Praxis Prozessor Testberichte

AMD Ryzen 7000 Heatspreader und Kühlungsanalyse – Temperaturen, Hotspots und Probleme

Kommen wir nun zum covern der CPU und der Applikation der Wärmeleitpaste. Ich schrieb ja bereits, dass der IHS so wahnsinnig dick ist. Im Verhältnis dazu ist die Schicht der Wärmeleitpaste wirklich dünn, kann aber durchaus noch einen gewissen Einfluss ausüben, wenn man es denn komplett falsch angeht. Trotzdem ist es, um es mal überspitzt zu formulieren, fast schon egal, was man da draufkleistert. Hauptsache schön dünn. Das klingt jetzt zwar etwas flapsig, aber ob man nun auf die 20 K Delta noch ein bis zwei mehr draufpackt, ist dann fast schon egal. Um es mal im Umkehrschluss zu beschreiben. Wenn ich die Wassertemperatur um 5 Grad absenke, ist die CPU auch nur 1-2 Grad kühler, wenn überhaupt. Doch Bange machen gilt nicht, legen wir mal los. Denn ich bin schon gespannt, der Sockel ist es auch.

Zunächst will ich die Aussparungen abdecken, damit sich der Schmand hier später nicht festsetzt. Auch wenn AMD die sichtbaren Bauelemente in den Lücken festgeklebt und zumindest partiell mit Lack überzogen hat – ich muss so etwas einfach nicht haben. Natürlich ist die Paste im Allgemeinen auch nicht elektrisch leitend, aber sie gehört dort einfach nicht hin. Mechanisches Säubern und Rubbeln ist im Nachhinein dann eh die schlechteste Ordnungsmaßnahme. Also besser erst gar nichts mit Paste einsauen.

Dazu habe ich mir aus schwarzem Isolierband (es geht natürlich auch grünes, gelbes oder rotes) die benötigten acht kleinen Streifen geschnitten, die breiter und auch länger als die Einbuchtungen sein müssen. Die überstehenden Seiten (ca. 1 mm) und der Streifen lassen sich dann mit einem Wattestäbchen eindrücken und an den Rändern auch leicht andrücken. Das passt dann schon recht ordentlich, aber man muss aufpassen, dass nichts umklappt und später zwischen IHS und Kühlerboden gerät.

Anschließend habe ich die CPU noch bündig oberhalb der ersten Sicke außen umlaufend mit weiteren, längeren Streifen abgeklebt. Erstens fixiert man dadurch die acht kleinen, bereits aufgelegten Streifen und Zweitens deckt man so auch den Rest des Randes noch gut ab.

Wir sehen auf dem Bild unten die fertig abgeklebte CPU. Man kann mit der Fingerkuppe von innen nach außen überprüfen, ob wirklich nichts so übersteht, dass es später stören würde.

Jetzt kommt die Wärmeleitpaste an die Reihe. Nicht zu dünn und lieber etwas viskoser, denn man bekommt die Paste durch die hohen Anpressdrücke eigentlich immer dünn genug gedrückt. Klecks und gut, das vertut sich mit Leichtigkeit.

Das Verschrauben des Kühlers ist ebenfalls unkompliziert. Maß nehmen, auflegen und gleich mittig mit der Hand VOR dem Verschrauben ordentlich festdrücken. Dann kann man die Schrauben alternieren und diagonal bis zum Ende festziehen. Das war es dann auch schon und man muss hier auch nicht mit zig Klecksen, Würsten oder sonstigen Kunstformen herumexperimentieren. Alle getestet, es bringt aus meist mehr Schmand neben der CPU auch keine Verbesserung mehr.

Nach der Benutzung kann man den Kühler auch schön einfach wieder abnehmen, da die CPU ja durch den LGA-Sockel festgehalten wird. Danke dafür! Wir sehen anhand der Schicht, dass die vier äußeren Ecken, die abfallen sind, nicht mit Paste bedeckt sind, wohl aber die vier Nasen an den Längskanten. Die sind nämlich deutlich ebener. Wenn das Bild der Wärmeleitpasten-Reste so aussieht wie hier, hat man auch nichts falsch gemacht.

