Testberichte

EcoFlow PowerStream und Delta 2 Max im Test – Balkonkraftwerk mit Pufferspeicher | Teil 1 – Hardware

Der Titel hat es schon verraten, heute geht es mal in eine ganz andere Richtung. Nicht nur thematisch, sondern auch örtlich. Raus aus dem stillen Testkämmerchen, hinaus in die weite Welt! Naja, zumindest bis in den Garten. Vielleicht hat man es schon an den Themen meiner letzten Testberichte gemerkt, über den heißen Sommer hinweg versuche ich die Reviews von Kühlern zu umgehen. Ohne Klimaanlage wird es doch ziemlich warm in meinem Büro und Testlabor, wenn die Sonne aufs Dach knallt und man zusätzlich noch einen Ryzen 9 3950X permanent auf der Testbench laufen hat.

Also wieso die Sonne nicht zum Feind, sondern zum Freund und Stromlieferant machen? Das Thema Balkonkraftwerk hat mich sowieso schon seit längerer Zeit interessiert. Eigentlich hatte ich mich privat schon nach einem günstigen, einfachen Set umgeschaut, als sich etwas mit EcoFlow ergeben hat.

Direkt vorweg möchte ich noch gesagt haben, dass ich im weiteren Verlauf nicht auf gesetzliche Vorgaben, technische Feinheiten oder in die Details von der Funktionsweise eines Balkonkraftwerkes eingehen werde. Insbesondere beim ersten Punkt ändert sich häufig etwas, es gilt sich bei Interesse also selbst zu informieren. Aber um es einmal grob erklärt zu haben: Mit einem Balkonkraftwerk hat man den kleinen Bruder einer “echten” PV-Solaranlage für bedeutend weniger Geld, welcher an die Steckdose angeschlossen werden kann. Der eingespeiste Strom ist direkt im Hausnetz nutzbar und bewirkt, dass euer Stromzähler weniger Verbrauch misst und euch in Rechnung stellt. Und auch wenn es komisch klingt, in eine Steckdose kann man tatsächlich auch Strom einspeisen und nicht nur Verbraucher anschließen. Seit 2023 spart man sich in Deutschland zudem die 19% Mehrwertsteuer, solch ein “gesetzlicher Rabatt” macht den Kauf natürlich nochmal interessanter.

PowerStream Mikrowechselrichter

Etwas überraschend und ohne große Vorankündigung stand dann plötzlich eine Spedition vor meiner Tür, die eine Palette feinster Technik loswerden wollte.

Und ein einfaches Balkonkraftwerk zu schicken schien EcoFlow nicht genug zu sein, denn einen Delta 2 MAX Pufferspeicher samt Anschluss für den Wechselrichter, ultradünne Fensterdurchführungen und zwei smarte Steckdosen waren auch mit dabei.

Aber schauen wir uns erstmal das Herzstück des Ganzen an, den PowerStream Mikroinverwerter. Dieser wandelt den durch die Solarzellen erzeugten Gleichstrom (DC) in einfacher nutzbaren Wechselstrom (AC) um und steuert die Weitergabe in das Hausnetz oder Speicher.

Mit seiner IP67 Schutzklasse und robustem Äußeren könnte man das Modul auch draußen anbringen, eine Umgebung mit gleichmäßiger Temperatur ist aber empfehlenswert. Da die Delta 2 Max aber ohnehin nicht witterungsfest und das Verbindungskabel recht kurz ist, kommt auch der PowerStream bei mir mit in die Wohnung. 

Im Karton stecken dann noch zwei Kleinere, alles fein säuberlich eingepackt und mit Veredelung beschriftet.

Der Lieferumgang beinhaltet eine mehrsprachige Anleitung, Halterung samt Schrauben für die Wandmontage, das Verbindungskabel zur Steckdose sowie eine Abdeckung samt Werkzeug zum einfacheren Lösen der Stecker.

Schauen wir uns den PowerStream dann mal genauer an, das dicke Kabel für das Verbinden mit den Solarzellen könnt ihr auch gleich mit bewundern. Das schlichte Design gefällt mir persönlich sehr gut.

Auf der Unterseite gibt es dann etwas mehr zu sehen. Vier Gummifüße sorgen für einen sicheren Stand, drei Löcher mit Gewinde können in Kombination mit der Montageplatte für die Wand verwendet werden und eine Option das Ganze zu erden gibt es auch noch. Die angepriesene App schauen wir uns später noch im Detail an.

Es wirkt übrigens nicht nur so, das Äußere des PowerStream ist tatsächlich größtenteils aus Metall. Mit knapp 3 kg Gewicht auch zum Erschlagen tauglich. Und hier nochmal das direkte Zubehör in der Übersicht. Die Funktionsweise der beiden Smart Plugs schauen wir uns später noch im Detail an.

