige Unterhaltung. Sie waren die Helden jeder Pyjamaparty, die Retter jeder langweiligen Autofahrt und die heimlichen Stars jeder Schulpause.

Das Tamagotchi, dieser kleine elektronische Schlüsselanhänger, war das ultimative Haustier für die ungeduldige Generation der 90er. Warum sich mit echten Tieren abgeben, die Futter, Auslauf und Aufmerksamkeit benötigen, wenn man stattdessen ein pixeliges Wesen in einem Plastikei pflegen konnte, das nichts weiter verlangt als gelegentliches Drücken von drei winzigen Knöpfen? Diese revolutionäre Erfindung bot die Illusion der Verantwortung und Pflege, ohne all die Unannehmlichkeiten eines lebenden Haustieres. Wer braucht schon die Wärme und Zuneigung eines flauschigen Kätzchens, wenn man stattdessen stundenlang auf einen kleinen Bildschirm starren kann, um sicherzustellen, dass die eigene digitale Kreatur nicht verhungert oder in ihrem eigenen virtuellen Dreck versinkt?

Und was für eine Vielfalt an Aktivitäten bot das Tamagotchi! Füttern, Spielen, Reinigen – ein endloser Zyklus von Aufgaben, die den Alltag bereicherten und einen Hauch von Existenzkrisen mit sich brachten, wenn man es wagte, das Gerät länger als fünf Minuten zu ignorieren. Es war ein ständiger Kampf gegen die unausweichliche Realität, dass das virtuelle Haustier, unabhängig von den Bemühungen, irgendwann das Zeitliche segnen würde. Das Tamagotchi war auch ein wunderbares soziales Experiment. Es zeigte nämlich, wie viele Menschen bereit waren, sich emotional an ein kleines Stück Plastik zu binden, das weniger Persönlichkeit hatte als der durchschnittliche Kieselstein. Es war ein Test der Fürsorge und Geduld, ein ständiges Summen in der Tasche, das daran erinnerte, dass man niemals wirklich allein war – solange die Batterie hielt. Und damit war es qusi die perfekte Vorbereitung auf das Erwachsenenleben: eine ständige Quelle von Stress, Verantwortung und der unaufhörlichen Angst, etwas Wichtiges zu vergessen. Ein echtes Haustier? Viel zu kompliziert! Ich sehe es heute eher als anspruchsvolle Zimmerpflanze aus Kunststoff, die ständig nervig piepst.

Die kleinen, alten Spielekonsolen waren mehr als nur Technik; sie waren ein Stück Kindheit, eingefangen in Plastik und Silizium. In einer Welt, die immer schneller und vernetzter wurde, boten sie eine Oase der Einfachheit und des Spaßes. Heute, in einer Zeit, in der man ganze Spielbibliotheken in der Tasche trägt, erinnern sie uns daran, dass manchmal weniger mehr ist und dass die größten Abenteuer oft in den kleinsten Paketen stecken.

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eastcoast_pete

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1,706 Kommentare 1,043 Likes

Wow! Die Bilder muß ich mir erstmal richtig reinziehen, schon eine einmalige Sammlung. Und ich hoffe, der Besuch bei René hat Dir (@Igor Wallossek ) auch soviel Spaß gemacht wie ich mir das vorstelle!

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Pascal TM-Custom

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1,122 Kommentare 1,361 Likes

Da bekomme ich fast Tränen in denn Augen. Ich hab so viele Games und Konsolen gesehen die ich selber bespielt habe. Da wird einem wieder mal bewusst wie schnell die Zeit vergeht und man wünscht sich einfach nochmal ein Kind zu sein ohne diese Social Welt ohne Hektik ohne Sorgen.

Es wird einem mal wieder bewusst man sollte die Zeit die man hat Genießen und manchmal drüber nachdenken ob es sich lohnt Zeit und Wut in etwas zu stecken die sich garnicht rentiert. Die Zeit geht viel zu schnell vorbei und die sollte man besser nutzen.

Schöner (Emotionaler für mich) Bericht am Morgen.

