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MSI SPATIUM M570 Pro Frozr PCIe 5.0 NVMe SSD im Test: Es geht auch ohne Lüfter! Workstation-Benchmarks, Teardown und Materialanalye

Mit der MSI SPATIUM M570 Pro 2TB hat es der taiwanesische Hersteller jetzt auch getan: eine NVMe SSD mit PCIe 5.0 Standard auf den Markt zu bringen. Doch bringt so ein Bolide überhaupt einen echten Performance-Mehrwert und was ist eigentlich im Detail dann so alles verbaut?  Meinen Materialtests entgeht diesbezüglich nichts und ja, die SSD ist wirklich ROHS konform. Aber das konnte man ja erahnen. Und so mache ich heute den Test, vergleiche die Ergebnisse mit dem äquivalenten Produkt von Corsair, zerlege danach die SSD und beschäftige mich auch mit der Kühlung. Also schaut man lieber etwas genauer hin. Und natürlich auch rein, aber dazu komme ich gleich noch.

Die 2-TB-Variante mit Kühler wird von MSI zum heutigen Launch mit einer MSRP von 299 USD angegeben, einen Straßenpreis habe ich allerdings noch nicht. Das ist nicht wirklich billig, aber man orientiert sich am Preis der Corsair MP700 Pro 2 TB mit aktiven Luftkühler. Denn kühlen muss man die SSD sehr wohl. Mal abgesehen davon, dass der Phison E26 als verbauter Controller ohne Kühlung gern mal über 100 °C heiß werden kann und dann brutal throttelt (Selbstschutz), es wird insgesamt schon recht heiß. Der von MSI verbaute, riesige Passiv-Kühler ist zwar recht sperrig beim Einbau, reicht aber locker aus. Doch dazu komme ich später noch. Er kühlt zumindest perfekt und vor allem auch lautlos! Das schon mal vorab als Spoiler.

Eine wichtige Vorbemerkung zu PCIe 5.0 und der Kompatibilität

Der neue Standard PCI-Express 5.0 (Gen5) bringt einige Änderungen mit sich, die neue technische Anforderungen an Hardware-Komponenten stellen. Um von PCI-Express 5.0 vollständig zu profitieren, benötigt man nämlich ein Mainboard, das PCI-Express 5.0 überhaupt unterstützt, sowie eine entsprechende I/O-Unterstützung durch den CPU oder einen I/O-Controller. Aktuelle Prozessoren wie Intels 12. und 13. Generation Core sowie AMDs Ryzen 7000 Serie unterstützen PCI-Express 5.0, allerdings mit einer unterschiedlichen Anzahl an Lanes.

Bei Mainboards bieten die meisten M.2 Slots vier Lanes PCI-Express-Bandbreite über ihre PCI-Express 5.0 M.2 Slots. Diese Information kann man auf dem Datenblatt des Mainboard-Herstellers unter dem Abschnitt STORAGE nachprüfen. Einige Mainboards bieten auch Erweiterungsmöglichkeiten durch Riser-Karten, wie sie beispielsweise von ASUS und MSI für Gen5-Geräte angeboten werden. Beim Einsatz einer PCI-Express 5.0 SSD in einem PCI-Express 5.0 Slot wird die SSD mit ihrer vollen Geschwindigkeit betrieben.

PCI-Express Slots sind grundsätzlich kompatibel zueinander, allerdings sollte man die Leistungsgrenzen beachten. Eine PCI-Express 3.0 SSD, die für 3.000 MB/s ausgelegt ist, wird in einem PCI-Express 5.0 Slot nicht plötzlich 12.000 MB/s erreichen, ebenso wenig wie eine Gen4 SSD mit einer Bewertung von 7000 MB/s. Umgekehrt wird eine PCI-Express 5.0 SSD in einem PCI-Express 3.0 Slot nur mit der maximalen theoretischen Geschwindigkeit des Slots betrieben.

Unboxing, Zubehör und technische Daten

Die SSD ist vormontiert und mit einem riesigen Passivkühler versehen. Doch dazu gleich mehr, wenn es um die Wärmeentwicklung und den Kühler geht. Und ja, ein guter Thermal-Shield eines aktuellen Mainboards reicht für die Kühlung eigentlich aus, solange im Gehäuse ein klein wenig Airflow existiert. Ganz ohne geht es nicht.

Damit wären Lieferumfang und Kühler samt Stromanschluss auch geklärt und wir widmen uns schnell noch den technischen Daten, bevor wir tiefer in die Materie einsteigen. Denn das lohnt sich durchaus und bietet interessante Einblicke, die es in dieser Form exklusiv nur hier gibt.

Technische Daten

Die Größe und Einbaumaße findet Ihr in der untenstehenden Tabelle, genauso wie die elektrischen Eckdaten bis hin zur Leistungsaufnahme und den Umweltspezifikationen.

