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Edifier M601DB im Test – Ein aktives 2.1 Stereo-Setup mit Höhen und Tiefen

Die Edifier M601DB 2.1-Stereo-Lautsprecher sind ein gutes Beispiel dafür, dass sich ansprechende Qualität nicht immer in einem exorbitanten Preis widerspiegeln muss. Ausgestattet mit mehreren nützlichen Funktionen und einer akzeptablen Klangqualität sind sie eine durchaus eine Option für Hörbegeisterte mit begrenztem Budget. Warum ich bereits eingangs leichte Einschränkungen mache, obwohl das Gesamtpaket eigentlich gar nicht so schlecht ist, das lest Ihr im Review. Das mit den Höhen und Tiefen könnte nämlich durchaus auch ein Fall fürs Phrasenschwein werden, aber dazu gleich mehr beim Teardown. Denn die Ursachen für meine Einwände liefere ich natürlich auch mit dazu.

Doch was hat mich eigentlich getriggert, dieses 2.2 System zu testen? Erstens haben mich immer wieder Anfragen nach solchen Systemen bis 200 Euro erreicht, denn es ist Zweitens mittlerweile in den größeren Medien doch etwas still um solche Systeme geworden. Auch zum Edifier M601DB findet sich eigentlich fast nichts, nicht einmal in größeren englischsprachigen Medien. Außer Unboxing gibt es somit fast nichts und einen Teardown sieht man ebenfalls nirgends. Und da ich mich gern an mein eigenes S350DB zurück erinnere, das hier den obligatorischen Karrierelauf durch die engere Verwandtschaft angetreten hat, lag es fast schon auf der Hand, mir einen der Nachfolger mal genauer anzuschauen.

Denn generell gilt: Ein 2.1-Lautsprechersystem kann ein Entertainment-System recht kostengünstig und vor allem platzsparend auf eine neue Ebene bringen. Wie der Name schon sagt, besteht ein solches System aus zwei Satellitenlautsprechern und einem (hoffentlich) potenten Subwoofer. Auch wenn es nicht das Erlebnis einer echten Surround-Sound-Anlage bietet, übertrifft ein 2.1-Lautsprechersystem in Sachen Audioleistung meist ein kleineres 2.0-Lautsprechersystem. Das gilt auch für den Desktop, denn ein drahtlos angebundener Subwoofer lässt sich beliebig im Raum platzieren, ohne dass man sich unterm Schreibtisch die Füße stößt. Doch genug der Einführung, es geht jetzt gleich zur Sache.

Lieferumfang und Zubehör

Edifier hat sich beim Zubehör noch nie lumpen lassen, das ist auch dieses Mal wieder so. Neben dem Set aus Subwoofer und zwei Satelliten erhält man neben der Fernbedienung wieder jede Menge Kabel. Ein Line-In-Kabel mit 3,5 -mm-Klinke auf Cinch, ein Stereo-Cinch-Kabel (RCA), ein ordentliches TOSLINK-Kabel und das Netzkabel  für den Subwoofer. Sowohl der Subwoofer als auch der aktive rechte Satellit sind dabei nicht am Schutzleiter angeschlossen, was eine mögliche Potentialdifferenz (Massebrumm) beim Anschluss von geerdeten Drittgeräten meist vermeiden kann.

Die Fernbedienung glänzt im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Klavierlackoberfläche, was echt nervt. Der Funktionsumfang ist jedoch ausreichend, denn man erreicht alle Funktionen absolut klaglos.

Unboxing, Optik und Haptik

Mit 11,54 kg netto für alle drei Lautsprecher liegt man schon im mittleren Gewichts-Bereich, leicht geht durchaus etwas anders. Aber das schadet ja nicht. Beginnen wir mit den Satelliten, von denen der rechte der aktive Teil ist. Das Netzkabel ist fest angeschlossen und innen mittels Zugentlastung gesichert. Es gibt sogar einen echten Netzschalter. Mit Abmessungen von 130 × 225 × 160 mm (B x H x T) sind die Satelliten recht kompakt, was dem platzsparenden Einsatz durchaus entgegen kommt. Die schwarz folierten MDF-Gehäuse sind nicht Neues, aber es ist alles recht sauber verarbeitet. Die Bassreflexöffnung befindet sich hinten. Genauso wie das Panel mit den Eingängen.

