Allgemein Gaming System Testberichte

Low-Budget Gaming PC 2020: Teil 3 – Optimierung, Benchmarks und Fazit

Um noch mehr aus dem zusammengestellten System herauszuholen, wurde natürlich auch an der ein oder anderen Takt-Schraube gedreht. Es ist mir wichtig gewesen, dass keine utopischen Werte präsentiert werden, die für den Leser am Ende vielleicht gar nicht reproduzierbar sind. Mir ist sehr wohl bewusst, dass sich an einigen Stellen garantiert noch ein Quäntchen mehr herausholen ließe. Es hat aber niemand etwas gewonnen, wenn ich hier einen OC-Stunt hinlege, bei dem jeder Test nur in einem von zwölf Versuchen stabil ist, nur um ein möglichst spektakuläres Ergebnis zu präsentieren.

Low-Budget Gaming PC 2020 | Teil 1 – Zusammenstellung

Low-Budget Gaming PC 2020 | Teil 2 – Montage

 

CPU Overclocking und Stabilitätstest (flüchtig) mittels Cinebench R15 (5 Runs am Stück)

Nachdem der RAM-Takt über mehrere Tage und Tests mit verschiedenen Programmen und Spielen als absolut stabil validiert werden konnte, ging es nun an das Übertakten der CPU. Mit dem Wraith Spire LED Kühler wurden erste Versuche unternommen. Ich nutze hier gerne Cinebench R15 für einen flüchtigen Stabilitätstest, denn wenn es hier nach ein paar Durchgängen schon zu Abstürzen kommt, dann braucht man gar nicht weiter mit der aktuellen Einstellung testen. Die Übertaktung wurde im BIOS vorgenommen und ich habe mich ausschließlich auf das Erhöhen des Multiplikators und das Anpassen der Core-Voltage (VCore) beschränkt. Wer jetzt Erklärungen zu Spannungsabfällen, LLC und Co. erwartet, der ist hier falsch – es sollen keine Rekorde aufgestellt werden, sondern einfache, für jedermann reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden.

Zunächst habe ich die Standard-Einstellungen gemessen und dann Schritt für Schritt den Multiplikator erhöht. Zunächst von 32 auf 34, dann von 34 auf 36, wobei jeweils die Spannung auf „Auto“ gelassen wurde. Für die nächsten 100MHz (Multiplikator = 37) musste die Spannung manuell auf 1,3V gesetzt werden, da ansonsten der Bildschirm schwarz blieb. Bei 3800MHz @ 1,35V ist der AMD Kühler schließlich an seine Grenze gestoßen und hat bei sehr hoher Drehzahl die Ohren schon ordentlich malträtiert. Ich hatte aber das Gefühl, dass der Prozessor evtl. noch etwas mehr kann und an dieser Stelle hatte ich mich dann für einen Zubehör-Kühler entschieden. Letzten Endes beließ ich es aber nach einigen Versuchen dann doch bei 3800MHz. Der Arbeitsspeicher war bei allen Messungen mit 3000MHz (CL 16-18-18-38) getaktet.

ClockspeedVID (VCore)System-Power
(Wand)
Max. Temp
@ Fanspeed 
Cinebench R15
Score 
Subjektive
Lautstärke
3200 MHzAuto (1,15V)110W56°C @ 1850 rpm692, 695, 678, 690, 694 = 690 cbSpire LED /
leise
3400 MHzAuto (1,225V)120W61°C @ 2050 rpm712, 713, 717, 708, 712 = 712 cbSpire LED /
hörbar
3600 MHzAuto (1,225V)123W63°C @ 2150 rpm748, 753, 756, 754, 750 = 750 cbSpire LED /
leicht nervig
3700 MHz1,3 (1,269V)129W66°C @ 2300 rpm773, 778, 783, 782, 778 = 779 cbSpire LED /
sehr laut
3800 MHz1,35 (1,319V)138W70°C @ 2500 rpm817, 813, 810, 807, 814 = 812 cbSpire LED /
am Limit
3800 MHz *1,35 (1,319V)138W63°C @ 1000 rpm806, 817, 820, 819, 808 = 814 cbThemis 120 /
angenehm leise
3850 MHz1,4125 (1,375V)149W826, 824 …-> crash
3900 MHz> 1,45V nötig-> unsafe!

* = Sweetspot mit dem großen Kühler

Die „Silicon Lottery“ habe ich mit der CPU zwar sicher nicht gewonnen, aber +600MHz (knapp 20% mehr Takt) bei vertretbarer Spannung sind kein schlechtes Ergebnis. Das Cinebench Ergebnis skaliert auch fast 1:1 mit dem hinzugewonnenen Takt und das Ergebnis ist damit praktisch identisch mit dem des Ryzen 5 1500X. Die nächsten paar MHz hätten massiv mehr Spannung erfordert und obgleich der Themis das wohl locker weggekühlt hätte, halte ich es für absolut unverhältnismäßig. Auch weil eine dermaßen hohe Spannung letztendlich sogar die Lebenszeit der CPU verkürzen dürfte. Es gibt auch Ryzen 5 1400 CPUs, die 4000MHz und mehr erreichen, aber die hier gezeigten 3800MHz halte ich für repräsentativ und ich bin mir sicher, dass quasi alle Samples diesen Wert stabil erreichen.

GPU Overclocking 

Bei den Grafikkarten bin ich sogar noch konservativer herangegangen als bei der CPU, da hier die Taktraten (Referenz- und Custom-Designs) doch recht weit auseinander liegen können. Beide Karten habe ich nur so eingestellt, dass sie konstant den nächsthöheren „glatten“ MHz Wert erreichen.

GTX 970

Die Geforce habe ich mittels MSI Afterburner übertaktet, indem ich folgende Einstellungen getätigt habe:

Powerlimit 110%, GPU Takt effektiv = 1400MHz, Speicher 1800MHz

RX 570

Die Radeon habe ich mit dem OverdriveNTool übertaktet und undervolted.

Powerlimit 125%, GPU Takt effektiv = 1300MHz, Speicher 1800MHz (UV auf 1000mv)

Die finalen Taktraten von CPU, RAM und beiden Grafikkarten wurden ausgiebig getestet – u.a. mit Memtest, Prime95, Time Spy Stresstest und längeren Gaming-Sessions mit unterschiedlichen Spielen.

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About the author

Alexander Brose

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