Das dicke Kabel links unten ist die Verbindung zwischen Wechselrichter und Akkuspeicher, rechts im Bild sind die beiden extradünnen Kabeldurchführungen für zB. das Fenster zu sehen.

Zwischenfazit: Alles sehr gut verpackt, wirklich hochwertige Haptik und an fast jedem Kabel klebt eine kleine Warnung, was man wann damit anstellen soll und wann nicht. Mit so einer detaillierten Beschriftung kann ja fast nichts mehr schiefgehen, oder?

Und hier noch die technischen Eckdaten für den Wechselrichter, weitere Informationen gibt es auf der Produktseite beim Hersteller. In Deutschland ist es aktuell nicht erlaubt, mehr als 600W über die einfache Anmeldung als Balkonkraftwerk zu nutzen. Praktisch unterstützt der PowerStream bis zu 800W, nutzbar sind diese aktuell aber nur in der EU-Version. Die DE-Version lässt sich aber, sobald es legal ist, von 600 auf 800W per Firmwareupdate upgraden.

EcoFlow PowerStream Micro Inverter 600W

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Kommentar

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LEIV

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1,557 Kommentare 643 Likes

Solange man keinen Shelley 3EM oder ähnliches einbinden kann, ists relativ nutzlos 😐
Für ne ordentliche armotisation dürfte es entweder nur die Hälfte kosten oder der Strompreis muss sich verdoppeln

Aber bleib mal bitte dran, vielleicht lohnt es sich ja irgendwann

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xlOrDsNaKex

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33 Kommentare 29 Likes

Bravo. Erster kleiner Schritt ist getan. Glaub mir wenn du einmal damit anfängst dann willst du mehr und die Anlage wird größer....
Ich bereue mein Invest überhaupt nicht. Bin seit den ich meine PV Anlage habe (ende März) komplett autark.

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Megaone

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1,779 Kommentare 1,678 Likes

Supertest. Gerne mehr davon! Durch die Angebotsvielfalt blickt man ohne Hilfe ja kaum durch.

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Alexander Brose

Moderator

825 Kommentare 579 Likes

Moin!

Sehr spannendes Thema und gerade auch für uns Computer-Nerds ziemlich interessant, wo ja ständig irgendwie auch der eine oder andere PC am Laufen ist. Allerdings sind knapp 1800€ ohne zusätzlichen Pufferspeicher schon eine Stange Geld. Das Balkonkraftwerk im eigentlichen Sinne sehe ich eher, wie du es auch schon aufgezeigt hast, beim Campingurlaub oder im Garten - auf dem Hausdach macht sich eine festinstallierte PV-Anlage wohl einfach besser. Da sind die Installations- und Anschaffungskosten natürlich nochmal höher, aber die "halten" in der Regel auch deutlich länger und amortisieren sich definitiv.

Grüße!

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I
IronAngel12

Mitglied

38 Kommentare 14 Likes

Coole Sache aufjedenfall.

Ich bin auf den nächsten Teil gespannt.

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FritzHunter01

Moderator

1,159 Kommentare 1,575 Likes

Genau mein Thema… PV-Anlagen!

Ohne eine solche Anlage würde ich wohl kaum solche Tests machen:

Monitore, Grafikkarten usw. schließlich kosten solche Tests, die teilweise über Tage/Wochen gehen eine Menge Strom.

Ich habe 7,38 KWp auf dem Dach und zusätzlich 4 KW Speicher. Die 4 KW sind grundsätzlich ausreichend, besser wären 8 KW. Meinen Speicher könnte ich auf bis auf 16 KW erweitern. Das wäre aber zu teuer, daher warte ich auf bidirektionales Laden, um mir dann ein kleines Elektro-Auto zu kaufen. So kann man die kurzen Wege mit selbsterzeugten Strom fahren und abends den Strom aus der Autobatterie fürs Haus nutzen!

Ich bin mal gespannt, was bei Tim noch rauskommt…

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Casi030

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Wie viel Jahre musst denn bei der Größe warten bis du Gewinne machst?

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LurkingInShadows

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1,373 Kommentare 573 Likes

Vorteile der biegsamen Panels sind halt wirklich das Gewicht (2 statt 20 kg) und eben die Biegsamkeit, gibt auch Balkone mit runden "Ecken".

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E
Elchkopp

Neuling

7 Kommentare 5 Likes

Ich würde bei dem Bi-Direktionalen Laden nicht zu viel erwarten, da ich vermute, dass die Autohersteller die Menge und/oder die Entladezyklen, die im Rahmen des BiDi-Laden entnommen werden können, aus Gewährleistungsgründen limitieren werden.

