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SpyderX Elite vs. ColorChecker Display Plus – Colorimeter im Vergleich

Heute zum Wochenende gibt‘s mal etwas leichte Kost. Vor einigen Wochen habe ich meine Testsoftware – für meine Monitortests – von DisplayCal auf Portrait Displays Calman Ultimate umgestellt. Dazu hatte ich einen dedizierten Artikel verfasst und anschließend gab es im Forum eine recht angespannte Meinungsverschiedenheit (milde formuliert). Thema war nicht die Software Calman Ultimate an sich, sondern, dass mein verwendetes Colorimeter für diese teure Software ungeeignet sei.

Grundlagen für unsere Monitor- und Display-Tests – Portrait Displays Calman Ultimate im Einsatz

Ok, sowas sehe ich als sportliche Herausforderung an und ich nehme Kritik grundsätzlich ernst. Der Leser monierte meinen SpyderX und meinte, dass mindeste sei ein Colorimeter von X-Rite – heute auch unter dem Namen Calibrite bekannt. Da ich kein Colorimeter von Calibrite besitze und auch ungern mein privates Geld für noch ein weiteres Colorimeter ausgeben wollte, habe ich mich an Calibrite gewendet. Die waren so freundlich, mir einen ColorChecker Display Plus (leihweise) zur Verfügung zu stellen.

Das heutige Ziel ist: Dass wir uns einmal anschauen, was die beiden Colorimeter leisten. Gray Scale inkl. Kontrast, ColorChecker und Saturation in Bezug auf die Mess-Performance. Natürlich auch in Bezug auf das Kalibrieren mit Calman Ultimate. Die Frage ist: Gibt es signifikante Unterschiede? Bevor ich anfange, möchte ich aber noch ein paar Worte an euch richten.

Das Ziel, was ich mit den Monitorartikeln verfolge, ist recht einfach erklärt. Ihr möchtet wissen, was ihr für euer Geld bekommt. Mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln überprüfe ich im Grunde die essenziellen Angaben des Herstellers. Neben den Response Times und den Latenzen schaue ich mir auch die Farbgenauigkeiten an. Schließlich gibt es einige unter euch Lesern, die auf sowas sehr viel Wert legen. Dabei kommt es am Ende nicht darauf an, ob ich auf die dritte Nachkommastelle genau messe, sondern in erster Linie, ob die Angaben des Herstellers in etwa passen und die gewünschte Performance auch bei euch zuhause ankommen wird – oder eben auch nicht. Um das festzustellen, reicht mein Messequipment locker aus.

Natürlich könnte ich die 3.000 Euro Software mit einem 5.000 Euro Mess-Tool kombinieren. Aber für was? Der SpyderX Elite liegt bei ca. 160 Euro (UVP bei 279 Euro) und der ColorChecker Display Plus bei 250 Euro UVP. Beide können bis 2.000 Nits messen und haben ihre Schwäche in Bezug auf Schwarzwerte. Der ColorChecker Display Plus hat einen Black Level von 0,1 Nit und das bedeutet: 2.000 Nits / 0.1 = 20.000 : 1 Kontrastverhältnis. Das wäre auch das technische Maximum. Der SpyderX liegt hier in einem vergleichbaren Bereich, den genauen Black Level hat mir Datacolor bisher nicht mitgeteilt. Bei dem KTC OLED Panel konntet ihr aber auch sehen, dass der Kontrast (mit dem SpyderX) bei mehreren Millionen zu eins ausgegeben wurde. Also spielt auch die Software noch eine gewisse Rolle. So viel Mal vorab.

Testsystem

CPU Intel Core i9-12900K
Mainboard MSI MPG Z690 Carbon WiFi
RAM 2x 16 GB Corsair Dominator 6000 MHz CL 30-36-36-76
SSD 1 Samsung 980 Pro 500 GB (System)
SSD 2 MSI M480 2 TB (Spiele)
SSD 3 HP EX950 2 TB (Spiele)
SSD 4 HP SDD S650 2 TB S-ATA (Backup)
CPU Kühler Alphacool Eisbaer Aurora 360
Netzteil Seasonic Prime Platinum 1300 Watt
GPUs NVIDIA GeForce RTX 4090 FE
Sound SoundblasterX AE-5 Plus
Tastatur Sharkoon Purewriter RGB (Red Taster) via USB @1000 Hz Polling Rate
Maus Sharkoon Light² 200 @1000 Hz Polling Rate
Monitor
BenQ EX3415R 3440 x 1440p @144 Hz
Test-Tools / Software
SpyderX Elite vs. ColorChecker Display Plus / Portrait Displays Calman Ultimate

Als Testobjekt nutze ich einen Monitor von BenQ, den EX3415C (dedizierter Artikel folgt) mit einem 21:9 Ultrawide IPS-Panel. Warum jetzt der Monitor? Der hat den genauesten werkskalibrierten sRGB-Modus, den ich bisher gesehen habe. Und wir versuchen den Test-Monitor im Benutzer-Modus bzgl. DCI-P3 Farbraum zu kalibrieren. Damit lässt sich der heutige Vergleich am besten darstellen. Also dann mal los…

 

 

Kommentar

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DrDre

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FritzHunter01

Moderator

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Der kommt erst am Samstag. Hab die Forumsvernetzung etwas zu früh oder falsch gemacht...

