Audio Gaming Soundkarten Testberichte

Creative Sound BlasterX AE-5 Plus im Langzeittest – viel Wumms und ein Upgrade mit Dolby Digital Live und DTS

Die klassische Soundkarte ist tot, es lebe die klassische Soundkarte? Irgendwie schon und ich will es anhand eines längeren Selbstversuches auch gern erneut erklären. Ich selbst kritisiere ja oft genug die Kopfhörerausgänge der Onboard-Soundlösungen und bin jedes Mal froh, wenn Motherboard-Hersteller den Anregungen der Kunden und Redakteure gefolgt sind und die Onboard-Hardware Stück für Stück verbessert haben.

Bessere DACs, vor allem aber potentere Amps und letztendlich auch eine zweckmäßigere räumliche Aufteilung und Positionierung auf den Platinen haben dafür gesorgt, dass man sich die Ohrwatscheln nicht mehr gar so malträtiert, wenn man auf das Hersteller-Standardmenü setzt und die aufpreispflichtige, akustische Sättigungsbelage mutig weglässt. Das geht oft genug schon ganz gut – aber so richtig perfekt ist dann eben doch nicht. Dann nämlich würden die Motherboards deutlich mehr kosten und es wird zudem zu einem eher kniffligen Platzproblem.

 Genau an dieser Stelle kommt jetzt die Sound BlasterX AE-5 Plus ins Spiel. Der einzige echte Unterschied zur älteren AE-5 ohne Plus sind Dolby Digital Live und DTS. Wobei ich nicht verstehe, warum man dafür extra ein neues Modell kreieren musste.  Ein normales Softwareupgrade hätte wohl auch gereicht. Naja, nun gibt es also sogar mehrere Varianten, die neue Sound BlasterX AE-5 Plus (Pure Edition in weiß) mit einem Straßenpreis von 145 Euro, die alte Sound BlasterX AE-5 ab ca. 115 Euro (fast schon ein Schnäppchen) und die Sound BlasterX AE-5 Pure Edition (in Weiß) für ca. 119 Euro (die aber auch nicht mehr kann).  Wichtig ist jedoch, dass die neuen Modelle alle Windows 10 voraussetzen!

Unboxing samt Lieferumfang

Beim Auspacken habe ich die PCIe-Soundkarte, eine Kurzanleitung und ein LED-Stripe vorgefunden. Letzteres ist zwar ganz nett, aber eben auch kein Mörder-Feature. Schön, dass es dabei ist, aber klanglich trägt es nichts zum Gesamtbild bei. Und da ich RGB zwar toleriere, aber es mir zumindest bei der Soundkarte eher unwichtig ist, wandert der Weihnachtsbaumschmuck gleich wieder in die Box zurück.

Interessanter ist da schon eher die Ausführung der Soundkarte, bei der sich Creative wieder an den technischen Wünschen orientiert und ein gescheite, metallische Abschirmung spendiert. Damit sollte das ewig zirpende “What you hear is what you see” endlich der Vergangenheit angehören. Genau dies ist ja auch einer der Umstände, warum Onboard-Sound eigentlich nur annährend perfekt sein kann. Einstrahlen, Übersprechen und die lustigsten Soundeffekte, die an Nichtlinearitäten vieler Module entstehen können, sind da nur ein Zipfelchen der störgeräuschigen Blutwurst.

 

Neben den üblichen analogen Klinken-Eingängen und -Ausgängen (analoges 5.1 ist hier noch möglich) findet der geneigte Anwender an der Slotblende auch noch einen einen optischen SPDIF-Anschluss.

Am Ende der Karte findet man noch den HD-Audio-Anschluss fürs Gehäuse-Panel, sowie einen Molex-Stecker, der die platinengebundene RGB-Rundumillumination befeuert. Es gibt da auch noch die Buchse für den mitgelieferten Leuchtstreifen auf dem Kartenrücken, aber ich schrieb es ja schon: nicht wirklich relevant (für mich).

Technische Besonderheiten: Teardown

Natürlich schraube ich die ganze Fuhre auch mal auf, denn die Neugier stirbt ja stets als Letztes. Herzstück ist auch hier der SoundCore3D, also ein CA0132-4AN für das Digital Soundprocessing (DSP). Dazu passt auch der verwendete CA0113-4AG als Controller, der seinerseits kein Unbekannter ist.

 

Die Platine kommt mittlerweile nicht mehr von SUNTAK Multilayer PCB Co. Ltd. wie noch bei der AE-5, sondern von TECHWISE Circuits Co. Ltd. Das Layout ist aber komplett gleich geblieben, wenn auch einzelne Komponenten von anderen Herstellern kommen. Die Grundbeschaltung ist zumindest noch dieselbe.

Das Herzstück ist wie immer der DAC und der der Sabre Ultra (ESS ES9016K2M) schafft im Audio-Stream bei 32 Bit eine satte Rate von 384 KHz in der Wiedergabe. Beim Signal-/Rauschabstand gibt ESS extrem gute 122 dB an sowie eine niedrigen Wert von 0,0003% für die harmonische Verzerrung (THD, Total Harmonic Distortion). Der Jitter-Schutz wird ebenfalls von ESS beworben und dient zur Taktstabilisierungen unter widrigen Umständen (Spannungsschwankungen, Lastwechsel).

Der Verstärkerteil ist neben dem DAC das Sahnestück schlechthin. Creative setzt auf vier fest verlötete LM4562 Op-Amps von Texas Instruments, die sich zwar nicht so einfach wechseln lassen, was aber auch gar nicht nötig ist. Man kann den Gesamtverstärkungsfaktor (Eingangsspannung, Gain) den verwendeten Kopfhörern in drei Stufen per Software sehr gut anpassen, so dass sogar hochwertige 600-Ohm-Boliden noch so brutal befeuert werden und man den Klirr gut im Griff hat.

 

Dazu kommt eine Komplementärendstufe mit jeweils einem BD139 (NPN) und BD140 (PNP) pro Stereokanal, die nicht gekühlt werden. Mit den so möglichen bis zu ca. 1.25 Watt pro Kanal sollte man eigentlich auch locker hinkommen. Die maximal möglichen 150 °C erreichen diese Low-Voltage-Transistoren in der aktuellen Beschaltung eh nie.

 

Das ist am Ende mal fast wieder wie bei einem guten Gitarrenvorverstärker, wo man den Kompromiss zwischen Eingangsempfindlichkeit (Gain) und allgemeinen Lautstärkepegel (Volume) finden muss. Klingen höherohmige Kopfhörer an normalen Onboard-Lösungen eher bassbefreit im akustischen Tal und flach in den höheren Lagen, darf die teure Anschaffung jetzt vollbrüstig losledern. Doch dazu gleich mehr. Insgesamt wirken diese Komponenten alle sehr hochwertig, womit sich am Ende sicher auch der Preis wieder (etwas) relativiert. Denn auch die verwendeten Caps befinden sich allesamt auf sehr hohem Niveau.

Creative Sound BlasterX AE-5 Plus, PCIe x1

MindfactoryZentrallager: >5 Stück bestellt, wird in 1 Werktagen erwartet Filiale Wilhelmshaven: >5 Stück bestellt, wird in 1 Werktagen erwartetStand: 14.07.20 12:32140,71 €*Stand: 14.07.20 12:26
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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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