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Intels offizielle Folien bescheinigen dem Core i9-11900K bis zu 14% Vorsprung gegenüber dem Core i9-10900K im Gaming, Lineup bestätigt

Die offiziellen Folien zu Intels Intel Rocket Lake, also der 11. Generation der Desktop-CPU-Familie, wurden jetzt geleakt und gleichzeitig auch die Spezifikationen und das Lineup bestätigt, das ich ja bereits vor einigen Tagen ebenfalls veröffentlicht habe. Diese neuen Folien sollen das Gaming-Potenzial der Core-i9-CPU im Vergleich zum Flaggschiff der letzten Generation zeigen. laut Intel ist der Intel Core i9-11900K bis zu 14% schneller als Core i9-10900K CPU – in Spielen wohlgemerkt.

Die nachfolgenden Informationen stammen von XHL und ich gestatte mir jetzt an dieser Stelle noch eine kleine, persönliche Randbemerkung an die deutsche Intel-PR. Das Argument, Redaktionen vom Sampling auszuschließen, weil diese ja vielleicht Informationen vorab leaken könnten, ist komplett unlogisch und zudem ein Widerspruch in sich. Wer offiziell mit Informationen versorgt wird, muss vorher einem Embargo/NDA zustimmen. Damit ließe sich dieses Problem ja elegant lösen.

Trotzdem werde ich meine Leser auch dieses Mal mit den gewohnten tiefergehenden Messungen, vor allem auch zu Takt, Leistungsaufnahme, Kühlung und natürlich auch zur Performance versorgen, denn die CPUs liegen längst hier. Dass ich bisher keine eigenen Inhalte veröffentlicht habe und dies bis zum 30.03.2021 auch nicht tun werde, liegt somit noch nicht einmal an einem unterzeichneten Embargo gegenüber Intel, sondern einfach nur an der Achtung vor der Arbeit meiner Kollegen, die an dieses NDA gebunden sind. Da prescht man nicht einfach vor, auch wenn die Quote winkt.

11th Gen Intel Core desktop processors (code-named “Rocket Lake-S”) will deliver inceased performance and speeds. They will launch in the first quarter of 2021. (Credit: Intel Corporation)

Die nun geleakten Performance-Folien zeigen den Intel Core i9-11900K als neues 8-Kern-Flaggschiff im Vergleich zum Intel Core i9-10900K mit 10 Kernen der vorhergehenden Generation. Beide CPUs nutzen den gleichen, maximalen Boost-Takt von 5,30 GHz, jedoch kann der Core i9-11900K mit den brandneuen Cypress-Cove-Kernen aufwarten, die zumindest auf dem Papier zweistellige Leistungssteigerungen liefern sollen.

Alle von Intel ausgewählten Spiele Spiele wurden bei 1080p mit der Voreinstellung “High Settings” getestet. Intels eigene Benchmarks zeigen, dass der Core i9-11900K bis zu 14 % schneller ist als der Core i9-10900K. Der durchschnittliche Leistungszuwachs über diese vier Spiele gegenüber der vorherigen Generation liegt bei etwa 11 % und das ist durchaus eine ordentliche Steigerung gegenüber der letzten Generation, allerdings auf Kosten einer viel höheren Leistungsaufnahme und eines höheren Stromverbrauchs, was natürlich meine Neugier weckt und garantiert Bestandteil meines eigenen Tests sein wird (Spikes und Netzteil-Relevanz!).

