Grafikkarten Testberichte

GeForce RTX 3090 übertakten – Tipps und Hinweise für den Elektro-Grill im Winter

Unser Community-Mitglied Gurdi konnte zeitnah zum Launch mehrere GeForce RTX 3090 ergattern (F5-Skills!) und war auch so freundlich, einiges an Zeit zu investieren, um Euch mit neuen Erkenntnissen rund um diese Karte zu versorgen. Dabei widmete er sich unter anderem auch der Frage, ob und wie man diese neue Karte übertakten könnte. Genau diese Frage haben sich ja schon viele gestellt und es trifft sich gut, dass Gurdi sie jetzt für Euch beantworten kann. Ich überlasse jetzt einfach Gurdi das Wort bzw. die nächsten Zeilen dieses Artikels…

GeForce RTX 3080 und RTX 3090 Undervolting – Wenn Vernunft und Experimentierfreude auf Ampere treffen

Die neuen Amperekarten sind endlich im Handel und die GeForce RTX 3090 feierte unlängst das Debüt der Serie. Hier noch einmal das Testsystem im Überblick:

Gehäuse: Gedämmtes Fractal Define R5 PCGH Edition
Netzteil: Corsair HX 750I
CPU: Ryzen 3900X optimiert
Board: AORUS X570 Ultra
Ram: 32 GB DDR4 Patriot Viper (SK Hynix) @ 3800MMz
CL 18/19/21/34 1T
optimierte Subtimings, Infinity Fabric 1:1
Grafikkarte: ASUS TUF Gaming RTX 3080/3090, Gigabyte RTX 3090 Gaming OC
Divers: Soundkarte, 2x BD Brenner, 280er Radi für CPU, 5 Gehäuselüfter (4×140 1×80)
Tweaks: Weder Hardmods noch Softmods.

Nachdem das Thema Undervolting ja nun eingehend bearbeitet wurde, hier auch mal noch einige Erfahrungen von mir in die andere Richtung. Um es vorweg zu nehmen, das Leistungsplus was unter Luft unter erträglichen Bedingungen zu erreichen ist, ist leider marginal. Selbst maximales OC bringt in der Spitze etwa 10% Mehrleistung, erträglich ist das aber auch nur wenn Ihr die Karten unter Wasser nehmt. Vor allem der Speicher kommt beim Übertakten nahe an die Kernschmelze.

Wie sowas aussieht, wenn mal wirklich etwas VRAM belegt ist der arbeiten muss, seht Ihr in diesen Beispielen sehr gut. Entscheidend ist dabei wie sehr die Bandbreite gefordert wird. Brigtht Memory läuft hierbei in 4k…

AOE 3 Remastered in 5k. Beachtet die Lüfterdrehzahl, normal wären eigentlich so um die 1800. AOE 3 ist dabei sogar untervoltet!

Ein deutlicher Hinweis auch noch vorweg, Übertakten sorgt dafür das eure Garantie erlischt und geschieht stets auf eigene Gefahr! Zudem kann dies die Lebensdauer euerer Komponenten beeinträchtigen.

Overclocking

Sowohl der Afterburner als auch EVGAs Precision X funktionieren derzeit mit Ampere. Die neueren Versionen bieten beide einen Voltage-Slider, dieser erhöht die maximal erreichbare Spannung in mv was aber in den meisten Fällen wenig bringen wird, da das Power Limit eigentlich immer vorher begrenzt. Ein Overclocking via Offset auf dem Core und dem Speicher ist ansonsten ohne Probleme möglich. Auch das Power Limit lässt sich mit beiden Tools anheben.

Precision X hat aktuell einen Bug, der einen messbaren Einfluss auf euren Score hat, wenn die Anwendung beim Benchen geöffnet ist. Ich rate generell eher zum Afterburner, der bietet das bessere Monitoring und macht weniger Probleme. Zudem ist dieser universell einsetzbar, sowohl für AMD wie auch Nvidia Karten. Ihr könnt auch mit dem Afterburner und dem integrierten Curveeditor übertakten (auf das Tool klicken, dann Strg +F), man kann damit seine Ergebnisse durchaus noch etwas verfeinern. Das ist aber dadurch das der Curveeditor aktuell ziemlich Buggy ist so eine Sache.

Wichtige Grundregeln dabei:

  • Spannung unterhalb von 725 mv werden nicht übernommen
  • Ihr solltet den maximal möglichen Takt am besten kappen mit der Kurve, da euch die Karte sonst mit zu hohen Taktraten im Peak instabil wird. Eine Frequenz kann innerhalb einer Kurve maximal 3 Spannungspunkte gleichbleiben, danach muss die Kurve weiter ansteigen, ansonsten korrigiert diese sich beim Übernehmen automatisch und wirft das Setting dabei über den Haufen.
  • Vergesst den Speicher nicht zu übertakten, ohne werdet Ihr kaum nennenswerte Ergebnisse erzielen.
  • Macht euch keine zu großen Hoffnungen, die Ergebnisse sind im allgemeinen weitestgehend ernüchternd und stehen kaum im Verhältnis zur verwendeten Mehrleistung. Mit einem sinnvollen Alltagssetting werdet Ihr wohl so an die 6% Mehrleistung bekommen. Wichtig für gutes Overclocking ist eine hochwertige Platine, da ansonsten durch die hohen Temperaturen an den Wandlern viel von eurer Mehrleistung sich in Luft auflöst. Gute Customs sind hier im Vorteil, vor allem ASUS scheint da aktuell positiv hervorzustechen.

Kolportierte Taktraten von irgendwelchen Karten im Netz sind immer mit Vorsicht zu genießen. In Szenen oder Anwendungen, die die Karte kaum auslasten, hat man halt schon mal paar nette Zahlen da stehen wie hier in dem Beispiel.

Unter richtiger Last sieht das dann aber eher so aus, das ist ein und dasselbe Setting.

Takt ist nun mal nicht gleich Takt. Wenn Ihr dauerhaft mit 1,9-2,0 Ghz auf den 90er unterwegs seid, könnt Ihr eigentlich ziemlich zufrieden sein.