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Alphacool ES Orbiter 360 TS im Test – Industrieller Wasserkühler statt Chiller?

Erst einmal muss ich voranstellen, dass das Teil eigentlich nicht für den normalen Endkunden, sondern die Industrie konzipiert wurde und man deshalb auch bestimmte Eigenschaften faierweise von vornherein ausschließen muss. Dafür ist der Alphacool ES Orbiter 360 TS aber gnadenlos auf Performance getrimmt und macht am Ende genau das, was man von so einem Kühler auch erwartet. Ich nutze ihn seit geraumer Zeit und ersetze damit den deutlich lauteren und vor allem auch stromfressenderen Chiller, der zudem deutlich unhandlicher ist und viel mehr wiegt. Der Orbiter ist eine eher portable Lösung, die auch auf den zweiten Blick gewisse Vorteile bietet.

Denn der knapp 500 Euro teure Alphacool ES Orbiter 360 TS (alles, womit man Geld verdienen kann, kostet scheinbar erst einmal auch selbiges) präsentiert sich als ein externes, kompaktes und leistungsstarkes Kühlgerät, das mit zwei HPE-30 NexXxoS Full Copper Radiatoren, die insgesamt 360 mm messen, bestückt ist und in der Lage sein soll, Wärme von bis zu 1300 Watt (bei 23 °C Umgebungstemperatur)  zu eliminieren. Für den Kühlprozess werden ein 120 mm und ein 240 mm NexXxoS Full Copper Radiator mit einer Dicke von 30mm in der HPE-Version verwendet.

Drei Core 120 mm Lüfter mit langer Lebensdauer sollen eine effiziente (und leider auch nicht ganz leise) Belüftung der Radiatoren garantieren. Die Kontrolle und Überwachung der Lüfter und der Pumpe erfolgen durch den integrierten ES Guardian Powerfan Hub, der im Falle eines Ausfalls der Komponenten Alarm gibt. Über ein farbiges Display auf der Vorderseite lässt sich die Temperatur überwachen. Eine Füllstandsanzeige, ebenfalls auf der Vorderseite, zeigt die im System vorhandene Menge an Flüssigkeit an.

Unboxing und Zubehör

Das Gerät kommt unbefüllt zum Kunden, logisch. Man braucht also noch einen Extra-Kannister mit Coolant. Im Lieferumfang inbegriffen sind das extrene Steckernetzteil und eine Tülle zum Befüllen. den Rest muss man selbst kaufen, was aber kein Thema ist. Ein Handbuch gibts es mit dazu und Software braucht man keine. Damit ist das Ganze schon durcherzählt.

Der Alphacool Eisfach Ausgleichsbehälter mit einer leistungsstarken, integrierten VPP755 Pumpe der dritten Generation ist direkt hinter der Front eingebaut. Diese Pumpe ermöglicht einen recht ordentlichen Betrieb nahezu jedes benötigten Kreislaufs. Der Fillport an der Oberseite erleichtert zudem das Nachfüllen der Kühlflüssigkeit, während ein angrenzendes Ventil eine einfache Entlüftung des Systems ermöglicht.

Die Wasseranschlüsse sowie der Stromanschluss befinden sich an der Rückseite des Orbiters.

Was uns aufgefallen ist: Der ES Orbiter ist einfach und schlicht gestaltet und zudem auch noch relativ leicht, wenn ich das mit dem unhandlichen Chiller vergleiche. Mit den zwei eingebetteten Griffen an den Seiten lässt er sich leicht transportieren. Hier gibt es jetzt noch den 360°-Rundflug über das Testobjekt, bevor wir zu den harten Faktoren kommen.

 

Technische Daten

Betrachten wir noch schnell die technischen Daten, bevor ich das Teil gleich zerlege. Denn neugierig, wie ich nun mal bin, will ich natürlich auch wissen, wie es da drin aussieht.

DE_11932_Alphacool_ES_Orbiter_360_TS_Datenblatt

 

 

Kommentar

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eastcoast_pete

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1,592 Kommentare 923 Likes

Wäre zumindest im Moment nicht mein Ding, aber für €500 kann man nicht meckern. Wie tief kann der denn Kühlen? Schaft der 4 °C bei sommerlicher RT?
Korrektur: Ich hatte das zunächst als aktiven Kühler, also mit eingebautem Kühlsystem (Kompressor oder Peltier) gelesen, und das ist es wohl nicht. Also runterkühlen unter RT ist damit natürlich gestorben.

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RedF

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4,751 Kommentare 2,637 Likes

Ist nur ne Externe Wasserkühlung, wird maximal ~5°C über RT schaffen.

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Blubbie

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808 Kommentare 275 Likes

Das habe ich mich auch erst gefragt, aber dann bleibe ich auch lieber bei meinem unhörbar leiden MoRa-420. Das bekommt man doch zwei große MoRas für den Preis von dem "Chiller", was ist da der Vorteil?

