Arbeitsspeicher Gaming System Testberichte

Aufgefrischt und strahlend bunt – Patriot Viper Steel RGB im Cyber-Test mit Synthetics und Gaming

Die Viper Steel Serie von Patriot gibt es schon länger und ist bei den meisten wahrscheinlich für das gute Preis-/Leistung-Verhältnis ohne unnötigen Schnick-Schnack als DDR4-Geheimtipp bekannt. Nun ist die RGB-Illumination des Universums aber nicht aufzuhalten und so startet heute die Viper Steel RGB Serie in den Markt. Zum Launch gibt es Modelle mit Taktraten von DDR4-3200 bis 3600 und mit 1 oder 2 Modulen mit je 8, 16 und 32 GB, alle natürlich mit dem leuchtenden Farbenwunder on-top.

Spezifikationen und erste Eindrücke

Patriot hat uns freundlicherweise und unter NDA zwei Kits mit DDR4 3600 CL20 zur Verfügung gestellt, die wir im heutigen Review auf Herz und Nieren testen werden. Wer von der relativ lockeren XMP-Spec jetzt schon verwundert ist, der kann sich auf die verschiedenen getesteten Taktraten und Timings bis zum Limit der ICs freuen. Des Weiteren müssen sich die Module auf Intel und AMD Plattformen beweisen, für die von Patriot jeweils spezielle Optimierungen durchgeführt wurden.

Neben den bekannten synthetischen Benchmarks haben wir zwei neue Auftritte in unserer Benchmarking Suite, den UL Procyon für Performance bei Bildbearbeitung und das endlich gelaunchte Cyberpunk 2077, für die Gamer unter den Lesern. Ach, und ein single-rank vs. dual-rank Vergleich darf natürlich auch nicht fehlen. Also los geht’s, schauen wir uns zunächst die Verpackung und deren Inhalt an!

Der Umkarton ist schlicht und zweckmäßig, dass die Sticks RGB haben, kann aber nicht übersehen werden. Die Leuchtmodule sind dabei kompatibel mit den diversen Steuerungssoftwares der Mainboard Hersteller, wie ASUS Aura Sync, GIGABYTE RGB Fusion 2.0, MSI Mystic Light Sync und ASROCK Polychrome Sync.

Wie schon bei den nicht-RGB Viper Steels bietet Patriot auch hier wieder eine „Limited Lifetime Warranty“, sehr löblich. Die Abkürzung für die neue Produktserie lautet übrigens „PVSR“, was wir auch in der Produkt-Nummer „PSVR416G360C0K“ wiederfinden.

Im Inneren finden wir wie erwartet die beiden Module in einem Plastikträger und einen Viper Steel Aufkleber, den ich zu meiner Schande beim Fotografieren unterschlagen habe.

Das Heatspreader-Design wurde überarbeitet und verwendet nun Aluminium mit einer schwarzen Pulver-Beschichtung, wovon sich Patriot zugleich bessere Wärmeabfuhr und Schutz vor Kratzern verspricht. Die Haptik wirkt solide und hochwertig, Fingerabdrücke sind kein Problem wie bei manch anderen Konkurrenzprodukten.

Das „Viper“ Branding findet sich in Form eines goldenen Schlangenkopf-Symbols auf beiden Seiten des Heatspreaders und eines Schriftzugs auf der Oberseite der weißen Leuchtelements. Das Gold erinnert mich ein wenig an das Design von ASUS Z87 Mainboards, das damals ja eher gemischte Gefühle ausgelöst hatte. In diesem Fall kann ich aber vorab schon Entwarnung geben, denn sobald die DIMMs verbaut sind, ist das Logo auf den Seiten dezent genug um nicht ins Auge zu stechen und der Schriftzug wird von den LEDs in den Schatten gestellt.

Von unten können wir eine einseitige Bestückung der schwarzen Platine mit den Speicherchips erkennen. Es handelt sich bei diesen 8 GB Modulen also um sinlge-sided und in der Tat auch single-ranked DIMMs. Bei der Platine setzt Patriot auf eine 10-schichtige Variante, die für bestmögliche Signal-Integrität sorgen soll.

Mit dem neuen RBG-Heatspreader versucht Patriot auf dem bekannten Design der Viper Steel’s aufzubauen und sich gleichzeitig von anderen Produkten im Markt abzuheben. Gelungen, würde ich sagen – das Leuchtelement integriert sich mit seinen Zacken nahtlos in das Gesamtbild und die schwarze Pulverbeschichtung ist schick, nur Gold als Akzentfarbe könnte für Kontroversen sorgen.

Kommen wir nun zur wahrscheinlich wichtigsten Eigenschaft eines RGB-Heatspreaders, dem RGB. Vorweg muss ich gestehen, dass ich persönlich kein großer Fan von bunten Farbenspielen bei PC Komponenten bin. Dennoch wussten die hellen Leuchtelemente mit ihren kräftigen Farben zu überzeugen. Nun ist für mich als Tester ja die Aufgabe, einen Eindruck vom Produkt einzufangen und diesen authentisch zu präsentieren. Dies gestaltete sich für mich und meine Kamera aber hier schwierig, denn durch die enorme Helligkeit der LEDs geht entweder bei längerer Belichtungszeit die Sättigung der Farben verloren oder bei kürzerer Belichtungszeit sorgt die PWM-Modulierung der LEDs für Flackern bzw. unterbrochene Farbübergänge. Das ist natürlich kein Kritikpunkt für die RAM Module an sich, ich will nur sensibilisieren, dass der Eindruck in der Realität nochmal besser ist, als es mir meine Kameratechnik erlaubt einzufangen.

Anders gesagt, die PVSR haben die kräftigste und schönste RGB Beleuchtung, die ich bisher bei RAM Modulen gesehen habe. Die Leuchtkraft ist höher als die all meiner Mainboards und CPU-Blöcke und mindestens gleichauf mit anderen RGB RAM-Modulen, wie z.B. den renommierten G.SKILL Trident Z Neo. Die Farben sind satt und nahezu perfekt synchron zum Farbspektrum in den Steuerungs-Softwares und die Übergänge der 5 Zonen sind dank dem weißen Acrylelement für das bloße Auge nahtlos. Hier noch ein kurzes Video um die Animation bei Systemstart und die Farbverläufe im Standard-Modus „Rainbow“ zu veranschaulichen.

Wie gesagt, Flackern und Lichthöfe sind mit bloßem Auge nicht zu sehen!

Ein Blick ins SPD darf natürlich auch nicht fehlen, also lesen wir diesen mit dem altbekannten Thaiphoon Burner aus.

Wir sehen hier zum einen, dass es sich noch um ein Pre-Production Kit handelt und es die Produktnummer von der Verpackung noch nicht in den SPD geschafft hat, aber sei‘s drum. Als ICs werden 8 Gb Hynix Chips verwendet, die je Modul in einem Rank organisiert sind. Ob immer ein bestimmter IC Typ verwendet wird, konnte Patriot nicht bestätigen, lediglich dass die XMP Timings beim Binning garantiert werden. Diese belaufen sich auf tCL 20, tRCD 26, tRP 26, tRAS 46 bei 1.35 V.

Neben den Primärtimings finden sich im XMP Profil auch noch tRC 72, tFAW 40, tRRD_S 9 und tRRD_L 10. Je nach Mainboard variiert, ob und wenn ja welche der im XMP Profil enthaltenen Sekundärtimings übernommen werden. Dazu aber dann bei den Benchmarks mehr.