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Heiße M.2 NVMe SSDs richtig kühlen: G-M2HP04-F und G-M2HS03-F von Graugear im Aktiv- und Passiv-Test

Dass vor allem die schnellen NVMe-SSDs mit PCIe 4.0 und Datenraten von über 7000 MB/s richtig heiße Teile sind, bezieht sich nicht nur auf deren Geschwindigkeit, sondern auch auf die Temperatur-Entwicklung. Ohne Kühler lässt sich so etwas nicht mehr betreiben, doch auch Passiv-Kühler versagen, wenn der Luftstrom im Gehäuse nicht ausreicht. Dann aber ist guter Rat teuer, zumindest aber mit knapp unter 30 Euro auch nicht ganz billig. Aber wenn die teure Anschaffung throttelt und langsam wird, dann hat man auch nichts gewonnen.

Genau das ist mir beim Clonen auf eine T-Force  A440 2TB passiert, wo sich der Vorgang der vollgefüllten SSD ab etwa der Hälfte dann schlagartig schier endlos in die Länge zog. Ein Temperatur-Check ergab, dass man mit mindestens 70 °C an der Throttling-Grenze angelangt war und das Tempo rapide sank. Einfache Heatsinks, wie der Original-Kühler, sind mit dieser Abwärme wirklich überfordert, zumal die Unterseite der SSD ja auch Chips beherbergt, die dann auch am heißesten werden. Hier muss von oben durch die Platine hindurch mitgekühlt werden, was aber eine einfache Heatsink-Lösung so nicht schafft.

Spätestens an dieser Stelle kommen dann echte, viel massivere Kühler mit mehr Kühlfläche ins Spiel, die mit der Abwärme deutlich besser klarkommen. Und wer es dann noch ganz elegant und kühl möchte, der greift dann zu einem aktiven Kühler. Im Intro-Bild sehen wir auch noch passive Heatsinks von Graugear, die aber das selbe Problem haben, wie der Originalkühler der T-Force, es reicht von der Kühlfläche her einfach nicht aus. Was ich aber auch testen werde, ist der erzwungene Passiv-Betrieb der beiden heute getesteten, sehr großen Aktivkühler, indem ich dafür einfach den jeweiligen Lüfter abziehe.

 

Falls jemand Angst vor den beiden 25-mm-Lüftern haben sollte, die ich mit ca. 5600 U/min rotieren lasse (PWM), den kann ich durchaus beruhigen. Sie sind abgeregelt nicht (G-M2HS03-F), bzw. fast nicht (G-M2HP04-F) zu hören. Je nach Modell. Doch dafür gibt es ja gleich noch den Test. Ist so ein Kühler jetzt wegen der knapp 30 Euro teurer Luxus? Im Prinzip schon, nur wer sich eine so teure SSD kauft, sollte besser auch noch die üblichen Folgekosten mit einplanen. Denn setzt man den ganzen Spaß dann noch in Relation zum Kaufpreis so einer SSD, ist das Leben wieder in Ordnung. Naja, fast zumindest.

Gut, die beiden Kühler brauchen Platz und man wird genau hinschauen müssen, was noch passt, um nicht z.B. mit der Grafikkarte zu kollidieren. Aber das werden wir gleich noch sehen. Ich bin eher zufällig auf den Hersteller gestoßen und hätte mir fast schon was von ICY Box besorgt. Aber bei neuen Namen werde ich automatisch neugierig. Und wenn es dann gleich noch zwei Einbauvarianten gibt, reicht sowas auch schon einmal für einen Test. Da sich die SSD-Temperaturen nur recht ungenau und in groben Zeitintervallen auslesen lassen, kommt wie immer der gute alte Temperaturmessfühler zum Einsatz Den wiederum schiebe ich unter die SSD zwischen Speichermodul und Pad. Wort Case also.

Graugear Heatpipe-Kühler für M.2 2280 SSD, schwarz (G-M2HS03-F)

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Lucky Luke

Veteran

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Ansich eine gute Lösung für die Hitzeköpfe NVMe-SSDs / PCIe 4.0.
Wird aber durch so einen Klopper nicht der Airflow der GPU beeinträchtigt, wenn das Teil den Lüftern der GPU am hintern klebt?

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RedF

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Na wenn sie über der GraKa hängt sehe ich da kein problem.

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Ghoster52

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M.2 Kühler sind immer gut, aber ob ich zu einer aktiven Lösung greifen würde, ich weiß nicht...
Ich habe festgestellt, man sollte beide Seiten der SSD kühlen!
Wenn mein Kiste mal wieder offen ist und ich mehr Zeit habe mach ich mal Fotos. ;)

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Abductee

Veteran

252 Kommentare 40 Likes

Der Speicher an sich wird doch gar nicht so warm? Hat sich das mit PCIe 4.0 dermaßen geändert?
Bei den anderen SSDs ist der eigentliche Hitzkopf der Controller.
Sind die 70°C Drosselgrenze mit dem externen Temperaturfühler gemessen? Der Wert kommt mir mit dem internen Sensor etwas niedrig vor.
Bei anderen SSDs liegt die Grenze viel höher.
Bezieht sich das mit dem Messintervall auf euren externen Sensor? Bei HWinfo64 kann man die Polling Rate ändern.

