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Exklusive Daten zu Intels Alder Lake-S – Wird der Intel Core-1800 Ende des Jahres AMD gefährlich?

Intel  muss mit Alder Lake (in der dann 12. Generation)  noch in diesem Jahr im Mainstream-Markt für Desktop-CPUs ordentliche Duftmarken setzen, will man den Anschluss (auch aus der Sichtweise dieser Zielgruppe) nicht ganz verlieren. Und es soll nicht nur endlich einmal keine neu angestrichene und weiter aufgebohrte 14-nm-CPU, sondern neben der geringeren Strukturbreite von 10 nm (nach Intels Lesart) endlich auch einmal eine komplett neue Architektur mit völlig anderem Lösungsansatz werden. Kann sicher klappen, aber der Ausgang ist zumindest jetzt noch etwas ungewiss, wenn man auf AMDs Warhol blickt. Nun ist allerdings ein Engineering-Sample (ES) eines Intel Core-1800 aufgetaucht, das mir und damit uns in so mancherlei Hinsicht bereits etwas mehr verrät.

Doch was hat man bei Intel vor? Man tritt die Flucht nach vorn an und setzt dabei erstmals auf den Big-Little-Ansatz, der seit vielen Jahren bereits in den ARM-SoCs mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets genutzt wird. Das Prinzip ist dabei eigentlich genauso einfach wie effizient, denn große und kleine Rechenkerne teilen sich die Arbeit, je nach Last, untereinander clever auf. Die nicht ganz so anspruchsvollen Aufgaben werden auf stromsparende, kleine Atom-Rechenkerne ausgelagert, während die großen Cores dann die rechenintensiveren Aufgaben zugeteilt bekommen und natürlich dafür auch mehr Leistung aufnehmen dürfen. Das ist alles bereits bekannt.

Beim heute vorgestellten ES des Core-1800 im (nicht finalen) B0-Stepping finden sich auf dem Die immerhin 8 große Golden Cove-Kerne (Core) und 8 kleine Gracemont-Kerne (Atom). Während die großen Cores auch Hyperthreading beherrschen, ist dies bei den Atom-Kernen nicht der Fall. In der Summe findet man also 16 Kerne vor, die maximal 24 Threads bearbeiten können. Der Leistungssprung gegenüber einer (leider nicht näher bezeichneten) konventionellen Lösung beziffert Intel laut diverser Leaks mit bis zu 20 Prozent in reinen Single-Thread-Szenarien und einer Verdoppelung der Multi-Thread-Performance im Idealfall, was aber dann doch recht optimistisch schein, wenn man einen aktuellen 8-Kerner der 11. Generation zugrunde legt.

Der intern als Intel Core-1800 bezeichnete Prozessor sitzt im neuen Socket V (LGA 1700) und besitzt eine TDP von 125 Watt. Den Screenshot unten, den ich leicht modifiziert habe, um die Quelle zu schützen, zeigt dazu für das PL1 eine Zeit von 56 Sekunden und für das PL2 von satten 228 Watt eine Peak-Zeit von 2,44 ms. Das diese Hoch- und Runterschalterei gut geeignet ist, um das eh schon nervöse Lastwechselverhalten der aktuellen Intel-CPUs noch weiter zu verschärfen, muss man ja noch nicht einmal extra erwähnen. Hier sind dann die Spannungswandler der Mainboards gefordert.

Die Revision B0 dieses ES ist noch recht früh und der Basis-Takt ist mit nur 1800 MHz auch noch recht niedrig angesetzt. Interessanter sind die Turbo-Boost-Limits der großen Kerne, wo 1-2 Kerne bereits jetzt 4.6 GHz erreichen sollen, bei 3-4 Kernen sind es noch 4.4 GHz, bei 5-6 kernen 4.2 GHz und bei allen 8 Kernen dann noch 4 GHz. Die kleinen Atom-Kerne takten mit bis 3.4 GHz bei <=4 ausgelasteten Kernen, sonst nur mit 3 GHz. Das Bild oben zeigt auch einen Spannungswert, den Intel bei 1.3147 V verortet. Der Rest ist selbsterklärend.

