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Die besten Workstation- und Creation-Grafikkarten 2020 (Juni-Update)

Video Encoding

Als abschließenden Benchmark werde ich Adobe Premiere Pro 2020 (v. 14) nutzen. Dazu habe ich eines meiner YouTube-Videos als Vorlage für den HEVC-Codec genutzt und lasse die Encodierung über das Plugin Voukoder R2, je nach Grafikkarte, über NvEnc oder AMF mit der höchsten Qualitätseinstellung laufen. Das hier hochgeladene Video wurde z.B. mit NvEnc auf einer RTX Titan gerendert.

Die Zeit lässt sich in Zahlen vergleichen, die Ausgabequalität leider nicht. Die längere Renderzeit der Quadro RTX 4000 täuscht z.B. darüber hinweg, dass hier eine deutlich höhere Bildqualität erreicht wird, die der der CPU in (fast) nichts mehr nachsteht. Die mit AMF encodierten Clips sind selbst auf höchsten Settings deutlich bis extrem viel schlechter und sie strotzen vor Artefakten und Bildfehlern. Trotzdem lohnt ein Vergleich der jeweilen Hersteller untereinander. Der Encoder der RTX Karten agiert einen Tick langsamer als noch bei Pascal, bietet aber auch hier die besseren Ergebnisse bei der Bildqualität. Natürlich ließe sich die Qualität drastisch reduzieren, womit die RTX-Karten bei identischer (schelchter) Qualität wieder signifikant schneller wären.

Die GPU-Beschleunigung in Premiere Pro CC 2020 ermöglicht es Content-Erstellern die Videoschnitt-Workflows zu beschleunigen, so dass man selbst erweiterte Multilayer-Timelines mit anspruchsvollen Effekten (wie z. B. Lumetri-Farbeffekten) in Echtzeit wiedergeben, scrubben und bearbeiten kann, ohne dass Frames verloren gehen. Das zumindest wäre der Idealfall. Die Mercury Playback Engine unterstützt CUDA und OpenCL als zwei Methoden der Hardwarebeschleunigung, wobei einige OpenCL-Implementierungen durchaus auch mal Probleme bereiten können. Es funktionieren allerdings beide, auch wenn sich die Anzahl unterstützter Filter nicht ganz deckt.

Der heutige Benchmark setzt auf mehrere Sequenzen, wie z.B. eine 4K-Intro mit diversen Effekten und Sounds auf zwei Videoebenen und einer Ebene mit Titelgrafiken. Zu den angewandten Effekten gehören: Linsenverzerrung, Gaußsche Unschärfe, Mosaik, Suchränder, zusammen mit Videotransformationen (Rotation). Eine weitere Sequenz stellt ein komplett bearbeitetes Musikvideo samt 4K-Upscaling dar, einschließlich Lumakurvenanpassung, schneller Unschärfe, Rauschen, Farbton-Änderungen, RGB-Kurven, Schwarz-Weiß-Effekte, Bildmischung und Videoüberlagerung.

Abschließend zeigt die dritte Sequenz die gleichzeitige Verarbeitung von insgesamt drei Full-HD-Teilsequenzen innerhalb einer einzigen 4K-Zeitleiste. Es werden drei separate Untersequenzen gezeigt, wobei eine Sequenz zusätzlich noch dupliziert wird. Alle Effekte für die Untersequenzen werden innerhalb der Master-Zeitleiste verarbeitet. In den Benchmarks vergleiche ich zunächst die Performance der Hardware-basierten Echtzeitwiedergabe für die ersten beiden Sequenzen. Die Echtzeit-Vorschau der Timelines läuft idealerweise mit rund 24 FPS ab, alles was deutlich darunter liegt, ruckelt und stört beim Arbeiten. Die dritte läuft auf allen Karten mit über 23 FPS und damit akzeptabel schnell:

 

Testen wir nun das Pre-Rendering für die Sequenzen Eins und Drei. Das Vorabrendern vermeidet alle obigen Stockungen natürlich, kostet aber eben auch erst einmal ordentlich Zeit. Auch hier ist die Szene Drei am ausgeglichensten, so dass ich sie als Kontrast zur Szene Eins gewählt habe.

 

 

DaVinci Resolve 16 ist die neueste Version der Videobearbeitungs-Software von Black Magic Design, die professionellen Schnitt, Farbkorrektur, visuelle Effekte und Audio-Postproduktion kombiniert. Man kann in Echtzeit zwischen Bearbeitung, Farbe, Effekten und Audio wechseln, während  man Videomaterial mit bis zu 8K Auflösung bearbeitet. Die Kernfunktionen in Resolve werden sowohl von CUDA als auch OpenCL beschleunigt, darunter die Verarbeitung von RAW-Dateien, die Farbkorrektur, erweiterte Videofilter und das Compositing.

Die aktuelle Version 16 führt zudem noch weitere, neue GPU-beschleunigte Funktionen ein, darunter Scopes und Funktionen, welche die neue DaVinci Neural Engine verwenden, welche auf maschinelles Lernen setzt, um leistungsstarke neue Funktionen wie Gesichtserkennung, Schätzung der Geschwindigkeit der Verformungsbewegung (Speed Warp Motion), automatische Gesichtsverfolgung und -verbesserung, Super-Skalierung, automatische Farb- und eine smarte Farbanpassung zu ermöglichen.

Das Beispielprojekt für den ersten Benchmark verwendet dieses Filmmaterial in voller 4K-Auflösung ohne Down-Sampling oder Verwendung von irgendwelchen Proxies. Zusätzlich verwendet das SuperScale-Upsampling-Beispiel eine 4K-ProRES- und eine HD-H.264-Videodatei.

Das Speed-Warp-Motion-Projekt nutzt eine HD MPEG-4-Datei und Upscaling auf Ultra-HD.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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