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Cybenetics ATX v3.0 Spec Power Excursions Calculator – Freeware-Tool zur Netzteilberechnung nach Intels Vorgaben für Lastspitzen | Download

Wir haben das Thema der Lastspitzen bei den kommenden  Grafikkarten samt PCIe 5.0 sowie dem neuen ATX 3.0 Standard und Intels Einlassungen zu diesem Thema je bereits mehrmals detaillierter hinterfragt. Da aber am Ende ja niemand so recht weiß, was er mit all diesen Normen und der Theorie in seiner eigenen Praxis anfangen kann, hat mein Freund Aris (Dr. Aristeidis Mpitziopoulos) von Cybenetics eine kleine Software geschrieben, die auf genau den Formeln basiert, die Intel in seinen Excel-Sheets für die normgerechte Kalkulation verwendet. Natürlich ist es unmöglich, hier die Original-Datei der Intel-Ingenieure zu veröffentlichen, aber das Programm tut exakt das Gleiche.

Wer sich noch nicht ganz im Klaren ist, was hinter der gesamten Lastspitzen-Problematik genau steckt und warum man mit etwas Pech bald doch ein neues (oder stärkeres) Netzteil braucht, dem empfehle ich voran die Lektüre der beiden verlinkten Artikel von mir:

Einblicke in ATX v3.0, ATX12VO v2.0 und PCIe 5.0 – Wenn Ressourcenverschwendung zum neuen Standard wird | Investigativ

NVIDIAs und AMDs Forderungen an die PCI SIG für die neuen 600 Watt Grafikkarten – Grenzen, erlaubte Überschreitung und Lastspitzen | Exklusiv

Cybenetics ATX v3.0 Spec Power Excursions Calculator

Wir kennen die normalen Netzteilrechner, bei denen man die maximale Leistungsaufnahme der einzelnen Komponenten eines PC zusammenaddiert und dann (meist mit einem gewissen Sicherheitsaufschlag) die Bemessungsgrenze angezeigt bekommt, mit welcher Größe in Watt man beim Netzteil rechnen muss. Doch betrachtet man die neuen Normen und Standards (ATX v3.0 sowie PCIe v5.0), dann funktioniert das alles nicht mehr so einfach. Das hier angebotene Tool rechnet auch die Transienten hoch und testet, ob die angegebene Zielgröße des Netzteils ausreicht. Das Ganze ist nicht so einfach, so dass ich das Programm etwas erklären muss, damit auch Laien verstehen, worum es hier geht. Öffnet man das Programm (es startet mit dem 1000 Watt Beispiel), dann sieht das alles recht kompakt und doch verwirrend aus:

Deshalb werden wir nun gemeinsam einmal anhand eines fiktiven 1000 Watt Netzteils (das aber bereits die neue ATX 3.0 Norm erfüllen muss!) mit Intels Formelsätzen nachrechnen, mit welchen Lasten wir bei unterschiedlicher Hardware rechnen müssen. Die beiden Zeilen mit [email protected] und [email protected] erklären sich in der nachfolgenden Grafik, die wir ja als Tabelle noch aus dem ersten der beiden oben verlinkten Artikel kennen:

[email protected] ist hier also der einzuplanende Wert für die Lastüberschreitung in einem bestimmten Intevall (Zeitabschnitt) Te. Mit [email protected] beschreibt man die Maximallast im normalen Lastbereich über den Zeitraum Tc zwischen diesen jeweiligen Lastspitzen, der bei Zeitdauer und Wert in Watt mindestens einzuhalten ist. Kompliziert? Nein, eigentlich nicht, denn es erklärt sehr eindeutig, wie die Abfolge von Lastspitzen und Normallast für die jeweiligen Intervalle geregelt und normiert ist.

Das Beispiel im ersten Bild des Kalkulators setzt z.B. beim PCIe (W) auf eine fiktive Grafikkarte (Hallo Ada) mit 600 Watt Board-Power (das kann man natürlich frei ändern) und bei CPU TPD / PL1  z.B. auf eine Intel-CPU mit einem PL1 von 125 Watt. Hier legt Intel für das PL2 und die Spannungswandlerverluste den benötigten Wert für den Turbo automatisch selbst fest. Der Wert des restlichen Systems aus Motherboard, Speicher, SSDs und Peripherie ROP (W) kann man dann selbst eintragen. Diese Norm basiert leider auf Intels Ansichten der Leistungsaufnahme von CPUs und AMD findet hier nicht nicht wirklich statt.

Wer also eine AMD CPU nutzt, sollte hier über ROP (W) korrigieren und einfach etwas abziehen, denn der Rechner ermöglicht (mit Absicht) auch negative Werte. Wer beispielsweise einen Ryzen mit 125 TDP nutzt (und das auf maximal 150 Watt zulassen will), kalkuliert ROP (W) dann so: CPU Turbo / PL2 =  300 (aus dem PL2) – 150 (um die Differenz zur TDP auf maximal 150 zu bringen) + 10% Spannungswandlerverluste (aus 150 Watt sind das dann 15)  + 100 (die kalkulierte Peripherie samt Motherboard, muss individuell bestimmt werden). In unserem Fall ergibt das für ROP (W) also den Eintrag -35 und danach drücken wir mal auf den Button „Calc“:

Wir sehen also, dass das 1000 Watt-Netzteil nach der neuen ATX-Norm mehr ausreichend ist. Um den Irrsinn mit den erlaubten Lastwechseln zu verstehen, kann man sich mal die Differenzen zwischen Te und Tc anschauen. Solche Sprünge sind eigentlich Irrsinn, aber auch leider bald die Norm. Und nun schauen wir, ob wir das Netzteil kleiner machen können und loten die Grenzen aus. Dafür verringern wir den Wert von PSU Max Power (W) solange, bis bei irgendeinem Intervall ein Fehler auftritt. Dann wird das normgerechte Netzteil dieser Größe wegen Überlast mit Sicherheit nicht passen. Hier mal ein Beispiel mit 850 Watt, wo es bereits zu Fehlern kommen kann. Bei 1 ms Überlast mit 1530 Watt (laut Intel Specs) reicht die geforderte Normallast-Phase mit dem 4 ms als Intervall nach diesem Lastwechsel nicht mehr aus, um das System stabil zu versorgen.

