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Vapor-Gate samt Versagen des gesamten Qualitäts-Managements? Hintergründe zum Kühler-Problem der AMD Radeon RX 7900 XTX (MBA)

Bevor ich noch weitere Zahlen zur Radeon RX 7900 XTX und dem Kühlerproblem nenne sowie auch ein paar Worte über die Zuliefererkette und deren Versagen beim Qualitätsmanagement verliere, müssen wir heute auch einmal über das Qualitätsmanagement im Allgemeinen und die Qualitätssicherung sowie die Qualitätskontrolle im Besonderen reden. Warum? Weil es hilft, die komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen und auch einzuordnen, denn AMD ist ja selbst kein Hersteller, sondern lässt herstellen. Und dieser Lohnfertiger setzt wiederum auf weitere Zulieferer, welche wiederum Dritt- und Viertfirmen firmen für sich arbeiten lassen. Die kausale Kette scheint also nahezu endlos zu sein und wenn auch nur ein Glied reißt, dann gute Nacht.

Genau das aber scheint beim aktuellen Problem mit AMDs eigenen MBA-Karten (Made by AMD) passiert zu sein. Am Ende kann man Scott Herkelman ja nur bedauern, denn ein Live-Interview zu einem Zeitpunkt zu geben, wo mit Sicherheit noch nicht alle Details geklärt werden konnten, halte ich durchaus für brisant und halsbrecherisch. Denn eigentlich konnte er hierbei nur verlieren, zumindest was die getätigten Aussagen betrifft. Dass man die Öffentlichkeit eines Mediums nutzt, um abzuwiegeln bzw. zu beruhigen, geschenkt. Denn es ist nun mal auch die Aufgabe der PR, solche Dinge zu tun. Aber man sollte an dieser Stelle wirklich aufpassen, wo die Grenzen zwischen Realität und Wunschdenken verlaufen. Denn alles ist ja auch nachprüfbar, wenn auch oft leider erst viel später. Und die Kunden sind keine Langschläfer.

Scott Herkelman im Interview mit PC World (aus dem verlinkten YT-Video)

 

Wichtige Vorbemerkung

Ich muss faierweise voranstellen, dass einige meiner Schlussfolgerungen auf Informationen Dritter (Beteiligter) basieren, es aber bei Betrachtung der üblichen, betriebswirtschaftlichen Abläufe doch völlig plausibel scheint. Die Abläufe bei den beteiligten Fertigern sind mir allerdings bekannt, denn da gibt es auch keine wirklichen Geheimnisse. Doch was im Detail konkret schiefgelaufen ist, muss das Qualitätsmanagement jetzt möglichst schnell und vollständig aufarbeiten und klären. Das ist weder meine Aufgabe, noch die irgendwelcher Dritter und Außenstehender. Ich habe auch die folgenden Abläufe und Überlegungen zum Qualitätsmanagement deutlich heruntergebrochen, damit der normale Leser nicht gelangweilt beim Morgenkaffee einschläft.

Die Globalität und Vielschichtigkeit eines Qualitätsmanagementsystems schließt sämtliche Kunden-Lieferanten-Beziehungen mit ein und wirkt als permanente, intensive Wechselbeziehung zwischen ihnen. Und wenn wir hier von Qualität sprechen, dann steht der verwendete Qualitätsbegriff als Einheit von Beschaffenheit und Qualitätsanforderung. Die eingeforderte Qualität ist somit auch nicht das Maximum an Realisierbarkeit, sondern die korrekte Realisierung der für einen Kühler definierten Qualitätsforderungen. Fehler können immer passieren und es gibt keine zu 100% fehlerfreie Produktion. Aber man muss eben auch stets bestrebt sein, sich diesem unerreichbaren Ideal mit einer sogenannten Null-Fehler-Strategie anzunähern. 

