Grafikkarten Testberichte Workstation

AMD Radeon Pro W6800, W6600 und W6600M im Überblick mit eigenen Bildern und einem ersten Hands-On-Test

Es war längere Zeit sehr ruhig um AMDs Radeon Pro Portfolio an professionellen Workstation, die zudem auch auf zertifizierte Treiber und ECC-RAM setzen, weil gerade im professionellen Umfeld auch solche Standards einzuhalten sind. Hat man jetzt über Monate hinweg NVIDIA quasi fast kampflos das Feld überlassen, schickt man mit den heute vorgestellten drei neuen Grafiklösungen endlich neue Mitbewerber auf den Markt. NVIDIA hatte ja bereits parallel zum Start der neuen GeForce-Generation auf Ampere-Basis im letzten Jahr begonnen, die Quadro-RTX-Reihe schrittweise von oben nach unten durch RTX-A-Modelle zu ergänzen.

Während die Quadro RTX A6000 bereits seit geraumer Zeit erhältlich ist, bleibt die Quadro RTX A4000 (vorerst) noch Mangelware, was aber auch der aktuellen Lage auf dem Hardwaremarkt geschuldet sein dürfte. Laut AMD bieten die nun vorgestellten Radeon PRO W6000 Workstation-Grafikkarten “außergewöhnliche Leistung, Stabilität, Zuverlässigkeit und eine Vielzahl innovativer Funktionen”. AMD hat, so sieht es der Hersteller, diese neuen Grafikangebote entwickelt, um anspruchsvolle Architekturdesign-Workloads, ultrahochauflösende Medienprojekte, komplexe Design- und Techniksimulationen sowie fortschrittliche Bild- und Videobearbeitungsanwendungen zu unterstützen.

Die nachfolgenden Bilder wurden von mir mit einer Sony A7R aufgenommen, auf der Workstation mit der Radeon Pro W6800 und Adobe Lightroom Classic freigestellt sowie mit Topas Gigapixel AI verkleinert und nachbearbeitet (wobei hier noch viel Potential im Workflow brach liegt, was aber an Topaz Labs liegen dürfte).

Natürlich sind viele Dinge in den  unten aufgeführten Folien ein wenig Cherry-Picking, aber man erkennt durchaus AMDs Bestreben, auf dem Margen-trächtigen professionellen Sektor wieder Fuß zu fassen. Natürlich sind alle diese Bemühungen auch eine Frage der zur Verfügung stehenden Ressourcen und Prioritäten, aber mit RDNA2 sind die Voraussetzungen in einigen Sektoren noch gar nicht einmal schlecht, wenn man sich auf den folgenden Seiten auch einmal die detaillierteren Datenblätter und Produktinformationen anschaut.

Was und wieviel von den Plänen dann wirklich in der Praxis ankommen wird, liegt natürlich erst einmal an AMD und der erhofften Konstanz der Weiterentwicklung, aber eben auch an der Akzeptanz der Kunden, die wieder davon überzeugt werden müssen, auch einmal ein anderes Produkt zu kaufen. Das ist aus meiner Sicht am Ende der Warenkette der wichtigste Faktor, denn oft genug sind fortschrittliche Technologien nicht an sich selbst und vermeintlichen Abstrichen bei Performance und Produktivität, sondern schlicht an der Ablehnung durch die Anwender oder unbegründeten Vorbehalten gescheitert.

Auch das wird AMD pro-aktiv ändern müssen, wenn man wieder in den Entwicklungs- und Planungsbüros Fuß fassen möchte. Die in solchen Folien aufgeführten Großunternehmen und (meist) gesponserten Leuchtturmprojekte sind da nur eine Randnotiz, wenn es um eine breite Marktdurchdringung geht, denn am Schluss zählen nicht der einzelne der Endkunde, sondern die großen Hersteller von fertigen Workstations und die betreffenden Systemhäuser. Wenn man die alle auf seiner Seite hat und überzeugen kann, dann klappt es auch automatisch mit dem Endanwender und Einzelkunden. Diese Baustelle wird AMD jetzt besser als früher managen müssen.

