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Wir bauen einen Hackintosh – Teil 1 als Starthilfe für Neueinsteiger und Zusammenbau

Einen Apple-PC sein Eigen zu nennen, ist in der Regel eine recht kostspielige Angelegenheit und wird meist fast schon religiös zelebriert. Aber wer mit MacOS arbeiten will, um vielleicht bei der ein oder anderen Anwendung einen Vorteil gegenüber Windows-PCs zu haben, oder einfach um anders zu sein, der muss nicht zwingend einen Apple Mac Pro (2019) kaufen. Es gibt zum Glück die Möglichkeit, sich einen eigenen Hackintosh zu bauen bzw. seinen vorhandenen Rechner mit MacOS zu betreiben. Hier kommt es natürlich auf die verbaute Hardware an. Dazu aber später mehr!

In diesem Gemeinschaftsprojekt zwischen Igor und mir war es das Ziel, einen Hackintosh zu bauen, der dem Apple Mac Pro (2019) nicht nur leistungsmäßig ebenwürdig ist, sondern deutlich günstiger ausfällt und ggf. mehr Leistung bietet! Bei der Hardware haben wir uns ein wenig aus den Regalen bedient, die den eigenen Vorlieben am ehesten entsprachen bzw. Komponenten genommen, von denen wir wussten, dass sie so auch zusammenpassen werden, weil man es schon einmal genutzt hatte. Überraschungen gibt es immer, da muss man sich nicht noch weitere Hürden und Glücksmomente der anderen Art beschaffen.

Der Hackintosh basiert auf einem Intel Core i9-9900K aus Igors Privatbestand, der in dieser Form bereits in vielen Mac-Clonen recht erfolgreich seinen Dienst versieht. Im ersten Schritt wurde der fertige Hackintosh mit meiner AMD Sapphire RX 590 Nitro+ SE betrieben, da die geplante MSI RX 5700 XT Gaming X noch von Igor in einem anderen Projekt benötigt wurde. Das Ziel war es zunächst, MacOS zu installieren und den fertigen Hackintosh dann von Igor finalisieren zu lassen. Wem eine AMD RX 580 oder RX 590 ausreicht, der kann den Gesamtpreis des Hackintosh in der Konfiguration sogar noch deutlich unter die 2.000 € Marke drücken! Mit einer AMD RX 580 8 GB und dem Intel Core i9-9900K, liegt man leistungsmäßig auf dem Niveau des aktuellen Apple Mac Pro und bzgl. der CPU sogar ein ganzes Stück über der Leistung des Apple-Systems. Guckts Du!

Um die Erfahrungen, die wir in diesem Projekt gemacht haben, etwas übersichtlicher mit euch zu teilen, werden wir das Review in mehrere Teile zerlegen. Im Teil 1 schauen wir uns zunächst die speziell dafür ausgewählte Hardware an, den Zusammenbau im groben Überblick (es soll kein detailliertes Review werden, wie man einen PC zusammenbaut, das setze ich mal als Wissen voraus) sowie der Start des Hackintoshs im BIOS, denn das sind dann die größten Hürden. Alles Weitere kommt dann im Teil 2 (Teaser).

Die Auswahl der richtigen Hardware

Wer einen Hackintosh bauen möchte, der sollte ich im Vorfeld sehr eingehend mit der Thematik beschäftigen. Hierbei ist es nämlich wichtig und geradezu essentiell, sich verlässliche Quellen zu suchen, um sicherzustellen, dass die Hardware auch mit MacOS funktioniert. Nicht jede Hardware wird von MacOS unterstützt! Hier würden wir empfehlen, sich nicht einzig und allein auf diverse YouTube Videos und andere (teils unseriöse Quellen) zu verlassen. Viele der oft recht abenteuerlichen Darstellungen und Aussagen kosten am Ende  nur unnütz Zeit, Geld und vor allem Nerven!