Zum Thema:  Intel Rocket Lake Core i7, Core i9 – Das komplette CPU-Lineup samt Spezifikationen und finalem Boost

Die offizielle Folie von Intel bestätigt die bereits vor kurzem auch hier veröffentlichten Spezifikationen und Sie noch weitere detaillierte Informationen zu den jeweiligen CPUs der “K”-Serie:

Der Intel Core i9-11900K wird das Flaggschiff der 11. Generation mit 8 Kernen und 16 Threads. Daraus resultieren 16 MB L3-Cache (2 MB pro Kern) und 4 MB L2-Cache (512 KB pro Kern). Der Basistakt der CPU wird bei 3.5 GHz liegen und was den Boost-Takt angeht, so wird sie einen Takt von 5,2 GHz (1-Kern) aufweisen, während die Boost-Frequenz für alle Kerne bei 4,8 GHz gehalten werden soll.  Der Chip wird außerdem über Thermal Velocity Boost verfügen, was einen weiteren Sprung von 100 MHz in der maximalen Taktfrequenz bringen soll.

Dieser Trick sollte zu einem Single-Core-Boost-Takt von maximal 5,3 GHz bei einem ausgelasteten Kern führen, was den Core i9-11900K auch zur ersten CPU macht, die jemals eine so hohe Frequenz direkt out of the box erreicht hat. Man darf aber auch nicht vergessen, dass der Core i9-11900K, unabhängig von der Verwendung der Cypress Cove-Kerne ,weniger Kerne und Threads als der Intel Core i9-10900K aufweisen wird. Dies ist teilweise auf die Rückportierung von Cypress Cove auf den verfeinerten 14-nm-Prozess zurückzuführen und die sonst explodierende Leistungsaufnahme.

Die CPU soll eine Leistungsaufnahme von 125 W aufweisen, was aktuell ja Standard für ein Intel-Flaggschiff ist, während die Leistungsbegrenzung der zweiten Stufe (PL2) auf satte 250 W ausgelegt ist. Das bedeutet, dass die CPU beim Erreichen ihrer maximalen Taktraten tatsächlich die genannte Menge an Energie aus dem Netzteil ziehen könnte, was sie zu einem der stromhungrigsten 8-Kern-Chips macht, die je produziert wurden. Dies könnte auch erklären, warum Intel bei der 11. Generation nicht auf 10 Kerne und 20 Threads gesetzt hat, da dies ein stromhungriges Monster von einem Chip geworden wäre, der sogar die 250-Watt-Grenze locker übersprungen hätte.

Beim Core i7 ist zu erkennen, dass Intel die Kern-/Thread-Anzahl nicht auf eine Stufe unterhalb des Core i9 positioniert. Der Core i7-11700K verfügt somit über die gleiche Kernkonfiguration wie der Core i9-11900K, kommt aber mit leicht reduzierten Taktraten in den Handel. Der Chip soll einen Boost-Takt von maximal 5,0 GHz auf einem einzelnen und 4,6 GHz über alle seine 8 Kerne aufweisen. Die CPU wird sogar die gleiche Menge an Cache tragen, aber der Hauptunterschied sollte von den Takten und Leistungsgrenzen kommen. Dieser niedriger getaktete Chip wird bei etwa 225-250 W für das PL2-Limit liegen, während 125 W für PL1 Standard bleibt. Es wird zudem interessant sein zu sehen, wie sich die Rocket Lake CPUs übertakten lassen, da der winzige Unterschied zwischen den Core i9 und Core i7 Chips durch eine kleine Übertaktung überwunden werden könnten.

Der Core i5-11600K ist ein 6-Kern-Chip mit 12 Threads und sollte gegen den AMD Ryzen 5 5600X antreten und eine Taktrate von 4,9 GHz auf einem einzelnen und 4,6 GHz über alle Kerne aufweisen und über 12 MB L3-Cache und 3 MB L2-Cache verfügen. Damit wird sich dieser Chip gegenüber dem AMD Ryzen 5 5600X vor allem durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis beweisen müssen. Hier müssen für eine Bewertung natürlich auch die Entwicklung der Straßenpreise und die Verfügbarkeit mit einbezogen werden.

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Dark_Knight

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So zu sagen hat Intel die Wahl gehabt, entweder wir opfern 2 Kerne/4Threads um mehr Leistung zu bekommen für den selben Energieaufwand. Oder man opfert keine 2 Kerne/4Threads und die CPU genehmigt sich sogar 275-300W wenn sie voll ausgenutzt wird.

