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Eine 50 Euro GPU in 2021 – Was kann man mit einer fast 10 Jahre alten Mittelklassekarte heute noch spielen?

In Zeiten, wo Grafikkarten Mangelware sind und selbst langsamere Einsteigermodelle noch mit über 500€ zu Buche schlagen, werden verzweifelte Gamer irgendwann kreativ. Auch wenn heute nachmittag mal wieder eine neue, kleine Grafikkarte gelauncht wird, ist die Not wirklich groß. Deshalb auch dieser kleine Artikel, der Euch die Zeit bis zum Launch zu überbücken hilft, oder sogar noch einen Denkanstoß liefern könnte. Dass man mit einer 8 Jahre alten Mittelklassekarte keine aktuellen AAA Titel mehr zocken kann, steht natürlich außer Frage. Aber was geht wohl mit so einem alten Schätzchen noch? Finden wir es heraus!

 

Unboxing

Als ich vor einigen Tagen auf dem Dachboden nach der Verpackung eines alten Prozessors suchte, fiel mir der Karton einer Sapphire Grafikkarte in die Hand. Beim genaueren Hinsehen erblickte ich die Modellnummer: Radeon R9 270X. War das nicht diese neuaufgelegte HD 7870, die ich vor vielen Jahren durch eine um Dimensionen schnellere GTX 980 ersetzt hatte? Ob die wohl noch funktioniert? Nachdem wir im Winter Temperaturen von weit unter 20°C Minus hatten, hegte ich meine Zweifel. Überraschend sauber und mit komplettem Zubehör hatte ich die Karte eingelagert, weshalb ich sogar mit einer Art Unboxing dienen kann.

Beim Recherchieren bestätigte sich meine Erinnerung – die R9 270X war tatsächlich eine „rebrandete“ HD 7870 GHz Edition, die ihrerseits sogar schon im Jahr 2012 das Licht der Welt erblickte. Eine sehr lange Zeit, im Leben einer Grafikkarte. Das gegenständliche Modell ist auf dem Gebrauchtmarkt für gut 50€ zu haben, ein wahres Schnäppchen, verglichen mit dem ansonsten komplett kaputten Markt.

Weil die Karte schon einige Jahre auf dem Buckel hat und vor längerer Zeit eingelagert wurde, hatte ich sie kurzerhand gereinigt und die Beschaffenheit der Wärmeleitpaste und der Wärmeleitpads überprüft. Erstaunlicherweise war die Paste noch nicht ausgetrocknet und die Pads noch intakt.

Etwas frische GC Extreme gab es für den Kern aber dann doch, bevor sie wieder zusammengebaut wurde.

 

Testsystem

Das Testsystem ist wohl nicht ganz repräsentativ, um eine so alte Grafikkarte zu testen. Letztlich ist es aber gar nicht mal so unrealistisch, denn viele von uns stehen aktuell mit einem frisch gebauten Rechner da, dem nur noch eine bezahlbare Grafikkarte fehlt und so kommt es tatsächlich zu den kuriosesten Systemen. Schnell noch mein neues System vorgestellt, zu dem ich zeitnah vielleicht noch einen kleinen Artikel verfasse, dann geht es mit dem Praxistest weiter.

 

Direkt nach dem Einbau gab es einen kleinen Schock, denn das Mainboard quittierte den Umbau auf die alte Karte mit einem d6 Error. War die Karte zwischenzeitlich vielleicht doch gestorben? Im Winter könnte es durchaus unter Null Grad auf dem Dachboden gehabt haben und im Sommer dürften 50-60°C nicht unrealistisch sein. Aber genau genommen handelt es sich dabei ja eigentlich um einen Temperaturbereich, den eine Grafikkarte im normalen Alltag (z.B. eines Overclockers) schließlich auch verkraftet. Sollte es das schon gewesen sein mit meinem Test? Neue Karte wieder rein, selben Fehler erhalten. Oh oh, die alte Karte wird doch wohl nichts beschädigt haben? Ein BIOS Reset konnte den Tag schließlich retten und dann wurde mir auch klar, warum die alte Karte nicht wollte. Der primäre PCIE Slot war auf 4.0 gestellt und rBAR aktiviert – ups!

