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So muss Headset! Beyerdynamic MMX 300 der 2. Generation im Langzeit-Test | igorsLAB

Vom Piloten-Headset direkt in die Gaming-Hölle? Beyerdynamic macht es sich mit dem MMX 300 in der zweiten Generation nicht leicht, liefert aber im Gegenzug ein sehr solides Stück Technik ab, das seinen Preis auf jeden Fall wert ist. Passform, Sitz und Klang sind natürlich auch subjektiv, aber die Voraussetzungen ab Werk könnten besser kaum sein. Ich habe deshalb auch genauer hingesehen und hingehört.

Vom Piloten-Headset direkt in die Gaming-Hölle? Beyerdynamic macht es sich mit dem MMX 300 in der zweiten Generation nicht leicht, liefert aber im Gegenzug ein sehr solides Stück Technik ab, das seinen Preis auf jeden Fall wert ist. Passform, Sitz und Klang sind natürlich auch subjektiv, aber die Voraussetzungen ab Werk könnten besser kaum sein. Ich habe deshalb auch genauer hingesehen und hingehört.

Das geschlossene System mit seinen 32 Ohm Impedanz passt nahezu an alle Geräte und auch wenn man für die volle Pracht einen potenten Kopfhörerverstärker nutzen sollte, selbst dem mobilen Einsatz ist das Produkt nicht abgeneigt. Mit satten 18 dB(A) Schallisolierung gegen Außengeräusche sitzt man sogar in der überfüllten S-Bahn noch in seinem eigenen Abteil und was nach innen wirkt, tut das Gleiche sicher auch nach außen.

Die 332 Gramm Nettogewicht (ohne Kabel) sind auch erträglich, aber zum Komfort schreibe ich ja gleich noch etwas. Packen wir das gute Teil doch erst einmal aus!

 

Unboxing und Lieferumfang

Beyerdynamic packt das Headset gleich ab Werk in ein ordentliches Hard-Case für den Fall der Fälle. Da das Mikrofon nicht abnehmbar ist, bleiben als Zugaben noch das Handbuch sowie zwei unterschiedliche Anschlusskabel und ein separater 6,3-mm-Klinkenstecker, der sich zusätzlich am 2,5 Meter langen PC-Kabel mit der Y-Trennung in Kopfhöreranschluss und Mikrofon anstecken lässt. Das andere Kabel für die Konsolen ist nur 1,2 Meter lang, setzt aber auf einen Multifunktions-Klinkenstecker. Beide Kabel besitzen jeweils eine Kontrolleinheit (Kabelfernbedienung).

 

Optik, Haptik Funktionalität

Was die Materialauswahl betrifft, bleibt Beyerdynamic konsequent und verzichtet auch auf aufgeklebte Fake-Applikationen, die Leichtmetall vortäuschen sollen. Der verwendete Kunststoff ist solide, sehr passgenau verarbeitet und mattiert. Das Innere des Kopfbandes und die Gelenkbügel sind aus Leichtmetall. Das wirkt zeitlos, trotzdem ansehnlich und in keinem Fall aufdringlich oder überladen. Die Proportionen stimmen, das ist das Wichtigste. Optik und Haptik sind also erst einmal kein Manko.

 

Die Gelenkmechanik ist grundsolide und komplett frei von jeglicher Kritik. Man kann sich die Position recht gut anpassen, egal wie groß der Kopf ist. Das Headset sitzt stets wie eine Eins und die angegebenen 3,5 N für den Anpressdruck sind keine brutale Umklammerung, sondern nötig, damit das gute Stück nicht nach unten fällt, wenn man sich mal bücken muss. Das trägt auch zum Ausschluss der Öffentlichkeit bei und wird von den sehr guten Ohrpolstern sehr leicht kompensiert.

Das Mikrofon mit dem flexiblen Schwanenhals-Arm sitzt, mit einem Drehgelenk befestigt, in der Mitte der linken Hörmuschel. Der maximal mögliche Drehwinkel ist ausreichend für jede erdenkliche Positionierung.

Das in der Länge taktil zu verstellende Kopfband bietet ein deutliches Einrasten, um sich die Position merken und diese auch fixieren zu können. Die Innenpolsterung des Kopfbandes ist dem Gewicht angemessen und recht weich. Man wird auf Dauer auch eine gewisse Wärmeentwicklung spüren und für notorische Skinheads hat sich der Hersteller deshalb auch noch eine smarte Hygiene-Formel ausgedacht.

Wer möchte (oder muss), kann das ganze Polster nämlich einfach abnehmen, Klettband sei Dank. Dafür vergebe ich jetzt mal einen Extra-Pluspunkt, was wirklich selten ist, denn dieses Teil lässt sich deshalb auch wirklich einfach reinigen.

Die Ohrpolster sind großzügig dimensioniert und überdecken als echte Over-Ears auch große Lauscher stress- und druckfrei. Die zweckmäßige Mikrofaser-Polsterung ist äußerst bequem und zudem akustisch recht neutral. Die beiden Pads lassen sich mittels eines Spannrings auch relativ leicht entfernen und reinigen. Da ich sehr viel Wert auf so etwas lege, gibt es auch hier ein Bienchen außer der Reihe. Ein zweites Insekt gibt es für die vorbildliche Entlüftung, die den Mikrokosmos im umschlossenen Raum auch noch nach Stunden im temperaturneutralen Gleichgewicht belässt.

   

Der Anschluss des Kabels ist einfach und doch sicher gelöst, denn der Schaft des Steckers ist lang genug und verschwindet zum Teil auch in der tiefer liegenden Buchse. Das hält und bricht sicher auch nicht so schnell weg.

Der Lautstärkeregler beider im Kabel integrierter Kontrolleinheiten ist intuitiv gut ertastbar, aber eigentlich auch verzichtbar. Der Gleichlauf im Startbereich könnte zudem noch etwas besser sein. Wenn, dann regelt man besser am Verstärker oder Mobilgerät.

Die Mute-Taste auf der Rückseite ist gut zu erreichen und der Taster für die Steuerung des Mobilgerätes an der Seite ist taktil genug, um eindeutig ausgelöst zu werden.

 

Aufgeschraubt: Tear Down nicht ohne Schaden möglich

Die Ohrpolster sind fix abgezogen. Die Kammer ist von oben mit einer textilen Bespannung versehen worden, die den Blick auf den Treiber verhindert. Der Sitz des Einsatzes ist straff und die komplett überflüssigen Kratzspuren eines ungeeigneten Werkzeuges, die der Vortester mangels Skills hinterlassen hat, schrecken mich dann auch von einer kompletten Demontage ab. Man muss keine Gegenstände zerstören oder beschädigen, nur weil die kleinkindliche Neugier das einfordert.

 

Technische Daten und Handbuch

Bevor ich nun mit dem Test beginne, schnell noch das Daten- und Augenfutter in Form der Spezifikationen und des Handbuchs als PDF-Datei:

Datenblatt MMX300

 

 

Manual MMX 300

 

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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