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Knackt AMD mit Zen3 doch noch die 5 GHz-Marke? Noch schnelleres Vermeer Enginering Sample des 16-Kerners mit 4.9 GHz aufgetaucht, AMD implementiert weitere X86-Instruktionen von Intel

Manchmal kommt man mit den News gar nicht mehr nach, denn es sind zwei weitere Engineering Samples (ES) aufgetaucht, deren OPN interessante Details zu den angepeilten Taktraten enthält. Auch diese beiden OPN stehen für die neuen 16-Kern CPUs CPUs aus dem bereits bekannten B0-Stepping. Ob die schnellere der beiden dann Ryzen 9 4950X oder 5950X (oder noch ganz anders) heißen wird, um in der Nomenklatur wieder mit den APUs gleichzuziehen, dass bleibt natürlich noch weiterhin offen.

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Das schnellere der beiden Samples boostet jetzt bis 4.9 GHz, während man den Basistakt auf 3,7 GHz  setzt. Das ist im Gegensatz zum vorherigen ES noch einmal einen sichtbare Steigerung und zweigt, dass man sich wohl auch langsam beim Boost-Takt in Richtung 5-GHz-Marke vorankämpft. Ob man diese psychologische und vor allem fürs Marketing so wichtige Marke noch knacken wird, ist weiter offen. Aber zumindest mit diesem ES ist der nächste Schritt gemacht worden. Aus einem der langsameren ES könnte dann vielleicht auch der Ryzen 9 4950 / 5950 ohne X hervorgehen, den man im Portfolio ja sicherlich auch benötigt.

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Neue X86-Funktionen für Vermeer (VMR)

Doch nicht nur beim Takt tut sich etwas, denn auch zur Technik werden mehr und mehr Details bekannt. Mit ERMS und FSRM führt AMD nun letztendlich auch mit einiger Verspätung zwei Funktionen ein, die Intel bereits 2013 (ERMS) bzw. 2017 (FSRM) eingeführt hatte, um die Leistung der eigenen CPUs zu steigern. Dass man bei AMD erst jetzt nachzieht zeigt sicher auch, dass man neuerdings auf breiter Front um jede Verbesserung kämpft und jeden noch so kleinen Nachteil auszugleichen versucht.

ERMS = Enhanced Repeat Move String
FSRM = Fast Short Repeat Move String

Mit den neuen Zen3 CPUs wird Fast Short REP MOV (FSRM) somit endlich auch bei AMD zu den CPU-Funktionen analog zu Intels X86_FEATURE_FSRM hinzugefügt.  Das hatte Intel ja bereits 2017 mit der Ice Lake Client-Mikroarchitektur eingeführt. Jetzt aber nutzt ganz offensichtlich auch AMD diese Funktion, um die Leistung von REP MOVSB bei kurzen und sehr kurzen Operationen zu erhöhen. Diese Verbesserung gilt bei Intel für String-Längen zwischen 1 und 128 Byte und man darf davon ausgehen, dass AMDs Umsetzung aus Kompatibilitätsgründen gleich aussehen wird. meist spricht man sich dabei sogar ab.

Bereits 2013 beschloss Intel, REP MOVS gravierend zu überarbeiten und implementierte das CPUID ERMSB-Bit (Enhanced REP MOVSB), das anzeigen sollte, dass die CPU bytegroße Bewegungs- und Speicherbefehle schnell und effizient umsetzen kann. Neben dem Hinzufügen des FSRM zum x86-Feature-Code ist somit auch ERMS hochinteressant, denn man kann damit die Bandbreite erheblich vergrößern, was von nicht unerheblichem Vorteil ist und FSRM logisch ergänzen.

Vereinfacht kann man es so umschreiben, dass der MOVS-Befehl Daten von einem Speicherbereich in einen anderen kopiert. Stellt man nun dem MOVS-Befehl das Präfix REP voran, wird dieser Befehl solange wiederholt, wie man es vorher spezifiziert. ERMS betrifft jedoch im Gegensatz zu FSRM vor allem größere Blöcke ab 256 Bit aufwärts und muss stets vorwärtsgerichtet sein. Doch ERMS hat auch einen großen Nachteil, denn es werden zunächst einige Zyklen benötigt (startup latency). Je nach Größe ist dann FSRM für kleinere Operationen unter Umständen die bessere Alternative.

Natürlich ist das alles auch Betriebssystem-abhängig und muss im Kernel auch erst einmal implementiert sein. Da Intel dies aber seit Jahren bereits nutzt, sollte AMD mit Vermeer quasi offene Türen einrennen können.

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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