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„RTX on“ aus der Sicht eines AMD-Users und „ist Turing jetzt wirklich tot?“

Zum Ende von Turings Lebenszyklus habe ich für mich persönlich noch einmal Revue passieren lassen, wie sich die RTX 2000 Serie geschlagen hat und welche Features wirklich punkten konnten. Mit der "kleinen" 2060 Super habe ich getestet, ob Raytracing schon für die breite Masse realisierbar ist, ob DLSS mittlerweile optisch vertretbar ist und wie viel 1440p Power man in dieser Preisklasse erwarten kann.

Als Eigentümer einer AMD RX Vega Grafikkarte hat man es nicht immer leicht. Häufig wurde die Grafikkarte als „Flop“ bezeichnet, ihre Effizienz bemängelt und überhaupt sei es einfach keine richtige „Gaming-Grafikkarte“. Wer so etwas verteidigt, der kann doch nur ein Fanboy sein! Oder? Dass man als interessierter Bastler in puncto Effizienz einiges korrigieren kann, hatte ich ja in einem anderen Artikel schon gezeigt. Auch die Benchmarks lügen (meistens) nicht und wie man diversen Nachtests und aktuelleren Spiele-Reviews entnehmen kann, hat sich die Performance durchgehend in Waage mit den entsprechenden Pascal Pendants von Nvidia gehalten, die schließlich auch kein objektiver Tester als „Gaming-Krüppel“ bezeichnen würde.

Warum ich soweit aushole und in der Einleitung eines Geforce RTX Reviews zunächst eine AMD Grafikkarte „verteidige“? Ganz einfach: Ich möchte von vorn herein klarstellen, dass ich keinen Hersteller explizit bevorzuge und für mich privat stets jenes Produkt gekauft habe, welches mir zum Zeitpunkt des Erwerbs das beste Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb meines gesetzten Budgets geboten hat. Ja, ich hatte (deutlich) mehr Geforce als Radeon Karten und nein ich finde Nvidias Preis-Politik nicht gerade sympathisch. Aus letztgenanntem Grund habe ich mich auch oft genug über die Preise von Nvidias Turing Grafikkarten geärgert und in Bezug auf die Raytracing-Performance auch gerne mal gegen den „RTX on“ Slogan geschossen.

Die ersten Implementationen von DLSS waren schließlich eine Beleidigung für die Augen und die Raytracing-Effekte kosten so viel Leistung, dass sie selbst die sündhaft teure 2080Ti häufig schon in FullHD in die Knie zwangen. In letzter Zeit gibt es aber immer mehr Lob für die Turing Features und deshalb wollte ich mir gerne mal selbst ein Bild davon machen. Das Ziel dieses Reviews ist, einige der Turing-Features auf Herz und Nieren zu untersuchen und sie anschließend neutral und objektiv zu bewerten. Selbstredend habe ich mir auch einen kleinen Vergleich zwischen der 2060 Super und der Vega 64 nicht nehmen lassen, der allerdings nur als kleiner Bonus angesehen werden soll – die Karten lagen (zum Zeitpunkt des Kaufs) preislich auf einem recht ähnlichen Niveau und mich interessiert es einfach, ob eine leicht optimierte Custom-Vega nicht doch etwas besser abschneidet, als die häufig für Tests herangezogenen Referenzmodelle.

DLSS – Gamechanger oder nur Matsch?

Das Thema DLSS hat mich so interessiert, dass ich dazu einen separaten Artikel geschrieben habe. Grundlegend kann man sagen, dass die erste Iteration eher ernüchternd oder gar enttäuschend war, wie man dem folgenden Slider unschwer entnehmen kann:

 

DLSS 2.0 macht hingegen vieles richtig und bringt trotz spürbarem FPS-Zuwachs teilweise sogar noch eine Zunahme der Bildqualität:

 

Eine abschließende Bewertung werde ich in meinem Fazit noch niederschreiben. Übrigens hat Igor  neulich nachgemessen, dass man durch den Einsatz von DLSS sogar Strom sparen kann.