Geht es um die großeBauweise?

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ApolloX

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1,687 Kommentare 955 Likes

Robuster? Kein Kabelsalat? Niemand greift in die Lüfter. Kompaktere Bauweise. Lautstärke egal?
An sowas denk ich da, für industrielle Anwendung. Ansonsten sehr ich den Vorteil auch eher bei den Monster Radiatoren, egal ob Original oder die von ALC.

Wäre interessant, ob das bei der Pumpe ein Fehler war, oder diese immer so auf 50% steht.

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Tim Kutzner

Moderator

847 Kommentare 695 Likes

Genau richtig für die heißen Tage!

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Igor Wallossek

1

10,330 Kommentare 19,156 Likes

Das Teil ist winzig und portabel, genau das, was ich zwischendurch brauche.

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b
bijavay441

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29 Kommentare 7 Likes

Kann bitte mal jemand erklären wie es sein kann, dass dieses Ding mit gerade mal 360 mm an Radiatorfläche mit der gleichen Menge an Abwärme (1500 W) klarkommen können soll wie der Chiller?

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O
Ole

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30 Kommentare 9 Likes

mir stellt sich die Frage, warum man dieses Teil bei 500€ Kaufpreis wieder mal in China produzieren muss...

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big-maec

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872 Kommentare 512 Likes

Als portables Gerät hätte ich mir noch oben ein Tragegriff gewünscht. Ansonsten scheint das als externer Kühler mit Pumpe erstmal in Ordnung zu sein. Wenn man sowas auch im 2fachen ATX Netzteilformat bauen könnte. Dann könnte man solch eine Lösung auch im PC einbauen.

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S
SpotNic

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994 Kommentare 414 Likes

Hallo in die Runde,

nun hab ich mich doch einmal angemeldet, nach jahrelangem stillen Mitlesen.

Vorab, danke für den Test und vor allem die Einblicke ins Innere.

Ich hab hier mal eine Verständnisfrage: Das ding da oben, für 500 € im Austausch gegen Edelstahl und Kupfer, ist nicht mehr als eine Pumpe und 2 Radiatoren und soll 1.3 KW abführen und dabei besser als ein "Chiller" sein? Nicht falsch verstehen, wenn das Teil ausreichend ist, war der Chiller wohl eher überdimensioniert, aber ob man das dann vergleichen sollte?

Mal davon abgesehen, dass ich finde, dass man hier einen Kühlschrank mit einer Kühlbox vergleicht checke ich die Leistungswerte nicht. Ich selbst betreibe eine Aphacool Wakü auf einem 13900K mit einer 3090 in einem Fractal North. Das Ding ist nicht grad groß aber ich habe da 3 HPE Radiatoren von AC untergebracht: 120, 280 und 360 der 120 und 360 sind HPE 20, der 280 ist ein HPE 30.

Mit der Konstruktion bekomme ich das System unter Volllast ziemlich schnell auf 40 - 50°C Wassertemperatur - laut HW Monitor sprechen wir hier von max 700 Watt Aufnahme. Passiert recht selten weil entweder CPU oder GRaka ausgelastet sind und selten beides aber hilft vielleicht als Richtwert.

Für mich bedeutet das nun eigentlich nur: Meine Wakü ist hoffnungslos überdimensioniert (was ich anders sehe, da selbst bei Raumtemp vom Wasser der 13900 innerhalb von 3 - 4 Min ins thermische throttlen rennt (wir brauchen nicht diskutieren, dass Cinebench keinen Alltagseinsatz darstellt) oder die Angaben da oben sind das absolut Maximum was die Kiste so wegschaffen kann.

Ich finde den Preis aber schon wirklich sportlich, auch wenn man sich das selbstbasteln hier spart. Die AC Radiatoren gehören bei weitem nicht zu den Hochqualitativen auf dem Markt und wenn man sich mal die Einkaufswerte von den Dingern anguckt, dann bekommen 500€ für 2 Radiatoren, 3 Lüfter, ner Pumpe und etwas Plexiglas doch schon einen ganz anderen Geschmack. Vielleicht bin ich auch nur zulange aus der Scene raus, dass ich das nicht mehr nachvollziehen kann? Ich weiß es nicht.

Nun zerreist mich.

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Klicke zum Ausklappem
Kolossus

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52 Kommentare 15 Likes

Gewinnmaximierung heißt das Zauberwort....

