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Monitorgrößen, Paneltypen und Besonderheiten | Teil 1 Monitor-Grundlagen

Nach langem Hick-Hack mit meinem Internet-Provider und einem beruflichen Sondereinsatzfall – ist es nun endlich so weit. Wir starten mit den Grundlagen zum Thema Monitore. Heute schauen wir uns das Thema Paneltypen, Bildschirmgrößen und Auflösungen an. Ich werde dabei aber nicht den totalen Deep-Dive in die technische Ebene machen, sondern nur so weit gehen, dass man mir noch folgen kann. Es geht mir im Schwerpunkt darum, dass der Leser das Wesentliche mitnehmen kann und nicht bereits nach der ersten Minute lesen das Weite sucht. Für die Hardcore-Leser verlinke ich die ein oder andere Seite, sodass bei Bedarf auch tiefer gebohrt werden kann.

Kurzes Vorwort

Wenn es um die Wahl der richtigen Bildschirmgröße und der Auflösung geht, kann ich nur eine Empfehlung aussprechen. Die Faktoren hierfür sind so mannigfaltig, dass ich keine allgemeingültige Aussage treffen kann. Faktoren können sein: Sitzabstand, Verwendungszweck (Arbeit und/oder Vergnügen), finanzieller Spielraum, fürs Zocken in 2160p braucht man die Leistung des PCs usw. Für die E-Sportler und Gelegenheitsspieler gibt es andere Prioritäten als für professionelle Anwender. Schwierig! Das gesamte Bild wird sich erst am Ende des dritten Teils unserer Grundlagenreise zum Thema Monitore ergeben. Und selbst dann gibt es immer noch persönliche Empfindlichkeiten. Ich kann in diesem Artikel auch nicht auf alle noch so kleinen Details eingehen. So zum Beispiel das Thema mattes oder glänzendes Display. Oder auch ganz spezielle Besonderheiten, die es nur bei OLED Displays gibt. Wenn einer von euch konkrete Fragen zum heutigen Thema hat, dann gerne über das Forum. Ich versuche alle Fragen zu beantworten.

Bildschirmgrößen

Wir fangen am besten mit den Bildschirmgrößen und der Auflösung an. Dabei gehe ich auf die heute üblichen PC-Monitore ein. Fernsehe und Laptops lasse ich außen vor. Sondergrößen im 4:3, 16:10 Format überspringe ich an der Stelle ebenfalls. Da bitte ich um Verständnis, sonst werde ich mit dem Artikel nie fertig. Aktuell betrachte ich die marktüblichen Monitore in den Größen:

24″, 27″, 32″ im Format 16:9 (ja, es gibt noch weitere Größen z.B. 48″,42″,28″, 22″ 21″ usw.)

34″ und 38″ im Format 21:9/24:10 Ultrawide

44″ und 49″ im Format 32:9 Super Ultrawide (nenne ich hier nur zur Information)

Bildschirm-Auflösungen

Die 24″ Monitore haben in der Regel eine 1080p (Full-HD) Auflösung. Verbaut sind hier alle marktüblichen Paneltypen LCD (Liquid Cristal Display) als TN, IPS und VA. Aktuell gibt es hier eine große Auswahl bzgl. der Bildwiederholrate. Von standardmäßigen 60 Hz bis 390 Hz wird man hier fündig. In der Pipeline stehen aber schon 500 Hz Monitore. Zum Thema Paneltypen komme ich gleich noch (Geduld). Wie die Bildwiederholrate und weitere Themen im direkten Zusammenhang stehen – das kommt im dritten Teil. Da geht es um das Thema „motion handling“. Auf dem Bild seht Ihr als Beispiel den: Samsung S24F356 FHU (Einsteiger-Monitor in meinem Besitz). Aktuell kaum verfügbar. Bang for the Buck wäre der AOC 24G2U.

