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Der ultimative ClockTuner for Ryzen (CTR) – Einführung, Anleitung und Download | Update Version 1.1 Beta 7

Meine Lieben, es beginnen wirklich rosige Zeiten! Heute ist ein besonderer Tag – die Veröffentlichung des lang erwarteten Projekts ClockTuner for Ryzen (CTR), ein Projekt, das die Leistung von Systemen auf der Basis von Ryzen-Prozessoren mit der Zen2-Mikroarchitektur deutlich steigern kann. Bevor ich meine Erläuterungen zum CTR und mit der Anleitung beginne, möchte ich auch auf den Hintergrund der gazen Geschichte eingehen, also auf genau das, was mich zu dieser Software eigentlich inspiriert hat. Es wird keine unnötigen Informationen geben, daher hoffe ich, dass Ihr das alles lesen werdet. Dies wird auch helfen, unnötige Probleme und Missverständnisse zu vermeiden. Bitte lest auch die Changelogs auf der letzten Seite, in der die neuesten Funktionen noch einmal vorgestellt werden.

Ich denke, viele von Euchkönnen sich noch sehr gut an die Veröffentlichung und die ersten Rezensionen von Ryzen-Prozessoren auf der Basis der Zen 2-Mikroarchitektur erinnern. Diese brachten sowohl ein neues Leistungsniveau bei AMD als auch in Folge niedrigere Preise bei den Intel-Prozessoren. Das Wachstum der AMD-Aktien und der beispiellose Hype in den Foren waren die logische Folge. Zur Freude der Benutzer kam dann noch ein cooler Bonus: Precision Boost Overdrive (zusätzliche automatische Übertaktung). Kurz gesagt, PBO – eine Technologie, die es ermöglicht, die Grenzen der Leistungsbegrenzung zu veschieben und so die Takt-Frequenz im Boost-Modus zu erhöhen. Darüber hinaus kann der Benutzer mittlerweile die Frequenzkurve auf einen bestimmten Wert ändern. Wer die Präsentation dieser Technologie noch nicht gesehen hat, kann das hier nachholen:

Benutzern wurde zusätzlicher CPU-Takt in Abhängigkeit von der Chip-Qualität der jeweiligen CPU, dem Kühlsystem und den VRM-Fähigkeiten des Motherboards versprochen. Viele glaubten sogar, dass intelligentes Übertakten tatsächlich existiert und toller Ergebnisse bringen wird. Über die erste Firmware UEFI (BIOS) berichteten einige Benutzer, dass PBO (Precision Boost Overdrive) wirklich in der Lage ist, die Frequenz um beeindruckende 200 MHz zu erhöhen, aber nur bei den Ryzen 5 3600 Prozessoren und zudem auf Kosten des enormen Strom-Mehrverbrauchs. Der Rest der Prozessoren wurde ausgelassen und man durfte die Frequenzkurve nicht verändern. Nach einer Weile wurde klar, dass andere Prozessoren nicht die Funktionalität erhalten würden, von der uns Robert Hallock erzählte.

Wie viele von Euch bereits wissen, ist der neue technologische Prozess eine Reihe von Komplexitäten in allen Produktions- und Verarbeitungsphasen. Die 7 nm von TSMC sind da keine Ausnahme von der Regel. Einer der wichtigsten Punkte ist die Wafersortierung. Neben der Bestimmung der Energieleistung des Wafers als Ganzes wird auch die Energieleistung jedes einzelnen Kerns individuell bestimmt. Mit anderen Worten, ein Einkristall kann eine Anzahl von sehr erfolgreichen Kernen enthalten, die eine sehr hohe Frequenz halten können, sowie eine Anzahl von weniger guten Kernen. Theoretisch erlaubt dies dem Prozessorhersteller, alle Kerne mit maximaler Effizienz einzusetzen und die Prozessorfrequenz je nach Anzahl der belasteten Kerne zu variieren. Das klingt cool, nicht wahr?

In der Praxis ist es ein bisschen anders. Da der Prozess der Energieleistungsbewertung komplex ist und der Zeitrahmen für die Bewertung begrenzt ist (Zeit ist nun mal Geld), wird eine einfachere Methode der Energieleistungsbewertung verwendet. Als Ergebnis haben wir einen sogenannten Musterprozessor mit Informationen über seine ungefähren Fähigkeiten. Dementsprechend wird für jedes Sample die Arbeitsspannung aus der schlechtesten Probe ausgewählt, damit sie richtig funktioniert. Unzulänglichkeiten sind falsche Kernmarken, übermäßiger Stromverbrauch (und Wärmeentwicklung), wenn der Benutzer ein gutes Exemplar so eines Prozessors erwischt wird. Mit anderen Worten, eine solche CPU hat versteckte Reserven!

