Kühlung Testberichte Wasserkühlung

Aqua Computer high flow NEXT im Test – Viel mehr als nur ein genauer Durchflussmesser. Nur sprechen kann er noch nicht.

Testsystem und Testbedingungen

Das Kernstück des Messaufbaus sind wieder eine potente Pumpe, die 200 l/h (und mehr) liefern kann, ein großer Ausgleichsbehälter im Kompressorkühler und ein externer mit zusammen fast 10 Litern Volumen (hier habe ich die Wassermenge wieder etwas reduziert), sowie der Kompressorkühler selbst, dessen Hysterese so eingestellt wurde, dass die Temperatur im Vorlauf bis zu 1000 Watt zugeführter Abwärme zwischen 19.5 und 20,5 °C gehalten werden kann. Geringere Abweichungen sind nicht machbar, allerdings lässt sich die Temperatur im Vorlauf ja messen und somit auch ein mögliches Delta zur Korrektur der gesammelten Messwerte über einen einheitlichen Zeitstempel verwenden. Zum Einsatz kommt sauber destilliertes Wasser, mehr nicht. Jegliche Schwebeteilchen würden die Messung nur verfälschen.

Um Schwankungen des Volumenstroms („Durchflussmenge“)  im Bereich der Pumpe zu vermeiden, lasse ich diese ungeregelt bei maximaler Leistung laufen und regle stattdessen den Volumenstrom mit Hilfe des Bypasses A herunter. Das senkt auch den Druck ein wenig auf das im normalen PC übliche Maß. Dafür kommt ein recht gut dosierbarer Kugelhahn zum Einsatz, der bereits recht grob den Volumenstrom im großen Kreislauf durch den „Kurzschluss“ über den Bypass A abzusenken hilft. Dadurch teilen sich die Volumenströme auf den großen und kleinen Kreislauf auf, so dass die Pumpe selbst keinen signifikanten Gegendruck mehr bekommt, der seinerseits dann die Drehzahl herunterdrücken könnte.

Um hier eine erste Referenzmessung vornehmen zu können, wird zunächst das Referenz-Messgerät über den 2-Wege-Umschalter aktiviert. Mit dem recht präzisen Druckregelventil im Rücklauf des großen Kreislaufs, das auf eine große Untersetzung durch ein Schraubgewinde setzt, kann ich dessen Volumenstrom nun relativ genau und vor allem auch konstant und ohne große Schwankungen einstellen.  Selbst bei größeren Volumenströmen um die 3 l/m (also 180 l/h) beträgt die gemessene Schwankung nur maximal 0,01 l/m.

Wer sich fragt, warum ich das Ventil nicht im Vorlauf positioniert habe, dem kann man eine relativ einfache Antwort geben. Für den Volumenstrom als solchen ist die Position im Kreislauf eher unwichtig, allerdings entstehen am Ventil Turbolenzen, die man vor einem Einlauf möglichst vermeiden möchte und wir haben wieder eine Druckreduzierung. Außerdem lässt sich so auch das Anstauen von Luftbläschen vor den zu testenden Komponenten fast komplett ausschließen. Der ganze Aufbau liegt übrigens eben eben auf dem Boden und bis auf die Komponenten ist die Verschlauchung auch weitgehend symmetrisch gestaltet.

Zur Ermittlung des Volumenstromes setze ich somit auf einen fest definierten Messaufbau, der zwischenzeitlich auch nicht „auseinandergepflückt“ wird. Das Herzstück ist ein spezieller, hochpräziser Ultraschall-Durchflussmesser in Form des Keyence FD-Q10C. Dieser anklemmbare Durchflussmesser arbeitet völlig berührungsfrei und beeinflusst auch den Durchfluss im Kreislauf nicht. Die Genauigkeit übertrifft die der mechanischen Lösungen bei weitem, so dass man hier nach dem Kalibrieren einen echten Referenzwert für den Momentanvolumenstrom erhält.

