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Chagall lebt! AMD Ryzen Threadripper PRO 5995WX und seine 4 Brüder 5975WX, 5965WX, 5955WX und 5945WX mit technischen Daten | Leak

Leider wird es wohl nichts mit der HEDT-Variante des Threadripper 5xxx, aber genau dort unterliegt AMD ja auch keinerlei Zugzwang. Im Workstation-Bereich jedoch wird man nun jedoch deutlich konkreter. Das Pro-Modell für Workstations gilt nicht nur als gesetzt, sondern es existieren bereits insgesamt fünf Varianten mit 12 bis 64 Kernen. Hier setzt man letztendlich direkt auf Epyc-Prozessoren, nur unter einem anderem Namen. Unter dem Oberbegriff “AMD Cloudripper-CGL” findet sich dann auch der AMD Ryzen Threadripper PRO 5995WX 64-Cores als Speerspitze der neuen CPUs.

Und wenn ich mich so zurückerinnere… Als ich 1988 das Haus in Witebsk (Weißrussland) besuchte, in dem Marc Chagall aufwuchs (das war damals noch kein offizielles Museum, wohl aber liebevoll gehegt und bewahrt von einem alten Ehepaar) und eine Kolchose, wo beim Vorsitzenden sogar zwei Originale unbeachtet und unbewacht einfach so an der Wand hingen – ich hätte nie gedacht, dass mich der Name Chagall über 30 Jahre später noch einmal auf diese Art einholen würde. Aber es ist passiert.

Bildquelle: AMD

Der Threadripper Pro 5xxx basiert auf Zen3 und genauso verhält er sich dann natürlich auch. Große Überraschungen bleiben aus und auch die Taktraten liegen genau dort, wo man sie hätte erwarten können. Ein maximaler Boost von 4550 MHz ist allen fünf CPUs gemein, nur die Abstufungen unter Last unterscheiden sich logischerweise, je nach Anzahl der verfügbaren Kerne. Zumindest verhält sich so ein einzelnes Chiplet des neuen Threadripper Pro genauso wie ein Ryzen 7 5800X, so dass man hier auch in etwas auf die identische Single-Thread-Performance schließen könnte. Nur in der Summe aller Kerne wird so ein Threadripper zum echten Biest.

Interessant sind neben den einzelnen Features, die bereits bekannt sind, auch die restlichen technischen Daten, die aus einer internen Auflistung hervorgehen. Wir sehen in der nachfolgenden Grafik fünf SKUs und deren OPN (Original Part Number), sowie die finalen Daten für die Chagall-Prozessoren. Das B2-Stepping sollte final sein, neuere Varianten sind (mir) bisher nicht bekannt. Neben der maximalen TDP von 280 Watt ist vor allem die Abstufung der Leistungsaufnahme für die verschiedenen Load-Level (P0 bis P2) sowie im Idle interessant.

Da auch die Workstation-Lösungen (entgegen der älteren HEDT-Varianten) auf alle acht Speicherkanäle nebst vielen PCIe-Lanes setzen, ist auch als Sockel der sWRX8 gesetzt. Für die neuen CPUs gibt es durchaus auch interessante Workstation-Motherboards wie z.B. das Asus Sage, oder aber diverse weitere Angebote bis hin zu Boards von Gigabyte. Hier sollten in erster Linie professionelle Anwender voll zum Zuge kommen, denn für Gaming ist so ein System der absolute Overkill.

Bildquelle: Asus

Chagall ist also real und demnächst auch verfügbar. Schade, dass es keine HEDT-Ableger ohne “Pro” gibt, aber am Ende ist es wohl auch eine Frage der Ressourcen. Intel hat in diesem Bereich schon seit Jahren nichts mehr im Portfolio und für die meisten Anwender im semi-professionellen Bereich reichen auch die 12 Kerne eines Ryzen 9 5900X oder die 16 Kerne eines Ryzen 9 5950X. Dass sich das mit den beiden kleineren Modellen des Threadripper Pro überlappt, ist eigentlich nur folgerichtig, denn Octa-Channel ist dann auch mit deutlich mehr Lanes im Bundle für den interessierten Anwender verfügbar.