Ihr seht, es sind also noch gewisse Vorarbeiten nötig, um den Rest der Komponenten abzuschätzen. Motherboards sollte man zwischen 30 und 50 Watt kalkulieren, RAM und SSDs, sowie die Lüfter/Pumpe und RGB mit weiteren 30 bis 50 Watt, je nach Aufwand im System. Etwas mehr einzuplanen schadet als Puffer ja eh nie. Das wars dann auch schon und es ist (wenn man es einmal begriffen hat), auch nicht sonderlich schwer, Intels Gedankengänge mit dieser Software nachzuvollziehen. Und leider ist ATX v3.0 keine Theorie mehr, sondern ein kommender Standard.

Ein klein wenig absichern muss ich mich beim Download natürlich schon, denn am Ende bin ich ja nur die Plattform, nicht aber der Rechte-Inhaber und Urheber des Programms. Man kann mit Sicherheit Vieles und das auch sehr ausgiebig testen, aber alle Optionen und Eventualitäten wird man nie ausschöpfen können. Deshalb kann es von mir auch (bis auf den Virentest des Installationspaketes) auch keinerlei Garantien für die Inhalte und den Einsatz der Software geben. Ich habe alle im Setup enthaltenen Dateien natürlich 1:1 so gelassen, wie sie mir vom Autor geliefert wurden. Ich übernehme quasi nur den Part der Community, der Schnittstelle zum Autor und des Hostings.

Disclaimer – Bitte zuerst lesen!

  • Die Publikation igor’sLAB ist nicht Autor oder gewerblicher Distributor dieser Software und kann deshalb keinerlei Haftung für die Software, deren Einsatz und die möglichen Folgen eines unsachgemäßen Einsatzes übernehmen. Das gilt auch für mögliche Programm-Inkompatibilitäten oder Datenverluste.
  • Wer dieses Tools nutzt, erklärt sich bereits beim Download mit diesen Bedingungen vollumfänglich einverstanden und verzichtet auf jegliche Ansprüche, die sich aus den Folgen der Verwendung ergeben.

 

Download des Installers

Der Installer ist ein vollständiges und auf Viren geprüftes Setup mit einem Installer. Es muss also nichts manuell entpackt werden, das Ausführen der heruntergeladenen Datei reicht somit völlig aus. Allerdings weise ich aus gutem Grund darauf hin, dass nur die von unserem Server (bzw. Cybenetics oder Partnerseiten von Cybenetics) heruntergeladenen Installationen vom Herausgeber freigeben und von mir auch getestet wurden. Es gibt leider Vorfälle, wo die bei mir angebotene Software modifiziert, mit Keyloggern bzw. Trojanern versehen wurde und man dann diese Inhalte danach neu verpackt sogar auf auf nachempfundenen Webseiten zum Download angeboten hat. Wer absolut sicher gehen will, nutzt nur die offiziellen Downloads wie dieses hier und klickt bitte auf das Download-Icon.

Achtung! Die Software benötigt die Desktop-Runtime von Microsoft .Net 5.0. Im unten verlinkten Installationsprogramm findet Ihr auf der Readme-Seite den anklickbaren Link zum kostenlosen Download bei Microsoft. Außerdem erkennt Windows bereits beim ersten Programmaufruf nach der Installation das Fehlen der Runtime und bietet das Download auch selbst noch einmal an.

Cybenetics ATX v3.0 Spec Power Excursions Calculator (Installer)
5,449 KB
29.04.2022

 

 

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RX480

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nettes kleines Spielzeug!

mit meinem ollen PP11-600W:
Da könnte ich theoretisch sogar ne [email protected] asic = ca.392W betreiben, wenn die CPU gaaaanz sparsam in [email protected] ist.
(weil ich kein Singlerail-NT habe, wäre natürlich 3x 8pin idealer, um die Last zu verteilen)

Im CB-Thread hatte schonmal ein User ne ähnliche Konfig. (war dann schon [email protected] mit seinem R3700x)
(bei Ihm 300 W+ xxx W, .... 330W liefen wohl auch testweise)

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Igor Wallossek

Format©

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RX480

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890 Kommentare 474 Likes

UVen ist Trumpf, ... falls man eh net auf h2o umbaut

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Zanza

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13 Kommentare 0 Likes

Gdata meldet hier ein Virus bei Installation

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Igor Wallossek

Format©

6,671 Kommentare 10,873 Likes

Heuristik. Gdata ist paranoider Müll. Du solltest schon darauf vertrauen können, was wir selbst kompilieren 😂

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komatös

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Na. dann ist die Windows Sicherheit auch paranoid. Vivaldi & Edge verweigerten den Download. Mit Firefox funktionierte der Download zwar, jedoch lässt sich das installierte Tool nicht ausführen.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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