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Grafikkartenpreise, Verteilungskämpfe um NVIDIAs Zuteilungen und neue Lieferengpässe | Insider

Es hätte alles so schön sein können. Die Temperaturen gehen rauf und die Grafikkartenpreise runter, die Neuinfektionen sinken und die GPU-Stückzahlen steigen. Das dem so leider nicht ist, zeigen die neuesten Entwicklungen bei den Boardpartnern, wo erneute Lieferengpässe sogar zu Verteilungskämpfen und Konflikten innerhalb der Firmengeflechte führt. Da dies außerhalb der Branche eher wenig bekannt ist, wollen wir heute auch einmal über dieses Thema schreiben.

© 2021 igorsLAB

Doch beginnen wir erst einmal mit der leidigen Verfügbarkeit der aktuellen GPUs. Neben der GeForce RTX 3070 Ti, die zumindest im Launchzeitraum noch recht gut verfügbar war, erwies sich vor allem der Juni für die Boardpartner als ein Monat mit einer tiefgreifenden Verknappung. Außer den recht gut verfügbaren GeForce RTX 2060 sahen die Zuteilungen von NVIDIA an die Boardpartner laut Brancheninsidern nämlich extrem schlecht aus. NVIDIA selbst hat den Partnern zwar beginnend ab Juli eine deutlich bessere Verfügbarkeit versprochen, aber ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein.

Auch wenn mittlerweile die ersten GPUs wieder in homöopathischen Dosen geliefert wurden, muss man man ja auch die Lieferkette an die Hersteller und die benötigten Zeiten (1 bis 2 Wochen ab Packager) berücksichtigen. Das erste Drittel des Juli ist bereits verstrichen und wirklich geändert hat sich für viele der betroffenen Firmen bisher nämlich nichts. Das wiederum soll wohl vorrangig an Samsung liegen, die die zugesagten Stückzahlen einfach nicht liefern können. Das wiederum führt in der Folge zu einem interessanten Kannibalismus innerhalb der jeweiligen Firmengeflechte, denn viele Firmen gehören mit sehr unterschiedlichen Beteiligungen (auch untereinander) ja zusammen.

Verteilungskämpfe innerhalb eines Unternehmens? Normalerweise dringt ja nicht viel nach außen, aber es gibt sie. Nehmen wir mal eine Struktur wie PC Partner. Prestigeträchtig ist hier vor allem Zotac. Firmen wie Manli oder Inno3D sind eher klein und besitzen meist weniger Image. Konzentriert man nun die wenigen Chips auf einen Fertiger, ergibt das durchaus einen Sinn. Denn einerseits sind dann wenigstens in einer Firma die Fertigungsstraßen besser ausgelastet und andererseits lassen sich hier auch höhere Margen erzielen. Man erkennt es auch anhand der unten aufgeführten Liste, dass Manli aktuell überwiegend alte Karten anbieten konnte, also mit Pascal- und Turing-Chips. Bei Inno3D lief man, im Vergleich zu Zotac, bereits jetzt schon stückzahlmäßig ins Nichts.

© 2017 igorsLAB

Das gilt in gleichem Maße z.B. auch für Galax (bzw. hier in Deutschland als KFA2 bekannt), die vermeintlich geradezu trocken gelegt wurden, damit zumindest Palit (zusammen mit dem hauseigenen Brand Gainward) mehr Karten verkaufen kann. Auch hier spielen handfeste ökonomische Gründe eine Rolle und es verwundert eigentlich auch nicht, wenn dann das Mutterunternehmen in Zeiten großen Mangels Ressourcen abzieht. Das kennen gelernte DDR-Bürger noch aus Zeiten der Vormundschaft durch die Sowjetuninion, wo die Vasallenstaaten des sogenannten Ostblocks durch den großen Bruder ausgeplündert wurden, bis der Arzt kam.

Man trifft natürlich erst einmal auf eine eisige Mauer des Schweigens, aber mittlerweile ist der Unmut bei einigen Firmen so groß, dass dann doch einmal das eine oder andere nach außen dringt. Dass die Situation alles andere als rosig ist, zeigen nicht nur die in den letzten Tagen wieder enorm gestigenen Preise der Hardware-Broker, sondern auch die Verfügbarkeit bzw. die Zahlen der Karten, die in den nächsten Tagen noch erwartet werden. Bis auf ganze 10 (!) Karten von MSI kann nämlich kein Hersteller mehr irgendetwas liefern.