Bei eurem Originaltest findet man bezüglich Throttling leider keine Angaben.

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Igor Wallossek

Format©

7,903 Kommentare 13,620 Likes

Erstens:
Das mit dem Sensor steht im Review - der Temperaturmessfühler sitzt unterm PCB direkt auf einem Modul und die Werte stimmen mit dem überein, was ich auslesen konnte, wobei HWInfo sekündlich abruft, aber der Controller nur grobe Treppenstufenwerte liefert. Der verwendete Controller ist ja etwas exotisch, vielleicht liegts auch daran. Der externe Sensor kann auch in Millisiekunden gelesen werden, nur geht das Erwärmen ja recht langsam. Aber 1-Grad-Schritte sollten schon messbar sein, die SSD springt aber gleich mal um ein paar Grad. Das ist eigentlich sinnlos...

Zweitens:
Beim Testen habe ich (leider) keinen einstündigen 4KB 100% Random Write / 100% Read Test gemacht. Das werde ich wohl in Zukunft mit einbauen. Idt nicht sehr praxisnah, aber er deckt die Schwachstellen der Kühler besser auf. Im Normalbetrieb liegt die SSD, je nach Einbauort, nie über 50 bis 55 Grad. Aber spätestens beim Vollfüllen mit viel Geraffel (wie einer über 1,6 TB großen JPG-Sammlung) wird das zum Glühwürmchen. 4KB Blöcke sind dann der Tod, aber nicht praxisnah.

Der liegende Ziegestein stört definitiv nicht die Lüfter. Er verhindert sogar, dass die unten aus der Karte ausgeblasene Luft gleich wieder vom Propeller angesaugt wird ;)

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clrCMOS

Neuling

5 Kommentare 5 Likes

Hab ein ähnliches Modell verbaut. Bei Last von knapp 70° C (mit MSI b550 Tomahawk Heatsink) auf <50° C bei ca. 5000-6000 rpm. Platz ist auch genug und die 6900 im invertierten Gehäuse stört es nicht. Der Lüfter ist aus dem generell leisen System nicht heraus zu hören. Ich bin aber gespannt, wie lange das so bleibt. So ganz traue ich den kleinen "Flauderern" nicht.

View image at the forums

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Megaone

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1,065 Kommentare 905 Likes

Danke für den Top Bericht.

Aber langsam reicht es doch. Ich bin ein Kind der 60er und hab alles mitgemacht. Vom C64, Atari ST zum ersten PC. In den 90ern Hab ich in diversen Computerläden gearbeitet und Hunderte von Rechnern gebaut. Aber wenn ich mir das Heute so anschaue?

Graka und CPU sollten eigentlich ab einem gewissen Niveau zwingend Wassergekühlt werden. Beim Boardkauf Spannungswandler zählen und Testberichte lesen wie heiss die Dinger werden. Nicht die falsche Wärmeleitpaste kaufen und bei der Grakaumbau zwingend die Müllpads austauschen und was vernünftiges einbauen.

Und jetzt noch die NVME`S aktiv kühlen.

Ich werde noch bekloppt!

Was ich mir dank Igor mittlerweile an Fachwissen bezüglich Technik sowie Produktkenntnisse mir aneignen musste, geht doch auf keine Kuhhaut mehr.

Wobei sich ernsthaft die Frage stellt.

Wer weiss das alles?

Wer kann liefern und einbauen?

Die meisten selbsternannten Computerhändler jedenfalls nicht.

Aber wie sagt Al PAcino in Scarface: " Tu es selbst, tu es sofort, zu es richtig!

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M
McFly_76

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@Igor Wallossek

Schade dass du den Passivkühler G-M2HS02 ( im Bild zwischen den aktiven SSD-Kühlern ) nicht testen konntest.

Auf meinen NVMe SSD's verwende ich fast baugleiche passive Aluminiumkühlkörper ( auch 10mm hoch ) und es reicht schon aus um die Temperatur so weit zu senken ( ~ 7° - 10° C weniger ) dass sie nie wieder in den kritischen Bereich kommen ( throttling ).

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wild

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Hallo, also selbst eine PCIe 3.0 (samsung evo 970) kommt bei permanentem Schreiben/Lesen auf 99°C ohne Kühlung. Hier wurde nix gedrosselt.. Habe plötzlich im HWinfo ne fette Rote Zeile gehabt, sonst wäre mir das gar nicht aufgefallen.. Habe dann bei mir einen Passiv-Kühler für 8,- draufgesetzt und nun geht die Temperatur auf 75°C max.

vielen Dank für die Tests :)

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Igor Wallossek

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Ich schriebs im Review: für die besonders heißen PCIe 4.0 Teile ist das nix. Da ist der Originalkühler besser und leider auch schon überlastet.

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RedF

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3,246 Kommentare 1,555 Likes

Hab hir noch eine unverbaute Firecuda 530 2TB liegen. Da wird der flache EK alublock der drauf ist warscheinlich auch nicht wirklich reichen.