Zumindest war AMD  in der Lage, ein Gegengewicht zu diesen bekannten Unzulänglichkeiten (bei Intel ist das nicht anders) zu schaffen – die individuelle Übertaktung jedes CCX. Ich möchte daran erinnern, dass jeder CCX (Core CompleX) – eine der strukturellen Einheiten des Prozessors ist, der bis zu 4 Kerne, Cache und andere Module umfassen kann. Die Ryzen 3000 Serie hat Produkte, bei denen die Anzahl der CCX von 1 bis 16 Stück variieren kann (Threadripper 3990X). Bei einem so leistungsstarken Werkzeug wie der Übertaktung mit einem CCX werden die meisten Benutzer (95%) wohl jedoch keine Ahnung haben, welche Frequenz für jedes CCX einzustellen ist und welche Spannung verwendet werden soll. Prozessoren, die 4 CCX oder mehr haben, können den Neuling vor unlösbare Aufgaben stellen.

Da das alles für viele eine riesige Herausforderung ist und die Reserve auf den Prozessoren nicht genutzt wird, kam mir die Idee, ein Software zu entwickeln, die den Anwendern helfen kann, leicht und einfach eine kostenlose Mehrleistung zu erhalten, falls noch etwas möglich ist.

Systemanforderungen und Voraussetzungen

  • Windows 10 x64, Build 1909-2004
  • AMD Ryzen-Prozessor mit Zen 2-Architektur (Renoir wird vorübergehend nicht unterstützt);
  • BIOS mit AGESA Combo AM4 1.0.0.4 (und neuer)
  • .NET Framework 4.6 (und neuer)
  • CPU-Spannung – Auto (BIOS)
  • CPU-Multiplayer Auto (BIOS)
  • Ryzen Master 2.3 (verwendet den Treiber zur Überwachung)
  • Stabile RAM-Übertaktung oder stabiles XMP
  • SVM-Modus (Virtualisierung) – deaktiviert (BIOS).

Der nächste Absatz mit den Anforderungen ist ebenfalls obligatorisch und gilt für UEFI (BIOS)-Einstellungen. Da der Erfolg des CTR stark von den Fähigkeiten der Motherboard-VRMs abhängt (es wird dringend empfohlen, dieses Kapitel zu lesen – Link), müssen wir im UEFI (BIOS) eine Art Grundlage schaffen, um den Prozess der Abstimmung des Systems vom BSOD aus zu sichern. Die wichtigste Einstellung ist die LLC (Load Line Calibration), meine Empfehlungen lauten wie folgt:

  • ASUS – LLC 3 oder LLC 4
  • MSI – LLC 3
  • Gigabyte – in den meisten Fällen Turbo, aber es kann auch Auto sein.
  • ASRock ist Auto oder LLC 2; wichtig ist, dass CTR mittelmäßig kompatibel mit ASRock-Hauptplatinen ist, da alle LLC-Modi eine anormal hohe Vdroop aufweisen
  • Biostar – Ebene 4+

Besitzern von ASUS-Motherboards wird empfohlen, zusätzliche Einstellungen zu verwenden:

  • Phasenmodus – Standard
  • Modus Strombelastbarkeit – 100%

 

Credits

Hinter absolut jedem Projekt stehen neben dem Entwickler und Autor der Idee auch Menschen, die ihren Beitrag geleistet haben. Ich möchte allen danken, die an den Tests teilgenommen, technischen Rat gegeben oder wichtige Informationen gefunden haben, die den CTR verbessern könnten. Insbesondere möchte ich einen besonderen Dank aussprechen:

@@A_z_z_y (Vadym Kosmin), Martin Malik, @CodeZ1LLa (Oleg Kasumov), @lDevilDriverl (Oleksii Baidala), Sami Makinen (AMD), Danny Ordway (ACI), @Spaik (Alexey Savitski), @datspike (Alexey Elesin), Keaton Blomquist, @tsa, @cluster_edge, @Anem (Anton Emashov), @PavelG, @CapFrameX, @irusanov, @stormpand.

Auch ddf CTR enthält Module von Drittanbietern:

  • Ryzen Master SDK von AMD – das Hauptüberwachungsmodul.
  • LibreHardwareMonitorLib – Überwachung von CPU svi2 und SOC svi2.
  • Cinebench R20 von Maxon – der beliebteste Benchmark.
  • Prime95 von George Woltman – der beste umfassende Stresstest CPU.
  • Reverse-Engineering-Version des CCX-Arbeitswerkzeugs von Shamino – als Grundlage für den Zugang zur SMU.