Die neuen Desktop-CPUs werden laut den ersten Informationen bis zu Dual-Channel-DDR5-4800-Speicher unterstützen und die DDR4-fähigen Mainboards Module mit bis zu 3200-MHz. Angeblich sollen nur die High-End-Z690-Mainboards DDR5-Unterstützung bieten, während aller günstigere Varianten noch auf DDR4 setzen. Dies gäbe dann Intel und auch den Motherboard-Herstellern deutlich mehr Flexibilität und Sicherheit, wenn es um die noch unklare DDR5-Massenproduktion geht.

Ein weiteres großes Upgrade, das mit Alder lake-S kommen wird, ist die Unterstützung für PCIeGen5. Die CPU wird 16 PCIe Gen5-fähige Lanes besitzen und dazu 4 Lanes im PCIe Gen4-Standard. Der 600er-Chipsatz selbst wird dann Gen4 und sogar noch Gen3 unterstützen. Außerdem wurde das Direct Media Interface (DMI) auf Gen4 aufgerüstet. Wenn es noch weitere Informationen gibt, werde ich Euch diese natürlich nicht vorenthalten. Man liest sich 🙂

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A
Axelcio

Neuling

8 Kommentare 6 Likes

Guten Morgen, vielen Dank für den interessanten Artikel.
Im Text direkt über dem Bild fehlt ein "j" bei: ...muss man a noch...
Wobei es so einen bayerischen Hauch hat, finde ich auch nett. Liebe Grüße aus dem Süden:-)

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B
Besterino

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5,779 Kommentare 2,609 Likes

Manno. Können die nicht mal ein paar PCIE-Lanes mehr mitgeben?

Schnellere Lanes sind ja nett, aber mehr Steckkarten als eine GPU sind trotzdem nicht drin.

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dadadi

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39 Kommentare 11 Likes

228W - lol
Solange der relativ niedrige Energieverbrauch im Idle wieder zurückkommt...

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P
Perdakles

Mitglied

19 Kommentare 6 Likes

Der Multiplikator bei 5-6 Kernen in dem Bild (42x) deutet doch eher auf 4.2 statt 4.3 GHz hin oder?

Müsste es in diesem Satz sowie in dem gesamten Abschnitt nicht PCIe statt PCI heißen?

Nun aber genug gemeckert. Ich liebe es hier morgens mit einem :coffee: den neuesten Gerüchten auf den Grund zu gehen. Danke Igor für diesen Einblick :)(y)

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T
Tarkin77

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11 Kommentare 4 Likes

Geht ein B0 Stepping nicht eher schon in Richtung QS/Retail?

RKL ist auch B0 (https://www.guru3d.com/articles-pages/intel-core-i9-11900k-processor-review,4.html)

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S
Stele77

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10 Kommentare 2 Likes

Cool, Igor the leaker ist wieder am Werk!
Was mich aber noch 1000X mehr interessieren würde: Was zur Hölle ist jetzt bei AMD auf der Roadmap?
Zen 3+ auf 6NM, auf 7NM, gar kein Zen3+ und Zen4 erst ende 2022??
Da scheint sich ja keiner mehr auch nur halbwegs einig zu sein!
Ich denke, Ich bin nicht alleine mit der Frage.. :)

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B
Besterino

Urgestein

5,779 Kommentare 2,609 Likes

...ist aber hier eine Intel News... ;) Bin sicher, Igor bringt eine AMD News, sobald er AMD News hat. :D

EDIT & Nachtrag: wobei 16+8 ja schonmal eine Verbesserung sind. Da bekäme ich ja einen Port meiner Dual-100gbit-Netzwerkkarte mit ca. 60% ausgereizt (die NIC kann leider nur PCIe 3). :D

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Zer0Strat

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98 Kommentare 89 Likes

Weiß man schon was über die Caches?