Faktencheck

Kommen wir vor unseren Untersuchungen des Qualitätsmanagements deshalb erst einmal zum Faktencheck. Die erste Aussage, die verwundert ist die, dass im Interview über eine breite Verfügbarkeit von Austauschkarten gesprochen wurde. Da ich selbst einen RMA-Prozess begleite, zitiere ich einmal aus dem Schreiben des AMD-Supports an den Kunden, welches ebenfalls aus dem gleichen Zeitraum stammt, also aktuell ist. War im ersten Schreiben (von Anfang Januar 2023) noch von rund zwei Wochen für den bereits beantragten Ersatz die Rede, stellt sie dieser Umstand mittlerweile als nicht mehr haltbar heraus. Ich zitiere deshalb einmal aus dem mir jetzt vorliegenden Schreiben, welches als Antwort auf den bereits mit AMD vereinbarten Austausch kam:

Wir verstehen, dass Sie einen Ersatz für Ihre RX 7900 XTX wünschen. Es ist wichtig zu wissen, dass wir im Moment nicht in der Lage sind, Ihre Karte zu ersetzen, da wir keinen Bestand in unseren Lagern zur Verfügung haben. Wir können mit dem Prozess beginnen, sobald der Bestand wieder aufgefüllt ist, aber im Moment haben wir kein voraussichtliches Datum für die Wiederauffüllung.
Wenn Sie stattdessen eine Rückerstattung bevorzugen, können wir diese Rückerstattung sofort abwickeln, und wir stellen Ihnen ein Rücksendeetikett zur Verfügung, damit Sie die Karte an unser Lager zurücksenden können

 

Das hätte man im Interview durchaus auch richtig kommunizieren können, ja sogar müssen. Dass hier die PR dem Support widerspricht, ist eigentlich so nicht mehr nachzuvollziehen. Außerdem spricht Scott Herkelman im Interview von einer nur geringen Anzahl betroffener Karten, was aber mit Sicherheit so nicht stimmen kann. Während verschiedene Boardpartner (AIB) von 9 bis 11 Prozent an mittlerweile realisierten bzw. beantragten RMA-Fällen berichten, sind die Informationen von Systemintegratoren (SI) und Fertig-PC Herstellern deutlich alarmierender. Denn dort stehen ja mittlerweile auch ausgeschlachtete und nicht komplett montierte PCs mit Quoten von weit über 10% auf Halde bzw. Standby. Was auch daran liegen mag, dass die SI deutlich zielgerichteter testen, als viele Käufer von Einzelkarten (mangels Wissen). Einen Taktverlust durch thermisches Throttling als Feature zu verkaufen, ist geradezu absurd, weil hier auch der Speicher mit gegrillt wird, dessen Betriebstemperatur weit unter 110 °C spezifiziert wurde. Man muss dem Interviewer wirklich vorwerfen, hier nicht in einigen Punkten nachgehakt zu haben. Das ist leider Weichspülen á la carte und war garantiert auch im Vorfeld so abgesprochen.

 

Mal abgesehen davon, dass manchen SI bereits der Lagerplatz ausgegangen ist (wir reden hier auch von betroffenen Systemen im jeweils höheren dreistelligen Bereich), spielt dies dem grünen Mitbewerber leider direkt in die Hände. Ich würde mich noch nicht einmal wundern, wenn NVIDIA mit speziellen Rabattaktionen dafür sorgen würde, dass hier ein einfacher Ersatz durch eine GeForce RTX 4080 forciert würde. Zumindest weiß ich, dass bereits PCs mit auf NVIDIA-Produkte gewandelten Karten ausgeliefert wurden. Das ist zumindest bitter für die Marktdurchdringung im SI-Bereich, der eh schon ein schwieriges Pflaster für AMD ist. Also wenn ich NVIDIA wäre, das bezahlt Jensen doch locker aus seinem Leder-Portemonnaie. Nach dem medienwirksam präsentierten Adapter-Gate vom November-Event jetzt das Vapor Gate als Rache? Karma is a b1tch.

Grundlegendes Problem: AMD ist kein Hersteller, das Qualitätsmangement jedoch eine ernste Wissenschaft

Ich tue mich (aus nachvollziehbaren Gründen) immer schwer, genaue Quellen zu benennen. Denn dadurch verbrennt man diese schneller als man Mops sagen kann. Und es ist auch eine Frage des Anstands. Aber einige Dinge können wir heute dann doch einmal lüften, die der breiten Masse sicher so nicht vertraut sind. Das beginnt schon mit der Kette der gesamten Lohnfertigung, die man seitens AMD einem erfahrenen Hersteller (OEM und ODM) wie PC Partner aus Dongguan anvertraut. Doch dieser Hersteller ist ja eigentlich nur der Endfertiger, der wiederum Dritte und Vierte mit der Lieferung weiterer Komponenten in einer langen Kette beauftragt.