Die Frontabdeckungen sind mit einfachen Zapfen befestigt und ich kann aus akustischen Gründen jedem nur raten, diese bei den Satelliten besser abzumachen. Dem sehr weich gelagerten Mitteltöner mit 82 mm Membrandurchmesser macht das nicht viel aus, aber der 25 mm Seidenkalotte schon. Auch wenn ein angedeuteter Waveguide vorhanden ist, neben dem sehr geringen Abstrahlwinkel dämpft die Abdeckung leider hörbar. Beim Subwoofer kann man sie hingegen gern drauflassen.

Der Subwoofer misst 278 × 300 × 335 mm (B x H x T) und ist natürlich der schwerste Part. Der verbaute Tieftöner hat einen Durchmesser von 203 mm und besitzt einen mittelgroßen Hub.  Auch hier befindet sich das Panel mit den Steuerelementen und dem Netzanschluss hinten. Die Bassreflex-Öffnung befindet sich hingegen auf der rechten Seite, was man beim Aufstellen berücksichtigen sollte. Also bitte nicht zu nah am Möbelstück oder der Wand aufstellen, hier braucht man mindestens 20 cm Abstand.

Technische Daten

  • Bluetooth-Version: V 5.1
  • Audio-Codecs: SBC, aptX
  • Audio-Eingänge: Line-In, AUX, optisch, koaxial, Bluetooth
  • Frequenzgang: R/L: 140 Hz – 20 kHz; SW: 50 Hz – 170 Hz
  • Eingangsempfindlichkeiten: AUX: R/L: 450 ± 50 mV; SW: 250 ± 20 mV;
  • Leitungseingang: R/L: 550 ± 50 mV; SW: 250 ± 20 mV;
  • Optisch/Koaxial: R/L: 400 ± 50 mFFs; SW: 250 ± 20 mFFs;
  • Bluetooth: R/L: 500 ± 50 mFFs; SW: 250 ± 20 mFFs
  • Leistungsabgabe (RMS): 110 W (R/L: 20 W + 20 W SW: 70 W)
  • Signal-Rausch-Verhältnis: R/L: = 85 dB(A); SW: = 75 dB(A)
  • Rauschpegel: <=25 dB(A)
  • Klassisches MDF-Gehäuse
  • Abmessungen (B × H × T): R/L: 130 × 225 × 160 mm
  • Abmessungen (B × H × T): SW: 278 × 300 × 335 mm
  • Gewicht: 11,54 kg

 

Kommentar

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Megaone

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1,796 Kommentare 1,701 Likes

Naja, bei dem Preis muss man halt die Kirche auch mal im Dorf lassen. Ist halt immer die Frage was man so treibt. Um was zu zocken und ab an mal was Radio hören oder für ein Meeting wird es sicher schon gut funktionieren. Da gibt es definitiv schlimmeres.

Man kann halt mit einer Ente nicht beim Grand Prix antreten. Trotzdem kann sie einen von A nach B bringen.

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ipat66

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1,388 Kommentare 1,396 Likes

Schade,dass Edifier hier diese zwei,drei Kleinigkeiten ( Dämmung, Frequenzweiche, Abstimmung, Fertigung ) nicht besser umgesetzt hat.
20 Euro höherer Endpreis wäre nicht aufgefallen und hätte klanglich viel gebracht....

Vielleicht bringen diese Kritikpunkte eine Rev.2,0 auf den Weg ?

Auf Edifier, verwöhnt doch auch die „kleinen“ Kunden.....

Wenn der Kunde zufrieden ist,bestellt dieser vielleicht beim nächsten Mal auch
höherwertige Boxen des gleichen Herstellers. Kundenbindung und so....

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G
Guest

Schön, dass der Test mal tiefgründiger ging als woanders oft üblich. Die Marke wird ja oft übern Klee gelobt.
Keine Frequenzweiche in den Satteliten ist natürlich blamabel. Dämmung kostet auch nichts, Sonofil rein und gut is.