An sich bin ich beeindruckt, dass Intel noch immer noch etwas mehr aus der Architektur quetschen kann an Leistung durch eben noch weitere Optimierung. Auch wenn dies halt dann dadurch geschieht, dass die CPU säuft wie ein Loch, wenn man sie lässt, so bleibt es doch interessant zu sehen.
Für reine Gamer, die Leistung wollen, egal was es kostet an Strom, sicher noch immer interessant. Für alle anderen, die mehr machen wie reines Gaming und eben auch teils produktiv damit arbeiten, eher weiterhin keine Alternative.

Man kann nur hoffen, dass dies wirklich endlich der letzte Desktop CPU Launch ist von Intel in 14nm.

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eastcoast_pete

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Danke Igor! Hast Du uU Informationen (die Du auch teilen darfst) um wie viel größer die neuen Kerne (in mm2) sind vs. die von Comet Lake? Und wie viel größer (Fläche) ist der Rocket Lake i9 verglichen mit dem 10 Kern Comet Lake? Hat Intel hier einfach auch mehr Oberfläche pro Kern eingeräumt damit sich die Hitze noch einigermaßen abführen lässt?
Und, leider, leider hat AMD sich wohl bei der Kapazitätsplanung wohl vertan, und lässt jetzt viel Absatz stehen. Schade eigentlich!

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Dark_Knight

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Da die Kapazitäten sicher schon teils 1 Jahr oder möglicherweise sogar noch früher gebucht werden müssen und sicher auch keiner mit einer dermaßen riesigen Nachfrage hat rechnen können. Plus dass es ebenso schwierig ist voraus zu sagen ob der Konkurrent seine Produkte nicht so entwickelt bekommt bzw. Produktionstechnisch verschätzt (Mengenmäßig). Auch Engpässe bei den Materialien bzw. bei den Teilen spielen dabei rein.

So wird AMD ja wie alle anderen auch eben Menge X an Wafern bei TSMC gebucht haben und eine Erhöhung ist eben nicht so einfach möglich bzw. aktuell sicher unmöglich.
Hinzu kommt ja, dass AMD ja nicht nur GPU Chips produzieren lässt bei TSMC (anders als nVidia nur GPUs bei Samsung fertigen lässt [bitte korrigieren falls falsch] und somit seine komplette Bestellung in GPUs auch umsetzen kann), sondern eben auch noch CPUs und SoCs für PS5 und X-Box Series X/S.

Besser wäre es, wenn eben dies alles entzerrt wäre. Wenigstens die GPUs und SoCs der Konsolen nicht zur selben Zeit zu launchen, hätte zumindest etwas Abhilfe geschaffen. Je nachdem was halt zuerst gelaunched wäre, hätte dann eine höhere Verkaufsmenge gebracht.

Intel hat es da mit den eigenen Fabs dahingehend einfacher, da man sich diese nicht mit anderen teilen muss. Auch wenn ein verfrühtes Umstellen auf den neuen Prozess (was ja auch teils Monate dauert), sicher ebenso für Probleme sorgen kann. So wie wir es ja mitbekommen haben.

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MoGas

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Für mich als Gamer stellt sich das in der Realität noch etwas anders da. Mein 9900KS zieht unter Prime95 so bummelig 220 Watt, das stimmt. In Cyberpunk 2077 allerdings nur ca. 90-100 Watt, weil ich da im Grafikkarten-Limit hänge. Und mit Raytracing komme ich da auch so schnell nicht raus, auch die nächste nVidia Generation wird das nicht ändern.

