Grafikkarten News

Auflösungserscheinungen? Der Personalwechsel bei Intels diskreter Grafik geht weiter – auch Darren McPhee wechselt von Intel zurück zu AMD

Darren McPhee, den wir noch aus früheren AMD -Zeiten als “Director, Product Marketing and Content Strategy” kannten (bis 2015) und der dann von der RTG über diverse Umwege zu Intel kam, um dort als “Director of Product Marketing, Discrete Graphics” bis Februar 2021 zu arbeiten, ist ebenfalls zu AMD zurückgekehrt. Als “Director, Gaming Product Marketing”  wird er nun das Team verstärken, was wiederum die Spekulationen um die Zukunft der diskreten Grafik bei Intel befeuert. Denn schon 2019, also kurz nach der großen Ankündigung, begann bereits wichtiges Personal abzuwandern, darunter auch so einige von AMD zuvor abgeworbene Mitarbeiter.

Nachdem unbestätigten Informationen zufolge bereits kürzlich das komplette Team des 2019 mit viel Aufwand angekündigten Graphic Control Centers aufgelöst worden sein soll, kommt dieser Personalwechsel jetzt allerdings nicht ganz unerwartet und bestätigt genau diese Gerüchte. Was das am Ende für Auswirkungen auf Intels Ambitionen haben wird, ebenfalls bei den diskreten Grafikkarten mitzumischen und sich als dritten Player neben AMD und NVIDIA etablieren zu wollen, bleibt natürlich abzuwarten. Aber wenn man alle bestätigten Abgänge und noch unbestätigten Informationen zusammenaddiert, bleibt nicht mehr viel von der 2019 verkündeten Vision “Join the Odyssse” übrig. Es sei denn, man nimmt den Slogan gar zu wörtlich. Aber lassen wir uns überraschen, vielleicht hat man ja noch ein Ass im blauen Ärmel.

Zur kleinen Auffrischung habe ich auch noch einmal das Video, das ich damals bei der großen Ankündigung aufgenommen habe:

Source: LinkedIn

Lade neue Kommentare

D
Deridex

Urgestein

1,644 Kommentare 471 Likes

Ich fände es Schade wenn es da wieder abwärts geht. Ein dritter Spieler auf dem Gaming-GPU-Markt wäre aus meiner Sicht nicht verkehrt gewesen.

Antwort 7 Likes

Igor Wallossek

Format©

5,363 Kommentare 8,296 Likes

Sehe ich auch so, aber da ist gerade der Wurm drin, zumal Pat kein Freund der Ganming-Karten ist. Selbst Raja wackelt schon arg, HPC läuft auch nicht wirklich, wenn man den Gerüchten glaubt. Mit Folien allein bekommt man keine Design-Wins.

Antwort 3 Likes

D
Deridex

Urgestein

1,644 Kommentare 471 Likes

Wobei ich bei Intel auch durch die CEO-Wechsel Probleme sehe.

Antwort Gefällt mir

FfFCMAD

Veteran

307 Kommentare 41 Likes

Eine simple Office/ Media-Center Karte fuer HTPCs & Co wuerde aus meienr Sicht bereits einen guten Einstieg bringen, danach kann Intel ja noch nach groeßeren Ausschau halten. Waere so meine Idee.

Immer gleich den großen Wurf landen zu wollen kann nur im Desaster enden. Ich wuerde mich jedoch freuen. Denn fuer HTPCs gibts von Nvidia und AMD nichts Brauchbares als Erweiterungskarte. Entweder zu wenig Speicher/ zu langsam oder eben dann schon wieder zu groß. Die 1050 von Nvidia waere ein gutes Negativbeispiel. Die 1030 kanns nicht mit 4K und HDR, ist aber klein genug. Die 1050 kanns, ist aber zu fett und laut -_-

Antwort 2 Likes

D
Dezor

Veteran

398 Kommentare 149 Likes

Ich hätte mich ebenfalls auf einen dritten großen Player und, dank Konkurrenz, mehr Angebot und (hoffentlich endlich wieder) niedrigere Preise gefreut. Intels Rückstand, insbesondere auch im Hinblick auf die Treiber, war/ist noch groß. Und es ist nicht der erste Anlauf, die früheren Versuche waren allesamt mehr oder weniger efolglos.

