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Schneller als Licht? Beim RAM leider nicht – Gigabyte Z590 Aorus Tachyon Test mit Teardown und Overclocking

Im BIOS ist das Layout im typischen Gigabyte Stil aufgeräumt und sinnvoll untergliedert. Rechts findet sich eine kleine Monitoring Sektion mit aktuell anliegenden Taktraten und Spannungen. Dies ist besonders nützlich wenn eine vorherige Einstellung nicht funktioniert oder das automatische Dual-BIOS getriggert hat.

Im Tweaker Tab sind alle Taktraten, Spannungen und zugehörigen Untermenüs für das Overclocking einsortiert. Dass sich die RAM-Taktrate einfach eintippen lässt und man nicht gezwungenermaßen das Dropdown benutzen muss, ist ein angenehmes Feature. In den „Advanced CPU Settings“ lassen sich auch gleich die notwendigen Zusatzeinstellungen wie Leistungs- und Temperatur-Limits einstellen und das für Rocket Lake wichtige TVB (Thermal Velocity Boost) Clipping deaktivieren.

Unter „Advanced Memory Settings“ finden sich diverse Memory Training Optionen und darunter wiederum in „Memory Channels Timing“ die diversen Timings. Hier finden sich wirklich alle erdenklichen Settings und diverse Timings, die auf anderen Boards oft gar nicht für den Benutzer zugänglich sind, wie z.B. tCCD. Weiter unten finden sich hier auch die Termination und RTL Einstellungen, sodass wirklich alles in einem Menu ist – praktisch.

Leider ist das auto RTL-Training relativ unzuverlässig und wechselt von Boot zu Boot gerne zwischen standard und optimierten Werten, was einen merklichen Latenzunterschied mit sich bringen kann. Das manuelle Setzen der RTLs ist zwar möglich, führt aber meist nur zu einem fehlschlagenden Boot, auch wenn die selben optimierten Werte eingetragen werden, die zuvor mit Auto trainiert wurden. Hier verhält sich das Board also schon etwas eigenartig, aber dazu später mehr.

Ganz unten im “Tweaker” Tab finden sich dann auch noch die Einstellungen für die Spannungsversorgung wie Load Line Calibration und Schutzfunktionen. Auch die für das RAM OC wichtige VTT DDR bzw. „DRAM Termination“ Spannung ist hier untergebracht und vorbildlich sogar als absoluter Wert einstellbar. Bei den LLC Settings hat man Gigabyte-typisch eine relativ feine Abstufung mit den diversen Levels von „Low“ bis „Extreme“, wobei Auto bzw. „High“ bereits einen guten Kompromiss zwischen Droop und Transient Response bietet.

Im „Settings“ Tab lassen sich die üblichen zusätzlichen Schnittstellen auf dem Mainboard konfigurieren und auch die Funktion der Plus- und Minus-Knöpfe zwischen CPU Multiplikator und BCLK umschalten. Eine Monitoring Sektion für die wichtigsten Spannungen mit ihren aktuellen Messwerten ist hier ebenfalls zu finden.

Auch in den restlichen Tabs sind die Funktionen übersichtlich und intuitiv untergebracht. Nützlich ist hier im „Boot“ Tab besonders die Standard-Auswahl des „Advanced“  Modus für die BIOS-Navigation. Auch BIOS Profile lassen sich hier wie gewohnt speichern und laden.

Abschließend möchte ich noch positiv die Favoriten Funktion hervorheben, mit der sich jede Einstellung durch einfaches Drücken der Insert Taste als Favorit markieren lässt, erkennbar am orangenen Stern. Alle so markierten Settings werden dann im ersten Tab „Favorites“ zusammen angezeigt, sodass man schnell und unkompliziert auf die wesentlichen Einstellungen zugreifen kann, ohne sich jedes Mal aufs Neue durch die Sub-Menüs hangeln zu müssen.