27″ Monitore gibt es heute in 1080p, 1440p und 2160p. Auch hier gibt es die üblichen Paneltypen IPS, VA und TN. Einen 1080p Monitor in 27″ sehe ich kritisch, da man hier im Zweifel die Pixelstruktur sehen kann. Das hängt am Ende vom Betrachtungsabstand ab. Je näher dieser ist, desto wahrscheinlicher wird man diese sehen. Meine Empfehlung wäre hier mindestens 1440p Auflösung zu nehmen. Beispiel: der ASUS ROG Swift PG279QM (der „fast“ Alleskönner unter den Monitoren, in meinem Besitz):

32″ Monitore gibt es in der Regel mit 1440p und 2160p Auflösung. Und unterhalb von 1440p würde ich das auch nicht empfehlen. Aktuell kommen hier verstärkt IPS und VA Panels zum Einsatz. Solch ein 32″ Monitor als reiner Gaming-Monitor ist fragwürdig. Im Zusammenhang mit einer Konsole und entsprechendem Sitzabstand – kann ich mir das noch vorstellen. Aber bei 60 – 80 cm PC-Sitzabstand?  Da wäre zum Beispiel der Gigabyte M32U (Wer was in der Größe sucht):

34″ Ultrawide Monitore gibt es in den Auflösungen 2560 x 1080p oder 3440 x 1440p. Ist vermutlich am Ende eine Frage des Preises und weiterer Features bzw. auch dem eigenen Geschmack vorbehalten. Ich persönlich habe mit solchen Monitoren bisher keine Erfahrungen gemacht. Die Auswahl an Panels ist hier von LCD (TN, VA und IPS) bis hin zum QD OLED in Hülle und Fülle gegeben. Beispiel : Dell Alienware AW3423DW QD-OLED (wäre mein Traum-Gaming-Monitor):

38″ Ultrawide Monitore haben eine Auflösung von 3840 x 1600p. So ein Monitor steht seit ein paar Tagen (noch verpackt) bei mir im Büro. Da bin ich schon sehr gespannt, wie sich ein solcher Monitor zum einen auf dem Tisch hermacht und zum anderen – wie der sich im Vergleich zu meinen anderen Monitoren schlagen wird. Beispiel: der MSI Optix MEG381CQR Plus (steht bei mir gerade zum Testen hier):

Auf die Super Ultrawide Geräte geh ich nicht weiter ein. Das sind dann doch eher Geschosse für Leute, die genau das wollen und das ist ganz sicher nicht die breite Masse der Leser hier bei Igor’sLab. Diese Monitore sind auch nicht günstig! Ok, Igor hat einen priavten Samsung G9 auf seinem Zocker-Tisch, aber das ist sicher nicht repräsentativ:

So, jetzt kennen wir die aktuell gängigsten Monitorgrößen und die entsprechenden Auflösungen. Ein paar Beispiele dazu habe ich euch verlinkt, alternativen findet man hier massig. Die von mir genannten Monitore sind eher im oberen bis Spitzen-Preissegment, aber empfehlenswert. Woran ich das am Ende fest machen kann, das erfahrt ihr in Einzel-Reviews bzw. in meiner Monitor-Kaufempfehlung zu einem späteren Zeitpunkt.

 

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N
NatokWa

Neuling

3 Kommentare 3 Likes

Ein sehr guter Artikel ABER da hier auch passenderweise ein Spyder Colorimeter erwähnt wird ......

Ich habe mir selbst vor ziemlich genau 2 Wochen sehr günstig (82€) ein nur ein einziges mal genutztes Spyder5 Pro auf Ebay geschossen und bin mit ählichen erwartungen wie sie hier genannt werden an das Calibrieren meiner 3 Monitore gegangen.
Ich habe einen fast schon 9 Jahre alten 27 Zoll TN von Asus (Rog Swift irgendwas mit 144Hz) und 2 24 Zoll IPS (1x Asus und 1x Philips) und bin geradezu runtergebrochen als ich nach einem vollen Durchgang die Werte der Monitore verglichen habe was den Farbraum anging.
Der TN erreicht 102% Abdeckung bei RGB, der Asus IPS "nur" 95% und der Philips versagt völlig mit nur 81% .... die reine Aussage "TN Panels haben IMMER eine schlechtere Farbraum-Abdeckung" sollte/kann so alsonicht wirklich stimmen, es sei denn mein Spyder5 Pro würde nicht richtig funktionieren .... da ich aber keinen unterschied bei jeglichen Fenstern mehr sehen kann die ich von einem Monitor zum anderen verschiebe ist diese "Begründung" wohl eher hinfällig.