Eine seriöse und vor allem deutschsprachige Quelle ist das Hackintosh-Forum, denn dort findet man eine untoxische und vor allem auch sehr hilfsbereite Community, die wirklich weiß, was auch in Echt noch funktioniert und wie man so einen Hackintosh zum Laufen bringt. Der Vorteil ist, dass man dort seine Hardware-Konfiguration einfach im Hackintosh-Forum posten und in sehr kurzer Zeit auch ein Feedback bekommt, ob die Konfiguration überhaupt funktioniert oder nicht.

Wenn sie nicht funktionieren sollte, dann werden die Kollegen vom Hackintosh-Forum einen Vorschlag machen, welche Teile man in der Konfiguration ggf. austauschen muss und welche Hardware dann alternativ zum Einsatz kommen sollte. Ganz allgemein gilt übrigens: Auf Basis von Intel in Verbindung mit AMD GPUs wird man in aller Regel fast immer einen Hackintosh mit fast allen Features (wie z.B. iMessage, FaceTime usw.) zum Laufen bringen. Warum ich schon vorab auf das Hackintosh-Forum verweise, werden ihr im 2. Teil erfahren, wenn es um die Installation von MacOS geht!

Wir haben folgende Hardware verwendet und können diese – mit Ausnahme des WLAN Moduls – uneingeschränkt empfehlen:

Prozessor:     Intel Core i9-9900K
Mainboard: MSI MPG Z390 Gaming Edge AC
Gehäuse: MSI MPG Sekira 500G
Grafikkarte: MSI Radeon RX 5700 XT Gaming X
CPU-Kühler: Corsair Hydro Series iCUE H150i RGB Pro XT
SSD:   Corsair Force Series MP510 960 GB M.2
Speicher: Corsair Dominator Platinum RGB 32 GB 3200 MHz CL16 (2×16 GB)
Netzteil:  Corsair RM Series RM650 (2019), 650 Watt ATX
Gesamtpreis: Stand 03.06.2020 ca. 2030, – € vs. Apple Mac Pro (2019) Einstiegspreis 6.500, – €

Wer unbedingt WLAN nutzen möchte, der kann sich mittel yAustausch des M.2 WLAN Moduls, diese Option zusätzlich sichern. Dazu wieder Verweis auf das Hackintosh-Forum, hier könnt ihr euch schlau machen, welche Hardware ihr dazu benötigt! Leider läuft das WLAN Modul, welches auf dem MSI MEG Z390 Gaming Edge AC verbaut ist, aktuell nicht unter MacOS.

Die Komponenten von Corsair machtenschon verpackt einen sehr guten Eindruck! Lassen wir uns trotzdem mal überraschen.

Das Gehäuse MSI ist nicht nur nur schwer, sondern auch sehr gut verpackt. Da geht ein extra Lob an MSI, denn das hatten wir auch schon deutlich labiler und wackeliger. So kann dem Gehäuse beim Transpart grundsätzlich fast (nichs) passieren und das Echt-Glas kommt heil im trauten Heim an!

Alles was man so braucht, liefert uns MSI mit dem Mainboard mit, einzig zwei SSD Kühler für die M.2 Steckplätze wären hier noch wünschenswert.

Hier sehen wir die Komponenten vom Netzteil über den Kühler, den RAM und die SSD, die wir für unseren Hackintosh benötigen. Keine Sorge, Corsair liefert deutlich mehr an Mounting-Kits, als man in der Regel braucht.

 

Das Netzteil ist vollmodular und wird mit 2x 4+4 Pin CPU-Kabeln geliefert, das ist nicht bei jedem Hersteller Standard, so kann man auch ordentlich Strom an die CPU liefern! Git, der Core i9-9900K ist ja auch kein Kostverächter.

Corsair liefert bei der AiO-Kompaktwasserkühlung für diverse Sockel alles mit und die mitgelieferte Einbauanleitung ist zudem auch selbsterklärend.

Und alles muss in das große MSI Gehäuse! Genau diesen Zusammenbau seht Ihr auf der nächsten Seite.