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Mythos Gaming-Headset: Reines Marketing-Blabla oder echter Vorteil beim Spielen? | Retro

Ist das wirklich schon fast 5 Jahre her? Man staunt wirklich immer wieder, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und hat sich mittlerweile an der Qualität etwas geändert? Die Teilnehmer der damaligen Trötenwanderung, bei der die meisten Headsets akustisch unter die Räder gekommen sind, wurden längst entsorgt und von den Kunden defekt verschrottet und es folgten neue Generationen mit immer neuen Features. Doch auch heute noch zählt die Beleuchtung oft genug mehr als der Klang. Grund genug, diesen Klassiker noch einmal vorzukramen, denn in weiten Teilen gilt das damals Geschriebene auch noch heute. Leider.

Männliche Vocals

Männerspiele, Soldaten, Ego-Shooter – hier verwenden wir exemplarisch natürlich ein schmissig-strammes “Yes, Sir!”. Fangen wir von unten an und betrachten die Sprachgrundfrequenz der männlichen Stimme, die bei etwa 150 Hz nach oben hin endet. Eine Überbetonung lässt die Stimme bis zur Unverständlichkeit dröhnen, ohne dann noch irgendwie natürlich zu wirken. Überbetonte Bässe sind übrigens viel schlimmer als etwas zurückhaltendere Interpretationen.

Zwischen rund 1,5 bis 3,5 kHz liegt die Oberton-Wiedergabe der männlichen Stimme, die vor allem über Klangfarbe und Wiedererkennung entscheidet. Wird hier am Sound gebastelt, verlieren die Stimmen ihren Charakter und die räumliche Zuordnung leidet gehörig. Die eigenliche Sprachverständlichkeit wird im Bereich zwischen 3,5 und ca. 6,5 kHz entschieden; je nach Stimmlage auch schon mal bis ca. 10 kHz. Wir sehen im Spektrum sehr schön den Zischlaut beim zusammengezogenen S zwischen Yes und Sir. Im Bereich um die acht kHz sehen wir zudem auch Atem- und Luftgeräusche, die vor allem bei leise geflüsterten Stimmen wichtig sind.

 

Weibliche Vocals

Die Grundfrequenz liegt jetzt etwas höher und befindet sich je nach Stimmlage zwischen ca. 150 Hz und 450 Hz im Bereich der unteren Mitten. Die Aussagen zu Oberton-Wiedergabe und Sibilanten sowie Sprech- und Atemluftgeräuschen decken sich dann wieder mit den männlichen Stimmen. Gut zu erkennen sind der Zischlaut “Sch” am Anfang beim lustvoll gehauchten Wort “Sugar”, sowie die noch mess- und hörbaren Luftgeräusche.

 

Zwischenfazit

Im direkten Vergleich zwischen neutralem Klang und Gaming-Headsets gewinnt (fast) immer der gute Kopfhörer. Während die gern genommene Delle bei 400 bis 500 Hz die weiblichen Vocals und langläufige Gewehre negativ beinflusst, kann lediglich das Überbetonen bei ca. acht bis 10 kHz die Wahrnehmung geflüsterter oder leicht hingehauchter Sprachfetzen leicht steigern. Nur kann man dies bei Bedarf mit einem neutralen Gerät und jedem Equalizer ebenfalls erreichen, ist aber nicht mit einem fest eingebauten Dauer-Peak gestraft.

Ergebnis: Neutral siegt über Sounding.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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