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Clock Tuner for Ryzen 2.0 Tutorial und Download – Neue CTR Version mit Support für Ryzen 5000, Hybrid OC und Phoenix Modus

4. Profil-Verwaltung und Hybrid OC

Wie bereits erwähnt besitzt CTR 2 die Fähigkeit zwischen den verschiedenen Profilen dynamisch zu wechseln, je nach gesetzten Parametern und momentaner Auslastung der CPU. Wie wir unsere gespeicherten Profile ins Zusammenspiel mit dem Standard Boost-Algorithmus der CPU (Precision Boost Overdrive) bringen, sehen wir uns jetzt an. 

Zunächst muss hierfür im Tune Tab der Schalter “CTR Hybrid OC” aktiviert und anschließend in das Profile Management gewechselt werden.

Nun kommen die CPU bzw. CCX usage Schwellwerte und Holding Times ins Spiel, wobei die Standardwerte für meine CPU und Usecases bereits sehr gut funktionierten. Wir müssen nun lediglich auf “Apply P1 Profile” klicken und CTR bedient sich nun automatisch aus den drei Profilen und den anderen voreingestellten Parametern.

Kurz zur Erklärung dieser: Unterhalb des CCX usage min Schwellwertes wird die CPU im “P0” bzw. PBO betrieben, sodass hohe single-core Boost-Taktraten erreicht werden können. Über CCX usage min, aber unter CCX usage max, wird “P2” aktiv, um bestmögliche Leistung mit hoher Taktrate in Situationen mit Teilllast zu erzielen. Sollte CCX usage min unterschritten werden, wartet CTR die Holding time P2 ab, bevor die CCX zurück in den P0 versetzt wird. Grund hierfür ist, dass das Umschalten zwischen PBO und statischem OC einen kleinen Performance Impact hat und man sicherstellen möchte, dass die Teilllast wirklich vorüber ist und nicht nur kurzzeitig pausiert hat. Über CCX usage max bzw. CPU usage trigger geht die CPU sofort in das P1 Profil für maximale Effizienz in der Volllast. Die Holding time p1 legt hier auch wieder fest, wie lange die Last beendet sein muss, damit die CPU in einen Modus für geringere Last wechseln darf.  

Sollen wir übrigens nur ein Profil in Verwendung haben und z.B. P2 leer sein, wechselt CTR nur zwischen P0 (PBO) und P1 gemäß dessen Schwellwerten und ignoriert die Schwellwerte für P2.

Nach aktivieren des Hybrid OC und anwenden von Profile 1 wird im Log der CTR Hybrid OC Modus als aktiv angezeigt. Jetzt können wir testen, ob sich CTR auch so verhält, wie es versprochen wurde.

 

Starten wir nun einen single-core Workload, wie hier Cinebench R20 Sinlge Core, bleibt die CPU im P0 Profil, also dem Standard Precision Boost Overdrive Modus von AMD. Demzufolge können mit meiner 5950X Taktraten von über 5000 MHz erzielt werden. Während die beiden Kerne “1” und “8” aus dem ersten CCX mit dem höchsten CPPC-Tag fröhlich über 5 GHz vor sich hin boosten, bleibt die CPU Usage bei 3-5% und damit die CCX usage nach Adam Riese bei 6-10%. Denn obwohl HWinfo 3600 MHz für die Kerne 9-16 berichtet, sind die Kerne in Wirklichkeit geparkt und effektiv im Energiesparmodus. Das alleine zu sehen, obwohl ein OC-Tool aktiv ist, ist für mich als Hardware-Nerd schon cool.