Diese Situation ist in dieser Form eher selten und die tagesaktuellen und sich auch täglich ändernden Preise der Broker (siehe Tabelle am Seitenende) sind ein sehr guter Indikator für die nächsten, kurzfristigen Trends. Und so zeichnet sich hier bereits wieder ein (kurzfristiger) Anstieg der Preise ab. Wenn es Samsung gelingt, die Lieferungen in den nächsten 1-2 Wochen wieder zu erhöhen, dann kann man vielleicht auch hoffen, dass die aktuellen Anstiege auf den üblichen Distributionswegen nicht bis zum Endkunden durchschlagen, aber das ist rein spekulativ.

Was übrigens interessant ist, sind auch die gefallenen Preise für den Transport nicht ganz so sperriger Güter. Die Luftfracht-Kosten pro Kilo ab Hong Kong sind mittlerweile nach ihrem Hoch von bis zu 70 HKD (Hongkong-Dollar, ca. 0,11 EUR) wieder auf ca. 35 HKD gefallen, liegen also nur noch 15 HKD über den ehemaligen Preisen vor der Krise. Fracht per Eisenbahn ist nach wie vor Glückssache und die Schiffscontainer schließen sich aktuell aus den bekannten Gründen ja quasi aus. Da gibt mittlerweile es einen Rückstau von mehreren Wochen.

Als Fazit kann man festhalten, dass es NVIDIA gelingen muss, innerhalb der nächten 1-2 Wochen die Liefermengen deutlich zu erhöhen, was wiederum allein von Samsung abhängt, um nicht einen erneuten Preisanstieg zu riskieren.

Quellen: eigene

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Arnonymious

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@Igor Wallossek
Danke für den Einblick, das trübt die Hoffnung auf eine neue GPU im Bereich 3080ti zu einem (für mich ) vertretbaren Preis zumindest für die nächsten paar Wochen weiter ein.
Schöner Hut übrigens, scheint aber nicht für Hutgrößen jenseits der 60 gemacht zu sein *g*. Kenne das Problem auch, langer Schädel mit Gr. 61,5...

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Igor Wallossek

Format©

7,875 Kommentare 13,585 Likes

Die Jacke war 6XL, mehr hatten sie nicht. Sah aus, wie ein Bolero-Jäckchen und ließ sich auch nicht schließen. :D

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RAZORLIGHT

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Immer wieder Samsung, so wird das nichts um TSMC zu stoppen, wenn selbst der 8nm (eigentlich 10nm) Prozess solche Probleme bereitet.

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Gurdi

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1,353 Kommentare 879 Likes

Naja gut, NV liefert grundsätzlich im Gegensatz zu AMD schon deutlich andere Stückzahlen. AMD hat es immer noch nicht geschafft zumindest mal eine breite Verfügbarkeit der Modelle zu gewährleisten. Wenn man endlich mal Output hätte, könnte man mit Stückzahlen NV ja auch mal was vom Kuchen weg nehmen, so wie es aber derzeit läuft wird das nichts.

Lediglich die 6700XT kommt im Markt breit an und sinkt auch endlich deutlich im Preis.

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Case39

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2,048 Kommentare 634 Likes

Danke für den Insiderbericht. Ich hatte eh schon den Eindruck, das die Überschriften gewisser HW Online Seiten zum Thema, eher nicht zur realen aktuellen Lage passten.

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LurkingInShadows

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So wird das nix mit Beruhigung der Logistikkette

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The Doctor

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Danke für den interessanten Bericht. Immer her mit diesen Insidernews. (y)

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I
Indy2410

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D.h. ggf. sollte ich doch überlegen jetzt eine Grafikkarte zu kaufen statt auf weiter fallende Preise zu hoffen, weil ggf. wieder mit steigenden Preisen zu rechnen ist?

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Igor Wallossek

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Spekulatius, aber sehr wahrscheinlich. Die Preise sind eigentlich auch nur in DE temporär so gefallen.