Auch die Gigabyte Tweak Launcher Software, oder kurz GTL, will ich noch lobend erwähnen. Zwar ist die GUI nicht schick und wirkt etwas altbacken, dafür ist sie aber zweckmäßig und zuverlässig. CPU, Cache und BCLK Taktrate sowie alle für das OC wichtigen Spannungen lassen sich von hier auslesen, setzen und sogar auf Hotkeys legen. Besonders praktisch ist auch der direkte Zugriff auf die Vcore LLC aus dem OS heraus, was ich so bisher bei keinem anderen Board gesehen habe. Zudem erfordert GTL keine Installation und ist somit besonders einfach zu benutzen.

 

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halfevil333

Veteran

191 Kommentare 86 Likes

Habe den Artikel heute morgen schon gelesen und wundere mich gerade, das es dazu keine Meinung zu geben scheint.
Auf alle Fälle ein (wieder) interessanter Test eines OC-Boards @skullbringer. Auch wenn ich da kein Interesse daran habe, bin ich immer wieder erstaunt, was man alles tut für solche Benchmarks.
Aber da muss ich nochmals einhaken, da ich gerade versucht habe, Win7 auf ein aktuelleres Board mit einem Ryzen zu bekommen. Hat zwar geklappt, aber ich bin schon angefressen, nach wie vor, was diesem Software-Riesen aus Redmont alles Dummes einfällt, um seinen Schrott (Windows) verkauft zu bekommen.
Und dann lese ich, dass Overclocker problemlos sogar Win XP auf die aktuelle Platte bekommen (dürfen).

Ist echt eine seltsame Welt.

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quantaro

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96 Kommentare 52 Likes

OC ist out, bei CPUs die schon Stock bis 250W verpulvern.

Das Board an sich zeigt schon wofür es gedacht ist, kaum alltagstauglich. Und wieder nur 2 RAM Slots. Das Design der Heatsinks wirkt mehr als verwirrend und aus dem Vollem gefräßt bedeutet nicht, gleich gute Kühlleistung. Das Layout der PCIe Steckplätze ist genauso fragwürdig. Wirkt wie hingeklascht mit vielen Nachteilen bei Vollbestückung, weil einem der Platz ausgeht.

Keine Ahnung wer sowas außer "Extrem OC Loop'er" braucht, kein Mensch. Daher interessierst sich dafür auch kaum noch jemand. Die Hardware pfeift doch auch ohne OC aus dem letztes Loch, bzw. wird fast zu und bis ans machbare Limit im Werkstrimm schon ausgelastet. Mit noch mehr Spannung darauf einzuprügeln ist sinnlos und bringt kaum was, wobei es die Haltbarkeit der Hardware und damit die Lebensdauer stark beeinflusst. Auch "kühler" hilft da nicht, wenn Elektromigration im Spiel ist (die feineren Prozesse sind dafür sehr anfällig), eher ist kühler nicht cool, sondern der Sargnagel und kaschiert das Problem eigentlich nur.

Die Zeiten des Extrem OC und wo man alltaugliche Leistung perse' umsonst dazu bekam, sind vorbei. Ressourcenverschwendung vom Feinstem.

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Deridex

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1,684 Kommentare 524 Likes

Ich frage mich noch immer, was es mit den ganzen Abdeckunhen und Verkleidungen auf sich hat. Ich persönlich fände Mainboards die sich auf den funktionellen Teil konzentrieren und den optischen "Blingbling" weg lassen toll.

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Igor Wallossek

Format©

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Mit irgendwas muss man doch den Preis rechtfertigen, auch wenn es Grütze ist :D

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MoGas

Mitglied

17 Kommentare 12 Likes

Ich finde es ok bei solchen Tests auch das bessere, aber nur angedeutete Konkurrenzprodukt beim Namen zu nennen.
Ich mach das dann mal: Z590 Dark, Test vom 14. September 2021 05:30 :)

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quantaro

Mitglied

96 Kommentare 52 Likes

Die Anordnung des 20PIN im Layout finde ich ansprechend, zumal das bei unter dem Mainboard befindlichen Netzteile, bei Gehäusen im neuerem Airflowdesign und deren Leitungslängen im Kabelmanagement den Luftstrom unterstützt, aber auch Widerstände minimiert und Material spart. Inwieweit es Inferenzen bei hoher Leistungsaufnahme im Bereich der SATA Ports gibt oder man die VRM komplett über die 2x8PIN versorgt, müsste man mal testen. Das würde zumindest die höher belasteten 12V Regelkreise/Rails voneinander trennen. Die Energie bündelt sich weniger.