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Dark_Knight

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Richtig, es kommt immer darauf an, was man macht. Je mehr die GPU gefordert ist, desto weniger saugt meistens die CPU. Aber dies ist nicht bei jedem Spiel so, gerade wo viele Dinge berechnet werden müssen, steigt die Last der CPU eben auch wieder an. Ebenso wenn man noch andere Programme im Hintergrund laufen lässt, kann die CPU auch wieder mehr Strom benötigen, da mehr zu berechnen ist.

Ist halt immer ein abwägen was einem wichtiger ist. Wobei halt für die letzten paar % an Leistungsplus eben auch mehr Strom benötigt wird. Gerade Intel erkauft dieses Leistungsplus, in der aktuellen Architektur, halt zum Teil eben mit einem erhöhten Strombedarf.

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gerTHW84

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AMD wird voraussichtlich genau die Kapazitäten haben, die sie gemäß Projektplan vorsahen und die Kapazitäten für die Konsolen-SoCs haben sie gar extra hinzugebucht und diese sind unabhängig von ihren "eigenen" Kapazitäten zu betrachten.
Das Problem wird vielmehr sein, dass TSMC voraussichtlich diese gebuchte Menge nicht in der vorgesehenen Art prozessieren können wird, d. h. anstatt 100 % Wafer-Output gemessen an der relativ gebuchten Kapazität wird TSMC vielleicht nur 85 % (?) fertigen können aufgrund von Materiallieferengpässen. Und in der fortschreitenden Fertigungskette verschärft sich das Problem dann zunehmend, da man einerseits weniger belichtete Chips als gewünscht liefern kann, dann werden vielleicht davon ausgehend noch weniger fertige Chips im Packaging erstellt, weil es bei den anderen Dienstleistern auch an Package-Substrat fehlt und kommen die wenigen, fertigen Chips bspw. bei den GPU-Herstellern an, fehlt es hier und da an diversen elektronischen Komponenten und teilweise auch Speichermodulen, sodass nur wenige Karten gefertigt werden können.
Würde es Covid19 und diese industrieweiten Lieferengpässe nicht geben, würde bei AMD voraussichtlich alles "normal" laufen; die fertigen nun einmal deutlich weniger als bspw. Intel und nVidia, was schlicht deren Größe und deren kleinerem Markt zuzuschreiben ist.

AMD scheint bei TSMC aktuell der Fertigung des 7nm-CCDs eine höhere Priorität einzuräumen als den GPUs, schlicht weil die CPUs (insb. mit Blick auf den verspäteten Epyc/Milan) für AMD wichtiger sind als der vergleichsweise kleine GPU-Markt. Und die Konsolen-SoCs haben damit gar nichts zu tun, weil AMD hier nichts shiften kann, da man hier vertraglich gebunden ist, d. h. die gesondert für Sony und Microsoft hinzugebuchten Kapazitäten werden auch entsprechend nur für deren Produkte genutzt.
Und beim Packaging scheint man bemüht zu sein beim Ryzen die "Butter-und-Brot"-CPUs 5600X und 5800X zu priorisieren, schlicht weil die volumentechnisch wichtiger sind und weil man sehen musste, dass man trotz der Krise die CPUs zeitnah in Richtung UVP bekommt, denn andernfalls hätte man ein handfestes Problem i. V. z. Rocket Lake gehabt, denn Intel wird hier mit seiner eigenen Fertigung voraussichtlich etwas besser wegkommen und hätte daher zusätzlich auch noch einen Preisdruck aufbauen können.

Ergänzend zum Gaming: Hier spielt der 14nm-Prozess aufgrund der geringen CPU-Auslastung nur eine untergeordnete Rolle. Igor schrieb nicht umsonst, dass stellenweise ein 5900X im Gaming gar geringfügig mehr als ein 10900K zieht. Und selbst wenn man die (bisherigen) Intel-CPUs deutlich übertaktet, hielt sich der Verbrauch in Grenzen und zumeist gar unterhalb der offiziellen TDP (teilweise gar deutlich). Beispielsweise SotTRaider mit einem 9900K auf 5,0 GHz AllCore läuft gemittelt mit unter 80 W und durch den hohen Takt kann man hier bestmögliche Fps erzielen.
Über den "horrenden Verbrauch" der Intel-CPUs muss man nicht wirklich diskutieren, solange man hier nicht Workloads mit hoher Auslastung betrachtet und die sind zumeist für Consumer (im Marktmittel wohlgemerkt **) nicht relevant.