Es geht aber noch viel besser, denn sobald eine Last über dem CCX usage min Schwellwert von 25 % anliegt, aktiviert CTR automatisch den statischen OC gemäß ermittelten Profilen. Da Cyberpunk 2077 aber in diesem Fall nur eine Teilllast von 30-50 % erzeugt – unter den CCX usage max und CPU usage trigger Schwellwerten, kann CTR sogar das P2 Profil mit ca. 275 MHz den höheren Taktraten als P1 aktivieren, was sich in einem so CPU-abhängigen Spiel durchaus in den FPS bemerkbar machen kann. Wer mehr zu Cyberpunk 2077 und seiner Vorliebe für schnelle CPU und RAM erfahren möchte, kann das nochmal hier und hier nachlesen. 😉 

Starten wir nun einen all-core Workload, hier Cinebench R20 All Core, und setzen die CPU somit unter Volllast, wechselt CTR automatisch in das konservativere P1 Profil mit geringerer Taktrate und Spannung für maximale Effizienz. Der Wechsel zwischen den Profilen funktioniert völlig automatisch und ohne jegliches manuelles Eingreifen. Auch kam es in den fast 2 Wochen, die ich das Tool vor Release testen durfte, zu keinem einzigen Absturz beim Wechseln der Profile, wie man vielleicht im ersten Moment vermuten würde. Hier kommt dem CTR auch wieder die neue direkte Kommunikation mit der SMU zugute, die laut Yuri 400 mal schneller funktioniert als der alte Weg in Version 1 über den Ryzen Master. CTR 2 weiß quasi schon lange vorher Bescheid, wenn ein Lastwechsel ansteht, und kann vorbeugend reagieren.

Fazit

Wow, Yuri, was hast du da für ein fantastisches Tool gebaut?! Während ich CTR 1 noch als nette Spielerei für Enthusiasten einordnete, ist CTR 2 schon fast ein must-have für jeden Ryzen CPU-Besitzer, so groß sind die Fortschritte zwischen den Versionen. Als Nutzer bekommt man mehr Leistung, mehr Effizienz und das auch noch in allen Lebenslagen der CPU, egal ob all-core, single-core oder irgendwas dazwischen wie Gaming. Mit dem Hybrid OC macht CTR allen Nutzern einer Zen 2 oder neueren CPU zugänglich, das bisher nur dem Asus Crosshair VIII Hero vorbehalten blieb. Und natürlich gibt es für Effizienz-Freaks weiterhin die Möglichkeit des “Undervoltings”, welches ich gar nicht gezeigt habe, und somit einer Effizienzsteigerung um bis zu 28% laut Yuri. 

Die Einrichtung und Benutzung ist viel einfacher geworden dank Wegfall der Abhängigkeit zum Ryzen Master, überarbeitetem User Interface und dem ebenso genialen wie einfachen “Phoenix” Modus. Einziger Nachteil ist wie immer beim Übertakten der übliche Kanon des offiziellen  Garantie-Verlustes sowie der einmalige Zeitaufwand für die Diagnose und das Tuning, wobei letzteres mit dem verbesserten Initial Frequency Smart Offset 2.0 auch optimiert werden konnte. Auch ist ein großes Plus, dass die diversen Settings je nach Belieben und Anforderung des Nutzers getweakt werden können, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich. 

Wenn ich etwas bemängeln dürfte, dann nur das fortweilende Fehlen eines “AVX Heavy” Testmodus. Auch wenn nur ein verschwindend geringer Teil der Nutzerbasis hierfür Verwendung haben dürfte, so kommt es doch oft auf genau solche Edge Cases an. Startet man nämlich einen schweren AVX Workload wie Prime95 small-ffts mit AVX oder LinpackXtreme, stürzt das System mit einem “AVX Light” getesteten Profil immer ab. Einziger Workaround bleibt das erhöhen der Spannung für die P1 und P2 Profile um 75-100 mV und anschließendes manuelles Testen auf Stabilität für diese Fälle. Für die allermeisten Spiele und Applikationen bräuchte man es natürlich nicht, aber wenn man es dann doch mal bräuchte, wünschte man sich es vorher gewusst zu haben.

Aber Yuri hat diesen und viele weitere Punkte bereits auf seiner eingangs erwähnten Roadmap für kommende Releases. CTR 2.1 mit vielen Features rund um die Ryzen 5000 Boost-Neuerungen wurde sogar bereits vorgestellt und ist für seine Patreon Unterstützer zum Testen verfügbar. Ryzen Besitzer können sich also heute über das neue 2.0 Release und gleichzeitig auf kommende Features freuen, die sich bereits in der Entwicklung oder im Test befinden. Für ein derartiges Engagement um die Community lässt man gerne mal ein Patreon Abonnement da! 