Was braucht man eigentlich, um eine Grafikkarte herzustellen bzw. die Endfertigung vorzunehmen? Zunächst beauftragt man Platinenhersteller, die die nackten PCBs zum Fertiger liefern, kauft die ganzen Komponenten ein und lässt sich teilweise auch die Gurte für die SMD-Bauelemente bereits von Dritten bestücken – und man kauft einen kompletten Kühler ein. Bevor ich auf diesen Kühler und die weiteren Verstrickungen im Lieferprozess eingehe, schauen wir uns das mit dem Qualitätsmanagement erst einmal grob an, damit wir auch das grundlegende Problem erfassen können.

Das erste Problem, trotz ISO 9000:2015 , ist die genaue Abgrenzung der 3 Bereiche Qualitätsmanagement (QM), Qualitätssicherung (QA, Quality Assurance) und Qualitätskontrolle (QC, Quality Control), die man so genau gar nicht beantworten kann. Denn  die ganzen Lieferketten und verteilten Verantwortlichkeiten verwischen hier die Definitionen und schaffen fließende Übergänge, die eine exakte Abgrenzung schwierig bis unmöglich machen. Des weiteren kann jeder Hersteller auch seine ganz eigenen Definitionen und Übergänge einführen, beziehungsweise diese Befindlichkeiten an die genauen Umstände, Gegebenheiten und Anforderungen des jeweiligen Endproduktes anpassen. Es ist auf jeden Fall aber essentiell, dass der übergeordnete OEM zusammen mit dem Auftraggeber die Bedeutung, die Definition und die Abgrenzung von QM, QA und QC definiert und schlussendlich auch durchsetzt. 

 

Während sich das Qualitätsmanagement in den Händen von AMD und in großen Teilen auch vom Lohnfertiger befindet, müssen sich hier die Drittanbieter und Zulieferer nahtlos einfügen. Das ist im Fall der RX 7900 XTX durchaus ein steiniger Weg, denn der Kühler wird von Cooler Master geliefert. Allerdings ist Cooler Master auch nur „Man-in-the-Middle“, denn das Kühlkonstrukt samt Vapor Chamber lässt man wiederum von Asia Vital Components Co., Ltd. (kurz auch AVC genannt) fertigen. Während das QM bei AMD und dem Lohnfertiger liegt, muss Cooler Master sich also unterordnen und die seinerseits die QA sicherstellen. Der eigentliche Fertiger AVC hat sich wiederum der übergeordneten QA (und damit auch dem generellen QM) unterzuordnen und vor Ort bei der Fertigung die QC zu gewährleisten. Werfen wir mal kurz einen Blick auf die direkten Zusammenhänge von QA und QC:

Die QA hätte hier bereits beim nackten Kühler greifen müssen. Da muss man dem betreffenden Produktmanager von Cooler Master die Verantwortung zuweisen, auch wenn AVC der eigentliche Verursacher, also der Schuldige ist. Die QA bei AVC muss vom Auftraggeber kontrolliert werden, das ist einfach so. Im Detail heißt das: die QA verfolgt stets einen proaktiven Ansatz. Das heißt also, ein Fehler soll durch ein Prozess- oder Produktdesign bereits verhindert werden, bevor er überhaupt auftritt. Die QC im Produktionsablauf und der Endkontrolle wiederum verfolgt einen rein reaktiven Ansatz und konzentriert sich auf die Erkennung und Verifizierung von Fehlern, die bereits aufgetreten sind.

Die QA verfolgt einen prozessorientierten Ansatz und konzentriert sich auf die Vermeidung von Qualitätsproblemen durch die Einführung von Prozessen und Methoden, während die QC einen produktorientierten Ansatz verfolgt und sich auf die Identifizierung von Qualitätsproblemen im Wareneingang (dazu mehr auf der nächsten Seite), innerhalb des Fertigungsprozesses oder bei der Endkontrolle und Freigabe konzentriert (auch dazu gleich mehr). Die Qualitätssicherungssysteme der QA beinhalten Methoden und Verfahren zur Erfüllung Qualitätsstandards und -anforderungen. Die Qualitätskontrollsysteme messen, prüfen und verifizieren vor und im Produktionsablauf. Weiter will ich das hier gar nicht mehr auswalzen

