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MSI GTX 1660 Super Gaming X im Test – Über-Super, Super-leise oder einfach nur Super-Heiß?

Ich musste die Tests einfach trennen, denn die MSI GTX 1660 Super Gaming X ist ist anders super als die drei “normalen” Testmuster. Mal abgesehen vom Preis von 280 Euro, für den man auch schon eine einfacher gestrickte und ungesuperte Ti mit mehr Shadern bekommt, hat MSI hier die Sandkastenschaufel so richtig voll gehauen und versucht, den größten Kuchen zu backen. Da hat man dann sogar noch 10 Watt mehr ins BIOS für das maximale Power Limit gemogelt als es die meisten Mitbewerber getan haben und liefert die Karte auch gleich noch mit einem höher angesetzten, voreingestellten Power Limit samt mehr Takt aus. Ich werde mich heute dann zu fragen haben, was diese bis zu 40 Euro Aufpreis wirklich an echtem Mehrwert bieten.

Falls die Karte trotz aufgeblasener Backen  schneller rennt, dabei signifikant leiser bleibt und nicht verglüht, könnte man ja glatt darüber nachdenken, solange man keine geschlossenen Kopfhörer nutzt und es einem egal ist, ob der PC röhrt wie ein angeschossener Rehbock. Das Ganze wird also in einer Spurensuche enden, für die ich diverse Test-Puzzle-Bausteine zusammenfügen muss. Und genauso sei es auch…

 

Ich hatte es ja schon im Launch-Artikel beschrieben: So viele Optionen für den roten Gegenpart aus dem AMD-Regal gibt es gar nicht, denn sowohl die bereits dreimal aufgelegte Polaris-Karte in Form der Radeon RX 590 (182 bis 250 Euro), als auch die Vega56 (ab 217 bis 300 Euro) sind beide mittlerweile gewissermaßen EOL (wenn auch noch breit erhältlich) und somit fast schon ein Deko-Kompromiss mangels Alternativen. Die neue RX-5500-Serie kommt laut den Boardpartnern nämlich doch erst im Dezember, so dass Nvidia hier nun beliebig Lückenfüller-Halma mit sich selbst spielen kann. Irgendeine der der drei GTX-1660-Varianten wird AMDs kleine Navi also mit Sicherheit toppen können. Und dass Jensens Spione bisher immer ein Super-Näschen bewiesen haben, wenn es um Performance-Einschätzungen ging, das wissen wir ja nun auch zur Genüge.

Optik und Haptik

Die ca. 869 Gramm schwere Karte misst in Ihrer Länge 24,8 cm brutto von der Außenkante Slotblende bis zum Ende der Kühlerabdeckung. Sie ist 4,2 dick (zuzüglich der 5 mm für die Backplate auf der Rückseite) und 12 cm hoch (von der Oberkante des Mainboard-Slots bis zur Oberkante der Kühlerabdeckung). Die Anthrazit-farbene Kühlerabdeckung ist in der üblichen MSI-Edge-Stilistik gehalten und recht zurückhaltend. Bunt wird es erst mit Strom, denn man hat transluzente Kunststoffstreifen eingearbeitet, hinter den RGB-LEDs werken, die per Software auch gesteuert werden können

Am Slot-Panel finden sich jeweils ein HDMI- und drei DisplayPort-Anschlüsse, also mehr, als bei den meisten Mitbewerberkarten. Die Backplate ist aus gebrushtem Aluminium und ist von der Front aus auch mit dem Kühlframe verschraubt. Für den Rest habe ich gleich noch das komplette Tear Down in Text und Bild.

Technische Daten und Vergleichskarten

Die Variante mit Referenz-Takt sehen wir unten links. MSI setzt allerdings den Boost-Takt auf 1830 MHz hoch wie alle anderen Mitbewerber auch und das Power Limit um 5 Watt auf 130 Watt ab Werk. Die maximale Obergrenze hebt man auf 140 Watt an, immerhin.

 

Zum Abschluss dieser Einführung noch einmal die Karten der neuen und die der alten Generation im direkten tabellarischen Vergleich:

  MSI GTX 1660
Gaming X
MSI GTX 1660 Super
Gaming X
MSI GTX 1660 Ti
Gaming X
GeForce GTX 1060 FE
Architektur Turing (TU116-300) Turing (TU116-300) Turing (TU116-400) Pascal (GP106)
CUDA Cores 1408 1408 1536 1280
Tensor Cores N/A N/A N/A N/A
RT Cores N/A N/A N/A N/A
Textureinheiten 88 88 96 80
FP16-Leistung (Peak) 10 TFLOPS 10 TFLOPS 10,9 TFLOPS 4,4 TFLOPS
FP32-Leistung (Peak) 5 TFLOPS 5 TFLOPS 5,5 TFLOPS 4,4 TFLOPS
Basistakt 1530 MHz 1530 MHz 1500 MHz 1506 MHz
Boost-Takt 1860 MHz 1785 MHz (Ref.)
1830 MHz (OC)
1875 MHz 1708 MHz
Speicher 6 GB GDDR5 6 GB GDDR6 6 GB GDDR6 6GB GDDR5
Speicher-Bus 192-bit 192-Bit 192-bit 192-bit
Bandbreite 192 GB/s 336 GB/s 288 GB/s 192 GB/s
ROPs 48 48 48 48
L2 Cache 1,5 MB 1,5 MB 1,5 MB 1,5 MB
TDP 120 W 130 W 120 W 120 W
Transistoren Mrd. 6.6 6,6 6,6 4,4
Die-Größe 284 mm² 284 mm² 284 mm² 200 mm²
SLI Nein Nein Nein Nein

Testsystem und Messmethoden

Das Testsystem und die -methodik habe ich bereits seit Jahren sehr ausführlich beschrieben und verweise deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf die nachfolgend aufgeführte Auflistung. Die Auswertungssoftware ist selbstprogrammiert.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Hardware:
Intel Core i7-9900K
MSI MEG Z390 Ace
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (1903, alle Updates), Treiber Stand 27.10.2019

MSI GeForce GTX 1660 SUPER Gaming X, 6GB GDDR6, HDMI, 3x DP (V375-282R)

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.