Ist natürlich die frage : Hab eich das EINE TN-Panel erwischt das aus unbekanntem Grund besonders gut ist ? Hat Asus hier Wunder bewirkt= Sind meine beiden IPS Kernschrott ? Oder wurde die Aussage mit TN=Schlechter Farbraum einfach nur so dermaßen oft wiederhohlt das sie als gegeben hingenommen wird ?
Ich erhoffe mir gerade in diesem Bereich mehr aufklärung in den nächsten Artikeln, auch weil ich damit hadere mir einen großen 4K Monitor zu kaufen und da derzeit bei nem 48 Zoll LG-OLED-TV hänge weil der vom Preis einfach unschlagbar ist ........

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Thy

Urgestein

1,604 Kommentare 506 Likes

Ja, OLED ist eine feine Sache und für mich persönlich in der letzten Zeit der größte Sprung in der Steigerung der Bildqualität. Und man muss auch nicht unbedingt über 1000 € dafür ausgeben: https://geizhals.de/?cat=tvlcd&xf=122_HDMI+2.1~126_VRR~3952_OLED&sort=p&hloc=at&hloc=de&v=e

Edit: Ja, ich verwende einen 55"-OLED-Fernseher (auch) als PC-Bildschirm, eine Konsole hängt dran, ein BD-Player, fürs Video-Streaming, Fernsehen, als Diaprojektor und nett aussehendes Gemälde wird er auch noch verwendet. HDMI 2.1, VRR, Bildqualität für mein Nicht-Experten-Auge perfekt.

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RedF

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2,705 Kommentare 1,194 Likes

Habe einen VA Qled, die farben sind da schon richtig klasse.
Auch finde ich 32" nicht zu groß.

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Tolotos66

Neuling

8 Kommentare 4 Likes

Da ich langsam aber sicher auf die 60 zu gehe, reicht mir mein WQHDler und bin absolut zufrieden.
Das Sehen wird ja leider nicht besser, um oft kleine bis kleinste Unterschiede noch als störend wahrzunehmen.
P/L-mäßig war der Monitor wirklich fürs Gebotene ein Schnäppchen.
Gruß T.

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grimm

Urgestein

1,997 Kommentare 1,139 Likes

Super! Wurde auch Zeit, das Thema ausführlich zu beleuchten. Ich freu mich schon auf die weiteren Teile.

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S
Schrauber1982

Mitglied

20 Kommentare 6 Likes

Super - endlich tief in die Materie rein, hoffe die nächsten Teile kommen schnell, - mein Hauptmonitor will so langsam nicht mehr...

Herzlichen Dank

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Megaone

Urgestein

536 Kommentare 427 Likes

Darum schätze ich Igorslab so. Weil man Know-how hat. Und alles was man nicht weiss, im eigenen Labor mißt und herausfindet, und im Zweifelsfall auch bereit ist, sich in Intensiv in Themen einzuarbeiten.

Genau das macht dieses Forum zu einem der wenigen Refugien des Wissens und zur einer absoluten Wohltat im Vergleich zu den anderen diversen "Influencer-Seiten", deren Protagonisten es in der Regel schon an der nötigen Grundintelligenz mangelt, um sich solchen Themen überhaupt zu nähern, geschweige denn einzuarbeiten.

Stattdessen testen und beklatschen sie alles völlig Kenntnisfrei auf dem Niveau ungelernter Hausfrauen, ( an dieser Stelle nichts gegen Hausfrauen) und bestenfalls haben sie irgendwo was aufgeschnappt von jemand, der wengstens rudimentär Ahnung von der Materie hatte.

Und so verkommt diese ganze Szene zu einem hoffnungslosen Haufen blutiger, aber verdienstorientierter Amateure, die vermeintliche objektive Tests präsentieren auf dem Niveau von Shoppingkanälen in deren Frühzeit.

Gut das es Igorslab gibt.

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FritzHunter01

Moderator

443 Kommentare 411 Likes

Guten Morgen,

Schwierige Ausgangslage!

Möglichkeit 1:
Schau mal bitte in den OSDs nach, welches Color Gamut eingestellt ist. Bei meinem ASUS PG29QM ist standardmäßig sRGB gesetzt. Dann messe ich in AdobeRGB und DCI-P3 nur 70% Abdeckung. Wähle ich das breites Spektrum, geht es richtig los....

