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Kupferpaste besser als Wärmeleitpaste? Myth busted – ein bisschen | Praxis

Gesapannt habe ich die Paste erst einmal begutachtet. Hochtemperatur-Kupferpaste aus dem Heizungsbau… Aha! In diesem Fall eine Anti-Festbrennpaste, die sich aber auch auf Schraubgewinden ganz gut macht. Und was ist da nun eigentlich drin? So Einiges, wie das spezielle Kupferpulver, Oxidations-, Korrosions- und Verschleiß-Inhibitoren sowie thermostabiles Syntheseöl. Passt also. Die 1000 °C werde ich mit dem Ryzen 9 wohl eh nie erreichen.

Die Applikation erfolgt auch hier mittels Klecksmethode, den Sockel habe ich bei allen Tests wegen der Hygiene, Sauberkeit und auch elektrischen Leitfähigkeit abgeklebt. Die Menge reicht locker, denn das Zeug verteilt sich mangels höherer Viskosität nahezu vorbildlich. Ein dünner Film kann ja nie schaden.

Die Reinigung ist so einfach wie das Auftragen, nur mit den Klamotten sollte man schon etwas aufpassen.

Testergebnis

Ja, das kann man durchaus noch als brauchbar bezeichnen, aber wirklich gut ist die Kupferpaste dann doch nicht. Es funktioniert natürlich, auch einigermaßen temperaturstabil, aber mehr leider auch nicht. Man kann sie aber immerhin, wenn nichts anderes zur Hand ist, wirklich bedenkenlos einsetzen. Nur mit dem Mythos der ultimativen Wärmeleitpasten-Alternative muss man hart ins Gericht gehen. Busted!

Schauen wir uns die Ergebnisse noch einmal als Übersicht im direkten Vergleich zu den bereits getesteten Dingen an:

Fazit

Für die gefahrlose und sorgenfreie Nutzung geht nichts über eine gute Wärmeleitpaste vom Abfüller seines Vertrauens, wobei die Kupferpaste zumindest als Notlösung für zwischendurch funktioniert. Auch das ist eine Erkenntnis.

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Case39

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Wieder etwas mehr Wissen angehäuft! Man hat ja genug Speicherplatz zur Verfügung😉

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RedF

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v
vonXanten

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Wieder schlauer!
Und vielen Dank für den Test.

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big-maec

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Ich hab auch noch so das eine oder andere Wärmeleit Mittelchen und noch was von dem Shell Ondina 68 aus einer Lampe hier. Falls das erwünscht ist könnte ich ja mal was zuschicken.

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Alkbert

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806 Kommentare 570 Likes

Herzlichen Dank an Igor,

das mit der "Kupfer" WLP ist wirklich (!) interessant. Dass man die 1000 Grad eher nicht erreicht war klar. Mich hat eher im
Ausgangstest mit dem "water based lubricant" eher erstaunt, dass Letzteres bis knapp 100 °C funktioniert. Nun gut, es scheint
wohl Hochleistungsmänner zu geben. Na wenn´s die Partnerin aushält, dann ist es ja gut.

Ich habe und falls die "Testreihe" noch weitergehen sollte, die Hoffnung, dass sich da wirklich noch was finden lässt, was den
WLP Herstellern einen Strich durch die "Rechnung" macht. Für meine Letzte Spritze (30 g) Arctic cooling Paste habe ich knapp
30 Euro bezahlt - und das ist ja schon saugünstig gewesen.

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Thomas_Lab

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Vielen Dank für die interessanten Tests und vor allem die gewissenhafte, belastbare Testmethodik. Nur so gibt es verwertbare Ergebnisse. Super!

Was ich aber noch nicht ge- oder eventuell einfach überlesen habe: Wie sieht die Temperatur eigentlich aus, wenn man komplett auf irgendeine Paste zwischen CPU und Kühlerblock verzichtet? So als Worst-Case-Referenzwert, nur um die anderen Ergebnisse einordnen zu können.
Oder lässt sich das nicht messen, weil die CPU in null komma nix abraucht?

