Gaming Grafikkarten Testberichte

Minecraft RTX im Test – Da staunt man Bauklötzer und der Grafikspeicher wundert sich

Ich hatte ja am 14.04.2020 die ganze Geschichte um Minecraft für Windows 10 samt RTX bereits angeteasert und auch die Techniken dahinter kurz erklärt. Deshalb spare ich mir diese erneute Einführung und komme lieber gleich zur Sache. Minecraft RT setzt, wie schon Quake II RTX, auf Pathtracing des kompletten Bildes und genau das sieht man auch- ein knackiges Kinnladenrunterklappen gleich mit eingepreist. Über die physikalisch-basierten Materialien, die Reflexionen, die globale Beleuchtung und  volumetrische Effekte hatte ich ja schon geschrieben – einfach den Link klicken und noch einmal nachlesen.

Installation auf leichten Umwegen

Vorausgesetzt werden drei Dinge: ein gültiges Microsoft-Konto, Windows 10 in der neuesten Build und eine beliebige GeForce RTX. Software-basiertes Raytracing auf einer Turing-GTX ginge theoretisch sicher auch – aber leider nur für Standbilder. Hat man diese Voraussetzungen allerdings erfüllt, dann muss man zunächst den kostenlosen “Xbox Insider Hub” im Microsoft Store herunterladen, dort bei den Inhalten die “Minecraft for Windows 10 beta” anklicken, die Teilnahme am Beta-Programm bestätigen und dann alles herunterladen.
 
Die sechs Welten, die ich vorgestern bereits gezeigt hatte, stehen dann im Spiel zum Download als Map zur Verfügung. Installieren, Öffnen, RTX und DLSS aktivieren und glücklich sein. Trotz dass das Spiel sogar auf einer GeForce RTX 2060 läuft, wenn man es bei der Bildschirmauflösung auf Full-HD belässt, war ich mal mutig und habe die Map “Of Temples & Totems RTX” geladen, die die meisten Ressourcen schluckt. Auf Ultra-HD gingen dann sogar eine RTX Titan bzw. Quadro RTX 6000 genüsslich in die Knie.
 
Das Bild unten zeigt deshalb den Einsatz einer Quadro RTX 6000, deren 24 GB Videospeicher noch ausreichen, auch wenn es schon am Anfang arg in Richtung der 16-GB Marke ging und sich dieser Wert im weiteren Verlauf nicht etwa verringert hat, das Gegenteil war der Fall. Mit etwas Pech landet man dann auch schon einmal bei 18 GB und mehr. Den Screen vom Start der Szene habe ich für alle, die mal staunen wollen, gleich mit dokumentiert:
 
 

Grafik-Performance: ohne DLSS 2.0 geht nichts

Ich vermute einmal, Nvidia setzt in Minecraft auf Quality-DLSS, das zwar die Auflösung deutlich reduziert, jedoch das beste DLSS-Ergebnis erzielen kann. Das oben in Ultra-HD erstelle Bild wird eigentlich “nur” in 2.560 × 1.440 Pixel gerendert. Aber auch das war schon reichlich grenzwertig in Bezug auf den Ressourcenbedarf. Aber, das muss man Nvidia ebenfalls neidlos zugestehen, DLSS 2.0 glänzt auch hier einmal mehr. Es sieht, rein subjektiv betrachtet, sogar mit besser aus als nativ und ohne DLSS. Das muss man erst einmal sacken lassen.

Womit wir nun bei den sechs Welten angekommen wären. Die mit dem Tempel war grenzbrutal, der Rest eher moderat bis mittelprächtig schweißtreibend. Deshalb habe ich mir genau diese Map geschnappt und dazu noch “Imagination Island RTX”, wo der Speicherbedarf auch noch durch die 8-GB-Karten befriedigt werden kann. Allerdings muss ich hier schon mal eine Warnung aussprechen.

Das Schlüsselwort heißt “Raytracing Render Distance” in den Erweiterten Grafikeinstellungen und die Standardeinstellung mit den 8 Chunks (Weltenstückchen) sind dann auch das Maximum, das man mit einer 6- oder 8-GB-Karte überhaupt auf der Map “Of Temples & Totems RTX” einstellen sollte. Die Mittelstellung mit den 16 Chunks passt noch zur GeForce RTX 2080 Ti oder RTX Titan / RTX Quadro 6000 und das Maximum mit 24 Chunks läuft dann nur noch auf der RTX Titan und Quadro RTX 6000 ohne komplett zugerotzten Speicher.

Nehmen wir jetzt einfach einmal Full-HD, 8 Chunks, aktivieren DLSS und lassen die Grafikkarten laufen:

Man kann auch diese Map noch mit der RTX 2060 oder 2060 Super laufen lassen, aber wirklich Spaß macht das dann in dieser extrem fordernden Map nicht mehr. Einfachere Maps wie z.B.  “Imagination Island RTX” lassen dann auch bei den minimalen FPS wieder etwas Freude aufkommen, was den Spielfluss deutlich erhöht. Eines ist und bleibt aber Fakt: RTX kostet Leistung, bietet dafür aber einen wirklich sichtbaren und geradezu überwältigenden Mehrwert. Man sieht Minecraft nunmehr mit komplett anderen Augen.

Wobei die Demo-Welten natürlich noch komplett steril daherkommen und leider kaum Interaktionen ablaufen. Wie die neue, bunte Welt auf meinen Sohn wirkt, das seht Iht hier im Video. Und nein, der ist wirklich völlig neutral, denn für ihn ist die Farbe des Grafikkartenherstellern noch komplett egal. Noch.

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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