Möglichkeit 2:
Dein TN ist ok, denn jeder Monitor sollte eine sRGB Abdeckung von 100% haben. Wenn es die IPS nicht haben, dann sind es tatsächlich scheiß Monitore.

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FritzHunter01

Moderator

443 Kommentare 411 Likes

32" QHD oder UHD? Qled = Quantum Dots --> breites Gamut

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Tim Kutzner

Moderator

371 Kommentare 242 Likes

Ist jetzt völlig ins blaue geschossen, ist schon ewig her, dass ich ein Spyder mal benutzt habe ... aber gab es nicht verschiedene Testdurchläufe / Konfigurationen für Paneltypen? Vielleicht hast du da ein Falsches ausgewählt

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RedF

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2,705 Kommentare 1,194 Likes

WQHD, ja ist grenzwertig von der Pixelgröße aber finde es noch brauchbar.

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S
Schakar

Veteran

152 Kommentare 76 Likes

Bin echt gespannt auf Teil 2 (3/4/5). Hoffenlich mal mehr infos als bei den 08/15 kopien auf YouTube und anderen Seiten :).

Aber wie ich Igor kenn, wird es eh wieder soooo Tiefgehend, dass ich 3 mal lesen muss, um es wirklich zu verstehen ;).
Vieleicht hab ich ja Glück und es kommt was zum Gigabyte M34WQ non-curved IPS. Den versuch ich grad zu bekommen (gar nich so einfach).

BTW 4k++ taugt für Leute wie mich mit schlechten Augen mal gar nix. Schon bei 1440p brauch man nen großen Monitor, um überhaupt noch was lesen zu können. Hart an der Grenze vom Tennis-Nacken, weil man dauernd von link nach rechts schwenken muss.

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N
NatokWa

Neuling

3 Kommentare 3 Likes

Mitlerweile gibt einem die Software vom Spyder praktisch ALLES vor .

Inkl. auf Werkseinstellungen zurücksetzen (den Monitor) + (sofern vorhanden) auf sRGB setzen und 6500K als Lichtfarbe (Bei Asus ist das "Mittel bzw. Normal).

Das habe ich bei ALLEN 3 Monitoren natürlich auch genau so gemacht, was ich allerdings bei einem Monitor zu anfang vergessen habe : ALLE Optimierungen unter Windows wie z.B. NVidia-Systemsteuerung die das Bild beeinflussen müßen unbedingt auf 0 bzw. aus sein. Gerade das schärfen vom Kontrast etc. führt zu völlig falschen/absurden Ergebnissen weil das Monitorprofil (nach dem 1. Durchlauf) versucht das zu korrigieren und dann völlig übersteuert wird weil die "Optimierungen" da noch "danach" wieder drauf hauen.... Einzig die Helligkeit KÖNNTE nötig sein nicht auf ganz 0 zu stellen da die Calibration zuerst auf eine Helligkeit von 120Candela eingestellt werden will und mein TN bei 100% Helligkeit nur 83 geliefert hat ..... was schon fragen aufwirft warum die Software das dannmühelos weiter aufdrehen kann wenn die Hardware das von sich aus nicht liefert (bzw. liefern will).

Es ist möglich auch auf andere Farbräume zu calibrieren (Adobe und DCI-P), das muss man aber auch gezielt auswählen beim Start des ganzen.

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Ifalna

Mitglied

21 Kommentare 17 Likes

OLED ist ja schön und gut aber das Altern der LEDs hat mir dann doch Kopfzerbrechen bereitet.
Da mein System viele Stunden den Desktop anzeigen muss und auch in langen MMO-Sessions das UI immer an der gleichen Stelle ist hab ich mich damals für einen Sony VA-Panel entschieden.

Kann mich über die Bildqualität nicht beklagen und eine quasi interaktive Wand (55") vor sich zu haben ist nicht nur beim daddeln gut. :D

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FritzHunter01

Moderator

443 Kommentare 411 Likes

Ich versuche es so einfach und verständlich wier möglich zu machen! Was ich leider nicht machen kann, dass ich jeden Monitor teste. Die müsste ich privat kaufen und das geht nicht. Wenn ich keine Testmuster von den Herstellern bekomme, dann wird das nix.

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Fritz Hunter

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