 

Das soll aber zur Einführung erst einmal genügen, widmen wir uns nun der Technik! Bitte weiterblättern…

Kommentar

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Nulight

Veteran

246 Kommentare 165 Likes

Ich warte wieder bis die kaufbaren SSD’s die Schnittstelle auch ausreizen (14GB/s) 👍🏼
Aktuell reicht meine 4.0 SSD noch.
Die IOPS könnten mal besser werden XD
Wo ist denn der Samsung Z Nand Verschnitt und 3D XPoint geblieben?
Das was wirklich spürbar ist, ist doch wie schnell Anwendungen starten, es sei denn man schneidet Videos.

Schöner Test

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big-maec

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895 Kommentare 530 Likes

Habe einen ähnlichen Kühler auf der SSD, aber es wird einem erst bewusst, wenn man sieht, wie wenig Luft man zwischen den Komponenten hat für solche Lösungen. Wenn dann noch eine dicke Grafikkarte hat, ist das verdammt eng, bei mir sind da gerade mal nur einige Millimeter Luft zwischen der Grafikkarte und der SSD darüber und darunter. Zumal die obere SSD von der Grafikkarte aufgewärmt wird, weshalb ich mich auch für eine aktive SSD Kühler Lösung entschieden habe.

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echolot

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1,065 Kommentare 815 Likes

Danke für den Test. Liegt dann leistungstechnisch gleich auf mit der Corsair MP700. Mit Kühler wahrscheinlich teurer. Irgendwelche pro und contras?

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Igor Wallossek

1

10,401 Kommentare 19,369 Likes

Die üblichen Gründe. Schnell vs. teuer, laut vs. leise, Platz etc.

Man muss schon wissen, ob man das kaufen kann und braucht. Ansonsten sind die fast alle identisch.

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echolot

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Ja klar. Dachte bei pro und contras ehr an den Vergleich der beiden genannten Kandiaten.

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Gregor Kacknoob

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529 Kommentare 443 Likes

Verbraucht so eine M2/SSD eigentlich (unter Last) weniger, wenn man sie im PCIE 4.0 oder 3.0 laufen lässt?

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Igor Wallossek

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10,401 Kommentare 19,369 Likes

Nein, das ist eher marginal. Wobei ich 3.0 nicht getestet habe. Der Controller bollert am meisten, nicht der RAM.

@echolot
Die Unterscheiden sich fast nur durch den Kühler und etwas bei der Firmware. Der Rest ist gleich. Aber das Sirren der MP700 nervt schon etwas.

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echolot

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Danke. "Sirren" wäre für mich definitiv ein KO Kriterium. Will keine Heulboje mehr, egal welcher Art.

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starniblath

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19 Kommentare 24 Likes

Bin ich eigentlich der einzige der die aktuelle Entwicklung der Speichermedien als Rückschritt empfindet?
Vor noch noch nicht allzu langer Zeit haben wir uns von den 3,5 Zoll HDD verabschiedet und sind über den Umweg 2,5 Zoll SSD nun bei schlanken nahzu Kaugummistreifen kleinen NVMe SSD mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten angekommen welche man bequem und Platzsparend auf dem Mainboard unterbringen kann.
Jetzt wissen wir ja seit der Generation PCI 4.0 das höhere Geschwindigkeit auch höhere Abwärme erzeugt. Die Mainboard hersteller haben sich darauf eingestellt und und die NVMe Steckplätze unter mehr oder weniger schicken Abdeckungen versteckt um die erzeugte Wärme abzuführen, was auch grösstenteils gut funktioniert.
Aber jetzt mit fortschreitender Entwicklung von PCI 5.0 Speicherriegeln wird die Abwärme so hoch das man, um die erzeugte Wärme abzuführen, gezwungen ist enom grosse Kühlkörper auf die Riegel zu schnallen. Damit steht der gemeine Nutzer vor einem Dilemma. Passt das Teil noch irgendwie zwischen Grafikkarte und CPU Kühler? Oder verunstalte ich mein Mainboard, lasse die untere Abdeckung weg und plaziere den Klopper dort (Sofern dort PCI 5.0 Slots verfügbar sind, sonst macht das ja keinen Sinn)?
Eventuell wirft ja noch jemand ein NVMe Riser Cable auf den Markt damit wir die Speicherriegel mit ihren Kühltürmen irgendwoanders im Gehäuse unterbringen können?

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Nulight

Veteran

246 Kommentare 165 Likes

Der Controller muss effizienter werden.
Die meiste Abwärme entsteht hier.

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Gregor Kacknoob

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529 Kommentare 443 Likes

Ist doch das Selbe wie mit 'nem fetten Heckspoiler. Es gibt sie in verfünftig und in völlig übertrieben, welche manchmal keine 250mk/h standhalten. So ist aktuell die Auswahl. Niemand ist zu PCIE 4.0+ gezwungen. Soll ja auch Schrauber geben, die dann beim Tüf ihr blaues Wunder erleben. Genauso ist's hier mit der Abwärme. Wer sich vorher nicht informiert, blind kauft und einbaut, bei dem kann es gut gehen oder eben zu Problemen führen. Alternativ kann man ja auch zum Fachhändler seines vertrauens gehen, um solche Probleme zu vermeiden.