Dazu müsste man "einfach nur" die iGPU auf eine Platine schnallen, ihr einen Speichercontroller spendieren und ein paar RAM-Chips daneben setzen. Aber dafür sehe ich nur einen vergleichsweise kleinen Markt von alten PCs, die für moderne Codecs und hochauflösende Bildschirme fit gemacht werden sollen. Für neue Systeme ist das uninteressant, wenn der Mehrwert gegenüber integrierten Lösungen fehlt und ältere Office-PCs in Firmen werden meines Wissens nach nicht aufgerüstet, sondern höchstens ausgetauscht. Das anscheinend schrumpfende Angebot von Nvidia und AMD, bzw. das Fehlen von GT1010/GT1610/GT3010 o.ä. bzw. RX410/RX510/... zumindest im Endkundenmarkt würde ich als Folge einer zu geringen Nachfrage (und zu kleinen Margen) sehen. Außerdem dürften die meisten eher die Platzhirsche bevorzugen, ein Newcomer wird es dadurch noch schwieriger haben oder müsste über den Preis gehen, was den Gewinn noch weiter schmälert.

Soweit meine Meinung/Einschätzung. Man korrigiere mich, wenn ich komplett daneben liege.

Antwort Gefällt mir

Klicke zum Ausklappem
d
der dofe

Mitglied

13 Kommentare 17 Likes

Ein GPU anbieter würde mir schon vollkommen reichen!
Ich bin sogar bereit die volle UVP zu zahlen!!

Antwort 2 Likes

Unrockstar85

Mitglied

19 Kommentare 13 Likes

Reicht doch eigentlich, wenn man die HPC Karten ans laufen bekommt, und dann als dedizierte PC Karte einfach was in der 150€ Mittelklasse brächte? 80% der PC Kunden tummeln sich doch sicher nicht in der High End klasse Rum, oder?
Mit den Design Wins haste Recht, aber Intel hat eben auch nichts wirklich brauchbares vorzuzeigen..

Antwort Gefällt mir

D
Dezor

Veteran

398 Kommentare 149 Likes

Theoretisch würde ich dir da Recht geben, aber nur solange dieser einzelne Anbieter aus Nächstenliebe handeln würde. Real würde dieser aber vermutlich eher kapitalistisch handeln, also beliebig hohe Preise für marginale jährliche Fortschritte verlangen. Fehler in Treiber oder Hardware müssen nicht mal ausgebessert werden, solange die Kunden nicht die Wahl haben zur Konkurrenz zu gehen.

Dieser einzelne Anbieter wäre wahscheinlich noch schlimmer als es Intel zumindest gefühlt von Sandy Bridge bis Kaby Lake bereits war: 4 Kerne warem im Mainstream das Maximum und die Leistung stieg jährlich im einstelligen Prozentbereich. Und dann kam die "Krönung" mit Kaby Lake X, wo Intel 200€ für einen 2-Kern-Prozessor haben wollte, der nur auf der teuren Highend-Plattform lief. Und nachdem AMD mit Ryzen wieder eine ernsthafte Konkurrenz war, ging es bei Intel dann Schlag auf Schlag voran, erst 6 Kerne, dann 8, dann 10 mit immer höheren Taktfrequenzen ab Werk (und leider auch rasant steigender Leistungsaufnahme). Und dank Threadripper gab es im HEDT-Bereich nach mehreren Stufen mit jeweils 2 Kernen mehr plötzlich 8 zusätzliche Kerne und man lag bei Coffee Lake und Skylake-X auch mal 3 bis 5 Monate vor dem Zeitplan.