Gespeist wird das Ganze über ein spezielles 4-Pin M12-Kabel aus einem externen Netzteil. Um dem verwendeten Rohr-Teilstück unter der Klemme exakt gerecht zu werden, habe ich die montierten Komponenten noch einmal in einem befreundeten Labor in Serienschaltung zu einem geeichten Gerät abgleichen lassen (M 1). Gemessen wird der Momentanvolumenstrom generell in Litern pro Minute (l/m), nicht pro Stunde. Das Gerät bietet neben der Grenzwertermittlung auch Differenzmessungen und einen frei definierbaren Nullpunkt an.

So gerüstet, kann man nun auch Durchfluss-Sensoren im Messkreislauf bewerten und hat für die mehrfache Wertermittlung stets auch die Möglichkeit, in Echtzeit zwischen diesem Testobjekt und dem Referenz-Sensor umzuschalten, um eine mögliche Drift des Volumenstroms zu erkennen und gegebenenfalls etwas nachzuregeln. Wie sich das Ganze dann in der Praxis anlässt und was man dadurch an Erkenntnissen gewinnen kann, das zeigen die Messergebnisse auf der nächsten Seite.

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RedF

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Das ding kommt auf meine "will ich haben" Liste.

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³N1GM4

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Wie sehr beinflusst es denn die Messgenauigkeit? Kannst du dazu noch ein Diagramm basteln?

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big-maec

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Überlege Dir was du noch anschliessen möchtest und Bestell dir die nötigen Kabel gleich mit. Es gibt ja noch Kabel für diverse Möglichkeiten. Vor dem Kauf ins Handbuch schauen. Ansonsten bestellst du 2 mal, so wie ich.

Ich war Überrascht was alles in dem kleinen Gehäuse passt. Genial auch das ein Piezo-Piepser verbaut ist.

Aber Krach(Piezo) machen kann er schon.

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RedF

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3,525 Kommentare 1,742 Likes

Habe ja schon die Quadro. Stellt sich nur die frage ob ich das ding über Aquabus oder USB anschließe. Wenn das teil sowieso an den usb muss kann ich mir das Aquabus kabel warscheinlich sparen.

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big-maec

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462 Kommentare 257 Likes

Hab nur den high flow NEXT im Rechner über USB und da wird er als Gerät erkannt. Müsste man mal schauen was alles über den Aquabus geht.

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Opa-Chris

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56 Kommentare 46 Likes

Danke für den super Test, @Igor Wallossek. Es ist doch immer schön, wenn ein Kauf im Nachhinein noch durch Tests bestätigt wird.

Der high flow Next hat mir gut gezeigt, dass meine Test-Erweiterung der Eisbär Aurora mit einem zusätzlichen Alphacool NexXxoS ST30 Full Copper X-Flow 360mm zwar noch gut funktioniert hat, der GPU-Block von Watercool dann aber doch zu viel war. Mit 23 l/h sammelt sich die Wärme dann schön im Wasser.....bei sommerlichen Temperaturen will ich das dann so nicht mehr ausprobieren.

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Corro Dedd

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Hmm... mal vormerken für das nächste Upgrade, aktuell habe ich ja den normalen high flow schon im Einsatz. Aber das mit der Wasserqualität interessiert mich.
Das einzige, was an AC nervt, ist die elendig Abhängigkeit der Firmware zur Software. Hat man zum konfigurieren mal das Farbwerk über USB dran, lädt die aktuellste Software, gibt es direkt ein Firmware Update, sonst geht's nicht. Hängt man das Teil später per aquabus dran und muss mal Windows neu installieren, funktioniert natürlich die ältere Software nicht mit der neusten Firmware, da ich die Aquaero schon länger besitze und die Lizenz nur bis 2019 geht. Da gibt es definitiv Verbesserungpotential.

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D
Dark-Noir

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Leider kann die AquaSuite immer noch nicht Mainboard Lüfter steuern und AquaComputer plannt auch nicht das zu implementieren (soweit ich weiß), da ich kein extra Fancontroller und noch mehr Kabel haben möchte, bleibe ich bei meinem billig China Durchflusssensor der einfach am Mainboard angeschlossen wird...