Andererseits muss man sagen, dass der Preis natürlich verdammt niedrig = Kampfpreis ist. Ich habe mir ja schon einige Boxen selbst gebaut, allerdings gute Bausätze mit Weichendimensionierung. Was man da an Arbeit in die Holzveredelung setzen kann, ist schon beachtlich :D. Allerdings kann man auch weniger umständlich arbeiten mit OSB oder MDF und dann folieren.
Dennoch mit guten Komponenten ist das Ergebnis natürlich toll. Allerdings dieser Low-Tier-Bereich ist da schon wieder was anderes. Während man ja im High-End-Bereich mitunter mit Schlangen-Öl oder vermutlich Schrott (Bos*) zu tun hat und viel Geld für das Finish und die Marke zahlt, sieht das im Niedrigsektor schon anders aus. Natürlich könnte man auch ein adäquates Set aus Selbstbauzeug bauen. Mit Subwoofer wird das allerdings schwieriger, einfach weil das Submodul oft schon nicht ganz billig ist.

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Igor Wallossek

1

10,368 Kommentare 19,243 Likes

Preislich sind die Teile wirklich hochinteressant. Zwei Weichen kosten weniger 12 Euro und die kann man dann sogar noch anpassen. Das bringt echt was. Ich habs einfach mal in der passiven Box mit einer einfachen Längs-Spule getestet und war ob der neu gewonnen Brillanz echt geflasht. Warum man soviel Potential verschenkt, erschließt sich nicht. Gut, für Asien und Nordamerika passt das, die sind eh all Klimaanlagen-geschädigt.

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AB5TAUB3R

Veteran

213 Kommentare 85 Likes

für ab und zu mal radiohören oder mal wieder Vinyl genießen ist aber für 200€ auch zu teuer, allerdings gehöre ich nicht zu den Menschen, die jetzt
dieses feine Gehör haben und den Unterschied kennen.
für mich reichen 50€ 2.1 Logitechboxen genauso um Musik zu hören, alles andere ist für mich rausgeschmissenes Geld

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garfield36

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1,289 Kommentare 336 Likes

Ich denke für € 200.- kann man keine Spitzenqualität erwarten. Aber wie Igor herausgearbeitet hat, hätte man mit relativ geringen Kosten das System besser machen können. Ich verwende seit Oktober 2020 zwei Audioengine A2+. Ich bin nach wie vor vom Sound begeistert. Was diese doch recht kleinen Boxen klanglich bieten finde ich hervorragend. Es gibt auch einen Subwoofer dazu, aber der ist relativ teuer. Da gibt es jedoch einen Sub von Yamaha (Yamaha NS-SW200) der nur die Hälfte kostet, und sehr gut sein soll. Man kommt dann aber doch auf ca. € 564,00.
Das ist dann doch mehr als das Doppelte des Preises vom Edifier-System. Lohnt sich aber mMn.

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oXe

Mitglied

37 Kommentare 7 Likes

Es ist wie immer und überall.
Wenn du zu viel Geld für etwas ausgibst, dass den Zweck erfüllt, dann hast du nur etwas Geld verloren.
Wenn du zu wenig Geld ausgibst und es den Zweck nicht erfüllt, wirst du dich ärgern, hast Zeit verplempert und kaufst später ein zweites mal.

Für mich gibt es bei Lautsprechern keine Kompromisse, weil Lautsprecher in der Regel nicht kaputt gehen (außer man zieht im strömenden Regen um). Ich habe vor Jahren mit einem günstigen AV-Receiver und 2x nuBox 683 angefangen und das System immer weiter aufgebohrt. Das würde ich jedem empfehlen, der irgendwann "mehr" Lautsprecher anstrebt.

Heute würde ich einen gebrauchten 5.1 Receiver und 2 nuBoxx B-40 kaufen. Dann irgend einen Subwoofer und dann das System weiter ausbauen.
2.0 (2x B-40) -> 2.1 (Sub dazu) -> 4.1 (Hier muss man dann entscheiden, ob man Standlautsprecher für vorne nimmt und die B-40 für hinten nutzt, oder ob man einfach 2 weitere B-40 dazu kauft) -> 5.1 (B-50 Center dazu) -> 7.1 (Ab hier bräuchte man dann einen anderen AV und 2x Atmos LS)

Igor hat auch immer mal wieder aktive Nubies getestet und wurde bisher nie wirklich enttäuscht, oder?