Was ihr nicht außer acht lassen solltet, ist der Punkt, dass alleine durch das vorhandensein einer PV-Anlage und damit häufig auch das sichtbarwerden der Stromverbraucher und Energieflüsse sich eine gewisse Sensibilität für den Energieverbrauch einstellt und damit automatisch sparsamer damit umgegangen wird - zumindest war das bei mir und meiner Familie so, nachdem wir die PV-Anlage bekommen haben. Das ist aber ein Faktor, den man nur schwer im Vorfeld „berechnen“ oder einpreisen kann…

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FritzHunter01

Moderator

1,159 Kommentare 1,575 Likes

Das ist mir eigentlich egal. Die Anlage war bei meinem Neubau (2020) mit dabei. Wärmepumpe etc. KFW 40+

Was zählt ist: ich zahle seit diesem Jahr nur noch 70€/Monat für Strom (Haus warm, Haushaltsstrom, warmes Wasser) das wars! Theoretisch könnte zu 100% autarke sein, leider produziert man im Sommer zu viel und im Winter zu wenig.

Der Überschuss wir mit 9,3 Cent/kWh vergütet (lächerlich) und im Winter kauft man für teuer Geld den Strom.

Beispiel: 2022

9047 kWh produziert
6409 kWh gesamt verbrauch Haus
4973 kWh ins Netz eingespeist (463 € Einnahmen)
2559 kWh aus dem Netz bezogen (1284 € Ausgaben)

Autarkiequote 60%
Die 100% wären machbar mit zusätzlichen Einnahmen.

Wann sich die ca. 20.000 € der PV-Anlage rechnen kannst du dir ja jetzt selbst ausrechnen. Abhängig vom Strompreis geht es schneller oder langsamer…

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FritzHunter01

Moderator

1,159 Kommentare 1,575 Likes

Da stimme ich dir zu. Man schalte z.B. Geräte wie Spül- /Waschmaschine dann ein, wenn Strom vom Dach kommt.

Wenn ich durch BiDi-Laden min. 6 kW zusätzlich bekomme, dann wäre das ausreichend.

Wenn die eine Batterie in meinem Speicher mal das zeitliche gesegnet hat, dann gibt es hoffentlich schon Feststoffbatterien und dann kommen bei mir 8 kWh rein.

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Casi030

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11,923 Kommentare 2,339 Likes

Ok beim Neubau bleiben zwar die 20K,aber für die 20K hättest auch anders gestalten können, da gehen meiner Meinung nach die Anschaffungskosten unter.
Anders wäre es wenn du nachgerüstet hattest,da wäre die Frage ob die weiteren Kosten für Reparatur, Austausch defekter Teile und und und wirklich mal Gewinn machen würdest,oder ob die Anlage über Jahrzehnte nicht doch Teurer ist als den Strom zu kaufen.

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FritzHunter01

Moderator

1,159 Kommentare 1,575 Likes

Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Bei den aktuellen politischen Gegebenheiten wird Strom nur noch teurer werden.

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Casi030

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11,923 Kommentare 2,339 Likes

Gut die Grünen machen alles nicht leichter.......aber wie lange halten die Panels und bringen durchgehend ihre volle Leistung, wie lange halten die Akkus......bekommst in 20 Jahren überhaupt noch Teile für die Anlage......

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Die EcoFlow Smart Plugs haben mit dem letzten Firmware Update eine Matter-Integration erhalten und in Home Assistant ließen sie sich auch schon rudimentär integrieren. Gestern kam ein weiteres Update, was WLAN Meshing ermöglicht. Tut sich also recht viel auf der Software-Seite derzeit, in meinem Gespräch mit einem der Entwickler sind auch Stichworte wie MQQT und API Öffnung gefallen. Dazu aber mehr, wenn es soweit sein sollte.

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Wäre schön, meiner Mietwohnung werde ich aber keine PV-Anlage aufs Dach schnallen :D

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Ist absoluter Hype derzeit, der Rubel rollt. Ich glaube wirklich Überblick über alles hat da keiner.
Das Sportgeschäft in meinem Ort verkauft jetzt plötzlich auch Solar ...

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Ein Balkonkraftwerk richtet sich auch eher an Mieter, da man es relativ einfach auf- aber auch wieder abbauen kann.

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Kannst auch ein "richtiges" Panel mit in die Wildniss nehmen, nur weniger praktisch! :D

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About the author

Tim Kutzner

Unterstützende Kraft bei den Themen Kühler, Peripherie und 3D-Druck.
Linux-Novize und Möchtegern-Datenhorder mit DIY NAS.

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