Kühlung Lüfter Testberichte

Die neue bunte 120-mm-Klasse: be quiet! Light Wings PWM und PWM High Speed im Test | Launch-Review

Soll der Nikolaus nun einen verhaltene Leisetreter mit akustischem ARGB-Heiligenschein oder eher eine durchzugsstarken Bruder samt Leuchtfeuer spendieren? Und will man die Teile nun einzeln oder doch gleich im Dreier-Pack mit einem Hub als kostenlosem Beipack?  Ja, auch be quiet! schickt erstmals leuchtende Lüfter ins Rennen, was für manch einen wie Blasphemie klingen mag. Gut, ARGB geht auch in Schwarz, man kann es somit auch ausschalten. Doch damit täte man den komplett neu designten Lüftern wirklich Unrecht. Genau das wird der heutige Test nämlich zeigen.

 

Es sind nämlich nach wie vor Lüfter, bei denen man sich sehr vordergründig auf Performance und Geräuschentwicklung konzentriert hat und die als Dreingabe auch noch nett leuchten ohne es dabei zu übertreiben. Lüfter, die exaltiert leuchten und nebenbei zufällig auch noch etwas kühlen und dabei nette Geräuschteppiche auslegen, kennt der Markt mittlerweile zur Genüge. Braucht eigentlich kein Mensch, also besser das Pferd so aufzäumen, dass es auch einen Sinn ergibt. Die RGB-Beleuchtung kann man so lassen, auch wenn der Eindruck eher solide und etwas verhaltener (angenehmer) ausfällt:

 

Man nutzt beim Hersteller das sogenannte Rifle-Bearing, was zwar dem normalen Gleitlager sehr ähnelt, aber leiser ist und eine fast ebenso lange Lebensdauer wie Kugellager ermöglicht. Dieses Lager besitzt eine spiralförmige Nut, durch die Flüssigkeit aus einem Reservoir gepumpt wird (ähnlich wie beim Fluid-Lager). Das macht sie (im Gegensatz zu Gleitlagern) eher unempfindlich für die Einbaurichtung, da die gepumpte Flüssigkeit die Oberseite der Welle schmiert. Das Pumpen sorgt außerdem für ausreichend Schmiermittel auf der Welle, wodurch die Geräuschentwicklung verringert und die Lebensdauer erhöht wird. Soweit die Theorie und wir werden später auch im Klangspektrum sehen, ob und welche Vorteile man sehen (und vor allem hören) kann.

Der Rahmen ist, bis auf den transluzenten Leuchtring mit seinen einzeln ansteuerbaren 20 ARGB LEDs, eher schlicht gehalten und sehr verwindungssteif. Durch die Verwendung transluzenter Kunststoffe sieht man ein sehr gleichmäßiges Leuchtbild ohne extreme Hotspots für die LEDs. Der Impeller folgt in seiner Form dem bekannten Wellen-Design von be quiet!  und setzt auf abgerundete Abrisskanten. Während der klassische Standard-Gehäuselüfter auf 7 Lüfterblätter setzt, besitzt der High Speed insgesamt 9 Lüfterblätter, was später auch die etwas abweichenden Messergebnisse der Lüfter bei identischer Drehzahl begründet.

Die Entkopplung erfolgt mit eingesetzten Gummi-Applikationen, die sich auch bei bei angezogener Schraube nicht mit verdrehen. Die Spaltmaße und Oberflächenbearbeitung sind gut bis sehr gut. Die Leistungsaufnahme fällt bei vollen Drehzahlen mit 4,56 (120 mm PWM)  bzw. 5,4 (120 High Speed PWM) Watt mittelprächtig happig aus, aber das ist nun mal der Tribut, den man für eine gute Performance auch zollen muss. Vorab noch einmal die Eckdaten für die bessere Vergleichbarkeit zu den späteren Messergebnissen für beide Lüfter im Vergleich:

be quiet! Light Wings
120 mm PWM Standard 120 mm PWM High Speed
Formfaktor 120 mm
Stärke 25 mm
PWM Ja, 4-Pin-Anschluss
RGB 20 ARGB LEDs
Entkoppelt Ja
Farbe Frame Schwarz
Akzentfarbe Keine
Farbe Rotor Transluzent
Gewicht in g 205 210
min. Drehzahl 100 300
max. Drehzahl 1700 2500
Volumenstrom m3/h 70.53 88.86
Volumenstrom CFM 41.51 52.3
statischer Druck mmH2O 1.66 2.6
Schalldruck dBA 20.6 31
Life Time hrs 60,000

Auf der nächsten Seite seht Ihr zunächst, wie und was wir testen und warum. Das Verständnis der Details ist ungemein wichtig, um später die Ergebnisse auch objektiv einordnen zu können. Die Unterschiede zwischen vielen Modellen stecken nämlich eher im Detail und DEN besten Lüfter für alle Situationen kann es eigentlich nur schwerlich geben. Es gibt in jeder Situation ein gewisses Optimum und natürlich auch gute Allrounder. Doch die haben meist so ihren Preis. Wer ganz konkret z.B. mit 60-mm-Radiatoren plant, kann aber vielleicht auch Geld sparen, indem er sich für seinen Einsatzzweck das beste Modell wählt, das vielleicht als Gehäuselüfter gar nicht so gut abschneidet. Und vise versa natürlich.

