Gehäuse Testberichte

Full ATX und All-In-One? Ein weltexklusiver Test der AIO Drone Station mit schwerer Crossover-Technik | Retro 2013

All-In-One, also alles in einem, ist die Maxime des Unternehmens AIO, wobei der Firmenname als Abkürzung für genau diese Spezies Computer steht. Nachdem die Drone Station, ein Fullsize-ATX-Gehäuse mit integriertem 24-Zoll-Monitor, bereits als Einzelstück auf der Computex 2013 in Taipeh zu bestaunen war, konnten nun die ersten Muster die Fertigung verlassen. Eines dieser sehr seltenen Exemplare hat mittlerweile auch den Weg in unser Labor gefunden, so dass ich mit diesem Review versuchen werde, das Maximum auszuloten.Natürlich wäre es jetzt reichlich albern, irgend eine kleine Platine und pure Freizeit-Technik einzubauen.

Wenn schon, denn schon. Und so wage ich diesmal den Spagat zwischen einer leistungsstarken Workstation und einer Gaming-Maschine. Geplant ist also eine Art Crossover-PC, der in beiden Interpretationen ein recht eindrucksvolles Bild abgeben soll. Es ist zudem ja nicht das erste Mal, dass ich Workstation-Technik zum Gaming missbrauche, nur muss ich in diesem Fall noch ein paar wichtige Details durch weiteres Zubehör nachrüsten, um beiden Ansprüchen gerecht zu werden. Das Ziel der ganzen Aktion: arbeiten, zocken und mit sich herumtragen. Wobei Letzteres bei fast 22 Kilo Gesamtgewicht je nach Muskelmasse und Statur mehr oder weniger in Arbeit ausarten dürfte. Für die LAN-Party sollte es aber reichen.

Egal ob als optischer und technischer Aufreißer für eine LAN-Party oder als portable Workstation für den Extremfall – Spaß ist immer garantiert. Wie so ein Crossover funktioniert und was man alles mit so einer Drone-Station anstellen kann, wird Inhalt dieses Tests, der mir übrigens viel Spaß und einen fiesen Muskelkater beschert hat. Der Größenvergleich zwischen der Drone Station und einer nun wahrlich nicht kleinen Gigabyte Radeon HD 7990 zeigt den immensen Umfang meines Testobjektes.

Ich fange diesmal übrigens bewusst etwas anders an, denn bevor ich überhaupt an das Zubehör heran komme, muss ich erst einmal den Schutz der Frontseite in Form einer abnehmbaren Styroporschale abnehmen. Farbe und Haptik erinnern dabei irgendwie an die Thermokisten der Pizza-Boten. Aber das Ganze ist recht stabil und zudem sehr zweckmäßig mit einem Gurtband gesichert.

Entfernt man nun noch die Rückseite, dann kommt man auch an die Tüte mit mit den Zubehörteilen und das Handbuch heran. Geliefert werden neben Schrauben aller Art, den Abstandshaltern für das Mainboard, einem Piezo-Speaker, den vier Montagehalter für die externen Laufwerke, Kabelbindern und sonstigem Klimbim auch jede Menge Einschubschienen für die internen Laufwerke.

Die Rückseite mit einem großen Fenster wird an vier Stellen mit Schraubhaken arrettiert und lässt sich so auch recht einfach abnehmen, erhält aber durch diese Lösung einen ausgesprochen sicheren Halt. Wofür man diesen braucht, sieht man sofort, wenn man die Rückseite abgenommen hat.

Der Blick auf das freiligende Innenleben veranschaulicht dann auch das Konstruktionsprinzip dieses Gehäuses, das auf einer ziemlich cleveren Grundidee basiert. AIO hat eine Art Gehäuse mit integriertem Monitor geschaffen, in das einfach ein normaler Body (so wie man ihn von herkömmlichen Gehäuse auch kennt) eingesetzt wird. Eine separate Verschraubung des Bodies entfällt, weil die arretierte Rückseite im geschlossenen Zustand diesen Body fixiert.

Den Body, der ja faktisch nichts anderes als das Grundgerüst jedes Computergehäuses ist, kann man sehr einfach herausheben und ihn vor der Endmontage bequem und separat mit der ganzen gewünschten Technik bestücken ohne sich am Boden im Komplettgehäuse einen abbrechen zu müssen.

