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Dickes Luftschiff: Corsair A-Series A500 CPU-Kühler im Test – Mehr Performance durch schiere Größe?

Jeder hat mittlerweile einen mit Luft, also zieht Corsair nun endlich nach. Mit dem Corsair A500 geht man allerdings gleich in die Vollen und knallt satte 200 Gramm mehr als unsere Referenz (Noctua NH-U12A) aufs Parkett. Kunststück, denn es ist ein deutlich größerer Doppel-Lüfter-Kühler mit sichtbar mehr Kühlfläche und breiten Hüften. Es wird also interessant sein zu sehen, wie sich hier ein eher filigranes Alpen-Coupé gegen so ein amerikanisches Muscle-Car behaupten kann.

Corsair hat sich einige Innovationen vorgenommen, über die noch zu sprechen sein wird. Ansonsten ist ein Luftkühler ja kein Hexenwerk und es kommt, wie eigentlich immer, eher aufs Detail an. Mit knapp 100 Euro UVP und aktuell ca. 96 Euro Straßenpreis, spielt der Corsair in der gleichen Liga wie der Noctua NH-U12A. Man bekommt allerdings mehr Material fürs Geld und braucht auch mehr Platz zum Verstauen. Doch über die Performance sagt das noch lange nichts aus. Dafür müssen wir das Trumm ja erst einmal testen.

Wichtige Vorbemerkung

Zur Testmethodik und dem Messaufbau im Detail komme ich gleich noch auf Seite 2, muss aber eingangs doch noch eine kleine Vorbemerkung voranstellen. Dieser und auch die weiteren Tests werden so praxisnah wie möglich gestaltet, wozu auch die Selbstverständlichkeit gehört, diesen Kühler mit exakt gestaffelten Lasten (anstelle irgendwelcher fixen Taktraten oder Lüfterdrehzahlen) und für das jeweilge System optimierten Lüfter-Kurven sowohl auf einem Intel-Enthusiasten-System mit sehr hoher Verlustleistung und eher niedriger Wärmestromdichte, als auch einem aktuellen Ryzen-9-System mit extrem hoher Wärmestromdichte und thermischer Limitierung zu testen.

Man benötigt einfach beide Systeme, um später wirklich objektiv urteilen zu können. Das betrifft vor allem die Beurteilung des Push-Pull-Betriebes mit zwei Lüftern, der nur auf einem System einen wirklichen Mehrwert bringt. Je höher die Wärmestromdichte, umso wichtiger sind natürlich erst einmal die Heatpipes, um die Abwärme möglichst schnell vom Heatsink abzuführen. Diese Performance dann beizubehalten, wenn es um den Wärmeaustausch an den Finnen geht, ist die logische Folgeaufgabe, die bei dem Intel-System deutlich weniger Probleme bereitet.

Das AMD-System erzeugt nämlich sehr asymmetrische Lasten, die auch die Heatpipes unterschiedlich fordern. Die beiden Serienlüfter des NH-U12A performten seinerzeit so gut über das extrem große Drehzahlband, dass ich sie in den Folgeartikeln wie diesem auch als zusätzliche Referenzlüfter nutzen werde, was zwar für den Käufer anderer Produkte aufgrund des hohen Preises eher uninteressant ist, aber die Vergleichbarkeit sicherstellt und potentielle Schwächen deutlich macht.

 

Lieferumfang und Kühleraufbau

Der Lieferumfang ist komplett und man bekommt neben dem Kühler samt vormontierten Lüftern und deren Befestigung die Mounting-Kits für alle gängigen AMD- und Intel-Sockel. Das Kit unterscheidet sich kaum von dem des Noctua, denn beide arbeiten mit einer mittigen Halteschiene und Federschrauben auf am Motherboard vormontierten Brackets. Das ist selbsterklärend und gut zu lösen. Darüber hinaus spendiert Corsair noch einen Schraubendreher, sowie Wärmeleitpaste und Kabelbinder. Die Paste braucht man aber erst bei einer Zweitmontage, denn bereits ab Werk ist ausreichen Paste appliziert worden (siehe Bild oben).

Mit einem Gewicht von fast 1,5 Kilogramm (mit 2 Lüftern) ist der Kühler ein ordentliches Dickschiff. Die Abmessungen mit über 17 cm Höhe und fast 17 cm in der Tiefe sind ebenfalls nicht zimperlich und man wird wirklich genau überlegen müssen, welches Gehäuse hier überhaupt noch passt. Denn wenn man die Lüfter in den Halteschienen nach oben schiebt, was ja extra-hohem RAM entgegen kommt und den nötigen Platz schafft, werden es schnell auch mal über 20 cm. Und das kann dann ganz fix auch arg eng werden.

Und auch die Breite ist nicht ganz unkritisch, denn die dicken Kunststoffhalterungen überdecken schnell mal den ersten Slot auf dem Motherboard. Glück hat der, bei dessen Board die Grafikkarte erst in der zweiten Extension steckt, denn eine SSD lässt sich ja vorher einsetzen, auch wenn es unbequem ist. Man wird also vorher noch einmal gut messen müssen, bevor man in den Kaufrausch verfällt. Denn sonst landet man wohlmöglich ungewollt im totalen territorialen Fiasko.

Insgesamt 4 dickwandige, vernickelte Heatpipes gibt es, die angeschliffen wurden und den direkten Kontakt zum Heatspreader der CPU suchen. Die beiden äußeren Heatpipes messen jeweils 6 mm im Durchmesser, die zwei inneren sind jeweils 8 mm dick. Direct Contact nennt Corsair das, was seinerzeit Xigmatek als DHT (Direct Heat Touch) als kostengünstigeren Heatsink-Ersatz kreiert hatte. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Doch dafür haben wir ja den AMD- und den Intel-Test. Die Kühlfinnen sind aus Aluminium und die Seiten sind  offen. Ganz optimal ist das allerdings nicht.

Hier noch einmal die technischen Daten von Kühler und Lüfter im Überblick:

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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