Die Nachfrage ist ja nun mal da und diejenigen stehen i.d.R. auch auf solche Kühlkörper und werden das Problem eher weniger haben. Die Vernunft hinkt immer etwas hinterher. Aber auch heute sollte es genug Auswahl ohne große Hitzeprobleme geben - wird ja stehts für geruflich genutzte PCs benötigt. Das mag zwar alles rückständig erscheinen, aber solche Extreme bringen eben auch den Fortschritt :)

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s
samhayne

Veteran

108 Kommentare 77 Likes

Nee.
Wann PC-Gehäuse in Kühlschrankgröße?

Stellt man dann in den Keller und hat in der Wohnung einen Terminal… äh… ein Datensichtgerät.

Zurück in die 60er. Passt doch zum Zeitgeist.

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G
Guest

Supi!

Frage: bollert der Kontroller immer oder nur wenn die Datenabfrage auf max peak zu geht?
Danke.. weiter.. 5 Kinder betreuen. Sie brauchen alles für Schule und was zum anziehen..
Leider wollen sie in die Spiel waren Abteilung.. bitte net..please!.. ROOKIE.. ( Kinderdorfprojekt)..morgen Altenheim..
Ich koche.. ( eh Mixxer mit für die 4 ten) lol peace .)

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e
eastcoast_pete

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1,640 Kommentare 966 Likes

Zunächst einmal @Igor Wallossek : danke für den Test. Wobei (IMHO) zumindest im Moment PCIe-5 SSDs noch am ehesten in Server und Workstations Sinn machen. Der Vorteil in der Geschwindigkeit gegenüber schnellen und trotzdem deutlich billigeren PCIe-4 SSDs ist ja eher gering.

Und (blast from the past), bei den Werten und Preisen frage ich mich, ob Intel es jetzt bedauert, Optane nicht weiter entwickelt zu haben. Die Idee, Speicher in DRAM Slots unterbringen und ansprechen zu können hatte durchaus was für sich. War aber letztendlich (damals) auch sehr teuer, und auch deshalb kein Erfolg. Wie sind denn die Latenzen der PCIe-5 Spatium und Corsair verglichen mit Optane (wenns hier jemand weiß)?

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i
istherelifeonmars

Mitglied

70 Kommentare 13 Likes

Ja, der Phison ist einfach Sch....!
Wo andere einfach nur ne Platine dick als Kühler brauchen, da ist schon der Kühler größer als der für die CPU.
Und für pci 5.0 ist schon längst was besseres in der Mache.
Jetzt summt es nicht wie Biene Maja, aber die größe des Kühlers ist unglaublich übertrieben.
Na hoffentlich reicht der zumindest aus, um den Datenverlust beim Ausstieg des Phison zu vermeiden...

Toller Test mit Anschauungsunterricht (y)(y)(y)

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H
Headyman

Veteran

117 Kommentare 54 Likes

Wer wirklich PCIe 5.0 Leistung braucht, der muss halt leiden, im Volumen oder in Lautstärke. Für alle Anderen gilt, die nächste Generation Controller braucht kaum mehr Leistung, also kann man die typ. 40% Leistungseinsparung im nächstbesseren Fertigungsverfahren ausnutzen.
Einfach bissle warten und Lautstärke bzw. Volumen werden 40% weniger.

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D
DaniloTT

Neuling

8 Kommentare 4 Likes

Auf Seite 1 unter Unboxing etc. steht noch der copy-paste vom Artikel zur MP700 Pro, mit Kommentar zum Lüfter/Stromanschluss :)

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G
Guest

du redest von den 60ger in parallelen Zeitalter.
und wenn es die 60ger sind also net 1960 bis, zur Mondlandung, sonder
1860 wo die großen Physiker die dicken Fragen gestellt haben ( Max Plank bis rauf
zum Albert) dann ist klar das in deiner Welt grad die Eiseninseln von den Lanister erobert werden?

ja nein? touring paradoxxon out peace :)

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Ifalna

Veteran

347 Kommentare 306 Likes

Was ein riesen Teil. Irgendwann gibts M2 SSDs mit nem NHD-14 drauf. :'D

Die PCIe 5 Dinger machen so oder so für Privatanwender im Moment keinen nennenswerten Sinn, da wir keine Software haben die den output braucht. Direct Storage wäre ne Möglichkeit aber selbst da sind die Unterschiede "meh".

Professionellen usern, die auf die Geschwindigkeit ernsthaft angewiesen sind, sind die Nachteile wie dicker Kühler egal oder sie setzen sie gleich unter Wasser.

Wenn wir bessere Controller bauen, brauchen wir auch keine dicken Kühler mehr. Der Speicher selbst ist nicht das Problem.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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