 

Kommen wir nun zu den generellen technischen Daten in einer tabellarischen Übersicht (die drei Monitorvarianten gibt es auf der nächsten Seite):

Spezifikation
Formfaktor ATX,  μATX
Außenabmessungen 656 x 362 x 576 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
Leergewicht 17,6 Kg
Chassis (Body) 0,6 mm Stahl  (SPCC), puvlverbeschichtet
460 x 195 x 430 mm (Breite x Tiefe x Höhe)
maximale Höhe CPU-Kühler: <= 170 mm
Laufwerke 8 x 3.5” intern
1 x 2.5” intern
2 x 5.25” extern (Halteschienen an der Body-Unterseite)
Erweiterungsslots 7
Frontanschlüsse 2 x USB3.0
2 x USB2.0 (optional: upgrade to USB3.0)
Microphone 3.5 mm
HD audio 3.5 mm
2x 3-stufige Lüfterregler (100%, 66% and 38%)
Power button, Reset button
Rückseitige Anschlüsse 1 x C14 (Netzanschluss)
1 x RJ45 (LAN)
Lüfter Fest verbaut:
Gehäuse links: 3x 12 cm
Gehäuse rechts: 3x 12 cm
Body oben: 2x 12 cm

Daten des Hong Sheng A1225L12S:
Sleeve bearing
12 V – 0.23 A
Max. Drehzahl: 1.400 U/min
Maximaler Luftdurchsatz:  61.3 CFM
Maximaler Druck:  1.51” H₂O
Geräuschentwicklung:  25 dB(A) maximal

Optional im Body:
Frontseite  2x 12 cm oder 2x 14 cm
Rückseitete 1 x 12 cm fan

Werkzeugfreie Montage Interne Laufwerke
Erweiterungskarten

Lade neue Kommentare

e
eastcoast_pete

Veteran

187 Kommentare 38 Likes

Ich finde diese Dinger interessant. Ich kann mich noch erinnern (man, bin ich alt geworden) als Compaq einen 486 DX "Luggable" im Programm hatte. Mein damaliger Chef hatte so eins, die Dinger waren unverschämt teuer. Das Keyboard hatte einen (sehr kleinen) CRT eingebaut, der im Transport von dem eingepassten und arretierten Keyboard abgedeckt wurde. Also, schwer, klobig, sehr teuer, aber natürlich schneller als jedes Notebook daß es damals zu kaufen gab.

Antwort Gefällt mir

e
eastcoast_pete

Veteran

187 Kommentare 38 Likes

Und als Zusatz: Bei diesem AIO würde ein guter, voll kalibrierter oder kalibrierbarer UHD Monitor als Option Sinn machen. Damit könnte so eine Kiste uU als mobile Video Workstation ausgelegt werden; schon die 24 Zoll Bildschirm Diagonale ist dafür besser geeignet als die 17 oder 18 Zoll eines "Desktop Replacement" bzw Workstation Laptops mit Socket CPU, die es ja auch gibt .

Antwort 2 Likes

Michael M

Mitglied

19 Kommentare 0 Likes

Klasse die Kiste, so einen habe ich WaKü umgebaut mit Schnellkupplungen und externem Kühler, Also nix mehr mit LAN Party.
Ich finde das Ding ganz witzig. Leider habe ich es nicht hinbekommen das Monitorpanel zu tauschen, auch nicht mit Hilfe des Lieferanten aus Holland.

Antwort Gefällt mir

onyman

Veteran

124 Kommentare 31 Likes

Hahaha! Gemerkt! :LOL::LOL:

Interessante Nieschenlösung.

Herausnehmbare Festplattenkäfige wären auch nicht verkehrt gewesen - bei den zwei CPU Kühlern sieht das fast nach Atemnot aus.

Antwort Gefällt mir

Danke für die Spende



Du fandest, der Beitrag war interessant und möchtest uns unterstützen? Klasse!

Hier erfährst Du, wie: Hier spenden.

Hier kannst Du per PayPal spenden.

About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

Folge Igor auf:
YouTube   Facebook    Instagram Twitter

Werbung

Werbung