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I
Indy2410

Mitglied

28 Kommentare 10 Likes

Ja, natürlich ist es immer Spekulation und ich muss für mich entscheiden, ob ich mich mehr ärgere wenn ich jetzt ein Karte kaufe und sie später günstiger haben kann oder wenn ich jetzt nichts kaufe und später es noch unattraktiver wird eine zu kaufen. Aber diese Information ist für meine persönliche Abwägung (und Rechtfertigung der Geldausgabe) zumindest hilfreich.

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HerrRossi

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Nettes Käppi @Igor Wallossek 😀

Wie sieht es denn bei AMD aus?

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M
McFly_76

Veteran

376 Kommentare 129 Likes

Die Preise sind so Banane dass man von AMD nur noch GPU's ab 700 € ( RX 6700 xt ) kaufen sollte, weil alle leistungsschwächeren GraKa's absolut schlechtes P/L haben.
NVidia hat wieder das bessere P/L Angebot ( ab 6 GB, bis max. 600 € ) und die RTX 3060 wäre jetzt meine erste Wahl 🤷‍♂️

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Martin Gut

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6,111 Kommentare 2,490 Likes

Die Angebote von RTX 3060 unter 600.- bei Geizhals kann man schon wieder an einer Hand abzählen. Viele Links laufen ins leere oder zu ausverkauften Karten.

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Igor Wallossek

Format©

7,875 Kommentare 13,585 Likes

6600XT für knapp 400 UVP ist auch heiß. Nicht. :(

Sapphire liefert ab August. Der kolportierte Launch stimmt,

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Megaone

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Wenn ich Lust darauf hätte, würde ich jetzt kaufen. Ich hab meine 3090 Aorus Master kurz nach Release für 1900 Euro gekauft. Damit spiele ich nun schon seit November. Was nützt mich die Karte nächstes Jahr 250 Euro billiger? Ich geb soviel Knete für Murks aus, da war der Mehrpreis keine Fehlinvestion. Ich versuche auch immer zum günstigsten Zeitpunkt zu kaufen, bin aber unterm Strich froh, diesmal darauf verzichtet zu haben. Bei den Kapriolen steht man sich nur selbst im Weg. Kaufen, spielen spaß haben. Kaufpreis nach Überweisung einfach direkt vergessen. Würde meine 2080 super aus dem Zweitrechner auch tauschen, aber die wird dank DLSS und zukünftig vielleicht durch AMD`s FSR immer besser. Da kann man erstmal abwarten.

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I
Iotis

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34 Kommentare 17 Likes

So ein bis zwei Jahre hab ich mit meiner 2060 Super und nem 2700x wohl noch locker Zeit. Und dann guck ich mal was max 400 Euro kostet und Richtung 100% mehr Leistung liefert. Falls nötig warte ich halt noch länger :-) Selbst der FS2020 läuft für meine Augen unter 2k schnell genug. Zum Glück bin ich da recht schmerzbefreit was die FPS Zahlen betrifft ^^ Und AMD kann die 6600 für die 400 Euro gerne behalten.

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Alkbert

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797 Kommentare 557 Likes

Ich hatte mir mit viel Enthusiasmus im November eine 3090 geholt mit dem dringenden Vorhaben noch mehr in "Ampere" zu investieren.
Ich werde es lassen. Die Preise sind eine Farce und stehen in keiner Relation mehr zur gebotenen Leistung. Im Zweitrechner ist eine 2080 ("Ur")
drinne und die bleibt jetzt da und dann soll erst mal 2022 oder von mir aus 2023 kommen. Ich brauch Gottseidank definitiv nix in den nächsten 1-2 Jahren, jenseits vom "Habenwollen".

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Megaone

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1,065 Kommentare 905 Likes

Ich warte auf die 4000er Serie. Dann kommt die 3090 in den Vorruhestand in den Zweitrechner. Ich denke dank DLSS wird sich die 2080er auch 2022 noch gut verkaufen lassen.

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jo-82

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54 Kommentare 21 Likes

Hab die Woche zugeschlagen und ne 3080 Ti geordert, die wird hoffentlich auch wieder mind. 5 Jahre in Betrieb sein, wie die beiden Vorgänger.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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