Prozessor Testberichte Workstation

Matisse Refresh – Licht und Schatten, Sidegrade oder echter Zugewinn? Vielseitigkeitstest von Alt gegen Neu und alle gegen Intel

Die Leistungsaufnahmewerte beziehen sich in diesem Fall der Einfachheit halber auf die zur Verfügung gestellte Leistung als Produkt der Summe aller an den Drains der  Power Stages gemessenen Ströme und der abgegebenen Spannung, repräsentiert also am ehesten die sogenannte Package Power aus CPU-Kernen, den SoC-Werten und diversen Verlusten. Sie liegt aber unter den an den EPS-Zuführungen gemessenen Werten.

Skalierung über alle Kerne mit verschiedenen Lasten

Kommen wir, trotz der Ausrichtung auf den Produktivbereich, noch einmal zum Gaming zurück. Bringt man die Durchschnittswerte der Leistungsaufnahme mal auf einen Balken, dann sieht man, dass die Leistungsaufnahme mit der Verschiebung der Auslastung hin zur GPU absinkt. Nur sinken ja auch die Leistungsaufnahme und die erreichten FPS. Bringt man das jetzt einmal zusammen und…

 

…wenn man das mal in FPS pro Watt umrechnet, dann ist die 720p-Variante mehr als dreimal so effizient! Mit steigender GPU-Last sinkt zwar die Leistungsaufnahme signifikant, aber der “Wirkungsgrad” gleich mit.  Dieser Effekt trifft aber eigentlich alle CPUs – mehr oder weniger und er belegt auch das “Grundrauschen”, das so eine CPU immer an der Spannungsversorgung erzeugt.

Leistungsaufnahme von Leerlauf bis Volllast

Im Idle ist mir ein gewisses Paradox aufgefallen, denn die CPU taktet nicht wie üblich bis auf 2.1 GHz herunter, sondern nur bis 2.2 GHz. Also hatte ich auch im Idle die ausgelobten 100 MHz mehr, warum auch immer. Inwieweit das AGESA schuld ist, ließ sich in der Kürze der Zeit nicht genau herausfinden, nur hat es eh keinen Einfluss auf die Leistungsaufnahme. Das Paradox steckt woanders. Mit einem Gigabyte B550 Aorus Master lag der gemessene Wert für die CPU stellenweise unter 10 Watt und sprang nur bei Windows-Hustern auf ca. 20 Watt. Auf dem MSI MEG X570 Godlike hingegen, waren diese Sprünge nicht so stark vorhanden, aber die Leistungsaufnahme der CPU sank nie unter 17 Watt.

Die jetzt folgende Grafik zeigt sehr deutlich, warum ich so viel Zeit in die ganzen Real-World-Applikationen investiert habe. Die ersten Einträge bis einschließlich Solidworks 2019 3D belasten nur 4 Kerne oder weniger. Da sind die generierten bis zu 53 Watt ein gutes Indiz, dass man auch sparsam unterwegs sein kann. Allerdings merkt man bereits hier, dass auch der Ryzen 9 3900XT die Physik nicht neu erfunden hat. Steigt die Performance in Applikationen durch einen höheren Takt im Teillastbereich, dann steigt auch die Leistungsaufnahme in einem fast gleichen Verhältnis.

Interessanterweise ist dann der Ryzen 9 3900XT bei maximaler Last auf allen Kernen 1-2 Watt sparsamer als der Ryzen 9 3900X, dafür aber einen  winzigenTick schneller. Das bewegt sich zwar alles noch im niedrigen, einstelligen Prozentbereich, aber man kann es messen. Die Effizienz bei voller Auslastung ist somit einen Tick besser. Das jetzt allein nur an der Spannung festzumachen, ist sicher auch falsch, wie ja mein Experiment mit dem Ryzen 9 3950X und dem XT-Mod bewiesen hatte.

Es ist auch hier schade, dass ich die verschiedenen XT-Varianten nicht gegenüberstellen konnte, aber ohne passende CPU geht das nun mal nicht.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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