Für alle Neugierigen hier noch einmal einen Auszug des Datenblatts:

Light_Wings_datasheet_de

 

 

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Thy

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1,271 Kommentare 269 Likes

Ich gehe davon aus, dass du uns die Ergebnisse der 140 mm - Version nicht lange vorenthalten wirst?

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Pascal Mouchel

Moderator

384 Kommentare 401 Likes
ric84

Mitglied

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BeQuiet goes RGB, 2021 ist ein verrücktes Jahr o_O

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ssj3rd

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38 Kommentare 12 Likes

140er Werte interessieren mich auch brennend

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H
Headyman

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49 Kommentare 12 Likes

Man schafft entweder die gleiche Performance mit weniger Betriebsgeräusch oder mehr Performance bei gleicher Geräuschentwicklung:

Das trifft offenbar weitestgehend zu, aber bei voller Drehzahl schlägt die Referenz zumindest den 1700er durchgehend beim Airflow (die gleiche Performance ist da nicht gegeben, da der 1700er die max. Performance des Noctua nicht erreicht).

Irgendwas ist seltsam am letzten Diagramm (Airflow/Drehzahl), warum endet die Kurve beim Noctua bei 50cfm, die müsste doch bis 58 gehen bzw. bis 55 wenn die 5er Rastung als Limit gilt. Die fast 2000Upm erscheinen auch recht hoch für 50cfm, schließlich liegt der max. bei 58cfm und das muss ja auch noch über die Drehzahl kommen.

Oder habe ich hier was völlig missverstanden (Gehäuseszenario beim letzten Diagramm)....?

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Pascal Mouchel

Moderator

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Na ist ja auch klar das der mit 1700 geschlagen wird der macht ja auch mal 300RPM weniger :)

Ich muss nochmal in der Grafik schauen vielleicht hat es denn Wert nicht übernommen werd ich direkt Prüfen.

Der Test geht über mehrere Phasen natürlich kann es auch sein das unser Referenz Lüfter jetzt schon etwas gelitten hat und nicht mehr wie am Anfang die 58 cfm Packt das waren die Werte von Anfang an.

Ich werde aber gegeben falls nochmal einen neuen organisieren und nachmessen.

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LEIV

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808 Kommentare 247 Likes

Sehr schöner test, und sehr schöne Lüfter.
Falls ich noch mal auf nen RGB Trip komme, sind die auf jeden Fall in der engeren Auswahl 👍

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A
Andy

Veteran

250 Kommentare 67 Likes

Irgendwas stimmt da wirklich nicht. Wenn ich nach den Daten auf Seite 4 gehe, erreicht der Noctua bei 1000 RPM 31,6 CFM (Case Fan) und im Volumetric Airflow vs. Fan Speed Diagramm auf Seite 7 kommt er nur noch auf ca. 23 CFM bei 1000 RPM.

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Igor Wallossek

Format©

6,180 Kommentare 9,711 Likes

Bitte Eines nicht vergessen:
Wir messen die CFM in möglichst genauen 5er Schritten. Wenn 55 CFM gehen, dann ist der Wert drin. Wenn er 60 nicht erreicht (auch knapp 59 sind keine 60), ist er nicht drin. Unsere Kurven sind NICHT interpoliert und jeder der Einzelwerte ist wirklich auch in der Excel-Tabelle ein echter Kurvenpunkt! Höher auflösen kann man das nicht mehr weiter, weil man auch so schon unzählige Einzelmessungen hat.

Und nun kommt der mögliche Knackpunkt. Die letzten beiden Tabellen sind immer aktuelle Messungen, die Vergleichswerte aus den Einzeltabellen stammen vom Originaltest mit dem damals nagelneuen Lüfter. Wenn der Referenzlüfter über die mittlerweile doch ordentlich aufgelaufenen Betriebsstunden so nachgelassen haben sollte, dass er auch die 55 nicht mehr erreicht, wird es einen neuen Referenzlüfter geben und wir müssen mit Blacknoise reden.

Nachtrag: Pascal misst jetzt alles mit einem anderen Lüfter des gleichen Modells noch einmal nach. Plausibilität und so. Also bitte dranbleiben...

Ihr bleibt natürlich auf dem Laufenden :)

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wuchzael

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620 Kommentare 298 Likes

Wow, krasser Test! (y)

Schön, dass die Blinki-Bunti-Lüfter auch endlich eine vernünftige Qualität erreicht haben und auch was können, statt nur eine Show abzuziehen und zu rattern.

Grüße!

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Igor Wallossek, Pascal Mouchel

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