Testberichte

Im Test vor 5 Jahren: AMD A10-7890K fürs Budget-Gaming mit Freesync | Igors Retro

Was macht man, wenn neue Technik zwar angekündigt, aber noch lange nicht verfügbar ist? Denn bis die lang ersehnten Summit-Ridge-CPUs und Bristol-Ridge-APUs endlich zur Verfügung stehen, muss die verbleibende Zeit möglicht sinnvoll und irgendwie auch auffällig überbrückt werden. Mit einem kleinen Update in Form der APU A10-7890K, die im Gegensatz zur A10-7870K mit einem leichten Takt-Plus von 200 MHz und AMDs neuem Wraith-CPU-Kühler aufwarten kann, will AMD vor allem Online-Gamer ansprechen, für die sich eine separate Grafikkarte eigentlich gar nicht lohnt.

Auch wenn Kaveri einschließlich der kleinen Evolution zu Godovari technisch komplett ausgereizt ist – mit diesem letzten Modell möchte man genau diese Zielgruppe noch einmal neu beglücken. Das angebotene Geschwindigkeitsplus soll dabei vor allem aus den leichten Verbesserungen des 28-nm-Fertigungsprozesses der Chips resultieren, was aufgrund der langen Produktionszeit und der so gesammelten Erfahrungen durchaus plausibel erscheint. Ein zweiter nicht unwesentlicher Grund, warum der A10-7890K mit einem Basistakt von 4,1 GHz und einem Turbomodus von 4,3 GHz betrieben werden kann, dürfte in der verbesserten Kühlleistung des standardmäßig mitgelieferten Wraith-Kühlers liegen, den wir ja vor Kurzem bereits ausführlich getestet haben.

Dieser Kühler ist für Verlustleistungen von bis zu 125 Watt ausgelegt und sollte deshalb eigentlich keine Schwierigkeiten haben, diese APU mit ihrer angegebenen TDP von 95 Watt angemessen zu kühlen. Doch ohne jetzt zu viel spoilen zu wollen können wir durchaus schon verraten, dass wir im Test sogar die 125 Watt leicht überschritten haben. Dank der Taktsteigerung nimmt die APU zudem mit einer theoretischen Rechenleistung von 1,02 TFLOPS sogar die 1-TFLOPS-Hürde – zumindest so lange keine Grafiklast anliegt. Zu diesem Punkt haben wir eine ganz spezielle Analyse vorbereitet, die auch zeigt, warum sich AMDs APUs  manchmal so schwer tun, sich sowohl vom CPU- als auch GPU-Limit zu befreien und einen ausgewogenen Kompromiss zu finden.

Doch bevor wir mit den eigentlichen Tests beginnen und den PC vorstellen, den wir speziell für AMDs auserkorene Zielgruppe entworfen haben, stellen wir zunächst die wichtigsten Mitglieder der APU-Familie mit der x86-Steamroller-Architektur noch einmal tabellarisch gegenüber:

APU:
AMD A10-7890K
AMD A10-7870K
AMD A10-7860K
AMD A8-7670K
AMD A8-7650K
AMD A6-7470K
Generation: Godavari Kaveri Godavari Kaveri Kaveri Godavari
Module/Threads: 2/4 2/4 2/4 2/4 2/4 1/2
Basistakt: 4,1 GHz 3,9 GHz 3,6 GHz 3,6 GHz 3,3 GHz 3,7 GHz
Turbo: 4,3 GHz 4,1 GHz 4,0 GHz 3,9 GHz 3,8 GHz 4,0 GHz
L2-Cache: 4 MByte 4 MByte 4 MByte 4 MByte 4 MByte 4 MByte
Grafikeinheit: GCN
Radeon
R7 Series
GCN
Radeon
R7 Series
GCN
Radeon
R7 Series
GCN
Radeon
R7 Series
GCN
Radeon
R7 Series
GCN
Radeon
R5 Series
Shader: 512 SPs 512 SPs 512 SPs 384 SPs 384 SPs 256 SPs
GPU-Takt: 866 MHz 866 MHz 757 MHz 757 MHz 720 MHz 800 MHz
TDP: 95 Watt 95 Watt 65 Watt 95 Watt 95 Watt 65 Watt

Wir bauen einen PC fürs Online-Gaming

Einfach immer nur Open Bench Table ist langweilig. Deshalb haben wir AMD beim Wort genommen, einen möglichst optimalen und doch günstigen PC für Spiele wie Dota 2 gebaut und diesen dann als Grundlage für unsere Benchmarks herangezogen. Wir haben uns mangels entsprechender Alternativen dann am Ende doch für ein ATX-Mainboard entschieden, denn aktuell ist es nicht einfach, Mainboards mit DisplayPort für den Sockel FM2+ zu bekommen.

Wir haben diesen Anschluss deshalb benötigt, weil wir auch Freesync testen wollten, denn wir verfügen mit dem AOC G2460PF über einen 24 Zoll großen Freesync-Monitor, der sich geradezu anbietet, um so eine Konstellation zu testen. Wer auf Freesync verzichten kann, findet auch passende Mini-ITX-Mainboards für sehr kleine PCs oder eben Budget-Boards im Preisbereich um die 50 Euro. Hierauf wollen wir am Ende des Artikels noch einmal genauer eingehen.

Aufgrund des Formfaktors haben wir uns nach einer längeren Beratung mit Caseking dann doch für den Aerocool GT-RS ATX Cube und damit auch für ein relativ günstiges Zweikammer-Gehäuse entschieden, das ein Mittelding zwischen Midi-Tower und Cube darstellt und mit seinen knapp 50 Euro Straßenpreis auch finanziell gut zu stemmen sein dürfte. Natürlich muss man in dieser Preisklasse Kompromisse eingehen, die sich am Ende im etwas dünneren Blech und einigen eingeschränkten Features widerspiegeln. Doch wirklich beinträchtigt hat dies das Projekt nicht.