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konkretor

Veteran

190 Kommentare 155 Likes

Ich finde den Ansatz sehr spannend. Mal sehen was die 10 nm Fertigung so reißen kann. Wenn jetzt alle Jammern wegen der hohen TDP. Das muss im endgültigen Produkt ja nicht so sein. Wir reden hier über eine ES CPU. Da gibt es oft mehr Freiheiten um diverses zu testen.

Ist Big-Little nicht ein geschützter Markenname von Arm?

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Case39

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2,007 Kommentare 613 Likes

Bin mal wegen den Lastwechselspitzen gespannt. Wird wohl eine sehr stressige Angelegenheit für die Spannungsversorgung des Boards und Netzteil.

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Corro Dedd

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1,623 Kommentare 532 Likes

Das wäre durchaus interessant, wenn man damit Windows und seine tausend Dienste auf die Atom Kerne verbannen könnte, damit mehr Power für die wirklich wichtigen Sachen zur Verfügung steht :D

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O
Oberst

Veteran

197 Kommentare 57 Likes

Ich bin eher gespannt, wie "schnell" die neuen Atoms sind. Bisher konnten die mich nicht wirklich überzeugen. Daher vermute ich eher, dass Intel mit seinem 8+8 Kerner gegen AMDs 12 Kerner antreten wird. Ob man den wirklich erreicht/übertrifft, hängt da massiv von den Atom Kernen ab. Und ich frage mich, ob die Atoms tatsächlich effizienter als die Core Kerne sind, oder ob es Intel nicht in erster Linie um die eingesparte Fläche geht.

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M
Martin Gut

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5,318 Kommentare 2,052 Likes

Windows verwaltet die Prozesse normalerwiese so, dass sie nur laufen wenn es die aktuellen Anwendungen nicht stört. Die tausend Windowsprozesse brauchen während ein anderes Programm läuft weniger als 1 % Leistung, so dass man die ruhig vergessen kann. Wenn wirklich mal etwas mehr braucht, dann ist es ein Prozess, der vom laufenden Programm benötigt und angefordert wird. Beispielsweise ist es ein Windowsprozess, der Daten in die Auslagerungsdatei verschiebt, wenn der Platz knapp wird. Daran ist aber nicht Windows schuld sondern die Programme die den Speicher belegen. Eine hohe Hintergrundbelastung auf dem Prozessor ist eher auf installierte Tools und Programme zurück zu führen.

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E
Eddy Stoiber

Mitglied

21 Kommentare 8 Likes

Was mir immer noch nicht so richtig einleuchtet ist wofür die Gracemont Kerne überhaupt sein sollen 🤨?

  • Stromsparen?
    • Das kann es im Desktopsegment ja kaum sein (für Notebooks natürlich schon); da braucht man sich nur die Leistungsaufnahme aktueller Intel CPUs im Idle oder unter mittlerer Last, also abseits von AVX, Prime95 und Cinebench R15 anschauen.
  • Multicoreleistung erhöhen?
    • Das dürfte aufgrund des abgespeckten Gracemont-Befehlssatzes ja auch eher nur eingeschränkt zutreffen. Da hätten 16 Cove-Kerne natürlich viel mehr gebracht, wobei dann bei gleichen Taktraten das PL2 vermutlich auf 450 Watt hätte angehoben werden müssen 🤣
  • Gaming
    • Vielleicht handelt es sich hierbei tatsächlich um eine gute "Gaming-Architektur", wo in den Cove-Cores die Gaming-Threads laufen und der restliche Windows-Overhead in den Gracemont-Cores läuft. Aktuell sind 16 Threads für's Gaming ja oft optimal.
    • Dann müsste man allerdings sicherstellen, dass die Threads aber tatsächlich so intelligent verteilt werden, da heute ja meist die physischen Cores alle halbwegs gleichwertig sind und nur die "logischen" Kerne nennenswert schwächer sind...

Also, wie man es dreht und wendet, so richtig gut leuchtet dass hier sicherlich Niemandem ein, oder bin ich einfach zu ahnungslos?

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Corro Dedd

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1,623 Kommentare 532 Likes

@Martin Gut
Danke für die Erklärung, aber ich glaube, du hast meinen leicht sarkastischen Unterton verpasst ;)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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