Aktivlautsprecher Audio Bluetooth Testberichte

Tronsmart Element T6 Plus im Test – Tröte oder Kröte? Balkonien klingt anders.

Das Wetter provoziert geradezu den Gang nach draußen und sei es auf den heimischen Balkon. Da nimmt man sich so einen mobilen Soundfreund doch gern mal mit raus, denn mit den puren Naturgeräuschen ist es in der Stadt eh nicht weit her. Trotz Lockdown. Doch wie man es schafft, mit einem  66 Euro teuren Speaker dann im wahrsten Sinne des Wortes sang und klanglos baden zu gehen, das will ich Euch sogar mit einer Messung belegen, denn erzählen kann man ja viel.

Nun ist es natürlich so, dass man mich mit derartigen Mustern geradezu einbetoniert und ich deshalb eher geneigt bin, mir die besseren Offerten herauszupicken. Aber der Tronsmart Element T6 Plus ist so ein Janus-köpfiges Produkt mit so einer kruden Propaganda im Datenblatt, dass man wirklich einmal drüber schreiben sollte. Denn wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann sollte man auch sicher sein, was man als Gegenwert erhält. Und genau da kamen mir bereits beim Probehören Zweifel. Doch immer schön der Reihe nach…

Lieferumfang

Diesen Abschnitt kann man kurz halten, genauso kurz wie das USB Type C Ladekabel oder das 3,5-mm-Stereoklinkenkabel, die beide zwar nette Dreingaben sind, aber reichlich Cost-Down-Feeling ausatmen. Wenigstens 10 cm mehr hätten es jeweils schon sein dürfen. Dafür setzt die Ladebuchse immerhin auf USB Type C, aber man verzichtet leider auf ein passendes Steckernetzteil. Mit dem Audio-Kabel kann man sich direkt in den Kopfhörerausgang eines Smartphones einklinken, wenn man denn noch eins mit passender Buchse besitzt. Wenn ja, dann ist dies sogar die bessere Idee als Bluetooth.

Optik, Haptik und Funktionalität

Es hat eigentlich alles ganz gut angefangen, denn das leicht wassergeschützte Gehäuse (der Hersteller wirbt mit IPX6, also dem Wasserschutz beim kurzzeitigem Untertauchen) macht eigentlich einen soliden Eindruck. Das schwarz lackierte Metallgitter ist recht robust, der Silikongummi-Frame wirkt in keinster Weise labberig und die Leichtmetall-Applikation samt LED-hintergrundbeleuchtetem Drehknopf macht optisch schon was her. Im Allgemeinen sollte man das Teil ja stehend betreiben, also Knopf nach oben und den passiven Bass-Woofer nach unten.

Genau dafür wirbt man ja mit 360°-Sound, was aber eine glatte Irreführung ist, denn abgestrahlt wird nur nach vorn. Dafür sind die Tasten großflächig geraten und besitzen einen perfekten Druckpunkt. Das gilt auch für den Taster im Lautstärkeregler und den Drehknopf selbst, der eine taktile Rückmeldung spendiert, jedoch keine Angangs- und Endpunkte besitzt. Dafür piepst es dann beim Vollanschlag.  Man hat die Lautstärkeregelung vom Smartphone entkoppelt, was prinzipiell gut ist. Denn viele Geräte neigen bei den untersten Stufen zu hohen Pegeln, so dass ein echtes Leisehören kaum möglich ist. Wer mal so richtig Vollgas braucht, dreht halt beide Regler und es ist schon praktisch, nicht ständig die Smartphone-Einstellung  im Schlepptau hinter sich her zu ziehen.

Die Tasten sind allesamt selbsterklärend, das eingebaute Mikrofon ist hingegen maximal Durchschnitt. Der Sprachassistent, wenn ihn den braucht (und mag), lässt sich durch längeres Drücken auf den Lautstärkeregler zum Leben erwecken, wenn auch die Sprachverständlichkeit eher bescheiden ausfällt und man oft wiederholen muss, was man eigentlich wollte. Das gilt auch fürs Freisprechen, was kein wirkliches Vergnügen für den Gegenüber ist. Und man könnte zumindest einen zweiten Speaker connecten, um echtes Stereo zu erreichen. Dann aber wäre man schon weit jenseits der 100 Euro angelangt.

Das nachfolgende Bild des Herstellers zeigt die einzelne Belegung noch einmal im Überblick und man sieht auch, wie einfach die Bedienung ausfällt.

Konnektivität und Akkulaufzeit

Die Anschlüsse sind ebenfalls schnell auf- und zusammengezählt. Mit Bluetooth 5.0 kommt zwar der neueste Standard zum Einsatz, aber die Audio-Codecs beschränken sich auf das Minimum, was man auch hört (bzw. nicht). Deshalb ist die noch vorhandene Klinken-Buchse eine gute Wahl, wenn man Musik einspielt. Warum das so ist, erkläre ich gleich noch. Dann sehen wir noch die Type C Ladebuchse, einen SD-Karten-Slot und eine Typ-A-Buchse, die man sowohl als Ausgang für die Nutzung als Powerbank nutzen kann, als auch für einen Stick mit MP3-Dateien.

Doch ich muss noch einmal auf Bluetooth zurückkommen. Hier nutzt man diverse Energiesparfunktionen, sowie das Ausblenden bei zu leisen Passagen, um das doch recht hohe Grundrauschen zu verstecken. Das geht bei sehr leisen Parts dann aber leider schon in Richtung Aussetzer und Zerhacker. Dieser Effekt ist beim direkten Einspielen übers Kabel nicht so ausgeprägt. Die Reichweite beträgt in der Praxis kaum mehr als 10 Meter, auch wenn der Hersteller mehr angibt.

Die Ladezeit bis zum Füllen der beiden 3300 mAh Akkus  ist in der Praxis mit weit über 4 Stunden recht heftig, trotz USB-C und einem auch mit getesteten 65.-Watt-Netzteil. Die Laufzeit fällt in der Praxis mit 5-12 Stunden  (je nach Lautstärke) klassenüblich aus. Immerhin kann man die Lautsprecher auch direkt während des Ladens betreiben, was mir auch die Möglichkeit gab, mal die Leistungsaufnahme der Verstärker abzuschätzen. In den Spitzen sind es bis zu 12 Watt, meist aber weniger.

Am Ende kann man wohl auf eine  Lösung tippen, die pro Kanal maximal 5 Watt abgeben kann, was ebenfalls klassenüblich ist, jedoch meilenweit von den angegebenen 40 Watt entfernt ist. Soweit war übrigens alles noch in Ordnung und die Stimmung auch nicht allzu sehr getrübt. Bis ich mal probegehört und danach gemessen habe. Denn das wird spannend. Vorher gibt es aber noch schnell das offizielle Datenblatt aufs Auge:

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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