Motherboard Prozessor Testberichte

Intels neuer 490 Chipsatz im Detail und in der Praxis mit einem Z490 I Aorus Ultra von Gigabyte

Intels Comet Lake-S steht in den Startlöchern und natürlich braucht man auch (mal wieder) einen neuen Sockel. Merke: Pins kann man nie genug haben und mit den Features sieht es wohl ähnlich aus. Was also erwartet den potentiellen Käufer genau? Zunächst einmal werden die Z490-Platinen auf den neuen Sockel 1200 setzen. Außerdem gibt es eine I/O-Erweiterung, insbesondere die Unterstützung von PCI Express 4.0, die man auf dem Z390 so nicht findet.  Bei den meisten der Unterschiede zwischen Z390 und Z490 handelt es sich aber lediglich um Upgrades und nicht um zusätzliche Funktionen. Genau das gieslt es jetzt einmal zu hinterfragen, auch wenn der Z490-Chipsatz fast schon interessanter ist die als Comet Lake-S-CPU, die ich heute separat im Artikel Intels Comet Lake-S CPUs der 10.Generation zeigen sich – vorerst aber nur auf dem Papier vorstelle.

Was erwartet uns beim Z490-Chipsatz?

Die Z490-Hauptplatinen werden keine wirklich neuen Funktionen enthalten, sondern es handelt sich eher um eine Aufrüstung bestehender Funktionen. Das Z490-Motherboard wird mit einer Vielzahl von (bekannten) Funktionen ausgestattet sein, darunter Intel Rapid Storage-Technologie, integrierte USB 3.2 Gen 2-Unterstützung, erweiterte Kern- und Speicherübertaktung (einschließlich der Möglichkeit Spannungs-/Frequenzkurven festzulegen), Intel Wi-Fi, Funktionen für 4k-Inhalte und der Chipsatz unterstützt CPUs mit bis zu 10 Prozessorkernen für eine höhere Performance.

© Igor Wallossek 2020

Das Z490-Motherboard wird Intels neueste Prozessoren der 10. Generation unterstützen und ist mit dem neuen Sockel 1200 auch nicht abwärtskompatibel zu älteren CPU-Generationen. Während die Z390-Hauptplatinen bis zu 30 Coffee Lake-CPUs unterstützen, wird Z490 zusätzliche Unterstützung für etwa 17 Corner Lake-S-Prozessoren bieten. Außerdem werden die Z490-Hauptplatinen Korrekturen für die Spectre- und Meltdown-Schwachstellen unterstützen, sowie eine verbesserte Performance und höhere Turbogeschwindigkeiten bieten als noch  Z390-Platinen für die Coffee Lake CPUs der 9. Generation.

Z390 vs. Z490: Das Sockel-Design

Während die Z390-Plattform über einen LGA 1151-Sockel verfügt, besitzt das neue Gegenstück Z490 den LGA 1200. Sowohl der LGA 1151 als auch der LGA 1200 haben äußerlich jedoch die gleichen Sockelabmessungen. Allerdings befindet sich der LGA 1200 jetzt quasi auf Links, weshalb Comet-Lake-CPUs definitiv nicht mehr mit dem Coffee Lake-Motherboards kompatibel sind. Mit den neuen Verbesserungen kann Comet Lake-S somit auch ohne Abwärtskompatibilitätsprobleme mit irgendwelchen Legacy-Plattformen eingesetzt werden.

© Igor Wallossek 2020

Z390 vs. Z490: Performance

Intels Z390-Chipsatz wird für den Bau verschiedenster Arten von PCs verwendet, einschließlich diverser High-End 4k-Gaming-PCs und erschwinglicher Geräte für den täglichen Gebrauch. Dasselbe gilt für den kommenden Z490-Chipsatz, den man nun in verschiedenen Motherboard-Serien sehen kann. Er bietet jedoch bessere Übertaktungsfunktionen und ist am Ende damit auch deutlich schneller als das, was Z390-Motherboards aktuell bieten können. Während die Z390-Hauptplatinen sowohl die Prozessoren der 8. als auch der 9. Generation unterstützen, ist Z490 hier einen Schritt voraus, da nicht nur Unterstützung für die neuesten Prozessoren der 10. Generation geboten wird, sondern man auch die 11. Generation samt PCIe 4.0 perspektivisch bereits mit einbezieht.

© Igor Wallossek 2020

Obwohl es rein technisch keinen großen Unterschied zwischen den Prozessoren der 9. und 10. Generation gibt, ist letztere einen Tick schneller, insbesondere dann, wenn die neueste Technologie eingesetzt wird. Dazu gehören der neue Turbo Boost Max…

…und diverse weitere Features bis hin zur Bus-Übertaktung und einer detaillierten Spannungs-/Frequenzkurve, wie wir sie bereits von den Grafikkarten her kennen.

Z390 vs. Z490: Anschlüsse und Verbindungen

Da es sich beim Z490 um eine Revision des Z390 handelt, sind die Änderungen eher geringfügig. Das Blockschaltbild des Z490 I Aorus Ultra zeigt das gesamte Schema möglicher Anschlüsse bis auf Thunderbolt 3, der diesem Board nicht gegönnt wurde, aber auch mit dem Z490 generell möglich ist. So gibt zwar die DDR4-Unterstützung bei beiden Chipsets, aber es scheint so, dass Z490 einen größeren Speicherausbau bieten wird als die 128 GB, die derzeit für Z390 die Obergrenze darstellen. Außerdem besitzt Z490 mehr USB-Gen-3-Ports als Z390.

Aber beide haben auch eine Menge Anschlüsse gemeinsam. Die Bandbreite und die PCI-Unterstützung bleiben gleich, ebenso wie die Unterstützung für die SATA 3-Ports und die Kompatibilität zu den Grafikkarten und die Unterstützung für Optane- und SATA-RAID-Speicher. Intel hat für Z390 die native Unterstützung für drahtloses 802.11AC-Internet eingeführt, ist beim Z490 aber einen Schritt weitergegangen. Aber die Unterstützung ist jetzt noch einen Schritt weiter gegangen, da man nun die Wi-Fi 6-Unterstützung im Z490 implementiert hat.

Wenn Privatkunden oder Hersteller von Komplettsystemen ein Motherboard mit den jeweiligen Flaggschiff-Chipsätzen kaufen wollen, werden sie sich sicher an den gebotenen Top-Features orientieren suchen, einschließlich der Übertaktungsoptionen. Das bedeutet, dass diese potentiellen Kunden nach den neuesten Speicher- und USB-Unterstützungen, den E/A, Speicheroptionen sowie nach einer großen Auswahl an verfügbaren Motherboards suchen werden.

 

Das Z490 I Aorus Ultra von Gigabyte – mini-ITX der 10. Generation

Abschließend habe ich mir noch eines der neuen Motherboards angesehen. Da ich mini-ITX nicht abgeneigt bin, sondern im Gegenteil die Umsetzung aller Features auf engstem Raum immer wieder spannend finde, habe ich das Aorus-Board nicht nur analysiert, sondern auch einmal alles zerlegt, was abzuschrauben ging.

Den Rest der Erkenntnisse findet Ihr in diesem eher unterhaltsamen Video, das ich mir nicht entgehen lassen wollte. Das Board wurde mir von Gigabyte ohne Vorbedingungen zur Verfügung gestellt, das will ich der Vollständigkeit halber noch anmerken.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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