Nach den kurzen Startschwierigkeiten und dem Wiederherstellen meiner Settings ging es ziemlich problemlos weiter. AMD bietet noch legacy Treiber an und zu meiner Überraschung waren die noch nicht mal uralt.

Nach der Installation und einem Neustart lief der Monitor, angeschlossen über Displayport, sofort problemlos auf 1440p mit 144Hz. FreeSync kann die R9 270X leider noch nicht, die anderen Features wie Anti-Lag, Chill und Co. werden aber unterstützt.

 

Overclocking Light

Bezüglich des Overclockings habe ich mir für diesen Artikel keine großen Mühen gemacht, aber die ganz offensichtlich ist meine GPU eh eine Niete, denn viel mehr als die gewählten Settings macht sie leider eh nicht stabil mit. Ich habe die GPU von 1070MHz auf 1100MHz (+3%) und den GDDR5 Speicher von 1400MHz auf 1500MHz (+7%) angehoben, was in allen getesteten Szenarien stabil lief.

 

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RedF

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In meinem "Kinder" PC für Fortnite und Minecraft werkelt noch eine GF 680GT. Bei den aktuellen Preisen ist nicht wiklich an ein Upgrade zu denken.

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h
hoppel

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Dito, habe bei meinen Kindern die R 290 drin für diese Games, die sind letztes Jahr im Keller liegen geblieben, weil keiner 50, - Euro für so eine alte Karte ausgeben wollte...

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TSH-Lightning

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Schöner Bericht. Mit meiner GTX 660 in Zusammenarbeit mit dem AMD PII X6 + einer Crucial C300 SSD war auch noch was möglich, aber die Kiste ausgemustert. Mein Thinkpad X13 Gen2 mit dem i7-1165G7 und der Iris Xe Grafik ist schneller bei einer extrem viel besseren Effizienz.

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c
cunhell

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Bin mit ner R9-280 unterwegs. Es erstaunt mich immer wieder wieviel, mit etwas Leidensfähigkeit meinerseits, mit der Karte noch geht.
World of Warships in 4K mit 35fps. World of Warcraft, wenn man die Details runterdreht auch auf 4K allerdings mit partiellen Ruckelorgien.
Ältere Games aus meinem Pile of Shame nie fertig gespielter Titel laufen noch erstaunlich gut auf 4K.
Für Hardcorezocker oder zumindest ambitioniertere Spieler als ich würden sich vermutlich mit Grausen abwenden ob der möglichen Einstelungen und erreichbaren fps. Aber bevor ich 800€ plus für eine Karte ausgebe, lebe ich damit. Einzig der Aftermarket-Kühler macht mir etwas sorgen, da die Lüfter des Orginalkühlers gestorben sind und der verbaute AC-Kühler etwas überfordert scheint. Sollte ja auch nur eine temporäre Lösung sein, die allerdings nun schon Jahre auf dem Buckel hat.
Meine R9-270x Hawk hat leider vor einem Jahr das Zeitliche gesegnet. In meinem zweiten PC werkelt daher jetzt eine GTX660.Aber für FHD tut es die auch.
Meine größte Angst ist, dass meine R9-280 wegen der grenzwertigen Kühllösung den Weg alles irdischen geht. Das wäre zur Zeit echt übel.

Ich hoffe ja immer noch auf den Drop aus dem AMD-Shop ;-)

Cunhell

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ApolloX

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@Igor Wallossek , in welcher Auflösung lief das, z.B. der Witcher 3? Also wenn ich vor nem Jahr mit der 57XT gespielt hab, hatte ich bei 1440 auf die 60 FPS ingame limitiert, aber die Grafikkarte hat schon recht geheult. Wenn du jetzt bei 1440p (und welchen Settings?) um die 52 FPS hast, dann bin ich echt überrascht. Sind die Lüfter da grad vor der Explosion?

Ich vermute, du hattest die Spiele nicht in 1440p laufen?