Zusammengefasst: Während sich die QC auf das eigentliche Produkt und die QA auf die dafür nötigen Prozesse bezieht, betrachtet das QM die gesamte Wertschöpfungskette und schließt auch alle Planungsaspekte mit ein. In das Qualitätsmanagement gehören auch die Anforderungen der ISO 9001 sowie alle Ziele und Strategien des Managements. Das QM bewertet diese Anforderungen also ganzheitlich und bricht sie dann auf die einzelnen Einheiten und Prozesse herunter, was auch die Qualitätsanforderungen mit einschließt. Keiner der 3 Aspekte darf vernachlässigt oder ausgeschlossen werden darf. Ohne QA und QC wäre das QM nämlich komplett machtlos wie im vorliegenden Fall.

 

Wir sehen also, dass eine defekte Chamber hätte erkannt werden können (und auch müssen), indem man von jeder Batch (Serie), die bei AVC im Allgemeinen 10.000 Einheiten umfasst, bereits Stichproben im fertigen Produkt getestet hätte. Und wer sich noch erinnert: AMD, PC Partner, Cooler Master und AVC haben aus bereits gemachten Fehlern nichts, aber auch gar nichts gelernt. Erinnert sich noch jemand an das grässliche Pumpenfiepen der FuryX von AMD? Die eingeschlossenen Luftbläschen im Verguss hat erst ein deutscher Redakteur finden müssen, während die gesamte Asia-Connection wochenlang irrlichternd im Dunkeln getappt ist. Mal war es der PWM-Controller, mal der dumme Kunde mit einem falschen Einbau. Aber alles nur Käse. Fun-Fact: AVC hat später sogar noch die defekten Pumpen an Gigabyte für deren Waterforce geliefert, was ich dann aufdecken durfte. Naja, wenn die Produktmanager für AMD und NVIDIA nicht miteinander reden, kommt dann auch sowas raus. Den Controller bei AVC hat die gewinnbringende Entsorgung von teildefekten Pumpen sicher gefreut.

Eine leise Pumpe für Gigabytes GTX 980 Ti Xtreme Gaming Waterforce | Retro vor 5 Jahren

Wenn nichts matcht

Genau an dieser Stelle hätte ich aber noch eine Insider-Information, die eine sinnvolle QA eigentlich kaum möglich macht. Gut, wir sind jetzt nicht bei Tinder, aber „matchen“ hat auch in der QA eine große Bedeutung. Ich schrieb ja bereits, dass man anhand der Seriennummer einer Grafikkarte auf die Serie des Kühlers rückschließen kann, dessen QR Code die nötigen Informationen bereithält. Wer jedoch glaubt, damit auch die Serie (Batch) der Vapor Chamber lokalisieren zu können, dürfte jetzt vielleicht enttäuscht sein.

Damit dies überhaupt möglich wäre, müssten die Batch der Vapor Chamber und die des fertigen Kühler deckungsgleich übereinstimmen, also „gematcht“ sein. Nur wenn auch eine Batch von Kühlern fortlaufend mit nur einer durchgehenden Batch dieser Vapor Chambers bestückt wurde, kann man überhaupt von einem nachvollziehbaren Ablauf sprechen. Laut meiner Information ist dies aber nicht der Fall. Stimmt das, dann können sich teildefekte Vapor Chambers wild über viele Batches der Kühler verteilen, weil hier verschiedene Chargen im Werk vermischt wurden. Wer sich so etwas zutraut, hat allerdings auch die verdammte Pflicht, alle Komponenten bis zum Schluss ausführlich durchzutesten und zu kontrollieren. Im Wort QA steckt nun einmal Sicherung (Assurance) drin, und genau darauf kommt es ja an.

Ich wünsche AMD (und am Ende vor allem Cooler Master) viel Spaß und schönes Wetter, um das überhaupt mengenmäßig valide beziffern zu können. Genau deshalb tut man sich auch sicher so schwer: man weiß es wohl einfach nicht. Man wird am Ende also nur reaktiv handeln und austauschen können. Stimmen die von mir genannten Umstände wirklich, dann wäre ein gezielter Rückruf technisch und logistisch überhaupt nicht möglich. Warum allerdings auch PC Partner grandios versagt hat, das lest Ihr auf der nächsten Seite, wo es um das genaue QM beim Fertiger geht, denn ich war ja schon einmal in einer Fabrik von PC Partner und weiß am Ende auch, worüber ich schreibe.

