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Noctua NH-U12A im Test – Österreichs Luftkampf gegen den Ryzen 9 und den Core i9 | Die neue Kühlerreferenz

Dass man sehr gute Produkte wie Noctuas U-Serie mit den 120er Lüftern noch besser machen kann, ist sicher immer drin, doch es ist erstaunlich, wie sich ein verhältnismäßig kompakter Tower-Kühler aus dem gleichen Haus gegen die barocke Konkurrenz der Kühlflächen-Inflationäre zu behaupten weiß. Und da ich ja nun verstärkt auch wieder Luftkühler testen werde, braucht man zunächst natürlich auch eine Art Referenz. Da kam mir der NH-U12A von Noctua mit samt seiner Performance also gerade recht. Der kann wirklich Duftmarken setzen, gegen die andere erst einmal mit gehörig viel Anlauf anstinken müssen. Somit wird es also schon recht interessant.

Wichtige Vorbemerkung

Zur Testmethodik und dem Messaufbau im Detail komme ich gleich noch auf Seite 2, muss aber eingangs doch noch eine kleine Vorbemerkung voranstellen. Dieser und auch die weiteren Tests werden so praxisnah wie möglich gestaltet, wozu auch die Selbstverständlichkeit gehört, diesen Kühler mit exakt gestaffelten Lasten (anstelle irgendwelcher fixen Taktraten oder Lüfterdrehzahlen) und für das jeweilge System optimierten Lüfter-Kurven sowohl auf einem Intel-Enthusiasten-System mit sehr hoher Verlustleistung und eher niedriger Wärmestromdichte, als auch einem aktuellen Ryzen-9-System mit extrem hoher Wärmestromdichte und thermischer Limitierung zu testen.

Man benötigt einfach beide Systeme, um später wirklich objektiv urteilen zu können. Das betrifft vor allem die Beurteilung des Push-Pull-Betriebes mit zwei Lüftern, der nur auf einem System einen wirklichen Mehrwert bringt. Je höher die Wärmestromdichte, umso wichtiger sind natürlich erst einmal die Heatpipes, um die Abwärme möglichst schnell vom Heatsink abzuführen. Diese Performance dann beizubehalten, wenn es um den Wärmeaustausch an den Finnen geht, ist die logische Folgeaufgabe, die bei dem Intel-System deutlich weniger Probleme bereitet.

Das AMD-System erzeugt nämlich sehr asymmetrische Lasten, die auch die Heatpipes unterschiedlich fordern. Die beiden Serienlüfter des NH-U12A performen so gut über das extrem große Drehzahlband, dass ich sie in den Folgeartikeln auch als zusätzliche Referenzlüfter nutzen werde, was zwar für den Käufer anderer Produkte aufgrund des hohen Preises eher uninteressant ist, aber die Vergleichbarkeit sicherstellt und potentielle Schwächen deutlich macht.

 

Lieferumfang und Kühleraufbau

Der Kühler ist aus 2019, also nicht mehr ganz taufrisch und es gibt mittlerweile auch massig Reviews dazu. Trotzdem will ich diesen Kühler heute nicht nur nach meiner ganz eigenen Methodik messen und bewerten, sondern auch vorab noch einmal kurz vorstellen. Im Vergleich zum großen Modell NH-D15 bekommt der NH-U12A nämlich noch eine Heatpipe mehr spendiert und die beiden sehr guten, bereits vormontierten Lüfter (Noctua NF-A12x25 PWM) bestechen durch ein sehr großes Drehzahlband von 450 bis 2000 U/min. Insgesamt ist das Zubehör vorbildlich und umfassend, denn es gibt die Mounting-Kits für alle derzeit gebräuchlichen Sockel, NT-H1 Wärmeleitpaste, zwei Low-Noise-Adapter (Serienwiderstände) und einen Y-Splitter für die Lüfter im Push-Pull-Betrieb.

Im Vergleich zum Kit für den NH-D15 lässt sich der Kühler auf AMD-Systemen nicht drehen, so dass er immer vom RAM aus in Richtung Rückseite bläst. Schade, denn für diesen Preis wären die beiden zusätzlichen Brackets sicher noch mit drin gewesen. Der Kaufpreis ab ca. 95 Euro ist nämlich bereits einigermaßen sportlich, ist aber in Anbetracht der Leistung auch durchaus angemessen. Doch ich will ja nicht spoilern.

Mit einem Kampfgewicht von 1220 Gramm (mit 2 Lüftern) ist der Kühler zum Teil deutlich leichter als so einige Mitbewerber. Man bleibt also im Mittelschwergewicht, was kein Nachteil sein muss und dem Motherboard auf Dauer sichtlich gut tun dürfte. Der Kühler besitzt einen sehr glatten und ebenen Kühlerboden, der die insgesamt 7 verlötete Heatpipes aus vernickeltem Kupferkomposit hält. Die Kühlfinnen sind aus Aluminium und an den jeweiligen äußeren Enden so gebogen, dass der Kühler seitlich geschlossen bleibt.

Die Lüfter werden mit einfachen metallischen Halteklammern befestigt (D7rahtbügel), was durchaus praktikabel ist und zudem seitlich auch Platz spart. Höher hängen geht immer, vor allem bei Vollbestückung mit sehr hohem Bling-Bling-Speicher. Das Haltesystem des Kühlers ist für alle Sockel fast schon selbsterklärend und sehr einfach zu montieren. Mit 75 Newton für das AM4-System bleibt Noctua sogar noch deutlich unter den Vorgaben von AMD (< 100 Newton) und es hält trotzdem. Das ist dann bei den Intel-Systemen nicht anders.

Hier noch einmal die technischen Daten von Kühler und Lüfter im Überblick:

Noctua NH-U12A

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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