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DrDre

Veteran

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Achso, hab mich nur gewundert ;)
Ist ja kein Beinbruch (y)

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M
Mr.Danger

Mitglied

77 Kommentare 43 Likes

Fritz Hunter: "Gut –> geht auch günstig!"

Puuuuuuh, Schwein gehabt. Hatte schon den Hammer fürs Sparschwein geholt.

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ipat66

Urgestein

1,367 Kommentare 1,366 Likes

Schön,dass die Messergebnisse so nahe beieinander liegen und dass gut und günstig hier Hand in Hand gehen.
Das macht ja richtig Lust auf den nächsten Test mit einem „richtigen“ Monitor und den beiden originalen Software-Paketen...:)

Danke @Fritz Hunter für die Morgenlektüre.

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FritzHunter01

Moderator

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Mit dem Test hat man am Ende aber nur die Gewissheit, dass sich die Coloimeter in Bezug auf die Farbgenauigkeit bei beiden Geräten kaum unterscheidet. Bezüglich der Kalibrierung!

Die Wahrheit über die Hardware-Kalibrierung, die ein Monitor mitbringt, kann man nur erfahren, wenn man das exakt gleiche Mess-Tool und Messverfahren anwendet. Bezogen auf den Hersteller des Monitors.

Wenn ich die Monitore teste, dann kann nur prüfen, ob die Angaben in etwa stimmen. Da sind wir wieder bei der Gewissheit und nicht bei der Wahrheit.

Für euch Endnutzer reicht die Gewissheit, dass der Monitor gut ist. Dann habe ich meinen Job gemacht.

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R
RazielNoir

Veteran

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Der Test mit den Originalen Softwareprodukten ist fast genau so wichtig wie dein Vergleich. Du setzt professionelle Software für 3000,- $ ein, die sich kaum jemand gesondert kaufen wird, wenn er sie nicht beruflich (so wie du) benötigt. Man nutzt das so wie man es kauft. Ich habe den SpyderX Elite und bin grundsätzlich mit dem Ergebnis zufrieden. Leider lässt sich mit der bisherigen Software kein Monitor im HDR Modus Kalibrieren. Ist das mit X-Rite besser?

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FritzHunter01

Moderator

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Gute Frage… Ich habe mir die Software von Calibrite noch nicht richt angesehen…

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T
Taisho

Neuling

1 Kommentare 1 Likes

I'm sorry to say but this article spreads some misinformation.

First of all, there is a strange wording choice. The colorimeter doesn't "have", as the article mentions, a black level but rather can measure the black level of the screen up to some value, preferably as low as possible.

Another issue is that the mentioned black level of 1 nit is something not seen in practice, for example at the lowest realistic contrast of 700:1, for a very poor TN or IPS panel, the white point would be at the eye-burning 700. Only VA screens with <100-nit white point can be challenging for colorimeters in regard to a black point. A comparison of 2 colorimeters to find the minimal black point measured can't be done on an IPS monitor. I found multiple VA monitor reviews on the internet that use SpyderX and the contrast ratio on low brightness settings falls significantly because the colorimeter is not able to properly measure the black level below 0.03 nit. Yes - 0.03, not 1. It's one of the main reasons I bought i1Display Pro. It has no problem with the black level slightly below 0.02 nits, with no contrast deviation compared to measurements at higher brightness levels. I never had a need to measure lower values so I don't know its limit.

There is also word on the internet that SpyderX is prone to decalibration over time (at least the older models) unlike i1Display Pro, and it's a direct consequence of the architecture.

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D
Daniel#

Veteran

104 Kommentare 22 Likes

Ein IPS Panel mit grob 1000:1 Kontrast zu benutzen um Kontrastperformance von Colorimetern zu vergleichen ist schon merkwürdig da die Messlatte sehr niedrig ist.
Mit den kommenden OLED Panels für Monitore ist besonders die Kalibrierung nahe Schwarz sehr wichtig. Das trifft auch auf VA Panels zu.
Für den Test hätte man vielleicht einen kontraststarken TV mit VA Panel oder einen OLED heranziehen müssen um wirklich zu sehen wie sehr sich die Colorimeter nahe Schwarz unterscheiden.
Der Unterschied zwischen den Colorimetern wäre richtig groß wenn man die alten Spyder Geräte mit organischen Filtern benutzen würde. Die sind deutlich langsamer und weniger empfindlich. Das Material soll angeblich auch nach ~5 Jahren nachlassen und die Genauigkeit immer schlechter werden.
Der SpyderX hat angeblich keine organischen Filter mehr.