 

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Derfnam

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Moin ersma :)
Kann sein, dass ich mental noch im Bett bin, aber bei mir hakt es hier, wo du schreibst:
Mal abgesehen davon, dass manchen SI bereits der Lagerplatz ausgegangen ist (wir reden hier auch von Systemen im jeweils höheren dreistelligen Bereich), (...)
Vierstellig, oder? Allein die Karte kostet ja schon Tausendirgendwas.

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Andy197

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Wenn AMD wirklich nicht nach Seriennummer gehen kann, wird's aber ziemlich unangenehm für die :/
Bin Mal gespannt wie lange das Thema noch durch die Foren schwirrt

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Igor Wallossek

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Stückzahlen, nicht Preis :D

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konkretor

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Die Frage ist ob man auch genügend Ersatzteile liefern kann in der kurzen Zeit. Sind die Ersatzteile auch Fehlerfrei? Kann die erhöhte Nachfrage bedient werden, da jetzt Menge x mehr benötigt wird.

Ich vermute man will die Meldung über einen Lieferstopp vermeiden.

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Andy197

Veteran

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Naja würde doch schon gesagt, dass nicht bekannt ist, wann die Lager wieder voll sind für einen Umtausch :D schätze Mal das der kühler auch nicht im überfluss irgendwo gelagert wird. Ist bestimmt so kalkuliert das es ziemlich exakt so viele kühler gibt, wie auch GPUs "vom Band fliegen"

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Igor Wallossek

Format©

7,901 Kommentare 13,620 Likes

Den gibt es längst ;)

Und die Menge X ist nicht bezifferbar, da die Chambers offensichtlich ungematcht verbaut wurden. Das ist wie bei Corona. Jeder unerkannte Spreader macht größere Gruppen zu Risikopatienten. Alles kann, nichts muss. Vetrackte Situation, aber da sind alle selbst schuld. Wenn nicht mal triviale Qualitätsregelkreise greifen, dann ist das ein hausgemachtes Problem mit Ansage.

Ich bin noch nicht mal BWLer (mir zu trocken und langweilig), aber ein paar Grundlagen sollte wirklich jeder kennen, der ein Werkzeug in die Hand nimmt, um später was zu verkaufen (oder fair bewerten zu können). Als Redakteur sollte man auch seinen Arsch durch diverse Fabriken geschleift haben, um Produkte später wirklich objektiv testen zu können. Realitäten muss man nun mal (an)erkennen.

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Derfnam

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Zu früh, sag ich doch. Danke für die Aufklärung. Ob ein Q & A zur QA kommt^^?
Von wem auch immer.

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Inxession

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Absolut blöde Situation für alle Beteiligten.

Finde den Umgang von AMD mit dem Problem allerdings nachvollziehbar.
Und bedeutend "offener" als nVidia jemals irgendwelche Probleme kommuniziert hat (970er / neuer Stecker / etc)

Das es dauert bis sowas anläuft und sich bis dahin eigentlich jedes Wort verkniffen werden müsste ist allerdings korrekt.

Naja... sehr schade.
Gerade AMD hat so was nicht verdient.

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Derfnam

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c
cunhell

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Ist sicher alles richtig. Nur wenn schon einer der Partner behauptet A getan zu haben, es aber nicht durchgeführt hat, wird schon alleine durch einen Beteiligten das Qualitätsmanagement ad absurdum geführt. Gerade in China mit seiner Null-Covid-Stragegie und deren Auswirkungen auf die Firmen verleitet doch schon, manchmal Fünfe gerade sein zu lassen, wenn Geschäftliches auf dem Spiel steht. Bei festen Lieferterminen und zu wenig Leute und Zeit nimmt man es ggf. mal nicht so genau.

Cunhell

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R
RazielNoir

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93 Kommentare 26 Likes

Das ist nicht nur in China so. So lange es gut geht und keiner meckert bzw. das an die große Glocke hängt, versucht man auch in der Restlichen Welt oft genug nur das zu tun, was Geld bringt. Und lässt im Zweifel anderes eben "alle fünfe gerade sein".