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Martin Gut

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6,682 Kommentare 2,795 Likes

Für einen Programmierer mit den nötigen Kenntnissen wäre das kein so grosser Aufwand. Als Hobbyprogrammierer und ohne Insiderinformationen habe ich eine Woche pröbeln müssen, um die Lüfter auf der Grundlage von Openhardwaremonitor selbst nach der Temperatur von CPU und GPU zu regeln. Aber um einen solchen Sensorwert direkt oder aus der Herstellersoftware aus zu lesen, fehlen einem natürlich die Informationen und der Quelltext.

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D
Dark-Noir

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10 Kommentare 2 Likes

Gibt genug Software die das kann, immerhin bezahlt man die AquaSuite Software ja jährlich, also wenn neue Mainboards heraus kommen wo es anders funktioniert muss man halt eine neue Version kaufen, wäre ja ok. Aber garkein Support für Mainboard Lüfter etc. ist bei so einer Software einfach arm...

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Saschman73

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271 Kommentare 139 Likes

Als WaKü-Neuling kann ich da noch nicht so mitreden, aber mit der Software sich sein eigenes "Cockpit" basteln macht schon Spaß!

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RedF

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3,525 Kommentare 1,742 Likes

Ja das interface ist echt gelungen. Und die Lüftersteuerung nach abhängikeiten lässt fast keine wünsche offen ( bei Pumpensteuerung könnte man noch nachbessern).

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Fraggy_Krueger

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42 Kommentare 20 Likes

Der Aquaero will schließlich verkauft werden - und ich möchte ihn nicht missen.
Die Software muss nicht akualisiert werden, wer unbedingt die neuste Version möchte, investiert halt das bisschen Geld. Entwicklung muss schließlich irgendwie bezahlt werden. Dafür bekommt man bei der Aquasuite halt auch keine Werbung eingespielt, wie z.B. bei seinen Smart-TVs ;-)

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Stephan (AC)

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Wir könnten natürlich die Lüfterkanäle von Mainboards ansteuern (ist nicht wirklich eine Herausforderung) und ein wohl jedem bekannter Mainboard-Hersteller hat dazu auch schon einmal eine Kooperation mit uns angestrebt. Die Sache ist: Wir verkaufen eigene Lüftersteuerungen und nicht nur Software. Daher ist der Fokus auf unseren Steuerungen. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass es dies als Erweiterung eines Tages geben wird.

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Casi030

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Dafür kauft man einfach nen Temperatursensor und schließt ihn ans Mainboard an,soooo schwierig ist das nicht.

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D
Dark-Noir

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10 Kommentare 2 Likes

Ja aber warum soll ich mir ein extra Lüfter Modul in mein Rechner packen mit noch mehr Kabeln, wenn mein Mainboard genug Lüfter Anschlüsse hat, nur weil ich z.B. diesen Durchflusssensor einbauen möchte von euch?
Als Erweiterung für große PCs sind eure Lüfter Module ja nicht schlecht, aber ich habe nur 3 Lüfter Gruppen in meinem Mini-ITX Gehäuse.
Und wie gesagt, wenn neue Mainboards dann ein Software update/kauf benötigen (durch anderen Controller etc.) kann man ja noch damit leben, aber gar kein support weil man nur seine eigenen Lüfter Module verkaufen will ist irgendwie nicht Kundenfreundlich...

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HerrRossi

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6,699 Kommentare 2,159 Likes

Danke für den Test!

Ein sehr interessantes Gerät!

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RedF

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3,525 Kommentare 1,742 Likes

Bin echt froh den/die Quadro gekauft zu haben und misse die onboard Lösung garnicht.

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Esenel

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59 Kommentare 24 Likes

Danke für den Test.

Wurde das Problem des Klackerns nun dauerhaft behoben?
War ja wohl ne ganze Charge dabei die fröhlich vor sich hin geklackert hat, weil das Rädchen falsch produziert wurde oder so.

@Igor Wallossek
Wäre es dir möglich den Test noch von 150 auf 300l/h zu erweitern?
Und dann den alten Highflow dagegen zu stellen?

Danke & VG

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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