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echolot

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1,120 Kommentare 879 Likes

Hammer "Nerd"! Die Sammlung ist bemerkenswert und ich hoffe, daß der Gute irgendwo alles ktalogisiert hat.
Hatte auch so einen im Bekanntenkreis. Sammelte seltene Bücher. Die Wohnung war "voll" und zwar so voll, daß ich mir Gedanken über die Tragfähigkeit der Decke Gedanken machte. Für viele meiner Generation war der C64 der Einstieg in die Computerwelt obwohl bei mir alles mit einem Apple II+ begann.
Danke für diesen Einblick!

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RaptorTP

Veteran

327 Kommentare 158 Likes

Wahnsinn !
Aber auch etwas verrückt. Mein Neid sei dir gewiss ! xD

Bisher zwar noch nicht "besorgt" aber die Zeitschriften geben dem Ganzen nochmal einen Kick, oder ?
Möchte im Keller eine gaaanz kleine PC Ecke machen. Die nach "Zeitreise" schreit :)

Dazu brauch es auf jeden Fall auch ein paar Zeitschriften.

Also das ist schon ein schönes Hobby, aber in diesem Maße wohl auch sehr opfernd. :/

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Igor Wallossek

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10,510 Kommentare 19,700 Likes

Ich schrieb ja: besessen :D

Aber wenn man sich dem Ganzen so tief verschreibt, muss man es auch professionell machen. Ganz so "nebenbei" geht das in so einem Umfang einfach nicht. Im Übrigen war es auch Renés Forum bei Mogelpower, wo ich mal eine Weile lang die Cheats gepflegt habe. Auch wenn mich am Ende Tom's Hardware zum Journalismus geführt hat, war es doch die Zeit bei und mit Mogelpower, in der ich etwas Blut am Schreiben geleckt habe. Es ist wie immer ein langer Weg bis zur Selbstfindung :)

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FritzHunter01

Moderator

1,216 Kommentare 1,651 Likes

Oh my fucking god... Wie geil is das denn bitte?? Da werde ich doch noch sentimental auf meine "alten" Tage. Junge, da sind die Highlights aus meiner Kinderheit.

Die ganzen jungen Spritzer haben ja keine Ahnung - wie es damals war: ohne Handy, Data-Setten, usw... Allein der Anblick des Röhrenfernsehers, wenn man diesen auf einem OLED Monitor sieht, lässt einem wirklich bewusst werden: Dass ich aus einer Zeit stamme, als die Gummistiefel noch aus Holz waren.

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ianann

Veteran

338 Kommentare 235 Likes

Hits me right here in my meow meow. <3

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B
Blindseeker

Neuling

1 Kommentare 5 Likes

Mega cool! René, falls Du mitliest: Ich durfte vor Urzeiten mal Dein Reich bewundern (ich meine 2006) und sogar bei Euch übernachten. Richtig beeindruckend fand ich damals schon Dein Community-Building, ich meine bei einem lokalen "Blitz-Basic"-Stammtisch dabei gewesen zu sein (heute würde man Meetup sagen). Auch wie Du Deine Kids an die Technik herangeführt hast, hat mich nachhaltig beeinflusst, bei meinen Kindern halte ich es heute auch so. Wir haben den Kontakt verloren, aber ich freue mich immer wieder wenn ich einen Artikel von Dir in einer der genannten Publikationen lese.

Und Igor, dieser Artikel ist fast schon so etwas wie ein historisches Zeugnis einer Lebensleistung, die - und das ist das Verrückte - lange noch nicht abgeschlossen ist. Wow!

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Ghoster52

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1,462 Kommentare 1,125 Likes

Vielen Dank für den Einblick!