Wenn ihr Fragen oder Ideen zu CTR oder diesem Tutorial habt, oder auch einfach nur eure Erfahrungen und Ergebnisse mit der Community teilen wollt, dann schaut gerne im Forum Thread vorbei (unten als Kommentarfunktion verlinkt). Die Community und Igor freuen sich über jedes neue (und aktive) Mitglied!

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B
Besterino

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4,830 Kommentare 1,894 Likes

Huch, heute so förmlich Herr Wallossek? ;)

Grats schonmal, dass 1usmus hier bei Dir veröffentlicht! Supertyp, Ahnung ohne Ende. Immer ein "must read" bei techpowerup.

@1usmus: Willkommen! :D

So, jetzt mal lesen.

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Gurdi

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907 Kommentare 453 Likes

Ohh das sieht aber sehr interessant aus. Direkt mal morgen genauer in Augenschein nehmen :)

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R
Rheinfels

Mitglied

45 Kommentare 26 Likes

View image at the forums

Sieht eher nach Google Translate aus...das sollte wohl Windows und Build heißen:oops:😅

Edit: Bis gerade stand als Autor oben noch Igor, jetzt ergibt das förmliche und Google Translate eventuell mehr Sinn ;)

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B
Besterino

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4,830 Kommentare 1,894 Likes

Jo... ich rätsel' auch noch, was "Kristallsortierung" ist... muss ich dafür bei Swarovski vorbeischauen?

Oder

"Unzulänglichkeiten sind (...) wenn der Benutzer mit einer erfolgreichen Instanz des Prozessors erwischt wird." Wehe dem, der sich erwischen lässt!

Zu den Hintergründen kann man sich auch echt mal die Mutter aller Infos dazu reinpfeifen: https://www.techpowerup.com/review/...locking-deep-dive-asus-rog-zenith-ii-extreme/

Das Tool werde ich mir jedenfalls bestimmt mal näher ansehen! Selbst die einzelnen CCX durchzutesten, zu tweaken und dann noch auf Herz und Nieren auf Stabilität zu prügeln, war mir bisher immer viel zu aufwändig.

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Igor Wallossek

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meine Güte, ich gehe nochmal drüber. Yuri hat das gerade geschickt :D
Ich musste halt schnell sein :)

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B
Besterino

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4,830 Kommentare 1,894 Likes

Joah, wäre nicht verkehrt. Aber saugeil, Du hast ja auch das englische Original! Vielleicht ausnahmsweise noch'n Link dahin irgendwo in die deutsche Version?

Nochmal, Glückwunsch, dass der Herr Kollege bei Dir published! Das ist in meinen Augen wirklich eine gewisse Auszeichnung (will Dir nicht zu Nahe treten, aber das ist für mich Mr. AMD-Tuning-Guru).

Nur dass der immer nur ASUS Boards nimmt, nervt mich ein wenig. ;)

Dürfen wir denn in Zukunft mehr von ihm hier erwarten? *froifroifroi*

@1usmus: welcome to the nerdiest, friendliest and overall most tech-savvy community on the planet, in the universe and among the forces of the light and forces of the dark... ah well... maybe some slight exaggerations there but you'll get the point. :D

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Igor Wallossek

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Du kannst oben einfach zwischen DE und EN umschalten

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ro///M3o

Veteran

165 Kommentare 85 Likes

Scheiße ist das Geil!!! o_O
Besten Dank für diesen Hammer. Love it!

Edit: Der Text ist erfrischend akademischer Natur 😁 🤘

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T
Tritium

Neuling

6 Kommentare 1 Likes

coole Sache. Leider an Win gebunden.

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Igor Wallossek

Format©

5,167 Kommentare 7,945 Likes

Zeit zum Umsteigen :P

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About the author

Xaver Amberger (skullbringer)