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Igor Wallossek

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Es funktioniert nicht. Das habe ich schon mehrmals geschrieben und erklärt. Ich bin nach wenigen Sekunden im totalen Throttling. :D

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D
Deridex

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Hm, ist Ballistol zu dünnflüssig für solche Tests ?:unsure:

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RedF

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Schmiermittel, wundheilung und Wärmeleitpaste :giggle:

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FritzHunter01

Moderator

728 Kommentare 745 Likes

He he... ich hätte jetzt gedacht, das meine Kupferpaste der WLP den Schneit abkauft...

Aber ein Delta von 3-4 Kelvin is jetzt auch nicht so schlecht!

Wäre jetzt nur eine Frage der Langlebigkeit?

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k
krelog

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ok weil die Oberflechen von Headspreader krum und schief sind aber mit Nachbearbeitet der Obenfläche (wirklich eben) müsste das dann schon gehen

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geist4711

Veteran

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es könnte mit der körnigkeit der kupferleitpaste zu tun haben, es gibt da unterschiede.
im schaltschrankbau zb verwendet man, zb für stromschienen, auch solche leitpaste, aber die hat da einen anderen zweck, statt 'für wärmestabilität und nicht festsetzen' ist die für 'gute stromleitung und das das kupfer nicht so schnell anläuft'.
leider arbeite ich da nimmer, sonst würde ich was hinschicken :) ....

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Martin Gut

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Wenn du es wirklich eben schleifst, wie das ein Mechaniker macht und den Kühler ohne Paste aufsetzt, dann wirst du den Kühler nie mehr abbekommen weil er sich festklebt. Aber keine Angst, so glatt schaffst du das ohne Ausbildung nicht zu schleifen.

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G
Guest

Es gibt Fette auf PTFE (Teflon) basis. Die halten Temperaturen um 300 Grad stand und verlaufen auch nicht bei hohen Temperaturen (nicht schleuderfest).
Ist eher ein Schmiermittel und Oxidationsschutz fuer Schrauben und Kontakte. Manche sind nichtleitend mansche leitend. Auf die schnelle hab ich welches gefunden, was fuer Schiffen zum Beispiel als Schraubendichtung beworben wird und nicht leitend ist.
Da kostet das Kilo einen Tausender aufwaertz.
Gesehen habe ich mal so Zeugs, Konsistenz wie Penatencreme (ziemlich Formstabil) und 2k Euro das Kilo. Im Einsatz an Schaltkontakten fuer mehrere KV und KA.

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k
krelog

Veteran

148 Kommentare 38 Likes

es klebt nicht zusammen sondern man hat nur adhäsion
ja gegeneinader abziehen wird schwer aber wenn man sie gegeneinander verschiebt geht es wieder leichter

und ja es können nicht viele eben schleifen aber das ist ja kein Ausschlusskriterium geht ja nicht nur um die ebenheit sondern im zweiten auch noch um die Rauheit der Oberfläche weil wenn die Spitzen noch weg sind erhöhrt man sehr stark die Kontaktfläche an sich

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Martin Gut

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6,120 Kommentare 2,494 Likes

Bei einer sehr hohen Ebenheit kommt es zu einer Kaltverschweissung und die ist nicht mehr zerstörungsfrei lösbar. Darum vermeidet man es normalerweise so glatt zu schleifen.

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K
KB-58

Neuling

8 Kommentare 0 Likes

Ich möchte dann mal die Graphitpaste ins Spiel bringen. Die sollte sich "dünner" auftragen lassen und einen höheren Graphitanteil haben als wie die Kupferpasten.
Ich könnte mir auch ein Stück von Alufolie zwischen CPU und Kühler vorstellen. (da gibts dann auch keine sauerei) ;-)

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SKYNET

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585 Kommentare 89 Likes

probiere dochmal silikonbasiertes gleitmittel... davon habe ich immer min. nen liter im haus :sneaky: :censored:

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Igor Wallossek

Format©

7,904 Kommentare 13,620 Likes

Folie bringt nichts, dazu sind die Drücke zu klein. Di ist ja schon komprimiert :)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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