*) Anmerkung: nVidia fertigt auch bei TSMC und der GA100 wird sicherlich schon ein vergleichsweise hohes Volumen haben, denn die bedienen hier den regulären Beschleunigermarkt quasi alleine. Zudem fertigt man dort auch weiterhin kleinere Turing-Chips und hat voraussichtlich gar die Fertigung des TU106 wieder aufgenommen (?) um den Druck etwas besser kanalisieren zu können.

**) Bevor jetzt wieder einer ums Eck kommt und schreit: "Aber ich rendere mit Blender ..." oder "Ich transkodiere regelmäßig Videos ..." Natürlich gibt es solche Consumer, nur machen die anteilig nur einen kleinen Prozentteil aus und sind daher schlicht kaum relevant und dementsprechend lassen sich davon ausgehend auch keine Pauschalaussagen ableiten. Und wenn die sich sinnvoll eindecken wollen, greifen die halt aktuell zu einer 7nm-Zen-CPU und alle könnten glücklich sein ... gäbe es da nicht diese verrückten (markt)psychologischen Effekte ...

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Dark_Knight

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Okay, SoCs also getrennt vom Rest. Wieder was gelernt. Wobei die Priorisierung der CPUs logisch klingt und selbst wenn AMD mehr GPUs produzieren ließe, würden diese ja ebenso eher bei den Minern landen, als in den Stores und bei den Spielern.

Ist alles nicht so einfach und es sind schon sehr viele Dinge die noch immer bremsen.

Wobei ich bei einer Sache nicht ganz zustimmen kann. Es mag sein, dass ein SoTRaider mit einem 9900K nur 80W gemittelt benötigt. Aber das ist halt nur ein Spiel von einer doch recht großen Auswahl und es kommt ja noch dazu, dass von Spiel zu Spiel die Anzahl der genutzten Kerne unterschiedlich ist. Ebenso kommt es ja auch darauf an wieviel berechnet werden muss im Spiel. So ein Strategiespiel wo hunderte gar tausende von NPCs etc. berechnet werden müssen, wird sicher stärker ausgelastet sein, als beim genannten Beispiel von dir und dementsprechend auch mehr Strom für die CPU verbrauchen gemittelt. Und je mehr Kerne ein Spiel auch effektiv nutzt, desto höher eben die Auslastung als auch der Verbrauch.

Deswegen ist es ja auch grundsätzlich wichtig, zu schauen was man eben für Anwendungszwecke hat.

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gerTHW84

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Naja, unter Vorbehalt natürlich, denn selbstredend habe ich keine Einsichten in AMDs Projektplanung oder Verträge mit TSMC oder bspw. Sony oder Microsoft. Hier muss man die verfügbaren Puzzelstück zusammensetzen und an der ein oder anderen Stelle mit einer gewissen Skepsis und Unsicherheit lesen und die Lücken mit (markt)wirtschaftlichen Erfahrungswerten füllen.
Dem allgemeinen Vernehmen nach waren AMDs 7nm-Kontingente in 2019 relativ gering und sind jetzt, in 2020 beträchtlich gestiegen, vorrangig aber aufgrund der Anteile, die sie explizit für Sony/Microsoft hinzugebucht haben um die SoCs zu fertigen. Und das diese Kontingente exklusiv sind, resultiert einfach aus der absehbaren Vertragsgestaltung. Die beiden Hersteller werden sich feste Lieferzusagen von AMD haben geben lassen, d. h. AMD ist hier vertraglich gebunden um muss diese Verträge nach besten Kräften erfüllen und diese Bindung ermöglichte es ihnen auch relativ risikofrei diese beträchtlichen, zusätzlichen Kontingente bei TSMC hinzuzubuchen, denn die Abnahme dieser Produkte ist ja schließlich vertraglich zugesichert. (Darüber hiaus gibt es aber natürlich auch bei TSMC Grenzen bzgl. der Kapazitäten und AMD konkurriert hier mit nahezu dem gesamten übrigen Markt um diese, d. h. wie du schon gesagt hast, ist es i. d. R. eher ausgeschlossen, dass man da noch kurzfristig Kapazitäten erhöhen kann, wenn sich den markttechnisch kurzfristig eine Gelegenheit ergäbe.)

