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Mythos Gaming-Headset: Reines Marketing-Blabla oder echter Vorteil beim Spielen? | Retro

Ist das wirklich schon fast 5 Jahre her? Man staunt wirklich immer wieder, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und hat sich mittlerweile an der Qualität etwas geändert? Die Teilnehmer der damaligen Trötenwanderung, bei der die meisten Headsets akustisch unter die Räder gekommen sind, wurden längst entsorgt und von den Kunden defekt verschrottet und es folgten neue Generationen mit immer neuen Features. Doch auch heute noch zählt die Beleuchtung oft genug mehr als der Klang. Grund genug, diesen Klassiker noch einmal vorzukramen, denn in weiten Teilen gilt das damals Geschriebene auch noch heute. Leider.

Laufen auf Kies im Freien

Dinge wie Kies bieten ein sehr interessantes und vor allem breit gefächertes Spektrum. Durch das Rollen, Drücken und Verspringen der scharfkantigen, kleinen Steine entsteht neben dem dominanten Grundton bis etwa 150 Hz ein sehr filigraner Klangteppich, der bis 20 kHz (und höher) reicht und der für eine naturgetreue Wiedergabe eine möglichst lineare Kurve benötigt. Jede Über- oder Unterbetonung wird den Klangcharakter stark beeinflussen, so dass Rollsplitt schnell mal zu grobem Schotter verkommen kann, wenn man es beim Sounding übertreibt.

Ich habe ausnahmesweise auch mal beide Kanäle aufgeführt, damit man die Laufzeitunterschiede und Pegel besser sehen kann, die einen gut hörbaren räumlichen Eindruck hinterlassen, weil sich Steine ja nicht gleichmäßig verhalten.

Laufen auf festem Untergrund in Räumen

Man erhält nun ein völlig anderes Bild! Das Frequenzband des eigentlichen Schrittes reicht ziemlich ausgewogen von etwa 180 Hz bis sechs kHz und endet erst bei rund 16 kHz. Jeder Raum verusacht aber auch noch mehr oder weniger diffuse Reflektionen, die wir im abgebildeten Spektrum sehr schön zwischen den Schritten erkennen können. Unser Beispiel zeigt eine Fahrzeughalle mit Betonboden.

So hallt der Grundton des Auftretens bei etwa 250 Hz, während sich der typische “Raumklang” dieser ganz speziellen Räumlichkeit von circa 500 Hz bis rund fünf kHz erstreckt. Kommt hier starkes Sounding zur Geltung, klingen eigentlich dumpfe Kelleräume schnell mal viel zu spitz oder im ungekehrten Falle ein großer Hangar wie ein dunkles Gully-Loch.

 

Laufen im Schnee

Wir finden hier ein sehr breitbandiges Geräusch vor, das einen linearen Verlauf über den gesamte Frequenzbereich erfordert. Fehlen einzelne Bereiche, wird der Klang eher sandig und dumpf, im ungekehrten Fall metallisch spitz.

Laufen im Gras

Fehlen die unteren Mitten, verkommt der schleichende Sniper schnell zum profanen Infanterie-Trampeltier. Der hauptsächlich genutzte Frequenzbereich erstreckt sich bis lediglich rund 1,5 kHz, so dass vor allem eine ausgewogene Wiedergabekurve bis zwei kHz wichtig ist.

 

Zwischenfazit

Die Mär vom besseren Hören heranschleichender Gegner ist und bleibt ein gern zitierter PR-Mythos. Denn so vielseitig die Klangspektren auf den verschiedensten Untergründen auch sind, so unmöglich ist es auch, dies alles durch Sounding optimal hervorzuheben. Die goldene Mitte ist wie immer linear!

Ergebnis: Neutral siegt über Sounding

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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