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FritzHunter01

Moderator

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Das stimmt, der SpyderX hat keine organischen Filter mehr. Mir ging es doch gar nicht um die Kontraste. Ich wollte einfach nur sehen, ob es generell Unterschiede gibt. Und siehe da, bzgl Kontrast gibt es den größten Unterschied.

Ich verstehe nicht, wie du auf das Thema Kontrast kommst?

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FritzHunter01

Moderator

1,159 Kommentare 1,575 Likes

Hey and thanks for your response. You are right, the wording is a bit strange… A colorimeter has indeed no Black Level it can measure to a specific black level. In case of the Calibrite ColorChecker Display Plus the lowest nit is 0.1 - as mentioned in the article. Calibrite provided this information!

Second think is, that this article was not about the contrast ratio it self. It was just a comparison of two colorimeters. And the biggest difference between them is in contrast measurement.

Moreover it is not true that the SpyderX is losing some performance. The older versions of Spyder used organic filters. Therefore they lost their capabilities over time. Not the X models.

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D
Daniel#

Veteran

104 Kommentare 22 Likes

Ein Colorimeter soll auch nahe am Schwarzpunkt gut arbeiten. Das ist besonders bei BT.1886 für das Gamma nahe Schwarz wichtig. Und für HDR.
Das SpyderX ist laut Datacolor gar nicht für HDR geeignet und es gibt keine Angabe wie viel Nits es verarbeiten kann im Gegensatz zum Calibrite Gerät.
Die alten Spyder mit organischen Filtern konnten das (BT.1886) überhaupt nicht zufriedenstellend und mussten mit groben Offsets arbeiten.
Wenn jetzt der Trend zu OLED Panels in Monitoren zunimmt sollte man doch auch das dafür am besten geeignete Colorimeter verwenden.
Wie im Test ja angemerkt wurde ist der Preisunterschied bei der Hardware nicht groß.
Für das getestete IPS panel ist das SpyderX sicher ausreichend, aber in Zukunft wäre es doch ratsam das Calibrite Gerät für Tests zu nutzen.

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FritzHunter01

Moderator

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Bzgl HDR hast recht. Messen geht noch irgendwie aber Kalibrierung wird nix!

Die meisten Arbeiten im SDR Bereich und da reicht der SpyderX völlig aus. Für meine Tests in SDR geht der SpyderX auch in Verbindung mit OLED. Aber vermutlich werde ich auf den ColorChecker umsteigen.

Eventuell brauche ich sogar noch was viel teures… aber woher nehmen wenn nicht stehlen 🤪

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Igor Wallossek

1

10,276 Kommentare 19,018 Likes

Da geht immer was ;)

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ipat66

Urgestein

1,367 Kommentare 1,366 Likes

Du bist der Norm nach einfach nur unverschämt.
Gehe mit deinem Oberstudienratgehabe einfach in deine Stammkneipe
und schnauze deine Kumpels an,wenn du welche hast... :D

Habe deinen Beitrag gemeldet.

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R
RazielNoir

Veteran

383 Kommentare 144 Likes

Wenn dein Beitrag sachlich gewesen wäre, dann könnte man schon mal darüber diskutieren, warum es das ganze Kalibrierequipment überhaupt gibt. Und es ging im Artikel auch gar nicht um Kalibrierung, sondern um Messungen. Ob die Sensoren von Xrite und Datacolor grundsätzlich große Unterschiede in den Messgenauigkeiten haben. Und ich habe ebenfalls deinen beleidigenden, unsachlichen Beitrag gemeldet!

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Alkbert

Urgestein

943 Kommentare 717 Likes

Danke, ich auch. Das ist ein Gossenniveau, das wir hier wirklich nicht brauchen. Und konstruktiv ist diese "Kritik" ebenfalls nicht.
Aber für diese Gestalten ist die Anonymität des Internet ohne das Risiko "aufs Maul" zu bekommen, natürlich immer was Feines.

- Ui, das ging aber schnell. Danke an die Administration.

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R
RazielNoir

Veteran

383 Kommentare 144 Likes

Was aber trotzdem mal (vielleicht in einem weiteren Grundlagenartikel) näher beleuchtet werden kann, wären eben jene Physikalischen Grundprinzipien und daraus entstehenden Problemstellungen, die eine Kalibrierung überhaupt notwendig machen. Vor allem im Produktiveinsatz über mehrere Monitore bzw. Geräte (Kamera-Monitor-Drucker) hinweg. Ich benutze den SpyderX mit zwei relativ simplen LG, die beide 99% sRGB schaffen und habe beide mit der Datacolorsoftware so kalibriert, das ich keine wahrnehmbare Farbunterschiede feststellen kann. Aber das ist rein Privater Anspruch, in einem professionellen Arbeitsumfeld, bei dem es auf Farbtreue im gesamten Workflow ankommt, besteht dann auch der Bedarf für Calman und professionelle Monitore mit entsprechender Kalibrierung und restlicher Hardware

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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