Danach zieht man das Isolierband von außen nach innen hin einfach ab und erhält eine saubere CPU, die aussieht wie neu! Man muss ja nicht immer alles verdrecken, sauber lebt es sich gleich viel unbeschwerter…

Sollten an den Kanten noch kleinere Reste stehen bleiben, kann man die mit einem kleinen Spatel von unten nach oben hin abziehen. Verreiben bringt nichts.

Und nachdem wir das nun auch verinnerlich haben, geht es auf die Suche nach den Hotspots und zu den Temperaturmessungen. Und ja, das wird wirklich interessant, garantiert!

 

113 Antworten

Kommentar

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Falcon

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115 Kommentare 118 Likes

Guten Morgen!

Wie du perfekt zeigst hat so eine dicke Kupferplatte mechanisch Vorteile, beim Kühlen aber Nachteile.

Bei den AM4 Prozessoren konnte ich durch Abschleifen der Nickelschicht auf dem Heatspreader, sowie Planen und Entfernen der Nickelschicht auf diversen Kühlern (meist Noctua), zwischen 3 und 7°C zurückgewinnen, je nachdem wie "krumm" die Oberflächen waren.

Der Hauptvorteil lag aber darin das die Temperaturen nicht mehr so heftig "gesprungen" sind sobald ein bisschen Last auf die CPU kam.

Ohne die Bearbeitung habe ich sehr oft Temperatursprünge von 15-20° nach Oben/Unten gesehen mit dem Lastwechseln.
Da kann natürlich kaum eine Lüftersteuerung, selbst mit einstellbarer Verzögerung, Mithalten.

Nach den Bearbeitungen sprangen die Temperaturen nur noch 5-10° und bei weiter anliegender Last stieg die Temperatur dann halbwegs gleichmäßig so um 1-1,5°/s.

Vielleicht sollte man den Usern nochmals Aufzeigen das viele Kühlerböden nicht plan sondern konvex sind, was bei den doch recht guten Ebenheiten der AMD Heatspreader Nachteile hat.

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meilodasreh

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572 Kommentare 284 Likes

Zen4 sind jedenfalls keine Herzensbrecher, soviel ist schonmal klar. :ROFLMAO:

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man könnte sich glatt fragen, ob die Übersetzung sich da mit Absicht eine gewisse Doppeldeutigkeit hat einfallen lassen...so ein Algorythmus ist ja manchmal schon ein Schelm.

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Veteran

496 Kommentare 312 Likes

Die Gory Details des Algorythmus ;)

Wo kommt der Screenshot her? Amazon?

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konkretor

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309 Kommentare 321 Likes

Als ich heute Morgen gesehen habe wie Igor die CPU abklebt. Meinte mein Gehirn das kennst du da noch von früher. Ich habs sogar gefunden in der Krabbelkiste. Na wer kennt es noch? Bin mir gar nicht sicher ob das überhaupt was gebracht hatte.

Frage an die 3D Drucker Fraktion da würde sich doch eine art Abdeckung drucken lassen das einfach drüber gelegt wird.

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big-maec

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872 Kommentare 512 Likes

Ist kein Problem, dafür müsste man mal die Maße haben. Denke mal, da wird auch noch einiges kommen.

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Thorsten Heldt

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29 Kommentare 10 Likes

Hallo Igor,

super Bericht. Tja, da werde ich wohl trotz deinem empohlenen Fractal Torrent Gehäuses demnächst auf WAKU gehen müssen. Apropo ist ja noch früh. Irgendwie finde ich das Video nicht ;-) Link oder so. Fehlt da noch was ?

Gruss Thorsten

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RedF

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4,750 Kommentare 2,634 Likes

Ja, nur muss es gut überlegt sein weches material man nimmt. Aber gut, soll es halt anfließen ^^

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k
krelog

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173 Kommentare 53 Likes

Wenn man nur die Höhenangaben im inneren anschaut komme ich nicht auf 0,03mm Unebenheit sondern auf 0,14mm du gibst ja die werte an und da schwankt er doch von 47,85 bis 47,99.

und warum man ihn so "Dick" macht und eine Kühlerkompatibilität sicherzustehen erschliest s ich mir auch nocht ich kaufe ein Upgrade (CPU, Board und Ram) bin je nachdem ca. 1000€ los und dann kommt es drauf an ob ich eine neue Backplate brauche für Kühler oder nicht. Da hat sich die Technik von sales ganz schön überrumpeln lassen.