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Igor Wallossek

1

10,330 Kommentare 19,156 Likes

Was Ihr nie beachtet, weil wohl nicht alle aufmerksam gelesen haben:
Es ersetzt mir den schweren Chiller in vielen Situationen, wo ich die konstanten 20 °C nicht brauche. Es ist eine portable, sehr performante Wasserkühlung, die ich platzsparend dort aufstellen (und auslaufsicher im Auto rumfahren kann) wo ich es möchte. Aber es ist kein komplettes Replacement, wohl aber eine Arbeitserleichterung. Das habe ich explizit geschrieben. Ich kühle damit genau eine Komponente und habe fast den vollen Durchfluss. In einem verwinkelten PC mit mehreren Wasserblöcken, einer Distroplate und anderem Unsinn wird man nie den maximal möglichen Durchsatz haben. Zumal auch die Lüfter auf Peformance getrimmt sind. In einem PC will ich sowas nicht haben. Aber damit bekomme ich auch einen fetten Xeon ordentlich runtergekühlt

Klar sind die Einzelteile etwas billiger, aber dann habe ich noch lange keine kompakte Box. Um das einschließlich aller Bleche selbst zu bauen, brauche ich in dieser Qualität sicher 2 Tage. Die rund 150 Euro Aufpreis verdiene ich im Labor in einer Stunde. Das ist doch keine Freizeitbastelei, sondern zum Arbeiten. Da kostet mich jede Stunde amateurhaftes Gefrickel echtes Bargeld. Nur mal so am Rande.

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cunhell

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@Igor Wallossek
Alphacool verwendet hier ja die VPP755. Soweit ich mich erinnere hatten zumindest die ersten Modell keinen so wirklich guten Ruf und viele griffen daher auf die VPP655 zurück.
Hat sich die Qualität der VPP755 mittlerweile verbessert?

Cunhell

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S
SpotNic

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994 Kommentare 414 Likes

Naja, dann sollte man auch erwähnen, dass man die Leistung des Chillers in der Form so nicht benötigt und das Teil daher nun ausreichend ist. Ich hab deinen Einwand und auch Usecase durchaus verstanden, sehe es aber weiterhin als nicht wirklich vergleichbar an.

Die VPP755 dürfte der Vorgänger der Apex sein, sind halt normale Kreiselpumpen und ich bin mal gespannt was einen heute so erwartet. Vor 20 Jahren gab es so gut wie keine Pumpenausfälle und auch in der Aquaristik hatte ich die letzten 10 Jahre keine mehr.

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MojoMC

Veteran

111 Kommentare 137 Likes

Selbst mit den Lüftern auf vollen 2500U/min (laut Shop-Beschreibung) wäre es doch interessant & relevant, bei welchem Delta Wasser/Luft da irgendwelche Watt-Angaben gemacht werden.
Wenn die VP755 verwendet wird, darf laut Pumpendatenblatt die Wassertemperatur maximal 60 °C betragen. Wie praxisnah man das findet, muss jeder selbst entscheiden.

Dass bei wahnwitzig hohen Wassertemperaturen rechnerisch echt große Leistungen weggekühlt werden können (siehe https://www.alphacool.com/enterprise-solutions), ist bekannt.

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c
cunhell

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558 Kommentare 526 Likes

Was verstehst Du unter wahnwitzig? Warmwasserkühlungen arbeiten im Bereich zwischen 40°C - 60°C Vorlauftemperatur.

Cunhell

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F
Furda

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663 Kommentare 371 Likes

Danke für den Artikel.

Pumpe:
- Gemäss Datenblatt 340 l/h
- Gemäss Artikel 150 l/h auf Stufe 2.5 von mögl. 5
Stimmt das so?

Lüfter:
- Hier verbaut mit max 2500 rpm und 83 m3/h
- Gemäss Datenblatt max 4000 rpm und gut 200 m3/h

Also Pumpe und Lüfter laufen hier beide nur auf rund halber Leistung (wieso?) und sollen 1500W auf 360er Radi weg kühlen.
Wenn man beide auf 100% stellt, 2kW? 3kW?

Wenn man die Lüfter (AC Core 120) auf eine AIO packt bei 4000 rpm, sollte dann ja problemlos eine brutale Kühlung ergeben.

Irgendwie kann ich den ganzen Zahlen und Werten nicht wirklich folgen. Was übersehe ich? Danke

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H
Helojumper

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11 Kommentare 2 Likes

Also ist das Teil nur sinnvoll, wenn man 150€ die Stunde verdient?
Wenn das Ding bei vertretbaren Wassertemperaturen (max. 20k über Raum) 750W abgeführt kriegen würde, wäre ich schon sehr erstaunt...

Für den selben Preis kriege ich nen 420er-Mora mit 9 140er-Lüftern, nem AGB und Pumpe.
Wenn ichs klein haben will nehm ich ne AGB-Pumpen-Kombination, nen 420er und Lüftergitter (für nachfolgende Nutzer).

Hinter die "Sinnhaftigkeit für Normalnutzer" würde ich hier ein maximal fettes Fragezeichen machen...

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H
Helojumper

Mitglied

11 Kommentare 2 Likes

Deshalb ist es ja auch eine Warmwasserkühlung und keine PC-Wasserkühlung.
Wer seinen PC mit 60 Grad warmen Wasser "kühlt", sollte sich vermutlich ein anderes Hobby suchen...

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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