Gruß Stefan

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e
eastcoast_pete

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1,629 Kommentare 945 Likes

Man kann mit einer Ente sehr wohl beim Grand Prix antreten, allerdings darf man sich dann nicht wundern, wenn man auf einmal einen Rennwagen im Hintern der Ente hat 🦆.
Aber ja, für das Geld passt das schon, solange man sich über die begrenzten Möglichkeiten im Klaren ist.

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Ghoster52

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1,434 Kommentare 1,103 Likes

Danke für den Test! (y) Tröten sind immer willkommenes Beiwerk. 🥰
Das Frequenzweichen fehlen ist schon fast ärgerlich, weil die Dinger "drüben" für'n Appel und Ei zu haben sind.
Die 10-20 € hätte man gern in die Hand genommen. Die Weichen sind erschreckend günstig in CN. Beispiel
In "D" bekommt man da eventuell nur ein 10er Pack Widerlinge...

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ssj3rd

Veteran

222 Kommentare 155 Likes

Dafür braucht man aber Um- und evtl. Auf/Unter dem Schreibtisch enorm viel Platz. Hat nun wirklich nicht jeder…

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R
RichardPickman

Mitglied

30 Kommentare 13 Likes

Ok, wieder zurück zu Mackie Speaker ans Audiointerface. Schade, dass es PC Audio immer noch nicht geschafft hat.

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Fresh-D

Mitglied

70 Kommentare 10 Likes

@Igor Wallossek
1. Seite ;)

Topic:
Danke für den Test Igor.

In meiner Welt sind die 200€ eigentlich kein Einstieg mehr, aber im Bereich Audio sind die Preisvorstellungen ja sowieso eher mehr mit Gefühl als mit der Realität verbunden.
Zum Glück ist das Angebot günstiger Einstiegslösungen mit den Jahren größer geworden als früher, auch dank der Bluetooth Lautsprecher.

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Kolossus

Mitglied

54 Kommentare 15 Likes

Um klassische Musik mit Frequenzen unter 100 Hertz präzise wiederzugeben, ist schon im Vorfeld klar, dass dieses System dies niemals können wird. DEN Test hätte man sich sparen können. Selbst als Ersatz für die nicht immer volumige Wiedergabe der Flachbildfernseher taugt das nicht, da ist schon die eine oder andere Null an die 200 anzuhängen, um ein brauchbares Klangbild zu erhalten.

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S
Senfgurke

Mitglied

28 Kommentare 5 Likes

Ich war auch schon drauf und dran mir sowas zuzulegen.
Danke für den Test Igor. Das Geld geht ins Sparschwein.

Sound wird im PC aber leider immer noch sehr vernachlässigt. Ich als Gelegenheitszocker mit meiner Creativ ZB bin auch schon genervt weil sie "nicht alle Zoundereignisse" im Game rüberbringt. Gehts drunter und drüber "verschluckt" sie einige Ereignisse. Zudem ist der Equlizer echt ein Krampf, dh. die Karte fürs Gamen viel zu basslastig für meinen Geschmack. Also anderes Profil laden. Aber ... zuviel Bässe.

Aber das Gamen ohne einen sehr guten Sound ist echt was zum Abgewöhnen! Das bremst die Immersion drastisch aus!

Musikhören ist ok. weils da "ruhiger" zugeht und die HyperX sehr gut was rüberbringen. Sowohl beim Gamen als auch bei der Musik. Sie sind auch sehr reaktionsschnell und nehme alles schnell mit was die Karte hergibt. Aber mit der o.g. Soundkarte? Da muss wohl was Neues her. Aber was? Ist der Soundchip fürs Gamen auch schnell genug?

Null Ahnung. Null Tests.

Also: Neue Soundkarte bestellen. Selber testen. Und dann zurückschicken. Ist aber auch irgendwie nervig.

Grüße!

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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