Gaming: Natürlich gibt es da Schwankungen und die drücken sich auch in Watt aus, aber hier gibt es kein Game, das selbst im (regulären ;)) OC 150 W auf einer Intel-CPU zieht, was schlicht an der geringen Auslastrung liegt, die GameEngines an den Tag legen, was wiederum daran liegt, das ein nennenswerter Teil des Workloads auf der GPU liegt.
Und bzgl. Physik und Co wärst du vermutlich überrascht, aber deren Anteil an der CPU-seitigen Rechenlast einer GameEngine liegt i. d. R. im niedrigen, zweistelligen Prozentbereich. (Infos von einige Engine-TechTalks, wobei es natürlich auch hier Schwankungen gibt, aber die Hauptlast liegt hier klar in anderen Bereichen der Engine.)

Übrigens bzgl. der Kernzahlen: GameEngines nutzen hier überschaubar wenig und werden sich absehbar nur sehr langsam steigern, schlicht weil hier die Konsolen schon wieder beschränkend wirken werden. Sieht man sich bspw. einen aktuellen Titel auf einem 5900X oder gar 5950X an, dann langweilt sich die CPU regelrecht. Die CPU-seitigen Fps-Limitierungen treten lediglich dadurch auf, dass die hauptsächlichen Primärthreads nicht schnell genug abgearbeitet werden können, weil bei um die 5 GHz herum aktuell das Ende erreicht ist (und die neuen Konsolen limitieren das gar auch im besten Fall 3,8 GHz).
Es hatte durchaus seinen Grund, dass AMD damals die Kernzahl mit Zen in 2017 erhöhte und nicht etwa schon zuvor Intel, denn effektiv gab es schlicht keinen echten Bedarf im Consumer-Markt dafür. *) AMD musste damals 8 Kerne als vertriebstechnisch/absatzförderndes Argument bringen, nicht etwa weil der Markt das dringend benötigte und man musste diese Maßnahme gar noch mit einem niedrigenren Preis flankieren. Mit dem Ende der Altkonsolen-Generation kann nun der nächste Schritt bzgl. Parallelisierung eingeläutet werden, aber der ist ebenso schon wieder klar beschränkt. Und mit den beträchtlich gesteigerten Leistungsreservern der Konsolen ist es zudem heute gar noch wahrscheinlicher, dass die Konsolen weitaus mehr Berücksichtigung (als zusätzlicher Absatzmarkt) finden werden, als noch die Last-Gen, d. h. das Limit für Computerspiele darf man im Mittel als durchaus "bindend" ansehen. Die Ressourcen eines 12- oder 16-Kerners werden auch absehbar in den nächste Jahren nur für optionales Grafik-BlinkBlink genutzt werden aber keinesfalls fester bestandteil der GameMechanik werden, denn würde man bereits das Leistungsäquivalent eines sehr schnellen 8-Kerners als Grundvoraussetzung annehmen, müsste man sich vom Konolenmarkt direkt verabschieden und der wird in einigen Jahren auch wieder Millionen von Geräten/Kunden umfassen. (Sony und Microsoft haben ja schon im letzten Jahr gut 8 Mio. Konsolen abgesetzt trotz der Krise.)

