Gaming Testberichte

Spielbefehl: Mafia 2 Definitive Edition als Remaster mit echtem Fun-Faktor und besserer Optik

Mafia 2 erschien vor fast 10 Jahren und wurde seinerzeit gut aufgenommen, egal ob durch die Presse oder die Spieler. Auch ich konnte mich dem bann nicht entziehen und war umso gespannter, was man 2020 und viele Spiele weiter noch empfinden kann, wenn man einen Klassiker erneut durchzockt. Der Protagonist Vito Scaletta, ist ein italienisch-stämmiger US-Amerikaner der kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges nach einer Kriegsverletzung heimkehrt. Den Rest der Handlung will ich nicht spoilern, aber er zieht sich über so einige Jahre hin bis in die 1950er. Der Held altert zwar nicht, aber egal, das soll es bei Frauen ja auch geben.

Die seinerzeit speziell entwickelte Illusion Engine gefiel besonders auf dem PC schon damals durch die lebensnah wirkende Darstellung der New York nachempfundenen Stadt Empire Bay im Setting der 1940er und 1950er Jahre, allerdings war NVIDIAS PhysX vor 10 Jahren noch ein echter Performance-Killer (vor allem die APEX-Effekte für Partikel und Kleidung), was man heute mit einer guten Multi-Core-CPU fast nur noch müde belächeln kann, wenn man nicht gerade auf einem 10 Jahren alten PC oder Einsteiger-Hardware spielt.

Mit DirectX9 gab es damals schon Effekte wie eine ordentliche Umgebungsverdeckung und eine vorberechnete Globale Beleuchtung samt diverser Post-Processing-Filter. Soweit, so damals.

Mafia 2 Definitive Edition: Remaster kein Remake

Mafia 2 in der Definitive Edition ist eine durchaus liebevoll überarbeitete Version des Originals aus 2010, was man vor allem beim Sound merkt. Die DirektX11-Grafik wirkt  insgesamt ebenfalls etwas bunter und peppiger, die Texturen wirken sogar auf Ultra-HD noch weitgehend knackig, sogar mit dem neu dazu gekommenen MSAA oder den Postfiltern FXAA bzw. SMAA. Aber man hat weder an der Handlung, noch am Gameplay selbst etwas geändert. Manches wirkt zwar leicht geändert, wenn man beide Versionen zeitgleich auf dem PC vergleicht, aber das liegt meist an den Dialogen, bei denen man ab und an mehr Material verwendet hat (wohl auch um längere Wege mit dem Auto etwas kurzweiliger zu gestalten). Gut auch, dass man die Savegames von Mafia 2 einfach umkopieren und weiternutzen kann, auch wenn sie grundverschiedene Speicherorte nutzen.

Trotzdem ist es eben kein Remake, sondern nur eine aufpolierte Neuausgabe, was aber auch positiv bewertet werden kann. Denn man hätte durchaus auch vieles zerstören und durchaus auch schlechter machen können. Zu den Dingen, die man sich vielleicht gewünscht hätte gehören fast alle Kritikpunkte von 2010: zu leere und statische Open World, keine Nebenmissionen oder Interaktionen mit NPCs und eine fast schon strunzdumme und sehr berechenbare KI. Aber egal, es hat einfach einmal wieder richtig Spaß gemacht!

Ich habe die nachfolgenden Benchmarks bewusst und aus Zeitgründen in WQHD und maximalen Settings gemacht, denn es ist ein schöner Kompromiss und zeigt zwei Dinge. Man sieht einerseits an den Min FPS (99. Perzentil) sehr schön, dass hier sogar der Core i9-10900K noch ab einer gewissen Stelle limitiert, was vor allem die PhysX-Effekte betrifft, denn mit steigenden FPS klafft die Schere immer weiter auf. Das liegt am Spiel selbst und war vor 10 Jahren schon eine Spaßbremse. Wer andererseits trotz normaler Durchschnitts-FPS unter Rucklern leidet, sollte also zunächst die ganzen Effekte etwas herunterschrauben oder gar deaktivieren und dann erst die wenigen Grafikoptionen etwas minimieren.

Unter Full-HD könnte man sogar noch mit einem Ryzen 3 3300X und einer RX 580 die 60-FPS-Marke bei bei den maximalen Settings locker knacken und wer sich mit gemäßigteren Grafiksettings zufrieden gibt, hat auch noch genügend Performance, um auf einem Einsteiger-PC recht flüssig zu spielen. Es kommt also wirklich auf die Effekte und das MSAA an, die man sie gegebenenfalls eben schenken muss.

Fazit

Wer Mafia 2 schon auf Steam besaß, bekommt die Remaster-Version, wie auch die von Mafia 3, sogar frei aufs Haus. Ein Anreiz mehr für mich, das Ganze noch einmal durchgespielt zu haben. Ja, es macht immer noch Spaß und lohnt sich für eine nette Erinnerung zwischendurch. Eine etwas sterile Welt ist natürlich dem Feeling etwas abträglich, aber man ist zumindest schneller mit dem Spiel durch. Für die, die nur noch einmal reinschnuppern wollen.

Im Gegensatz zu Mafia 3 natürlich. Hier muss beim Remaster irgendetwas so richtig schief gelaufen sein, denn nach der Neuinstallation musste ich Intro-los erst einmal den Raub auf die Federal Bank (teilweise) spielen um dann ziemlich abrupt doch wieder knapp hinter dem eigentlichen Anfang zu beginnen. Insgesamt wirkte Mafia 3 schwammiger und unterm Strich auch viel zu bunt. Bonbon-Style quasi. Naja, wer es mag…

 

 

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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