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grimm

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3,117 Kommentare 2,051 Likes

Der nächste Artikel ist dann: „Welche WaKü schafft CPU UND GPU?“

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Falcon

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Wieso? Willst du nen 7950X 24/7 beim Rendern Quälen? :unsure:

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ianann

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336 Kommentare 232 Likes

Lieber Herr @Igor Wallossek , gönn' Dir mal 'ne Pause - was hier dauerhaft und fließbandartig an hochwertigstem Content rausgeschoben wird, ist ja nicht mehr menschlich. :D

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Derfnam

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7,517 Kommentare 2,029 Likes

This is Heartcore, Baby. Unbroken.

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T
Thorsten Heldt

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29 Kommentare 10 Likes

Neh. Das nicht. Aber da ich die Problematik beim 5000er Ryzen bei meinem Sohn schon sehe. Temperatur und Lautstärke technisch. Gehäuse Sharkoon Mesh TG4M . Definitiv zu klein. Kann ich mir ausmalen bei einem 7900x (weil zwei ccds) und ner "7800xt oder 7900xt" wie sie auch immer heißen mögen passiert. Mein System ist 11 Jahre alt mit nem 4790k und ner 1080 ti. Komplett alles neu. Mag es halt ruhig. Problem ist ja nicht die Leistung. Sondern die Leistungsdichte die abgeführt werden muss.

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K
Kyuss

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45 Kommentare 60 Likes

Naja, die Lautstärke ist ja ne Einstellungssache. Viel kühler wirds nicht ob die Lüfter bei 100% laufen oder nur bei 50% wenn die CPU unter Volllast läuft. Der 7900X sollte sogar eine bessere Figur machen als 7700X und 7950 X, weil pro Chiplet weniger Energie verbraten wird

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Falcon

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115 Kommentare 118 Likes

Schau mal bei CB, die haben da extra nen Test gemacht mit dem Torrent und ner 3090TI bei 450W.

Desweiteren sind ja schon diverse Veröffentlichungen da die Aufzeigen das mit ein bischen CurveOptimizer deutlich bessere Temperaturen herrschen als stock.

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Igor Wallossek

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10,328 Kommentare 19,155 Likes

600 Watt gehen auch mit einem Blower-Design. Aber das will ja keiner. Da fackelt dann hinten an der Wand nach einer Stunde Cyberpunk die Tapete ab. :D

Auf CB haben sie eine Asus-Karte. Die hat keinen Drall im Luftstrom und schiebt die Luft direkt an die Seitenwand. Dann gehen rund 40% auch wieder nach unten und werden gleich wieder eingesaugt. Dazu hatte ich vor Jahren schon mal einen Artikel.

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Es gibt 2 Hersteller die das mittlerweile besser lösen. Warum wohl? ;)

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ianann

Veteran

336 Kommentare 232 Likes

Ist es nicht unterdessen eh Wahnsinn soviel Abwärme ins Gehäuse zu schieben? Mich wundert dass man bei den ganzen 2-Slot oder mittlerweilse sogar 3,X Slot Kühlern keine Konstruktionen mehr nutzt, welche die Luft über die Slots nach hinten rausschieben. Bekommen jene die Hitze nicht schnell genug von den Hotspots?

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Ghoster52

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1,431 Kommentare 1,097 Likes

Wenn die CPUs mal billiger werden könnte man eine CPU mal abschleifen,
um zu sehen wie viel Temperaturunterschied pro mm möglich ist. :ROFLMAO:
Ich bräuchte dafür nur ein defektes Board mit magnetischer Backplate.

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RedF

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4,750 Kommentare 2,634 Likes

1mm*20K/3,42mm = 5,8K/mm 😅

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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