*) Mal ausgenommen von Prod.-Workloads natürlich. / Entsprechend unsinnig sind auch immer solche gernzitierten Aussagen wie "Ohne AMD würden 'wir' heute noch auf 4 Kernen festsitzen", aber das ist letzten Endes ein anderes Thema. ;)

**) Beispielsweise die Cry-Engine ist ein "Negativbeispiel", das sehr stark durch den Main-Thread limitiert wird.

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Casi030

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Da ändert sich dennoch nix dran das die Intel auch in Spiel zum größten Teil Stromfresser sind.

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gerTHW84

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Du hast recht, auch das Video ändert nichts an den Gegebenheiten bzgl. dem Gaming, wenn man mit derart polarisierenden Begriffen um sich wirft.
Vielleicht solltest du dir mal anschauen, was du da verlinkst: (Fps als 1 Percentile)

  • RDR2: 5800X 80W, 105 Fps, 10700K 96 W, 106 Fps
  • Cyperpunk: 5800X 74 W, 66 Fps, 10700K 102 W, 86 Fps
  • Death Stranding: 5800X 74 W, 155 Fps, 10700K 99 W, 159 Fps
  • BF5: 5800X 83 W, 126 Fps, 10700K 111 W, 150 Fps
  • Rainbow Six: 5800X 81 W, 392 Fps, 10700K 94 W, 348 Fps
  • Mafia DefEd: 5800X 66W, 95 Fps, 10700K 79 W, 111 Fps
  • Flight Sim: 5800X 59 W, 40 Fps, 10700K 66 W, 46 Fps

Der Mehrverbrauch ist offensichtlich und den bestreitet auch niemand, den "Stromfresser" kann man sich hier zweifellos ersparen, denn die Unterschiede sind nicht groß. Wer hier tatächlich Wert darauf legt "grün" unterwegs zu sein, wird sich eine deutlich genügsamere GPU einbauen oder sich gar mit einer iGPU zufrieden geben und vielleicht mal seinen Monitor aktualisieren.
Bei massivparallelen Productivity-Wokloads ist die Sachlage eindeutig, im Gaming dagegen war Intel bis vor kurzem immer noch eine vollkommen legitime (und abseits des Preises gar die bessere) Wahl. Mit Zen3 kann AMD nun erstmals (nach immerhin 4 oder gar 8 Jahren, je nachdem wie man zählen will) ein klein wenig davonziehen.

Den größten Vorteil kann AMD seit Zen2 mit der Kernskalierung für sich verbuchen, die zum Großteil auf TSMC und der Verwendung des 7nm-Prozesses zurückzuführen ist, nur bedarf dies auch entsprechender Workloads und da gehört der Großteil der Consumer-Workloads nach wie vor nicht dazu (insbesondere nicht das Gaming) und so, wie es sich bisher in der Vergangenheit abzeichnete, wird sich daran im Consumer-Markt auch in den nächten Jahren absehbar nichts ändern. Die gemittelten Kernzahlen werden nur langsam steigen und es wird noch sehr viele Jahre dauern, bis bspw. 16-Kerner zum Mainstream werden (der aktuell eher bei 6 bis 8 Kernen liegt). Interessanterweise wird AMD mit Zen4 möglicherweise auch das größte Ryzen-Modell kerntechnisch aufwerten, voraussichtlich schlicht, weil man ein neues Halo-Produkt braucht, denn 16-Kerner sind mittlerweile schon ein "alter Hut", aber ein 20- oder gar 24-Kerner wird umso mehr nur eine sehr kleine Nische bedienen und wird abermals mehr ein vertriebstechnisches Argument sein. Über das Modell werden sich einige wenige Con/prosumer zweifellos sehr freuen können, den Großteil des Consumer-Marktes wird eine solche CPU jedoch ebensowenig interessieren wie auktuell bspw. der 16-Kerner.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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