Ein anderes Beispiel ist die Durststrecke zwischen der R9 Fury und der 6000er Serie, in der AMD ganz oben keine Argumente hatte, nachdem Nvidia die 1080 präsentiert hat. Anschließend konnte Nvidia die Preise der RTX20X0-Karten massiv anziehen, weil AMD nichts entgegenzusetzen hatte. Die 30X0er-Serie war dann gemessen am direkten Vorgänger geradezu günstig, denn es war abzusehen, dass AMD wieder im Highend-Segment zurück sein würde und tatsächlich konnte AMD dann auch wieder ganz oben mitspielen, hat leider aber ihrerseits auch das Preisniveau an den Konkurrenten mit dem Typ in der Lederjacke angeglichen.

Bei GPUs haben wir mit dem Doupol aus AMD und Nvidia immerhin ein bisschen Konkurrenzdruck. Wenn man selbst keinen Fortschritt hat, wandern die Kunden zur Konkurrenz. Wenn die Treiber dort Müll sind, kommen sie wieder zurück. So gab es die letzten Jahre kontinuierliche Fortschritte in beiden Lagern mit dem Ergebnis, dass man beide Hersteller derzeit kaufen kann (wenn sie denn zu realistischen Preisen liefern könnten ...).

Antwort 4 Likes

Klicke zum Ausklappem
FfFCMAD

Veteran

307 Kommentare 41 Likes

Die groeßte Marge durfte fuer die Hersteller immer in der Mitte liegen. Habe ja auch nicht gesagt, das nur kleine Karten kommen sollen. Natuerlich ist die Mittelklasse das interessantere Feld insgesamt. Jedoch versteift man sich hier bei Intel stark auf Highend und zuendet die Erwartungen. Das endet garantiert im Desaster.

Was die kleinen Karten angeht glaube ich nicht mal, das die zu wenig Absatz haben. Es wird wohl eher daran liegen, das man da nicht mehr so viel rauf schlagen kann wie bei der Mittelklasse und Highend, wo nun seit der GTX7xx die preise weitab von dem sind, was man von der Preis Leistung her als annehmbar verbuchen kann. Angeblich sind auf einmal Platinendesigns, die eigentlich schon zu dem Zeitpunkt 8 Jahre moeglich waren, ganz doll boese teuer in der Highend Version der Karte und kosten dann gerne ueber 1k €, was man 5 Jahre zuvor fuer die Haelfte als Kunde kaufen konnte. (Trotz identischem, marginal schnelleren GDDR6) > 384Bit Speicheranbindung ist so ein Thema

Nvidia ist genau genommen seit ueber 10 Jahren ohne echte Konkurrenz. Im Steam Survey konnte man das gut beobachten. AMD macht da bisher maximal kleine Ausreißer. Und das toetet den Markt an kleinen Karten.

Antwort Gefällt mir

Klicke zum Ausklappem
F
FeldiSan

Neuling

5 Kommentare 2 Likes

Das mit Raja wundert mich jetzt nicht so sehr. So richtige Erfolge hat er auch bei AMD nicht aufzeigen können. Der Fokus lag eher auf MI und die Architektur krankte daran nicht richtig ausgelastet zu werden. Mir war klar, wenn Intel erstmal raft was sie sich da ins Haus geholt haben wird das nicht lange dauern bis sein Stuhl wackelt.

Wenn man den Berichten glauben schenken kann, wurde an Navi ja hinter Rajas rücken entwickelt und man wartete nur bis er sein letzten hacken auf seinem Zettel setzte...dann hin ja auf einmal alles ganz schnell.

Antwort 1 Like

Danke für die Spende



Du fandest, der Beitrag war interessant und möchtest uns unterstützen? Klasse!

Hier erfährst Du, wie: Hier spenden.

Hier kannst Du per PayPal spenden.

About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

Folge Igor auf:
YouTube   Facebook    Instagram Twitter

Werbung

Werbung