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Pokerclock

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191 Kommentare 152 Likes

Das kam genau richtig. Da werde ich direkt mal ordern. Ich hatte mir schon Gedanken gemacht für einen Kundenauftrag, bei dem es absehbar war, dass viel und häufig Dateien auf den PCIex-4.0-SSDs hin und her verschoben werden. Die ersten Tests mit den M.2.-Kühlern von be quiet waren eher ernüchternd. Für den Alltag OK, aber wenn da mal länger als ein paar Minuten Volllast auf die SSDs kommt, war es das ganz schnell mit dem Speed und die Temps schnellen hoch.

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McFly_76

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377 Kommentare 129 Likes

Also zusammenfassend lässt sich sagen dass nur für einseitig bestückte NVMe SSD's ( max. Leistungsaufnahme bis 5 W ) eine passive Kühlung noch ausreicht.

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Igor Wallossek

Format©

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Ja, unter 5 Watt bekommst Du hin. Die aktuellen Sprinter schaffen in den Peaks leider das Doppelte.

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samhayne

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74 Kommentare 31 Likes

…und mein Kopp dachte nur so: „Die Hersteller sind doch fast alle bekloppt… ich sollte mehr Apple Aktien kaufen.“
Deren M1 ist die einzige wirklich sympathische Hardwareentwicklung im PC-Bereich der letzten Monate.
Sonst überall nur noch hitzköpfige Produkte.

Mein i9 Alder Lake ist luftgekühlt (Noctua D15) mit Default-BIOS-Einstellungen (PL unlimitiert) bei Prime95 auch nach 2min einfach ausgestiegen.
Ist doch Quatsch sowas.

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I
Indy2410

Mitglied

28 Kommentare 10 Likes

Theoretisch sollte ich einen solchen Kühler tatsächlich montieren können, ohne das der Luftstrom für die Grafikkarte beinträchtigt wird, jedenfalls auf dem ersten von beidem M.2-Plätzen. Nachdem es in meinem Gehäuse aber endlich mal halbwegs aufgeräumt aussieht (jedenfalls für meine Verhältnisse, bin trotzdem froh derzeit ohne so einen zusätzlichen Klotz auszukommen.
Meine Samung 980 pro läuft inzwischen (nach einer Optimierung des Luftstroms) mit dem Boardkühler in einer akzetablen Temperatur.

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Phelan

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136 Kommentare 121 Likes

Terabyte weise schreiben ist nun nicht unbedingt ein typisches Anwendungsscenario im heimischen PC.

Und eine SSD die aktiv gekühlt werden muss, wie auch ein Chipsatz, sind für mich broken by design.
Da greif ich lieber zu was langsameren.

Das Hochgezüchte sieht man aktuell aber überall. Ein Abbild der Leistungsgesellschaft kurz vorm Herzkasper.

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Ghoster52

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864 Kommentare 551 Likes

Die SSD's sind gar nicht so hitzköpfig wie man meint, aber man hat halt 2 Probleme im oberen M.2 Slot.
Der Kühlkörper soll die Abwärme der SSD abführen und wird gleichzeitig von der Backplate der GPU beheizt.

Mal ein Beispiel....
WD 750 über eine GTX 1080 mit Backplate, wenn GPU auf 50°C steigt, dann hat die WD bis zu 42°C (GPU ist bis 50°C passiv)
Schalte ich per Lüftersteuerung die GPU auf aktiv, sinkt die Temperautur der GPU auf 32°C, die WD geht runter bis 34°C
(die WD 750 hat eine "Backplate" von mir spendiert bekommen, Alublech 70x25x0,8mm)

Die 2. SSD (Sumsang 970 Evo) ist auf der RaidSonic-Karte verbaut und hat noch nie 30°C erreicht.
Bei aktueller Raumtemperatur hab ich immer 26°C, die Temp. ist wie angenagelt...

3. SSD (nur ne SATA Sumsang 860 Evo) zeigt 18-20°C, der ist immer zu kalt...

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Oryzen

Veteran

123 Kommentare 62 Likes

Danke für den Test und den Hinweis. DAS war ein Augenöffner.
Da zeigt mir HWInfo ich doch glatt auch die 70° Problematik mit der ForceMP600, so ein Mist. Die läuft mit 50° wegen der Grafikkarte im Leerlauf.
Dem Mainboard-Layout geschuldet.... Das kommt davon, wenn man die Entwärmung nach oben eingerichtet hat.
Ein bischen Steam-VR und alles glüht. Da muss ich was machen. Braucht die 3090 also doch ne WAKÜ einschließlich Backplate, damit der Rest nicht so heißläuft. Die AIO Wakü für die CPU reicht einfach nicht. UND dann ist trotzdem aktive Kühlung für die ForceMP600 fällig. Man Man Man, Schau ich mir meinen Festplattenstack an, ist mir der auch zu warm. Brauch ich jetzt noch ne Thermische Analyse mit Luftstromberechnung für das Ganze, scheint mir.
Die Standard-Entwärmung einer NVIDIA-3090 ist der letzte Dreck. Und das bei so teuren Karten, selbst wenn ich nur den UVP ansehe, und nicht die Scalper-Preise.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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