Das erlaubt eben auch die Verteilung der Heatsinks übers gesamte Layout. Alles ist nicht unlogisch sieht aber wirr aus. Optik und Haptik sind ja zuletzt ein Großteil der beim Kauf animiert. So ist es heute nun mal, leider.;)

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skullbringer

Veteran

187 Kommentare 173 Likes

Problemlos ist das mit älteren Betriebssystemen keineswegs, aber eben wenigstens machbar. Musste auch ewig rumtun, um Windows 7 mit Rocket Lake ans Laufen zu kriegen. Dieses "gewusst wie" gehört auch zum Repertoire von Competetive Overclockern, vor allem wenn man auf Windows XP eben mal einige Prozent Mehrleistung z.B. in SuperPI 32M rausbekommt.

Jedes von uns getestete Z590 2-DIMM Board war bisher besser als das Tachyon, also muss ich keines explizit nennen. :P

Trotzdem mal fürs Protokoll:
1. ASRock Z590 OC Formula für reine Performance
2. Asus Maximus XIII Apex für Kompatibilität
3. EVGA Z590 Dark für das Premium-Gesamtpaket

Das MSI Z590 Unify-X ist auch noch auf der ToDo Liste, mal gucken ob das vor Alder Lake noch was wird...

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Alkbert

Urgestein

540 Kommentare 275 Likes

Für was mein Hirn zu klein zu sein scheint ist eine schlüssige Beantwortung des Umstandes, dass im Jahr 2021 immer noch PS2 Anschlüsse für Maus und Tastatur vorhanden sein müssen - und das wohlgemerkt an einem Gaming Board. Da war wohl zu viel "Platz" übrig. Davon abgesehen würde ich mir auch keinen "Space-Holder" für 550 Euro zulegen, wenn ein Windows 11 an der Tür klopft, bei dem Intel und Microsoft wohl ausgiebig an einer sinnvollen Implementierung des Big-Little Prinzips gefeilt haben - sehr zum Leidwesen von AMD übrigens, die wohl aktuell mit bis zu 15 % Leistungsverlust im Vgl. zu Windows 10 bei Spielen und gängigen Applikationen bis zum avisierten Patch gegen Ende des Monats leben müssen (insb. bei CPU´s mit mehr als einem Chiplet).

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LEIV

Veteran

368 Kommentare 94 Likes

wegen overclockern, die mit win xp arbeiten, da werden die Anschlüsse noch gebraucht
ausserdem sieht es bei nem teuren Board auch immer besser aus, wenn man mehr hinschreiben kann als bei den günstigen

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Chismon

Mitglied

31 Kommentare 16 Likes

Ein Bisschen spät ist es eigentlich schon für Z590 Motherboards, aber gut, es geht hier ja um die Overclocker-Nische, vermutlich dauert die Entwicklung für diese Zielgruppe i.d.R. auch etwas länger, so dass nicht gleich zum Marktstart einer neuen Prozessorgeneration passende XOC-Mainboards sofort zu haben sind.

Ein wenig enttäuschend finde ich das Z590 Tachyon Board von Gigabyte/Aorus schon, mit Ruhm hat man sich bei dem angesetzten Preis und den limitierten RAM-OC Optionen mit Sicherheit nicht bekleckert, auch wenn der Rest durchaus gelungen scheint ... da ist man ja eigentlich von Gigabyte, insbesondere bei den Topmodellen, besseres gewohnt und nicht solche Schnitzer.

Ich bin jedenfalls schon mächtig gespannt auf kommende Z690 Alder Lake Boards, wie bspw. dieses hier ;) @Igor Wallossek :

View image at the forums

sowie dann vermutlich etwas später erscheinende, günstigere Boards mit H670er Chipsatz (mit mehr Abstrichen in der Ausstattung).

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Xaver Amberger (skullbringer)

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