Die Workstation-Grafikprodukte der AMD Radeon PRO W6000 Serie sind vollgepackt mit neuen Fähigkeiten und Funktionen, hier einmal eine Zusammenfassung von AMD:

  • Basierend auf dem fortschrittlichen 7-nm-Fertigungsprozess, führt die AMD RDNA 2 Architektur eine Reihe von fortschrittlichen Funktionen ein, die professionelle Grafiken auf ein neues Niveau von Leistung und Effizienz heben.
  • Verbesserte Compute Units (CU) mit Ray Accelerators bieten bis zu 46 Prozent schnelleres Rendering als Radeon PRO Grafikkarten, die auf Architekturen der vorherigen Generation in SOLIDWORKS Visualize 20211.
  • Die Unterstützung für Variable Rate Shading (VRS) liefert fotorealistische Ansichtsfenster und Rendering in Echtzeit.
  • Bis zu 128 MB auf dem GPU-Die integrierter Last-Level-Datencache (Infinity-Cache), um die Latenzzeit und den Stromverbrauch zu reduzieren.
  • Die Radeon PRO 6800 bietet die bisher höchste RDNA-Workstation-GPU-Leistung.
  • Smart Access Memory (SAM) ermöglicht höhere Leistung für wichtige professionelle Workloads, indem AMD Ryzen Desktop-Prozessoren der Serie 5000 oder ausgewählte AMD Ryzen Desktop-Prozessoren der Serie 3000 Zugriff auf den gesamten GDDR6-Grafikspeicher erhalten.
  • AMD Radeon PRO Viewport Boost für professionelle Workloads und kompatible Software, damit die Viewport-Leistung (Bilder pro Sekunde) mit der Größe der Projektdateien steigt.
  • Zertifiziert für führende professionelle Anwendungen – AMD arbeitet weiterhin mit führenden Anbietern professioneller Softwareanwendungen zusammen, um sicherzustellen, dass AMD Radeon PRO Grafikkarten für anspruchsvolle 24/7-Umgebungen gebaut und nach außergewöhnlichen Standards getestet werden, um die von Workstation-Profis geforderte Stabilität und Zuverlässigkeit zu bieten. Die Liste der zertifizierten Anwendungen findet man hier.

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g
gastello

Veteran

329 Kommentare 107 Likes

Natürlich kann man nicht alle überzeugen, die Konkurrenz braucht ja auch noch einen Markt. Gelungener Artikel fernab vom Gaming+Benchmark's und deine Gedanken dazu, klingen überzeugend.

Jetzt weiß man warum man die RX6800er kaum zu kaufen bekommt. Die Produktion muss so laufen, so das ein großer Teil in die Pro Schiene geht. Da kann man getrost die 7er ersetzen. Wie man sieht reicht es thermisch für normales DHE.

Hatte ja angedeutet das sie bald kommen. Der heutige Launch ist völliger Zufall, vor allem im chinesischen Markt.;)

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e
eastcoast_pete

Veteran

161 Kommentare 33 Likes

Jetzt bin ich zwar nicht in dem Marktsegment unterwegs, aber eine überzeugende Alternative zu NVIDIA's Quadros ist schon willkommen und wichtig. Bin v.a. auch auf die Resultate der Video- Encoding ASICs gespannt, und auch die Qualität des Outputs. Wäre schön, wenn AMD da NVIDIA Paroli bietet, sowas kommt dann auch irgendwann bei Consumer Cards an.

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Termy

Neuling

7 Kommentare 0 Likes

Jetzt müssen nur noch die SIs mitspielen.
Bei Dell und HP (welche wir (Solidworks Reseller) mit vertreiben gab es in der Vergangenheit bei den wenigsten Systemen irgend eine AMD FireGL, Pro, Whatnot zu konfigurieren - ein Trauerspiel...

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B
Besterino

Urgestein

5,044 Kommentare 2,020 Likes

Hmmm... das liest sich ein wenig wie ein Advertorial - jedenfalls passen die Formulierungen bis auf die letzte Seite nicht zu Igor's sonstigem Stil. ;)

Ansonsten rufen die von AMD bemühten Vergleiche doch mal wieder den großen Skeptiker in mir auf den Plan: dass man besser als die eigenen Vorgänger ist, interessiert'n Toten (sind eh weit abgeschlagen und und ist eine Selbstverständlichkeit. Und wer heute über eine Anschaffung nachdenkt, wird wohl auch weniger mit den RTX Quadros der Vorgänger-Version liebäugeln, sondern zu den aktuellen A-Versionen in die Specs, Benchmarks und Preisliste schauen...

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Derfnam

Urgestein

5,986 Kommentare 1,336 Likes

Gruß an Ray Davies:
Von AMD kommen bald neue Workstationkarten
Das ist mir egal, ich brauch die nicht, sondern
Cuda.
C-U-D-A
Cuda.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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