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mad0nion

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39 Kommentare 16 Likes

Ich habe ne 7870 GHz Edition im Wohnzimmer PC, der mit einem Core 2 Quad Q8200 und 4 GB Ram im Gaming sogar noch das Limit bildet.
Aber was soll man sagen? Da ich Game Pass Ultimate und somit auch am PC habe, kann man damit manche Gamepass Titel, sowie ältere PC Titel wie bspw. GTA bis IV noch ganz passabel in 1080p am alten TV spielen.
Echt Krass finde ich ja die Leute, die ihre gebrauchten "defekten" Karten teils im mittleren dreistelligen anbieten.
Eine defekte R9 390 für 200€, eine defekte 1080 für 350 anzubieten ist sowas von dreist... da fehlen einem die Worte

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G
Guest

Schöner Test!
Hab selbst noch eine R7 270 (Homeoffice meiner Frau) und eine R9 290x (im zwar gebauten, aber noch nicht fertigen Emu-PC) verfügbar.
Von der Sapphire Vapor könnte ich mich auch nicht trennen, habe ich zu lange danach gesucht.
Aber wie im Artikel schon erwähnt: der Markt ist gerade echt verrückt. Habe gerade eine RX590 und eine RX 5700XT beide für knapp 1100 Euronen verkauft bekommen. Ist schon krass, wenn man bedenkt, dass mich beide gerade mal knapp 600€ zusammen gekostet haben, als sie neu waren. Die RX590 ist ja auch nur 2 Generationen weiter als eine R9, hat also schon ein paar Jahre auf dem Buckel gehabt.

@ApolloX das mit The Witcher hatte ich auch so, sobald ich die Auflösung hoch gestellt hatte, war im Define 5 plötzlich ein Düsenjet am Werk. Und dann bei Cyberpunk ohne super duper Auflösung und mittleren Details musste ich erkennen, dass die 57XT dafür einfach nicht taugt.

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amd64

Senior Moderator

966 Kommentare 543 Likes

Hier liegt noch eine R9 280X im Schrank. Haben ist besser als Brauchen. :D

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B
Besterino

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5,779 Kommentare 2,609 Likes

Ich hätte noch eine GTX680… bin mir aber grad nicht sicher, wieviel VRAM (2GB?) die hat…

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RedF

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Gabs mit 2 GB und 4 GB meine ich.

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LurkingInShadows

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496 Kommentare 151 Likes

<= HD7970; i7-4770k, 16GB RAM

WoT, HS, STO, SC II, Anno 2070, Frostpunk, Foundation..... läuft alles (1080p)

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wuchzael

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645 Kommentare 320 Likes

Moin!

Sorry, dass ich das nicht bei jedem Titel explizit erwähnt habe. Es wurde alles in 1080p getestet und ich war teilweise selber überrascht, wie gut manche Sachen skalieren, wenn man in dieser Auflösung die Details runterregelt (y) .

Grüße!

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c
cunhell

Veteran

117 Kommentare 114 Likes

Die 7970/R9-280(x) sind wirklich in Ehren gealtert. Kann man nicht anders sagen.

Cunhell

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G
Guest

Interessanter Retrotest. Die HD7870 und die 7950 waren was die OC Eigenschaften anging, eigentlich ziemlich gut. Schon damals mit mehr Speicher als die Konkurrenz.

Ich habe noch eine GTX570 hier, die ab und an mal im Betrieb ist und klaglos über viele Jahren ihren Dienst leistet. Im HTPC eine R9 Nano, weil dort Effizienz, Größe und Leistung stimmten, zumal es die erste Reihe mit HBM war (Profeature im Custom), was ich ganz interessant fand, damit auch die Größe des Layout klein ausfiel.

Heutige Karten eignen sich kaum noch für HTPCs, die Leistungsaufnahme ist stellenweise viel zu hoch, riesige Bretter mit vielen Stromanschlüssen und Bigcooler. Leider hat selbst AMD das Konzept der Miniaturisierung im Bereich Highend aufgegeben. Gleiche Größe bei ähnlicher Leistung macht einfach keinen Sinn und animiert nicht zum Tausch. Auch die hier gezeigte 7870 ist schön "klein".

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ApolloX

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705 Kommentare 334 Likes

High end um Mediaplayer ist halt auch kein Normalfall.
Und für sparsam wird's dann vielleicht morgen die 6600 mit zwei oder vielleicht auch Woche mit sogar nur einen Lüfter geben.

Danke für die Info zur Auflösung.
Witcher in FHD hate ich mit gtx770 und gtx980 schon am laufen. Sehr laut.

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Alexander Brose

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