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Antlion ModMic Wireless im Test – das beste, was einen Kopfhörer zum Headset macht. Aber auch mit das teuerste

Dass ich generell lieber mit sehr guten Stereo-Kopfhören als 7.1 Gaming-Headsets spiele, ist weder ein Geheimnis noch irgendwie dekadent. Auflösung und Ortung sind einfach besser. Aber ganz ohne Mikrofon geht es eben auch nicht immer. Ja und dann? Die meisten Kopfhörer aus meiner Sammlung sind kabelgebunden und der hier im Test verwendete besitzt zudem ein dickes Y-Kabel, also eine Buchse für jede Seite. Wer da jetzt noch ein kabelgebundenes Mikrofon dranpappt, der muss aufpassen, im Gewirr nicht zu ersticken.

Da lief mir das ModMic Wireless von Antlion Audio gerade noch rechtzeitig über den Weg, denn so schön auch die zuletzt getesteten drahtlosen Headsets auch waren, an die Premium-Klasse kommen sie einfach nicht heran. Wobei – eines muss ich leider auch klarstellen: das ModMic Wireless gibt’s bedauerlicherweise nicht zum Nulltarif, noch nicht mal ansatzweise und mit viel Anlauf. Die in Deutschland aufgerufenen knapp 130 Euro sind nicht nur sportlich, das ist schon wie Hochleistungssport im Bezahlfernsehen. Doch wer wie ich auch mal den Weg auf die Herstellerseite findet, der kann für knapp unter 100 USD fündig werden oder in einem der europäischen Partner-Shops. Der Rest ist dann Glück, was Einfuhrumsatzsteuer und Transportkosten betrifft. Zumindest in einem französischen Shop hätte man bereits für 103 frei Haustür Euro fündig werden können.

Bevor man loslegt, muss man erst mal auspacken und etwas basteln. Und während man das tut, wäre es angeraten, den vorgeladenen Akku am Mikrofonteil schon mal fertig zu laden. Dazu findet man in der Hartschalenverpackung unter anderem ein kurzes USB-Anschlusskabel, das man bedarfsweise auch gern anstelle des mitgelieferten Dongles an die ebenfalls im Case befindliche USB-Verlängerung stecken kann, wenn die Leitung doch mal zu kurz wird.  Ansonsten findet man noch das magnetische Gegenstück zum Mikrofonarm und Klebepads, sowie ein Reinigungstuch mit Alkohol zum Entfetten der Klebeflächen. Naja, Handbuch und Mikrofonarm muss man jetzt sicher nicht noch mit aufzählen, aber ich tue es trotzdem.

Optik, Haptik und Zusammenbau

Kommen wir nun zum Essentiellen, nämlich dem Anbau des Mikrofonarms. Der darf aber erst mal noch etwas weiterladen (ca. 2 Stunden sollten es schon sein, wenn der Akku komplett leer war).  Die mitgelieferten Klebe-Pads haften so ziemlich auf allem, so auch auf dem getesteten Amiron Home von Beyerdynamic. Das ist allerdings sicher auch der Extremfall. Allerdings ist es ratsam, wirklich mit dem Alkoholtuch zu reinigen, denn etwas Fett und Schmutz ist immer, garantiert.

Dann heißt es mindestens eine Stunde warten aber der Akku hängt ja auch noch am Ladekabel.  Falls man selbst noch ein ultralanges Micro-USB-Kabel hat, kann man den Akku sogar im  laufenden Betrieb laden. Wobei sich dann der Sinn so eines Drahtlos-Anbaus natürlich komplett ins Gegenteil verkehrt. Aber so als Nothilfe geht das schon mal, denn man weiß ja nie, wen man gerade an der Strippe hat, wenn der Akku schlapp macht. Also gut zu wissen, dass es ginge.

 

Den Dongle steckt man einfach in eine der freien USB-Buchsen, Frontseite bevorzugt. Man braucht zum erstmaligen Connecten nur noch so lange auf den Knopf zu drücken, bis die LED schnell blau blinken. Dann tut man dies am Mikrofonarm genauso (warten bis er schnell blinkt) und das war es dann auch schon. Das Pairing erfolgt analog zu den üblichen Bluetooth-Geräten.

Kommen wir nun zum Mikrofonarm. Der Schwanenhals ist nicht sonderlich lang, man sollte also beim Ankleben schon darauf achten, dass die Positionierung dann noch ausreichend für die optimale Ausrichtung ist. Der Rest ist dann auch schnell erzählt. Der Korpus aus ABS Spritzguss fast sich nicht sonderlich wertig an, aber man sieht ihn ja nicht , wenn man das Teil benutzt. Trotzdem ist der optische Kontrast zwischen Geräten der 500-Euro-Plus-Klasse und diesem Teil etwas befremdlich. Das hätte man sicher auch mit wenig mehr Einsatz deutlich wertiger hinbekommen können, schade.

Eine kleine Besonderheit ist der Umschalter zwischen “Omni” und “Uni” am Mikrofon, Unidirektional schaltet auf Nierencharakteristik, was an sich erst einmal gut ist, da es die restlichen Geräusche deutlicher aussperrt. Leider schränkt sich hierbei auch der Frequenzumfang sehr deutlich ein und es geht sehr viel Dynamik verloren. Mit 100 Hz bis 10 KHz reicht das für TS zwar noch irgendwie aus, aber guter Klang geht dann doch etwas anders und man landet im Headset-Feeling  der 50-Euro-Holzklasse.

Omnidirektional nutzt die Kugelcharakteristik und mit 50 Hz bis 20 KHz hat man alles am Start, was das Herz begehrt. Was hier jedoch besonders positiv auffällt, ist die sehr gute Dynamik, das geringe Grund-/Eigenrauschen und eine sehr wohltemperierte Wiedergabe des Oberbasses, also des Grundtonbereiches der männlichen Stimme. das hat faktisch schon Radio-Qualität und steht meinem Sprecher-Mikrofon mit Kondensator-Großmembran in fast nichts nach. Dazu habe ich später auch noch ein Klangbeispiel.

 

Anklippsen und fertig! Man sollte auch beachten, dass die Magnete nun noch einem einen tacken kräftiger zupacken. Klar, das Gewicht ist ja auch gestiegen. Wer bereits schon ein Teil von einem älteren ModMic am Kopfhörer kleben hat: unbedingt umrüsten! Die Kraftkur wird man definitiv brauchen. Den Test gibt es jetzt nach dem Umblättern!

 

AntLion Audio ModMic Wireless (GDL-0700)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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