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R
RX Vega_1975

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@Igor Wallossek
Wieviel Karten wurden denn dann in etwa wirklich verkauft, wenns so viele Batches geben soll und eine Batch 10.000 Stück aufweist.
Dies muss dann wirklich um gute 100.000 Karten liegen - XT und XTX gemeinsam oder weitaus mehr?

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Igor Wallossek

Format©

7,901 Kommentare 13,620 Likes

Ich denke mal, inzwischen mehr. Es ist ja zudem nicht sicher, dass alle 10.000 Chambers einer Batch gleich stark betroffen sind, sondern dass eine Batch mehr oder weniger fehlerfreie Einheiten entält, die zudem unterschiedlich stark geschädigt sind. Das können dann 10.000, 5.000 oder nur 10 sein. Oder vielleich 8.000 leicht Teildefekte, die aber keiner bemerkt. Weiß keiner, weil die QA komplett versagt hat

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L
Legalev

Mitglied

22 Kommentare 16 Likes

Sowas gibt es überall.
Bin im Baustofffachhandel und was ich da Teilweise erlebe bei Projektvergabe und wer das dann ausführt.
Billiger geht immer, und wenn das dann eine Kolonne aus Rumänien macht und der gesamte Trockenbau in einem Neubau komplett wieder entfernt werden muss mit Schadenhöhe von fast 100K.
Also Alltag

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LurkingInShadows

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742 Kommentare 286 Likes

unmatched ohne alle Komponenten zu loggen? Derjenige, der sich das ausgedacht hat, gehört eigentlich erschossen.

Muss ja nicht komplett deckungsgleich sein,zB wird man nicht eine funktionierende VC wegwerfen nur weil beim Nummeridenten Kühler die Finnen krumm sind und er entsorgt wird; ABER es muss geloggt/aus dem Log ersichtlich werden, dass ab da eine Nr. Unterschied ist.

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RX Vega_1975

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566 Kommentare 72 Likes

Dann wird der Verkauf der XTX so wie beschrieben komplett eingestellt,- und ist bereits geschehen seit 20-ten Dezember!
oder gibt es noch Hoffnung auf Neue Karten sofern Problem komplett gelöst werden kann, oder ist da der Zug schon abgefahren und in einigen Monaten will keiner mehr die MBA 7900 XTX Karten erwerben.

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O
Oberst

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240 Kommentare 79 Likes

Und die Kommunikation war auch alles andere als gut. Jetzt zahlt AMD ja scheinbar doch für Rücksendungen bei Wandlung, das hatte man doch zunächst anders kommuniziert. Oder habe ich da das von dir zitierte Schreiben falsch verstanden?
Interessant finde ich auch: Bei Geizhals sind von Powercolor, Asus und Sapphire MBA XTX sofort verfügbar. Werden die potentiell defekten Karten jetzt noch weiter verkauft, oder sind das schon neue mit fehlerfreier VC? Wäre ja total dämlich, potentiell defekte Karten weiter zu verkaufen.

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FfFCMAD

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506 Kommentare 97 Likes

Gerade AMD hat soetwas verdient.

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Megaone

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1,065 Kommentare 905 Likes

Erstmal Danke für den Top recherchierten Artikel. Das bekommt ausser dir kaum jemand hin. An dieser Stelle vorab Gruß an alle, die wieder versuchen mit deinem Know und deinen Beziehungen Klicks zu generieren:

" Hallo ihr Amateure, so schaut guter Journalismus aus!"

Sorry, aber das musste jetzt mal sein.

Der Punkt für mich in deinem Bericht sind folgende Sätze.

"Denn dort stehen ja mittlerweile auch ausgeschlachtete und nicht komplett montierte PCs mit Quoten von weit über 10% auf Halde bzw. Standby. Was auch daran liegen mag, dass die SI deutlich zielgerichteter testen, als viele Käufer von Einzelkarten (mangels Wissen)."

Das wird für mich genau zu dem Punkt werden, an dem ich die Seriösität von AMD messen werde. Wird man versuchen auf Kosten der Kunden die RMA Rate gering zu halten oder wird man Wege suchen, jeden betroffenen Kunden zu erreichen?

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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