Damit hat AMD den HEDT-Bereich ganz offensichtlich für sich erst einmal beerdigt, denn eigentlich ist er mit dieser Konstellation auch reichlich überflüssig geworden. Die Überschneidungen bei der Kern-Anzahl und die Verfügbarkeit voll ausgestatteter Motherboards für den Workstation-Bereich sprechen da eigentlich eine verständliche Sprache. Die Workstation mit dem Threadripper Pro ist somit der neue HEDT-“Ersatz” und wer glaubt, so etwas unbedingt brauchen zu müssen, der kann hier auch vollumfänglich zuschlagen. Ob es jemals wieder abgespeckte Epyc-CPUs für den normalen Endanwender geben wird, steht damit in den Sternen. Aber haben wollen und wirklich brauchen sind nun einmal zwei Paar Schuhe. Das hat auch AMD realisiert. Fragmentierung kostet nämlich Geld und Ressourcen, leider.

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Besterino

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5,508 Kommentare 2,365 Likes

Schade. So ein kleiner normaler 5000er mit 16-24 Kernen hätte mich noch einmal übel in Versuchung geführt. Obwohl, so gesehen auch wieder gut, wenn es die nicht geben wird…

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Igor Wallossek

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So viel billiger als das WRX80 Brett sind die 40er ja nun auch wieder nicht ;)

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pintie

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brauchen... puh ja... man kann sich das Ding schon schönreden.

Ich sehe da schon eine Lücke - nicht wegen den Cores usw sondern vor allem bei den PCIe Lanes.

Ein Ryzen 9 5950X oder Core i9-12900K haben mir immer ein paar zu wenig PCIe Lanes.
Wenn es da was mit 32 PCIe 5 Lanes geben würde wäre das schön.

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Igor Wallossek

Format©

6,167 Kommentare 9,686 Likes

Man kann nicht alles haben, oder besser gesagt: jetzt kann man endlich auch alles haben, aber nicht mehr die Hälfte von alles. Auch nett :D
Die WS-Bretter sind doch bestens ausgestattet, sogar mit Onboard-Sound :D

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Phelan

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72 Kommentare 50 Likes

Nett.

Klar braucht man das Teil... auf den läuft Crysis in 60FPS ohne Grafikkarte :)

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FfFCMAD

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Mmmh. Mich hat ein WS Brett von Asus dazu bewegt, nie wieder ein ASUS-Mainboard zu kaufen :p

War ein P5E WS Pro

Scheisse lahm. (Timings vom Speichercontroller unter aller Sau) Trotzdem zickig mit RAM und der PCI-X Slot hielt auch nicht das, was er versprach. Muell.

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Alkbert

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Mir reicht mein 2066 immer noch dicke aus. Gegenwärtig sehe ich jenseits von Content Kreatoren eine Schere zwischen der angebotenen und benötigten Hardwareleistung - und im Gegensatz zur früher dahingehend, dass mehr Leistung da ist als gebraucht wird. Ich kann mir derzeit (leider) nichts Schnelleres "schönreden" als das, was ich schon habe - vom pragmatischen Aspekt her zumindestens.

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pintie

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74 Kommentare 42 Likes

Onboard Sound ist sowas wie der 3,5" Laufwerkanschluss am Netzteil.
Könnte ich (und sicher viele andere) gut drauf verzichten.
(Nubert hat USB und für Kopfhörer hab ich die Beyerdynamic Impacto bzw den Sharkoon usb Adapter den du auch mal getestet hast - würde nicht mehr auf onboard wollen)

Vermutlich würde ich sogar mehr für ein Mainboard zahlen auf dem einige Dinge fehlen.

Leider wird ja immer gemeint das man auf Highendboards jeden Schrott drauf packen muss. Und andersrum fehlen dann oft auf den WS Boards einige Dinge wie vernüftige Lüftersteuerung usw.

Dafür weniger Stromverbrauch, aufgeräumteres Bios, weniger Probleme.
Denke da an Onboardsound, RGB, usw.

Und trotzdem - die Asus WS serien sind schon ganz brauchbar (für mich)

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Besterino

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5,508 Kommentare 2,365 Likes

@Igor Wallossek aber ICH HAB NOCH EIN TRX40 Brett ungenutzt hier rumliegen. ;) Das werde ich nicht mehr los und ne alte Zen2 Möhre kauf ich extra dafür nun auch nicht mehr…

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FfFCMAD

Veteran

345 Kommentare 59 Likes

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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