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Wärmeleitpaste gegen Nahrungsmittel, Kosmetika und diverse Gleitmittel im Test. Mit erwartet unerwartetem Ausgang | Praxis

Und ewig grüßt das Murmeltier? Bereits vor 10 Jahren hatte ich ja diverse Dinge bis hin zur Haftcreme für die Dritten auf ihre Wärmeleitfähigkeit getestet. Allerdings habe ich diesmal die Klassiker etwas abgewandelt und dafür andere Exoten mit in die Testreihe aufgenommen – aus gutem Grund. Der Testsieger ist nämlich seit einigen Wochen mein absoluter Favorit, wenn es um einfache und saubere Wechsel geht, wo Systeme maximal einen Tag lang in Betrieb sind, falls überhaupt. Und nein, es ist eben keine Wärmeleitpaste, dafür auswaschbar, hygienisch einwandfrei und viel einfacher zu handhaben.

Doch ich will ja nicht alles spoilern. Zumal mein Zufallsfund und die hier im Labor lange Zeit genutzte Wärmeleitpaste (daher auch die große Familienpackung) in etwa gleich performen, sich meine Version aber durch eine nicht existierende Burn-In Phase und eine sehr gute Konstanz über 24 Stunden bei Verlustleistungen bis zu 250 Watt dann doch positiv hervorhebt. Denn zum einen ist sie deutlich einfacherer und sauberer anzuwenden, zum anderen auch viel einfacher zu applizieren (und viel, viel billiger). Denn sie verteilt sich so perfekt mittels Klecks- (bzw. besser Tropfenmethode), dass die Reproduzierbarkeit nahezu perfekt ist. Das hat man sonst nur bei Pads.

Im Unterschied zu vielen bereits gemachten Tests mit diversen mehr oder weniger sinnvollen bzw. sinnlosen Ersatzstoffen habe ich alles mit Chiller und konstanten Wassertemperaturen sowie einem guten Wasserblock auf einer CPU mit fest eingestellten 130 Watt Verlustleistung getestet. Der Ryzen 9 3900XT ist damit noch gut kühlbar. Bei der Wahl der Verlustleistung habe ich mich im Vorfeld sehr aufwändig herangetastet, damit ich auch den schlechtesten Probanden noch über 60 Minuten lang testen konnte. Hier war dann aber bei ca. 89 Grad mit 130 Watt auf der CPU Schluss.

Die Messung läuft jeweils nach einer Aufwärmphase (10 Minuten Prime95)  und anschließendem Abkühlen dann mit 60 Minuten Prime95, AVX und Small FFTs. Im Zulauf befindet sich ein Temperatursensor, dessen Differenz (Delta) zu den eingestellten 20 °C Wasser vom Messwert (Tctl/Tdie) abgezogen wird, um auch die Schwankungen mit zu berücksichtigen (max. +/- 1 Grad Abweichung in beide Richtungen durch die Hysterese des Kompressorkühlers).

Alle hier gezeigten Ersatz-Pasten sind nicht für den dauerhaften Produktiv-Einsatz gedacht und die Langzeitkonstanz dürfte auch bei den besseren Vertretern einfach nicht gegeben sein. Es ist eine Machbarkeitsstudie, deren Nachahmung ausschließlich auf eigene Gefahr geschieht. Alle hier gezeigten und als Paste getesteten Produkte wurden selbst erworben bzw. stammen aus dem Langzeitbestand oder dem Privathaushalt des Autors. Die Verpixelung geschieht aus vielerlei Gründen, jedoch in voller Absicht und dem auferlegten Pflichbewusstsein.

Benchmarks, Testsystem und Auswertungssoftware

Das Benchmarksystem setzt auf ein X570 Motherboard in Form der MSI MEG X570 Godlike mit einem Ryzen 9 3900XT  (PBO 130 Watt, 200 MHz Offset). Dazu kommen der passende DDR4 3600 VIPER von Patriot, sowie mehrere schnelle NVMe SSDs. Gekühlt wird alles mit Chiller und ca. 30 Litern destilliertem Wasser bei einer eingestellten Temperatur von 20 °C, die sich mit der Raumtemperatur deckt.

Die einzelnen Komponenten des Testsystems habe ich auch noch einmal tabellarisch zusammengefasst:

Test System and Equipment
Hardware:
AMD Ryzen 9 3900XT
MSI MEG X570 Godlike
2x 16 GB Patriot DDR4 3600 VIPER
1x 2 TB Aorus (NVMe System SSD, PCIe Gen. 4)
1x 2 TB Corsair MP400 (Data)
1x Seagate FastSSD Portable USB-C
Be Quiet! Straight Power 11 1000 Watt Platin
Cooling:
Alphacool Eisblock XPX Pro
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller, 20l Reservoir
Case:
Banchetto 101
Monitor: BenQ PD3220U
Power Consumption:
MCU-based shunt measuring (own build, Powenetics software)
Up to 10 channels (max. 100 values per second)
Special riser card with shunts for the PCIe x16 Slot (PEG)

NVIDIA PCAT and FrameView 1.1

Thermal Imager:
1x Optris PI640 + 2x Xi400 Thermal Imagers
Pix Connect Software
Type K Class 1 thermal sensors (up to 4 channels)
OS: Windows 10 Pro (all updates, current certified or press drivers)

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My-konos

Veteran

241 Kommentare 77 Likes

Dir ist langweilig, oder? :D

Wenn ich anfange zuhause etwas zu "optimieren", weil gerade nichts repariert werden muss, bekomme ich auch auf den Deckel. ;)

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Igor Wallossek

Format©

5,325 Kommentare 8,257 Likes

Nein, aber der Move von Flutschinaut zu Aqua Flutschi musste mal dokumentiert werden. Außerdem ist Freitag und ich teste gerade diverse andere Pasten, da ist das quasi "Beifang" :D

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My-konos

Veteran

241 Kommentare 77 Likes

Aja....

Ähm... Ich versteck mal das WD40... Und die Margarine.... ;)

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Bumblebee

Veteran

131 Kommentare 59 Likes

Also so eine Art be-gleit-ende Messungen ;)
Ich mag das - auch wenn ich es nicht nachmachen werde

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i
ipat66

Veteran

120 Kommentare 89 Likes

Und ewig spielt das Kind...:)
Wie kommt man (Igor),auf solche Ideen ?

Das Gleitmittel so gut funktioniert,zumindest bis zum austrocknen,ist ein wirklich überraschendes Ergebnis.
Der Tag fängt gut an.....

Super!

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komatös

Mitglied

29 Kommentare 14 Likes

Nun bleibt nur noch die Frage, ob anders herum, die Wärmeleitpaste als Gleitmittelersatz herhalten kann...

Bitte schalte einer das Kopfkino aus!

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Stadtreiter

Veteran

195 Kommentare 158 Likes

Spannend und lustig. Mag ich!
Was ist eigentlich mit Vaseline @Igor Wallossek ?

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RedF

Urgestein

728 Kommentare 236 Likes

Ich habe mich immer gefragt ob Kupfer Kontaktfett nicht bestens geeignet sein müsste 😇

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G
Gryphon304

Mitglied

14 Kommentare 9 Likes

Großartig! Danke für das Schmunzeln am Freitagmorgen!
Theoretisch sollte doch Silikonöl bzw -fett auch einigermaßen praktikabel sein..?

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p
pladux

Neuling

6 Kommentare 2 Likes

Bitte nochmal testen, ob Gleitgel auf Silikon-Basis besser performt als auf Wasser basierendes. Auch würde mich interessieren ob "kühlendes" Gleitgel besser performt als "wärmendes".

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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