-Das DDR TV-Spiel kenne ich noch sehr gut, schade das ich es mal weg gegeben habe.
-Oh man da werden einige Erinnerungen wach, x Seiten abtippen (Funkamateur) für den KC85... :ROFLMAO:
-C64 (nach der Wende), das Teil lief bis zum umfallen

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FfFCMAD

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689 Kommentare 187 Likes

Der C64 hat meine fruehe Jugend gepraegt. Und zwar massiv. Ich bin in Zwischen wieder stolzer Besitzer eines C64C, jedoch mit einer nagelneuen Ersatzplatine (MK 2 Reloaded) und einem neuen Gehäuse, wo die originalen Komopnenten Platz finden, aber noch zusaetzlich ein weiterer SID. Letzteres verschafft auch wenn beide SIDs gleich angesteuert werden, eine geniale Soundkullisse. (Mein 5.1 Surround knallt damit richtig schoen)

Mir fehlt eigentlich nur noch ein funktionierendes Diskettenlaufwerk und natuerlich entsprechende Original-Disketten. Aber das ist schwer ran zu bekommen, ohne ins Klo zu greifen.

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FfFCMAD

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689 Kommentare 187 Likes

Jetzt hat mich der Artikel verleitet, mir ne Floppy zu holen. Die sieht zumindest gut aus. Drueckt mir die Daumen

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Nagah

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115 Kommentare 94 Likes

Danke, jetzt habe ich direkt wieder den Geruch eines frisch knackenden Röhrenfernsehers in der Nase.
Dieses britzeln in den Fingerspitzen, wenn man ganz nah ran geht...ihn aber natürlich nicht berührt. Man will ja keine Fettflecken. Hach, schön.

Danke, Igor!

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Igor Wallossek

1

10,510 Kommentare 19,700 Likes

Vor allem das Einschalten und das Bumm-Geräusch von der Entmagnetisierung...

Ich hatte so einen riesigen 32" Philips-CRT (Black Line) mit eingebautem Subwoofer. Platz war ja genügend vorhanden. :D

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big-maec

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917 Kommentare 542 Likes

Das willst du dir wirklich noch antun, obwohl dein Board USB hat.

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Annatasta(tur)

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375 Kommentare 133 Likes

Super Artikel! Ich überlege jetzt ernsthaft, den originalen C64 wieder mal wieder an den TV zu hängen. Wenn ich nur wüsste, wo die Datasette sich versteckt hat. Wir haben damals viele Nächte "Eagle Empire" durchgespielt und so einige Joysticks dabei "verbraucht".

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FfFCMAD

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689 Kommentare 187 Likes

Das Board hat USB, aber nur fuer die Konfiguration des Mainboard.

Ich habe einen Pi1541 und auch ein Chameleon II, aber das ist halt nicht das gleiche. Zudem sind Original-Disketten meist ein besseres Spielerlebnis. Man hat kein Cracktro und es fehlt auch gerne mal die Haelfte des Spiels, weil beim Crack weggelassen. Speziell Spiele von Rainbow-Arts sind meist hart kaputt gecrackt. Da fehlen teilweise Gegner im Spiel (Turrican 2) usw. Rainbow Arts ... Die hatten so den miesesten bösartigsten Kopierschutz überhaupt. Bis heute nicht umgehbar im Sinne von: Diskette kopieren ohne Modifikation des Programmes selbst.

Und Chameleon II und Pi1541 sind umständlicher zu bedienen. Eine Diskette zu nehmen und in den Schlitz zu werfen ist aus meiner Sicht ergonomischer/ schneller und macht glücklicher.
Auch kann man anhand der Geräusche auch hören, was passiert.

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echolot

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1,120 Kommentare 879 Likes

Das lief anfangs noch auf Kassettenspielern. Hieß Datasette. Hört sich so ähnlich an wie bei Modems 56k. Die Joysticks von der Atarikonsole sind voll kompatibel zu C20/64. Eigentlich unzerstörbar.

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echolot

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1,120 Kommentare 879 Likes

Hab sogar noch Unterlagen aus der Studienzeit darauf gespeichert. Es gabe ja seinerzeit auch "Klone" vom CCC. Da musste man teilweise 80+ Floppys rein- und rausschieben. Das war ein Spaß.

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FfFCMAD

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689 Kommentare 187 Likes

Als Joystick kann ich den Quickjoy Superstar SV-131 sehr empfehlen. Ist der beste Joystick, den ich fuer den C64 jemals hatte.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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