Zusammen mit einem günstigen Netzteil, einem DVD-Kombilaufwerk, das auch vertikal montiert werden kann, und einer günstigen 240-GByte-SSD von Crucial komplettieren wir den doch sehr speziellen Gaming-Light-PC, der in dieser oder leicht abgewandelter Form durchaus seine Zielgruppe ansprechen könnte, solange man mit den Eigenheiten der APU und deren Leistungsgrenzen klarkommt. Wo diese liegen, klären wir gleich.

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Alkbert

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Auch wenn Kaveri und Godovari eher klingen wie zerstrittene Völker aus dem Babylon 5 Universum sieht man doch auch in der xten Iteration der Technologie, dass sich performancemäßig und rein auf die Kernleistung bezogen seit dem Phenom 2 x6 und nachfolgend dem Bulldozer leider nichts mehr getan hat. AMD steckte damals in einer ähnlichen Sackgasse wie zuvor schon einmal Intel mit dem Pentium 4 und der Netburst Architektur - mit dem Unterschied, dass für AMD zur Abwendung der Pleite dringend ein "Blockbuster" her musste.

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Mcr-King

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21 Kommentare 8 Likes

also ich hatte vor dem i5 6600 einen A10-3870K der ging recht gut auf 4,4GHZ mit Monsterkühler, auch der A10-7850K von meinem Dad ging wie ein Zäpfen mit OC, klar wahr der i5 massive überlegen hat aber auch dass doppelte gekostet.

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a
alles_alles

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Ich kann dem so nicht zustimmen. Dazu muss man wissen, was war die Architektur Bulldozer eigentlich und was machte diese einen anderen Entwicklerzweig hatte. Bulldozer war aus dem Server Bereich und war einer der ersten CPUs mit einer Modularen bauweise und ein Vorgänger des Chipletdesign, dass wir heute bei ZEN kennen. Die IPC war besser und die Effizienz der Technik war besser als bei Phenom. Allerdings hatte die Technik das Problem, dass es zwar entsprechende Cores besaß aber auch Funktionen geteilt hatte. In Anwendungszenarien wie Anwendungen oder Serverbereiche hatte, dass Design vorteile. Heiß wurden diese nur wenn man Sie extrem übertakten konnte. Und bis heute ist der FX unter den Topprozessoren was Übertakungsfähigkeiten angeht. Ja das FX design stammt aus der Server gegend und war darauf ausgerichtet einen hohen Datendurchfluss bewältigen zu können. Man konnte aber immerhin mit starkem übertakten etwa bei 5,3 ghz schon in die Nähe eines ryzen 1200 im standardtakt an die IPC rankommen.

Die AMD A CPUS holten die beste IPC in Zusammenhang mit der Effizienz aus der Bulldozer Technik raus. Hier lernte AMD wie man die heutigen Starken APUS baut und wie sowas schnell funktioniert. Ein Athlon 845 kam sehr nah an die IPC eines Ryzen 1200 am Ende ran. Etwa 25 % fehlen hier noch. Beim ursprünglichen Bulldozer waren es über 50 % an IPC die fehlten. Die Entwicklung zu Carrizo und FM2+ ebnete AMD den Weg für AM4 und Ryzen. Carrzio mit bristol ridge war im Überrigen die letzte Weiterentwicklung.

Im Prinzip vereinigt AM4 das beste von AM3 mit dem von FM2+ . Ein Ryzen 4750g hat im Prinzip fast eine Grafikleistung einer 1050ti und einen immens Starken cpu der besser und effizienter ist als der 3600 ryzen. Ohne Die Entwicklung von FM2+ wäre das ganze nicht möglich gewesen und ohne AM3 Modulbauweise ebenfalls nicht.

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Alkbert

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Leuchtet ein. Im "Tagesbetrieb" hatte ich zwischen meinem 1090T, dem FX 8150 und meinem letzten A10 allerdings leider keine Sprünge sehen können. Weder beim Rendern, noch beim Zocken noch im "allday" Desktop Betrieb.

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D
Denniss

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RAM in den falschen Steckplätzen - Autsch. Selbst bei DDR3 und speziell bei besonders hoch taktendem war das schon wichtig. Stichwort Signalreflektionen.

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Carcasse

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87 Kommentare 36 Likes

Da ist die Aushilfe schuld gewesen. Es musste schnell gehen, der Fotograf hatte wenig Zeit....;)

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N
Nelinius

Neuling

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In mein zweit Rechner werkelt immer noch ein A10-7850K mit eine Ati R9 290X. So schlecht fand ich es nicht. Habe nur als der Ryzen 3000 raus kam auf ein Ryzen 7 3700x gewechselt und da ich noch eine RX 580 rum liegen hatte ist sie aktuell noch in mein System. Gibt eben keine Grafikkarte zur Zeit zu ein vernünftigen Preis.

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a
alles_alles

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764 Kommentare 178 Likes

Es gab nur Bedingt Anwendungsgebiete wo diese Technik schneller war. Immerhin hat Sie Effizienter gearbeitet als der Phenom II. Sonst hatte ich sehr lange einen 7850k im Einsatz und war sehr zufrieden mit der APU aber auch mein kleiner A4 1200 oder A4 5050 liefen sehr gut .

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B
BlackArchon

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23 Kommentare 11 Likes

Im Artikel steht, dass der A10-7870K ein Kaveri wäre. Das stimmt aber nicht, das ist auch schon ein Godavari.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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